Wilhelmshorster Geschichten……..Gastronomie

30 Jul
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HO Gaststätte Ravensberge heute ………..Foto Jochen340

Anfang des 20. Jahrhundert kauften Großstädter nordlich der Wetzlarer Bahn Waldstücke. Wilhelm Müller hatte eine Vision. Er plante zwischen Langerwisch und Potsdam eine Siedlung. Von diesen Plänen war auch der 1862 geborene Gärtner Adolf Hammer begeistert. Er kaufte 500m nördlich der Wetzlarer Bahn ein großes Grundstück an der heutigen Peter-Huchel-Chaussee. Er baute darauf eine eine einfache Holzhütte Diese wurde dann am 6. Mai 1908 als Kantine für die ersten Siedler, Handwerker und Wochenendausflüglern eröffnet. 1909 erhielt A.Hammer dann die Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft.

Er baute die kleine Holzbude Stück für Stück zum „Restaurant Hammer“ mit Saal und schön angelegtem Biergarten aus. Dieses Restaurant wurde zum kulturellen Mittelpunkt von Wilhelmshorst. Vereine hielten dorf ihre Versammlungen ab, es wurden rauschende Feste gefeiert und es war beliebtes Ausflugziel für großstadtmüde Berliner. 1924 übernahm Hammers Sohn, ebenfalls Adolf mit Vornamen, das Restaurant. 1930 starb der Begründer und der Sohn führte die Gastronomie bis 1945.

Nach dem Ende des Krieges beschlagnahmte die Rote Armee das Gebäude und richtete für 7 Monate, die Kommandantur dort ein. Danach wurde das völlig leergeräumte Gebäude zurückgegeben. Unter größten Anstrengungen ließ Familie Hammer den Familienbetrieb wieder aufleben. 1956 wurde das „Restaurant Hammer“ von der HO (Handelsorganisation der DDR) gemietet und es hieß nun „HO-Gaststätte Ravensberge“.

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Name auf Hausfassade ….. Foto Jochen340

1975 konnte Familie Hammer den Betrieb dann wegen widriger Umstände nicht mehr halten und das Gebäude ging in den Besitz der Gemeinde über. (Ein vom Rat der Gemeinde angeordnete Kredit zur „Erhaltung des Gebäudes“. s.g. Zwangskredit konnte nicht wie gefordert zurückgezahlt werden.) In den darauffolgenden Jahren (bis 1984) wurden von der Gemeinde verschiedene Geschäftsführer eingesetzt, die den Betrieb entsprechend der Möglichkeiten in der DDR aufrecht erhielten .

Nach der Wiedervereinigung versuchten die Erben ihren Besitz zurückerhalten. Er gelang nach langem Rechtsstreit nur ein Vergleich. Ein großer Teil des Grundstücks (Südteil) blieb im Besitz der Kommune und wird heute als Festplatz genutzt.

Das ehemalige glorreiche und allseits beliebte „Restaurant Hammer“ steht noch als Gebäude, von den glorreichen Zeiten und dem alten Charme ist leider nicht viel geblieben.

Völkerschlacht bei Leipzig Völkerschlachtdenkmal

30 Jul
Völkerschlachtdenkmal in Leipzig

Völkerschlachtdenkmal in Leipzig

Am 16 bis zum 19.Oktober 1813 tobt bei Leipzig einer der verheerendsten Schlachten der europäischen Neuzeit. 190.000 französische Soldaten und 690 Kanonen stehen den Truppen der Koalition aus preußischen, österreichischen, russischen und schwedischen Soldaten gegenüber. Auf sie gerichtet sind 1500 Kanonen und 365.000 Mann sind im Anmarsch. Die Entscheidungsschlacht der Befreiungskriege, in der die napoleonische Fremdherrschaft gebrochen wird, steht bevor und wird 126.000 Opfer fordern. Zuvor, 1812, war die französische Armee kurz vor Moskau im russischen Winter zurückgeworfen worden. Der preußische General York und der russische General Diebitsch verständigen sich, die preußisch russischen Kampfhandlungen zu beenden. Am 28. Februar 1812 schließen Preußen und Russland eine Art  Bündnispakt . Damit sagten sie der brutalen französischen Besatzung den Kampf an. Am 29. und 30. April griffen französischen Truppen bei Meckern die neue Koalition an und besiegten die preussischen und russischen Truppen. Der König von Sachsen unterstellte seine Truppen dem Befehl Napoleons, was die Koalition in weitere Schwierigkeiten brachte und weit nach Schlesien zurückdrängte. Der Waffenstillstand, der im Juni  in Dresden vereinbart wurde, nutze beiden Seiten Soldaten zu rekrutieren.
442.000 Franzosen standen jetzt 509.000 Soldaten der Koalition gegenüber. Letztere bildete 3 Armeen, die ab 14 Oktober in der Nähe von Leipzig Feindberührung hatten.
Reiterschlacht von Liebertwolkwitz )
2 Tage später knallte es südlich von Leipzig. Als das blutige Gemetzel am 19. Oktober 1813 beendet wurde hatte Napoleon in nur wenigen Tagen die Herrschaft über Europa verloren.
Was blieb waren Reformen aus der Französischen Revolution von 1789, die in den vergangenen Jahren auf deutschem Gebiet umgesetzt worden waren. Dazu gehörten u.a.  Freizügigkeit, Gewerbefreiheit und Gleichheit vor dem Gesetz.

