Kapitulation Berlin Karlshorst 1945

26 Nov

 

Kapitulation Berlin Karlshorst

Kapitulation Berlin Karlshorst, Wehrmachtspionierschule 1945 

Berlin Karlshorst Dienstag 8.Mai.1945.
Bereits am Montag war in Reims die Kapitulation der Wehrmacht durch Generaloberst Alfred Jodl, Chef des deutschen Generalstabs, gegenüber dem amerikanischen General B. Smith ( Westfront ) und dem sowjetische Generalmajor Susloparow ( Ostfront ) unterzeichnet worden.

Generaloberst Alfred Jodl unterzeichnet in Reims

Generaloberst Alfred Jodl unterzeichnet in Reims © gemeinfrei

Kapitulationsurkunde/Reims

Einen Tag später trafen sich die Vertreter der Alliierten, der englische Air Marshal Tedder und der sowjetische Marschall Shukow im Offizierskasino der ehemaligen Wehrmachtspionierschule in Berlin Karlshorst.

General Schukow verliest die Kapitulationsurkunde

General Schukow © gemeinfrei


Chronologie des 8.Mai 1945

Über den Sender Flensburg gibt Reichspräsident und Großadmiral Karl Dönitz der Wehrmacht den Befehl zum Einstellen der Kämpfe.
44 000 Flüchtlinge werden durch die Kriegsmarine von der Halbinsel „Hela“ in der Danziger Bucht  evakuiert. Reichsmarschall Hermann Göring, wird in Kitzbühel durch die  US-Army interniert.

Aus technischen Gründen verschiebt sich in Berlin Karlshorst unterdessen die Unterzeichnung des Kapitulationsvertrages. Aus Reims waren einige Zeilen schlecht oder gar nicht übermittelt worden. Erst um 00.15 Uhr konnten die Unterschriften unter das Dokument gesetzt werden.

Feldmarschall Eitel bei der Unterschrift der Kapitulationsurkunde

Feldmarschall Keitel bei der Unterschrift der Kapitulationsurkunde © gemeinfrei


Chronologie des 9.Mai 1945

00.15 Uhr Pionierschule in Berlin-Karlshorst. Die Unterzeichnung der deutschen Kapitulation durch Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, Chef des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW),

Einstellung der Kämpfe an allen Fronten.

Im späteren kalten Krieg wurde die Unterzeichnung der Kapitulation in Reims durch die Sowjets zum „vorbereitenden Protokoll“ erklärt, der eigentliche Grund warum als Datum der Unterzeichnung zumeist der 9. Mai erwähnt wird.
Allerdings gibt es auch einen durchaus realistischen Hintergrund:
In Reims unterschrieb der Chef des deutschen Generalstabs Jodl. Allerdings hatte Jodl keine Kommandogewalt. Das OKW wurde durch Keitel geleitet, der in Berlin unterzeichnete.
( OKW Oberkommando des Heeres, Sitz Wünsdorf bei Zossen, Berlin )

Zum Ende des ersten Weltkrieg hatte es eine ähnliche Konstellation gegeben. Damals wurde der Waffenstillstand durch einen unbekannten General und einen Politiker unterschrieben. Generalfeldmarschall von Hindenburg erklärte in der Folge, daß das
deutsche Heer im Felde unbesiegt sei, nur besiegt durch den Dolchstoß der Revolution.

Heute ist das Offizierskasino ein Deutsch Russisches Museum.
Zwieseler Str. 4, 10318 Berlin

 

Quellen: Wikipedia, Deutsch Russisches Museum Berlin Karlshorst.
Fotos © gemeinfrei  oder Fotalia 

Militärgebiet Forst Zinna , erst Wehrmacht dann Rote Armee

24 Nov
Militärlager bei Forst Zinna

Militärlager bei Forst Zinna

Deutschland 1934. Die NSDAP hatte die Reichstagswahlen ein Jahr zuvor  klar gewonnen und innerhalb des ersten Regierungsjahres wurde die Wiederaufrüstung des Deutschen Reiches beschlossen. Das ohnehin schon stark militärisch dominierte Gebiet um die Stadt Jüterbog herum wurde um ein weiteres Areal erweitert. Nach dem bereits bestehenden  „Alten Lager“, sowie dem „Neuen Lager“, wurde der neue Truppenübungsplatz zunächst „Lager III“ genannt.Nach Fertigstellung erhielt das Übungsgebiet den Namen „Adolf Hitler Lager“. Die Nutzung begann 1935 zunächst durch die Waffen SS. ( Zeitzeugen ), gefolgt von u.a. der Artillerieschule.

