66. Jahrestag der Gründung

7 Okt

 

„German Democratic Republic flag 01“ von Dickelbers - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

von Dickelbers – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

7.Oktober 1949

Die DDR wird gegründet. Als Staat auf deutschem Boden. Sie soll das Muster einer sozialistischen Regierungsform an der direkten Grenze zum Kapitalismus sein.

Wie die Ereignisse von 1989 und 1990 zeigten, ist dieses Experiment, die Theorien von Marx und Engels in die Praxis zu führen mißglückt.

Zu dem Warum, braucht man hier nichts schreiben, das ist bekannt. Nur vergessen und total verurteilen sollte man diesen Versuch nicht.

Personalsausweis_für_Deutsche_Staatsangehörige,_Deutsche_Demokratische_Republik,_1954_-_Vers._02-02

Personalsausweis für Deutsche Staatsangehörige Deutsche Demokratische Republik 1954

 

Deshalb hier nur ein paar Fakten zur Errinnerung.

Die DDR erstreckte sich durchschnittlich etwa 450 Kilometer in Nord-Süd-Richtung, die mittlere Ost-West-Ausdehnung betrug rund 250 Kilometer. Der nördlichsten Punkt der DDR war der Ort Gellort auf Rügen, der südlichsten Punkt war in Schönberg im Vogtland, der westlichste Punkt in der Nähe des Dorfes Reinhards und der östlichste in der Nähe zwischen Rothenburg und Görlitz.

Auf 108.179 km² lebten im Jahr 1988 etwa 16,675 Millionen DDR-Bürger.

Staatsoberhäupter: Wilhelm Pieck (1949-1960), Walter Ulbricht (1960-1973), Willi Stoph (1973-1976), Erich Honnecker (1976-1989), Egon Krenz (1989) Manfred Gerlach (1989-1990)

Die letzten Feierlichkeiten zum Gründungstag wurden 1989 mit einer großen Militärparade begangen, die Feierstunde im damaligen Palast der Republik war von Demonstrationen begleitet. Und niemand, der dort Feiernden ahnte, das dies die letzte Feier dieser Art dort war.

Gedenktafel_Alexanderplatz_(Mitte)_Wir_sind_das_Volk

Gedenktafel Alexanderplatz (Mitte) Wir sind das Volk

 

Gedenken wir an dieser Stelle bitte auch den Menschen, die ihr Leben verloren, weil sie diese Art der Gesellschaftsordnung nicht so wollten.

mehr Fakten und Infos zur DDR

Alexandrowka in Potsdam

7 Okt
Alexandrowka_Potsdam

Alexandrowka_Potsdam ©gemeinfrei

 

Als ich vor Jahrzehnten nach Potsdam kam und die stark beschädigte Innenstadt erkundete, viel mir die Wohnsiedlung Alexandrowka sofort auf. Es sah aus, wie in einem russischen Vorort. Sofort drängte sich der Verdacht auf, die Enklave sei ein Relikt des kalten Krieges, eine Soldatensiedlung für Offiziere der Roten Armee?

Weit gefehlt: König Friedrich Wilhelm III gab 1826 den Befehl, es als Unterkunft für einen russischen Chor zu bauen, den er offenbar sehr verehrte. Weiter gehörte eine russisch orthodoxe Kirche zu der Anlage.

„Es ist meine Absicht, als ein bleibendes Denkmal der Erinnerung, an die Bande der Freundschaft zwischen mir und des hochseeligen Kaisers Alexander von Rußlands Majestät, bei Potsdam eine Colonie zu gründen, welche ich mit den, von seiner Majestät mir überlassenen, Russischen Sängern als Colonisten besetzen und Alexandrowka benennen will.“
 +++Friedrich Wilhelm III.+++

Die Grundstücke durften allerdings weden verkauft noch verpachtet werden. Das Vererben an männlichen Nachwuchs war gestattet. Bis 1945 blieb die Anlage in Privatbesitz des Hauses Hohenzollern.

Heute sind die meisten Häuser in Privatbesitz. Das Viertel beherbergt weiterhin einige Höfe und Museen, eine Touristenattraktion Potsdams.