Napoleon zog sich in der Folge bis hinter den Rhein zurück.

Weitere :
Letzte Schlacht des 2. Weltkrieges
Umbettung des Alten Fritz nach Potsdam
Quellen : eigene, Wikipedia.

Schloss-Sanssouci. Friedrich der Große, der alte Fritz und seine Windspiele, Potsdam

30 Jul
Schloss-Sanssouci.  Potsdam, Brandenburg

Schloss-Sanssouci. Potsdam, Brandenburg

Schloss Sanssouci, frz.sans souci = ohne Sorge.

Für Brandenburg und Potsdam Besucher ist es ein MUSS, das Hohenzollernschloss Sanssouci im Lennè Park im Herzen der Landeshauptstadt. Preußen 1745. Der Preußen König Friedrich II fertigt eigene Entwürfe für seinen Freizeitwohnsitz an und beauftragt den Architekten Knobelsdorff mit der Planung des „kleinen Sommerschloss.“ Persiens erstellt die Bauplane, siehe auch Römische Bäder. Die gesamte Anlage wird auch als preußisches Versailles bezeichnet und wird 1990 Weltkulturerbe. Die terrassenförmige Anlage ist im Wesentlichen seither erhalten.

Der alte Fritz selbst war ein König, der Dinge nicht gerne dem Zufall überlassen wollte. So griff er in viele Bauunternehmen in Potsdam und Berlin selbst ein, holte sich Rat oder ließ Entwürfe und Bauplanungen überarbeiten. Er drängte auf Fertigstellung. Am 01.05.1747 war das kleine Sommerschloss bezugsfertig. Die Bauzeit betrug 2 Jahre
Zu empfehlen der Film “ Der große König“ mit Otto Gebühr.

Vor fast jeder Schlacht verfügte Friedrich II ein neues Testament. Das letztendlich gültige besagte, er wolle im Park Sanssouci, ohne Pomp und bei Nacht beerdigt werden.

„Ich habe als Philosoph gelebt und will als solcher begraben werden, ohne Gepränge, ohne feierlichen Pomp, ohne Prunk. Ich will weder geöffnet, noch einbalsamiert werden. Man bestatte mich in Sanssouci auf der Höhe der Terrassen in einer Gruft, die ich mir habe herrichten lassen  Sterbe ich in Kriegszeiten oder auf der Reise, soll man mich am ersten besten Ort beisetzen und im Winter nach Sanssouci an die bezeichnete Stätte bringen.“

Jedoch kam es anders. Der Nachfolger des Preußenkönigs, Friedrich Wilhelm II, lies den Sarg des „Alten Fritz“ ausgerechnet  in der Garnisonkirche zu Potsdam, neben dem verhassten Vater Friedrich Wilhelm I ( „Soldatenkönig“ ) beerdigen; noch dazu in einer Kirche, wo der „Friedrich der Große“ keinesfalls hätte beerdigt  werden wollen.
Doch damit ging der Irrweg seiner Gebeine erst richtig los. 1943 nahm die Bedrohung der Stadt Potsdam durch feindliche Bomber erheblich zu. Reichsmarschall Hermann Göring liess die beiden Särge in einen schützenden Bunker überstellen.
1945, die Rote Armee hatte die Oder bei Frankfurt überquert und im Süden der Hauptstadt tobten bereits schlimmste Kämpfe,
( 9. Armee Ausbruch, Kessel von Halbe ) ( 12. Armee, Kämpfe bei Ferch und Beelitz ) entschied man sich die beiden Königssärge in Richtung Thüringen abzutransportieren. Das Kalibergwerk bei Bernterode schien Versteck genug zu sein. Dort lagerten die Überreste in über 550m Tiefe. Die US-Besatzungstruppen verfrachteten die Särge dann nach Marburg ( Hessen ) und wieder wurden beide in einer Kirche beigesetzt.
( Elisabethkirche in Marburg )
Erst im August 1991 war es soweit. Nach der Wiedervereinigung der Deutschen Besatzungszonen und 205 Jahre nach dem Tode des „Alten Fritz“, konnte er am 17. August 1991, pünktlich um Mitternacht, in die Gruft am Schloss-Sanssouci seine letzte Ruhe finden. Noch heute legen Passanten fast täglich Blumen und die einheimischen Kartoffeln auf die Gräber des Königs und seiner Hunde.