1937 kam ein Bahnhof hinzu.
Das großflächige Gebiet wird im Osten durch die Nuthe begrenzt, im Westen durch die Bahnlinie Berlin Leipzig Halle, auf der es 1988 zu einem der schwersten Zugunglücke der DDR kam, verursacht durch einen T72 Panzer der roten Armee.
Im Süden liegt die kleine Stadt Kloster Zinna etwa 4 Kilometer entfernt.

Nach dem 2. Weltkrieg zog die Rote Armee in die Anlage. Zunächst wurde hier eine Art Sammellager für Heimatlose eingerichtet. Versprengte Personen unterschiedlicher Nationen wurden hier konzentriert und später in Ihre Heimatländer zurückgesandt.

Ab 1947 beherbergte die Anlage wechselnde Organe der DDR, sowie der sowjetischen Besatzungsmacht bis 1970 das Baubataillon der roten Armee stationiert wurde.

Ehemaliges Militärareal Forst Zinna

Ehemaliges Militärareal Forst Zinna © Max-78

Nach der Deutsch-Deutschen Wiedervereinigung lag das Gelände zunächst brach. 2007 wurde der Abriss beschlossen, aber bislang nur bedingt durchgeführt. Seit 2015 ist das Gelände nicht mehr direkt erreichbar, da die neue Trasse der Bundesstrasse B101 die alten Zufahrtsstrassen abgeschnitten hat. (siehe Luftbild )

Freibad Militärlager Forst Zinna

Freibad Militärlager Forst Zinna © Max-78  Lizenz CC0 ( gemeinfrei )

Wandbild Militärlager Forst Zinna

Wandbild Militärlager Forst Zinna © Max-78 Lizenz CCo ( gemeinfrei )

Weitere Links :

Versuchsstelle Gottow
Treuenbrietzen
Flämingskate

Fotos : Eigene oder © genannt

Quellen: Eigene, Wikipedia, Zeitzeugen 

 

 

Kammerode bei Ferch, Brandenburg

19 Nov
Der idyllische Ort Ferch

Der idyllische Ort Ferch/Kammerode

Erstmals wurde der Frecher Ortsteil Kammerode 1267 erwähnt. Wie auch der Ort Ferch selbst wurde Kammerode 1452 vom Kloster Lehnin als lehnspflichtig erworben. Die durch die Eiszeit geprägte, hügelige Waldlandschaft am Südende des Schwielowsee zeichnet sich durch dünenartige, bewaldete Hügel aus, die um 1540 als Weidefläche für Schafe genutzt wurde, die so genannte Cammerodische Heide.

Erst gut hundertfünfzig Jahre später begann die zögerliche Besiedlung.

Kamerode Brandenburg

Bauernhaus bei Kammerode © gemeinfrei

Später wurde ein Teil dieses Gebietes als „Kemnitzer Heide“ vom Gut Kemnitz in der Nähe von Werder übernommen und um 1750 zur Forstfläche entwickelte.
Im 20. Jahrhundert, als Ferch an das Straßennetz angeschlossen wurde, sowie der Bahnhof Lienewitz den Betrieb aufnahm, kamen die ersten Touristen und Wochenendausflügler aus Berlin und Potsdam. Kammerode selbst blieb fast ausschließlich von Forstarbeitern und Bauern bewohnt.

Am 10. April 1945 wurde die 12. deutsche Armee unter Oberbefehlshaber Walther Wenck bei Beelitz neu formiert, mit Angriffsziel Berlin. Kriegsschauplatz sind die Wälder von Beelitz bis Ferch und südlich von Beelitz, die Bahnlinie bei Elsholz.

Siehe zuvor : Schlachtfeld bei Ferch im 2. Weltkrieges.

Nach der Evakuierung der 9. Armee aus dem Kessel von Halbe war die Uferstrasse in diesem Gebiet Hauptrückzugstrasse in Richtung Tangermünde.

