Ladestrasse Neuseddin, Zwangsarbeiter Lager im 3. Reich

31 Jul

 

Bahnhof Neuseddin Ladestrasse

Bahnhof Neuseddin

Ladestrasse Neuseddin

Ladestrasse Neuseddin

Ladestrasse Neuseddin

Ladestrasse Neuseddin Alte Lagerbaracke

Wo heute eine unscheinbare Straße (1,5 km Länge ) entlang der Bahntrasse des Neuseddiner Rangierbahnhofs verläuft, spielten sich zu Zeiten des 2. Weltkriegs dramatische Szenen ab. Um den Bahnhof und das Gleisdreieck Neuseddin zu schützen wurde bereits in den ersten Kriegswochen Fliegerabwehrkanonen (Flak) stationiert.
Bereits 3 Wochen nach Ausbruch der Kämpfe mit Polen, deutsche Truppen standen vor dem Sieg gegen Polen, brachte man Gefangene als Zwangsarbeiter ins Reich. Auch die Reichsbahn in Neuseddin erhielt „Ostarbeiter“, die in mehreren Baracken in der Ladestrasse kaserniert wurden oder in Zügen lebten. Im Laufe der weiteren Kampfhandlungen in ganz Europa kamen bis 1945 weitere Zwangsarbeiter aus den jeweiligen Kriegsgebieten nach Neuseddin.
Nach Beginn des Angriffs auf die Sowjetunion war der Bahnhof wichtiger Bestandteil der West-Ost Trasse und Umschlagplatz für die Verlegung der Truppen an die Ostfront. Auch eine Abteilung der Heeresversorgungsstelle lag an der Ladestrasse. Ab dem Sommer 1944, besonders am 20.04.1945,überzogen die alliierten Bomberverbände die Bahnhofsanlagen mit, zum Teil massiven Angriffen. Dabei wurden ebenfalls die Anlagen in der Ladestrasse zerstört. Beim Angriff am 20.04.1945 wurde leider auch ein im Bahnhof stehender Gefangenentransportzug mit jüdischen Frauen und Mädchen (KZ-Häftlinge) getroffen. Dabei wurden hunderte verletzt und getötet. Trotz der von der SS angedrohten Todesstrafe halfen die Seddiner den Verletzten und retteten dadurch viele Menschenleben. Die ca. 300 Todesopfer wurden im Massengrab der Zwangsarbeiter beigesetzt.

Am 25.4.1945 stand die Rote Armee am Bahnhof Neuseddin.
Nur wenige Kilometer westlich hatte sich die Armee Wenck ( 12. Armee ) an der Bahntrasse nach Potsdam eingegraben. Neuseddin war nun Frontgebiet.
Wochen nach Befreiung der Insassen des Lagers und der deutschen Kapitulation, starben am 30. Juni 1945 nochmal Menschen bei der Explosion eines Munitionszuges im Bahnhof von Neuseddin. Offenbar war einem Sprengkommando der Roten Armee ein Fehler unterlaufen. Man sprach von 6 Seeminen, die entschärft werden sollten und dabei explodierten.  Weitere Munitionsreste wurden später im Wald östlich der Ortschaft gesprengt und hinterließ eine bis heute sichtbare Kraterlandschaft.

Mehr Informationen über die Geschehnisse um 1945 :
Gewaltige Schlacht in den Wäldern um Neuseddin mit 80.000 Toten
Ausbruch der 9. Armee Richtung Beelitz / Elsholz
Flucht nach Tangermünde
Zwangsarbeiterlager bei Michendorf
Bahnhof Neuseddin Schlachtfeld

Quelle: Zeitzeugen