Die Kartoffeln
Als in Preußen eine Reihe von Weizenmissernten auftraten, befahl Friedrich der Große den Anbau von den bis dahin in Preußen unbekannten Kartoffeln. Dazu stellte die Regierung kostenfrei Saatkartoffeln zur Verfügung. ( 1746 )

Friedrich der Große

Scan meiner Film DVD


Quellen und weiterführende Links:
Eigene Recherche
http://www.spsg.de/schloesser-gaerten/objekt/schloss-sanssouci/
http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/kartoffel-geschichte-102.html

Wilhelmshorst…. ein Ort mit drei Schulgebäuden

29 Jul

1967 wurde ich in Wilhelmshorst eingeschult. Die Vorschule besuchte ich in der „Oberen Schule“, die ersten vier Jahre führte mein Schulweg zur „Turmschule“.

Die "Turmschule" heute ...... Foto Jochen340

Die „Turmschule“ heute …. Foto Jochen340

Der Sportunterricht, in der Turnhalle, führte an der „Unteren Schule“ vorbei. Zum Mittageseen ging der Weg noch weiter bis zur Essenküche. Wir waren viel unterwegs.

Die „Turmschule“ (An den Bergen) hieß so, weil auf ihrem Dach ein Turm war, den wir trotz Verbot, gern betraten. Der Rundblick über Wilhelmshorst war ein fach wundervoll. Im Kellergeschoß befand sich eine Modelleisenbahnanlage, die von Schülern in einer Arbeitsgemeinschaft gebaut wurde. Es gab ein Jahr, in dem eine Wildschweinfamilie ohne Scheu durch den Ort lief. Zur Hofpause kam sie öfter zum Pausenplatz, da gab es leckere Frühstücksbrote. Dem Wechsel vom Schulgebäude zum Wohnhaus an zwei Parteien fiel dann leider der Turm zum Opfer.

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„Untere Schule“ heute auf dem Campus ….. Foto M.Friedrich

Ab der 5. Klasse wechselten wir dann in die „Obere Schule“. Diese lag oberhalb der Turmschule, auch An den Bergen, aber etwas bergauf. Daher der Name. Dort gab es dann Fachschulräume. Ein späterer Bürgermeister unterrichtete darin Physik und Chemie. Die Räume reichten aber nicht für je 2 Klassen bis zur 10.Klasse. Es wurden bis 1975 dann noch 4 Klassenräme in Eigenleistung durch Lehrer und Eltern und mit Hilfe von ansessigen Firmen angebaut. Verbaut wurden die Abrißsteine, der in Potsdam zu dieser Zeit, nach schweren Kriegsschäden, gesprengten Frauenkirche. Wir bearbeiteten die Steine, wie Trümmerfrauen, daß sie wieder verwendbar waren. Für das Schuljahr 75/76 hätten die ersten Klassen dort unterrichtet werden können. Wir waren aber der letzte Jahrgang, der nach Michendorf in die Schule „Am Wolkenberg“ ging um dort die 9. und 10. Klasse abzuschließen.

Die „Untere Schule“ steht unterhalb der „Oberen Schule“ auf dem Gelände der heutigen Wilhelmshorster Schule. Dort wurden die B-Klassen der Unterstufe unterrichtet. Dahinter befand sich ein toll gepflegter Schulgarten für den gleichnamigen Unterricht.

1987 wurde dann das neue Schulgebäude im Heidereuterweg eingeweiht und am 27.11.2006  der Grundstein für den heutigen Schulcampus gelegt. Die Untere Schule ist nach meinen Informationen seit der 100-Jahr-Feier Medienzentrum der Schule.

Per Fahrrad durch Brandenburg, das Sonnenland

29 Jul
Junge Fau mit Strohhut auf dem Fahrrad vor einem Roggenfeld in Brandenburg

Junge Fau mit Strohhut auf dem Fahrrad vor einem Roggenfeld in Brandenburg

Eines hat die brandenburgische Regierung sehr gut gemacht. Radwege gebaut. Es klingt einfach, ist aber für das Flächenland rund um Berlin ein unglaublich guter Wirtschaftsfaktor.

