12. Armee Wenck rettet sich nach Tangermünde 1945

11 Aug

 

12.Armee Wenck Tangermünde

Es waren die letzten entscheidenden Tage, die die Rettung der 12. Armee bringen sollten. Nachdem General Wenck den Befehl Hitlers, nach Berlin einzumarschieren, nicht mehr befolgen konnte und bei Ferch/ Schwielowsee ein anderer Plan verfolgt wurde, hieß es erst einmal Zeit zu gewinnen. Die Sowjetarmee hatte Berlin eingeschlossen und die 9. Armee bei Halbe ebenfalls.

Bitte lesen Sie zunächst diese beiden Artikel auf die hier aufgebaut wird:
12. Armee Wenck vor Berlin 
9. Armee eingeschlossen in Halbe, Aufbruch zur Armee Wenck

Bis zum 7. Mai 1945 verteidigte sich die Armee Wenck zusammen mit den Resten der 9. Armee, im Schlepptau viele Zehntausende Flüchtlinge und Verwundete, an der Tangermünder Elbbrücke. Die Sowjetarmee hatte die Reichsstrassen besetzt und man hatte es zuletzt per Schleichweg oder Kahn über die Havel bis hierher geschafft. Noch schlimmer kam es am 2. Mai 1945, als russische Panzereinheiten bei Havelberg durchbrachen. Doch die Armee Wenck konnte sich bis zum 3. Mai 1945 nach Tangermünde evakuieren.

Auf der Westseite der Elbe standen Truppen der US-Amerikanischen-Truppen, dem Ziel des deutschen Trosses aus den Resten mehrerer Armeen und Einheiten. Viele Tausende waren in den letzten Tage gefallen oder wurden einfach abgeschlachtet. Doch Organisation und Logistik funktionierten noch.
Für General Wenck war nun der Zeitpunkt gekommen, vor der US-Armee ehrenvoll zu kapitulieren und ihren Feinden die Lage der Armee, der Zivilisten und der Verwundeten u.a. aus Beelitz Heilstätten klar zu machen.

Wehrmacht Tangermünde

Im Rathaus von Stendal wurde am 4. Mai 1945 darüber verhandelt, wer, wie und was die Elbe über die, bis auf einen Holzsteg, zerstörte Brücke passieren durfte.
Dabei gab es 4 Punkte zu klären:
Übernahme der deutschen Verwundeten ( Wehrmacht ),
Evakuierung der deutschen Flüchtlinge,
Evakuierung der deutschen Soldaten,
Deutsche Verbände kommen in US Gefangenschaft.
Besonders dramatisch wurde es , als die Amerikaner die Flüchtlinge nicht über die Elbe lassen wollten, doch am 5.Mai1945 könnte an mehreren Stellen das Übersetzen beginnen. Parallel dazu hatten sich die deutsche Armeen während der ganzen Zeit weiter gegen die Rote Armee versucht zu verteidigen. Und dies in fürchterlichen Kämpfen, bis hin zu Kämpfen Mann gegen Mann.
Offenbar hatten die Verbände der US-Armee und die Rote Armee keinen Kontakt zueinander.
Schlimmer noch: Die amerikanischen Verbände leisteten den deutschen Soldaten, auch den Zivilisten keinerlei Hilfe.
Nach Angaben des Generals Wenck setzten 100.000 Soldaten und 300.000 Flüchtlinge innerhalb der nächsten 2 Tage über, während die Rote Armee verzweifelt versuchte dieses Manöver zu unterbinden. (Heute noch gut bekannte ehemalige deutsche Soldaten, Dieter Hildebrand und Hans-Dietrich Genscher, überlebten dadurch dieses Inverno.)

Entgegen der Stendaler Abmachungen, wurden später wahrscheinlich etwa 10.000 deutsche Soldaten an die Rote Armee ausgeliefert.

Tangermünde Armee Wenck 1945

Tangermünde Armee Wenck 1945

 

Stendal Übergang Armee Wenck

Stendal Übergang Armee Wenck

Quellen: SZ.de, Recherche im Rathaus Tangermünde/ Stendal/ Zeitzeugen, Fotos Fotalia

Schreibe einen Kommentar

WordPress spam blockiert CleanTalk.