Gute Luft, gute Radwege und beste Karten machen die Radfahrt durch die Mark Brandenburg zum besonderen Erlebnis für stetig steigende Touristenzahlen. Brandenburgs Radwanderwege sind nicht nur neu und gut ausgebaut, sie haben nur wenig Steigungen und das lieben die Radler. Besonders hervorzuheben ist das Ringsystem im Fläming, der Fläming Skate, der viele historische Orte und Orte verbindet.Hier die grobe Aufstellung der Rundkurse:

Rundkurs1, 95 Kilometer lang, Jüterbog Kolbenburg Ließen Wiepersdorf Jüterbog.
Rundkurs2, 12 Kilometer lang, Luckenwalde Jänickendorf Luckenwalde.
Rundkurs3, 11 Kilometer lang, Jüterbog Kloster Zinna.
Rundkurs4, 43 Kilometer lang, Werder Oehna Kloster Zinna.
Rundkurs5, 50 Kilometer lang, Luckenwalde Neuhof Werder Wahlsdorf Jänickendorf.
Rundkurs6, 49 Kilometer lang, Langenlipsdorf Wiepersdorf Wahlsdorf Hohengörsdorf.
Rundkurs7, 39 Kilometer lang, Hohenseefeld Wahlsdorf.
Rundkurs8, 84 Kilometer lang, Wahlsdorf Golßen Baruth Petkus, z.T nicht asphaltiert.

Doch das ist nur der Fläming. Auch in den meisten anderen Landesteilen sind die Radwege ausgebaut worden. Die Umgebung des Schwielowsee und seine historische Bedeutung 1945 ist bestens per Rad zu befahren.
Nördlich von Berlin führt sein 2007 der Berlin Usedom Radweg 160 Kilometer bis nach Peenemünde.
Radkarten gibt es im Internet auch zum kostenfreien Download.

Palast der Republik Ost Berlin. Ein Ort an dem sich die Geister scheiden

29 Jul
Palast der Republik Berlin

Manfred_pixelio.de

Selten war ein Abriss so umstritten wie der Abriss des Palastes der Republik, Sitz unter anderem der Volkskammer der DDR. Sicher wurde viel Astbest verbaut und eine Sanierung wäre unglaublich teuer geworden, doch das hat man bei anderen Projekten durchaus in Kauf genommen.
Es geht vielmehr um die politische oder kulturelle Frage. Das wiedervereinigte Deutschland wollte einfach dieses Machtzentrum der DDR loswerden, 2006-2008 wurde der Koloss abgerissen. Bis 2019 soll das „Humboldt Forum“ an gleicher Stelle entstehen. Es wird äußerlich dem ehemaligen Berliner Stadtschloss nachempfunden.
Was nach einer Retourkutsche der Systeme aussieht, ( Die DDR hatte nach dem Krieg 1950 das beschädigte Stadtschloss sprengen lassen und den Palast der Republik für 500 Mio DDR Mark bauen lassen, Walther Ulbricht ) ist in Wirklichkeit ein sich seit vielen Jahren quälend dahin ziehender Entscheidungsprozess aller Beteiligten, Behörden, Stiftungen, Banken und der Politik als Ganzes.
Aber zurück zum Palast, „Erichs Lampenladen“ ( wegen den vielen Kugelleuchten im Inneren ) genannt, war durchaus ein besonderes Gebäude. Es hatte eine absolut perfekte Akustik, war bestens mit Restaurants ausgestattet und lag perfekt im Machtzentrum der DDR, Ostberlin. Allerdings beherbergte es auch 5000 Tonnen Astbest, wie gesagt. Die Entsorgung dieses krebserregenden Brandschutz Stoffes kostete alleine später 87Millionen Euro.
Per Boot zu erreichen in einer Tour über die Spree, nahe Dom und Regierungsviertel

Verwandt:
Glienicker Brücke
Geisterbahnhof Potsdamer Platz Berlin 

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Geisterbahnhof Berlin Potsdamer Platz, direkt unter Todesstreifen 1945 1961 1989

29 Jul

Eigentlich war der Potsdamer Platz einst eine Megakreuzung mehrerer Straßen und unter ihm, einiger Bahnlinien. Er gehörte zu den verkehrsreichsten Plätzen weltweit. Da es ständig zu zum Teil schweren Unfällen kam, wurde auf dem Potsdamer Platz eine der ersten Ampeln eingeführt. Allerdings waren die Lichter, die heute noch die Gleiche Bedeutung haben, nicht vertikal sondern nebeneinander angeordnet. Bis 1945 war der Platz eines der Zentren Berlins, Kaufhäuser, Restaurants, oder Kneipen gab es allerorts.
In den verheerenden Bombennächten wurde auch der Potsdamer Platz stark beschädigt und damit alle seine Anlieger. Es blieb nach dem Krieg ein Ort zwischen den 3 Sektoren, die seit der Kapitulation die Stadt teilten.
Siehe auch : Armee Wenck, letzte Schlacht südlich von Berlin

Doch es kam schlimmer. 1961 wurde die „Mauer“, die Ostberlin fortan von Westberlin trennte, quer über den Potsdamer Platz errichtet. Somit war der einst beliebte Platz jetzt ein Geisterort oder militärisches Ost Gebiet. Es sollte bis zum 9.November 1989 dauern, bis sich diese Trennmauer wieder öffnen sollte. Bis dahin blieb der unterirdische Bahnhof, der angeblich einen direkten Zugang zur unmittelbar benachbarten Reichskanzlei in der Vossstrasse ( DDR Gebiet ) hatte, ein Geistesbahnhof. Züge durchquerten den Bahnhof doch hielten nicht. Solche Durchgangsbahnhöfe gab es viele, denn die Berliner S-Bahn, zunächst noch von der DDR Betrieben, unterfuhr im täglichen Betrieb ständig die Deutsch Deutsche Grenze.  Siehe S-Bahn Berlin, 57 Jahre bis zum Normalbetrieb

Die Situation des S-Bahn und U-Bahnnetzes in der Nachkriegszeit ist sicherlich einzigartig . Züge fuhren von Berlin West in Richtung Osten und bekamen Ansagen zu hören wie : „Letzter Bahnhof im amerikanischen Sektor.“ „Letzter Bahnhof im Westsektor.“ und später dann „Letzter Bahnhof in Westberlin.“
„Dit muß man sich so vorstellen.“
erzählt ein BVGler. ( BVG Berliner Verkehrs Gesellschaft)
„Die Bahn fuhr unterirdisch in die Ost-Zone ein und durfte hier aber nicht halten. Sie durchquerte einen oder mehrere Geistesbahnhöfe und fuhr dann wieder in den Westen. Auf diesen fast dunklen und gesperrten DDR Bahnhöfen standen Grenzsoldaten der DDR Truppen und wachten über die ganz langsam durchfahrenden Züge.“

1990 begann der Wiederaufbau des Potsdamer Platzes in den alten Grundrissen. Dabei titelte die Bildzeitung einige Jahre später, mitten während der Bauarbeiten im Untergrund:
„Führerbunker entdeckt.“

Wieder ein Zeitzeuge: “ Nach der Schlagzeile sind wir gleich zum Potsdamer Platz gefahren. Dort gingen wir über den ehemaligen Todesstreifen, der jetzt ein abgeräumter Erdstreifen war. Einige junge spielten an einem Haufenbund liefen weg, als sie uns kommen sahen. Wir passten sie auf der anderen Seite eines Hügels ab, boten ihnen eine Mark, schon wußte wir wo am Tag zuvor ein Loch in die Unterwelt entdeckt wurde.
Es lag direkt am Eingang  zum Bahnhof, Ecke Ebertstrasse,Leipziger Strasse. Die enge Treppe runter waren alte Schilder zu erkennen, etwas Wasser stand in den Gängen. Wir brachen ab, da wir Angst vor Gas hatten und keinerlei Taschenlampen. Am Folgetag waren wir zwar ausgerüstet, aber schon Stunden nach unserem ersten Besuch im Bunkereingang war eine schwere Betonplatte über den Eingang gelegt worden, der die nächsten Jahre auch dort liegen blieb.Ein weiterer Eingang lag noch bis zum Bau der Fall of Berlin auf einem Trümmergrundstück.“

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Wilhelmshorst …. Rettung der Essenküche

28 Jul

Vor einem Jahr schien die Essenküche, wie dieses Haus an der Ecke „An der Bahn“ und „Heidereuterweg“ früher mal genannt wurde, endgültig zu verfallen. Kaputte Dachrinne, nasse Wände und innen …. da konnte man nur ahnen wie es aussah.

Essenküche noch vor einem Jahr

Essenküche noch vor einem Jahr … Foto M.Friedrich

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Essenküche noch vor einem Jahr … Foto M.Friedrich

Heute sieht das anders aus. Bautätigkeiten scheinen es doch noch zu retten. Schade, daß es zur 100-Jahrfeier nicht unter Denkmalschutz stand.

Essenküche heute

Essenküche heute .. Foto Jochen340

Dabei hat dieses Haus viele Geschichte erlebt, bei denen viele Wilhelmshorster und ehemaligen Wilhelmshorster eine Rolle spielten und viele Erinnerungen haben. In den 50´ger Jahren wurde es als Jugendheim genutzt. Ab 1963 wurden die Wilhelshorster Schüler dort mit einer Schülerspeisung versorgt. Es war nicht immer lecker, aber von heute betrachtet, es hat uns immer gut getan, eine warme Mahlzeit in der Mittagszeit zu bekommen. Auch, wenn der Weg von der „Turmschule“ etwas weit war. Dies betraf aber so nach 1967, als ich dort zur Schule ging,nur 4 Klassen. Die 1a,2a,3a und die 4a. Die B-Klassen der Unterstufe hatten in der „Unteren Schule“ Unterricht und hatten damit den kürzesten Weg. Die Klassen 5 bis 8 kamen aus der „Oberen Schule“

Es gab natürlich nicht nur Essen, sondern die Räume wurden auch für „Pioniernachmittage“, zum Bastel, für Adventsfeiern, Fasching und für die Schuldisco genutzt. Zum jährlichen Sportfest war das Ziel des 100-Meter-Laufs vor der Gartentür und die Kugelstoßer warfen die Eisenkugel in Richtung des Hauses.

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Essenküche innen … Foto M.Friedrich

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Essenküche innen … Foto M.Friedrich

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Sportfest Kugelstoßen … Foto M.Friedrich

Schön, das dieser Teil der Geschichte Wilhelmshorsts erhalten bleibt.

9. Armee Halbe Ausbruch aus Kessel zur Armee Wenck Beelitz Elsholz

28 Jul

Militärisch ist eine Einkesselung einer Armee die gefährlichste, die aussichtsloseste und die unberechenbarste Situation eines Kampf Kommandanten. Deutschland, 40 km südlich von Berlin bahnte sich in den letzten Kriegstagen 1945 genau diese Situation der 9.Armee, unter General Busse, an. Die Oderfront war bei Frankfurt/Oder durchbrochen und die Sowjetarmee setzte über. Zweck, die Deutsche Wehrmacht einzukesseln, wo es nur ging.  Viele Amerikanische LKW, die Studebaker US6, von den USA durch den sog. „Persischen Korridor“ an die UdSSR geliefert, wurden übergesetzt. Es entstand ein wandernder Kessel, ähnlich einer Blase, die von allen Seiten weiter zusammengedrückt und verengt wurde. Aus über 1000 Quadratkilometern wurden schnell ca. 80 Quadratkilometern im Raume Märkisch Buchholz, Spreewald. Die Versorgung wurde kritisch. Treibstoff und Munition, Verbandsmaterial und Nahrung gingen zu Ende.

Die Deutsche Wehrmacht :
Gesamt etwa 140.000 Mann, davon 50.000 Kampftruppen und 10.000 Mann Volkssturm 120 Panzer und 1000 Geschütze und Werfer.

Die Sowjetische Übermacht:  
Reichlich Munition und Treibstoff 1500 Flugzeuge, Bomber, 7400 Geschütze, 280 Panzer, und…..280.000 reine Kampftruppen. Die Zahl der Logistiktruppen ist uns nicht bekannt, aber es werden sicher weitere 100.000 Mann gewesen sein.

Fazit :
Gerät:  1120 gegen über 10.000  Verhältnis 1 : 10 eine aussichtslose Materiallage, zumal die deutsche Luftwaffe nicht mehr vorhanden war um Bomberangriffe auf den Kessel zu stören.
Kampftruppen etwa 1 : 5
Die rote Armee verlor in Halbe etwa 300 Panzer.

Verteidigung ( Zeitzeugenaussagen )
Der Kessel wurde vielerorts von SS-Divisionen, darunter die 502te SS_Panzerabteilung
( aus Seelow kommend ), dann Infantriedivisionen , SS-Gebirgskorps ( aus Beskow kommend ) und Volkssturm verteidigt. Weiter der SS-Panzerdivision „Frundsberg“ im Süden, weitere Infantriedivisionen, Marine, Luftwaffe und viele weitere Einheiten. Trotzdem war der Kessel gegen die anrennenden UdSSR Truppen kaum zu halten.Die einzige Chance bestand in einem gewagten Ausbruch nach Westen. Eine ausbrechende Truppe muß sehr schnell und beweglich sein, hohe Feuerkraft besitzen und eine schnelle Logistik an den Tag legen.

Der Ausbruch
Am 28.April 1945, abends 18.00 Uhr befiehlt General Theodor Busse den Ausbruch. An der Spitze stehen die SS-Panzer Divisionen mit 14 verbleibenden Tiger II Panzern. Allerdings hatte die sowjetische Führung die Pläne der Deutschen schnell erkannt und in der Gemeinde Halbe ( Landkreis Dahme Spree ) eine Art Fangnetz aufgespannt. Russische Artillerie, Panzer und Truppen warteten auf die ausbrechende deutsche 9.Armee. Eine schwere Panzersperre am Ortseingang hielt die Wehrmacht auf und bot der roten Armee praktisch ein Tontaubenschießen. ( Auch Phosphor wurde verschossen. )
Mehr darüber : Flugplatz Brand/ Gemeinde Halbe, CargoLifter Halle, heute Tropical Islands

Ortseingang Halbe von Märkisch Buchholz kommend

Ortseingang Halbe von Märkisch Buchholz kommend

Hätte man die Falle umgehen können? Das fragen sich sicher schon Generationen, aber die Antwort ist relativ klar. Man hatte so gut wie keine Aufklärung mehr zu diesem Zeitpunkt und der Gegner besaß Luftbilder, sozusagen im Stundentakt. Ebenso gibt es in dieser Gegend Brandenburgs nur relativ wenige Ost-West Verbindungsstraßen.
Transport : Des weiteren muß erwähnt werden, dass den Kampfspitzen ein Heer an Personal, Flüchtlingen und Verwundete folgten. Diese vielen Menschen in einem derart engen Kessel nach Westen zu bringen scheint heute schier unmöglich.
Eine weitere Frage drängt sich einem auf. Warum so viele Opfer, warum hat man sich nicht ergeben? Zeitzeugen sagen fast geschlossen. Der roten Armee wollte sich keiner „anvertrauen“, man fürchtete Schlimmstes. Auch waren wichtigste Kampfeinheiten  der verbleibenden 9. Armee SS-Einheiten. Diese Spezialeinheiten wurden häufig sofort erschossen.

Zerschossene Fassade eines Bahnhofsgebäudes

Zerschossene Fassade eines Bahnhofsgebäudes

Zur rettenden 12.Arme unter General Walter Wenck, der zu diesem Zeitpunkt in Beelitz lag waren es noch gute 60 Kilometer.
Siehe:
12. Armee bei Ferch und Beelitz
Kurhaus Ferch: SS-Lazarett ab 15. April.1945

Erinnerungstafel am Friedhof Halbe

Erinnerungstafel am Friedhof Halbe

 

Kriegsgräber in Halbe

Kriegsgräber in Halbe


In den frühen Morgenstunden des 29.April 1945 gelang es der beinahe zusammengeschossenen deutschen 9.Armee die sowjetischen Stellungen am Ortseingang zu überrennen. Quellen sprechen von bis zu 8000 Opfern. Man sammelte sich am Forsthaus Massow, bereits westlich der Autobahn Dresden Berlin. Das Forsthaus ist heute verschwunden, in Massow war zu DDR Zeiten die Staatssicherheit stationiert. Da sich auf dem Gelände ein Schießplatz befindet ist es wahrscheinlich, dass die 9.Armee sich hier neu geordnet hat. ( Zeitzeugen )

Staatssicherheit Massow

Staatssicherheit Massow

Nach Neuformierung konnte der zweite Sperrring der roten Armee, an der B96 nördlich Baruth, gestürmt werden. Hier liegen ganz exakte Aussagen von Bewohnern Küchendorfs vor.
“ Die Deutschen trafen auf sehr viel Widerstand und sowjetische Panzer. Viele T34 Panzer wurden abgeschossen. 3 standen entlang der Hauptstrasse, zwei im Ortskern
( Kreuzung ). Waffen SS räumte das Dorf und die Armee kämpfte sich weiter Richtung Kummersdorf- Gut. Als alles vorbei waren spielten die Kinder in den zerschossenen Panzern“

Schlachtfeld westlich Müchendorf

Schlachtfeld westlich Müchendorf

Von Mückendorf  führt ein sandiger Waldweg Richtung Norden zu einem ehemaligen Walddorf. Seit dem Jahr 1945 hat sich hier so gut wie gar nicht verändert. Getarnt im Wald gelegen, diente das  Walddorf Wunder offenbar als Treffpunkt aller Verbände. Laut Zeitzeugen suchte eine Panzergruppe der roten Armee dort nach den Deutschen und verwüstete das Dorf vollkommen. Es wurde nicht wieder aufgebaut. Heute erinnert nur noch ein Schild und eine Lichtung an „Wunder“.

Walddorf Wunder

Walddorf Wunder

Sowjetischer Ehrenfriedhof

Sowjetischer Ehrenfriedhof nördlich Baruth/Mark

In der Nacht zum 30.4.1945 stößt die 9.Armee erneut vor und erreicht Kummersdorf-Gut. Als Treffpunkt mit der 12.Armee wird Beelitz vereinbart. Am Morgen des 1.5.1945 erreichten lediglich noch 2 „Königstiger“ ( Tiger II Panzer ) Hennickendorf, 10 Kilometer vor Beelitz und südlich des Flugplatzes Schönhagen.
Über die Landstraße Dobbrikow-Rieben geht es durch den Wald unter Beschuss ( Trichter ) nach Schönefeld, kurz vor Beelitz. Jedoch muß am Pfefferfließ in Dobbrikow eine Panzersperre genommen werden. Siehe Kämpfe in Dobbrikow

Strasse nach Schönefeld

Strasse nach Schönefeld

Es galt hier die Brücke nach Zauchwitz zu sichern, wo bereits russische Artillerie stand und Beelitz beschoss. ( Zeitzeugen )
Hier wurde der vorletzte „Königstiger“ gegen 5 Uhr früh, 300m südöstlich der Schafbrücke, abgeschossen. Der Fahrer, ein SS Mann wird später in Stücken vernommen und gerät in Gefangenschaft. ( Foto: Panzer stand rechts 300m von der Brücke entfernt )

Schafbrücke bei Zauchwitz

Schafbrücke bei Zauchwitz

Am 1.5.1945 stehen die Spitzen an der Funkanlage Schönefeld ( heute eine Tierpension ). Der letzte Tiger II Panzer muß aus Benzinmangel hier mit Diesel betankt werden. Er schafft es noch entlang der Fischerstrasse nach Elsholz und überquert die B2 und Bahnlinie zur 12. Armee, die zu diesem Zeitpunkt die Ortschaft Elsholz hält.

Durchbruch an der B2

Durchbruch an der B2

Siehe :
12. Armee bei Elsholz, Treffpunkt 9. Armee
zuvor: 9. Armee an den Seelower Höhen
Rettung in Tangermünde

Die Front hielt bis zum 5.5.1945 und ermöglichte den Abzug von etwa 100.000 Soldaten und Flüchtlingen nach Westen.

Mehr darüber : Am 27.4.45. Eine riesige FW200 Condor will in Gatow landen stürzt aber in Wilhelmshorst in ein Wohngebiet

 

 

 

Schneekatastrophe 1978 Brandenburg

28 Jul
Schneekatastrophe 1978 in Brandenburg

Schneekatastrophe 1978 in Brandenburg

Nichts geht mehr. Zum Jahreswechsel 1978/79 gibt es in Teilen Berlin ud Brandenburgs keinen Strom mehr. Grund ist eine Wetterlage, die von Schleswig Holstein über Hamburg, Anhalt bis nach Brandenburg alles einfriert und lahmlegt was für die Versorgung der Bevölkerung wichtig ist. Die Braunkohlekraftwerke der Laussitz können nicht weiter beliefert werden und schalten Gebiet für Gebiet ab. Normalerweise verlassen alle paar Minuten Züge die Kohlezechen um Spremberg, doch gefrorene Oberleitungen und verwehte Gleise bringen jeglichen Verkehr zum Erliegen.
Es ist kurz nach Weihnachten des Winters 1978. Seit den frühen Morgenstunden des 28.Dezembers schneit es unaufhörlich. Starker Wind bläst die Straßen und Autobahnen in Schleswig Holstein zu, Menschen erfrieren in ihren Autos, Räumdienste sind einfach  machtlos. Die westdeutsche Regierung, unter Helmut Schmidt, der schon die Rettungsaktionen des Hochwassers 1962 in Hamburg, als damaliger Hamburger Polizeisenator hervorragend organisierte, setzt in der Schneekatastrophe schnell die Bundeswehr ein. ( Verteidigungsminister Apfel, SPD )
Währenddessen ist in der „Aktuellen Kamera“ von den Auswirkungen auf die DDR noch nichts zu hören. Doch am 30. Dezember ist es dann soweit. Auch in Brandenburg geht nichts mehr und die Temperaturen sinken unter minus 20 Grad Celsius. Der Nahverkehr in Berlin und Brandenburg bricht komplett zusammen. Nichts geht mehr auf Straße und Schiene. Und das dann auch zu Silvester. Viele geplante Silvesterfeiern, bleiben im warsten Sinne des Wortes, in Schnee und Eis stecken.

Es sterben 5 Menschen, während in Westdeutschland 17 Menschen den Sturm nicht überlebten. Aber auch die DDR Führung setzte Räumpanzer der NVA ein.
Im neuen Jahr 1979 steht fest. Es hat nicht nur 22 Opfer unter der Bevölkerung gegeben, auch sind -zig tausende Tiere in den Wäldern und LPG´s einfach erfroren. Man spricht damals von einem Jahrhundertwintereinbruch.