Siehe zuvor :  Evakuierung der 9. Armee aus Halbe

Etwas östlich der Ortschaft wurden Stellungen ausgebaut um den Rückzug vor den nachdrückenden sowjetischen Truppen zu sicher. Am heutigen Radwanderweg R1, von Calais in Südfrankreich bis nach  St. Petersburg verlaufend, sind heute noch die Gräben und Verschanzungen der Infanterie zu erkennen.

Stellungen Kamerode 1945

Stellungen Kammerode 1945

Im Westen der kleinen Ortschaft erstrecken sich idyllische Obstplantagen, die Vorboten der riesigen Anbaugebiete um Werder. In wenigen Minuten ist der Schwielowsee erreicht und die Anleger von Ferch und dem „Haus am See“, wo sich einst der Berliner Flugzeugingenieur Alfred Mehlhemmer, ein Widerstandskämpfer im 3.Reich, eingemietet hatte. In einem spektakulären Mordfall wurde selbiger später in Petzow ermordet.

Siehe : Der Fall Mehlhammer

Auch japanisches gibt es in der Umgebung. Der Bonsai Garten von Ferch liegt nur wenige Autominuten vom Kammerode:  Bonsai Haus Ferch

Der Hafen Ferch bietet kleine Motorboote zu günstigen Preisen sowie einen praktischen Imbiss. Haltestelle „Ferch, Strandbad“

Auch Geocacher kommen hier auf ihre Kosten, beginnen doch in der Umgebung gleich zwei schwierige „trails“.

Beide Ortsteile sind mit dem BUS 607 aus Werder und Potsdam gut zu erreichen.

Ferch in Brandenburg

Ferch in Brandenburg © gemeinfrei

Quelle : Eigene / Bürger

Fort Douaumont, die „Festung“ von Sperenberg, Brandenburg

14 Nov
Sperenberg, die Festung

Sperenberg, die Festung

Fort Douaumont, die "Festung" von Sperenberg, Brandenburg

Fort Douaumont, die „Festung“ von Sperenberg, Brandenburg

Tief in den Wäldern um die südbrandenburgische Ortschaft Sperenberg liegt, tief im Wald verborgen, die so genannte Festung. Die Ortschaft selbst kennt Militärpräsenz zu genüge, wurde doch seit über hundert Jahren in der Umgebung geforscht und getestet. Fern der deutschen Reichshauptstadt entwickelten Visionäre wie Wernher von Braun hier die Testvarianten der ersten Raketentriebwerke der Welt, oder gar den N-Stoff ( spätere Serienherstellung in unterirdischer Fabrik Falkenaugen ), eine Flourverbindung,die vermag fast alles in Brand zu setzen.
( siehe Versuchsanstalt Gottow )
Der nahegelegene Großflugplatz Sperenberg war die Hauptbasis sowjetischer Truppen nach dem 2. Weltkrieg und größter Arbeitgeber der Region.

Seit 1884 wurde auf der „Schießbahn Kummersdorf“ eine einzigartige Ortschaft errichtet, das „vereinigte Gewölbe- und Panzerziel“ „Fort Douaumont“. Dieser  geheimnisumwitterte Fleck auf der Sperrgebietskarte Brandenburgs hatte den Zweck Beschusssichere Bunker zu konstruieren und gleichzeitig herauszufinden, wie man bestehende französische Bunker effektiv angreifen konnte.
Weder Stahlbeton noch Spannbeton waren zu diesem Zeitpunkt bekannt und so trennte man die einzelnen Betonschichten mit Mauerwerk, was in den Trümmern heute noch gut zu erkennen ist.

1887 wurde diese einzigartige Konstruktion innerhalb von zwei Tagen durch 158 Mörsergranaten vollkommen zerstört. Die Überreste sind heute weitestgehend unverändert erhalten. Der Zahn der Zeit hat Seen entstehen lassen, Moos und Tropfsteingebilde wachsen lassen.

Bunkerreste bei Kummersdorf
Ein Besuch der Anlage ist absolut nicht ratsam. Zuviel Gefahr bringende Löcher und Spalten können den Neugierigen verschlucken. Munitionsreste und  giftige Stoffe können überall vorhanden sein. Militärisches Sperrgebiet !

( Achtung : Keine Handy Netzte )

Bunkerreste bei Kummersdorf

Bunkerreste bei Kummersdorf

Quelle : Eigene, Zeitzeugen  ©Fotos : eigene

Weiterführende Links :
9. Armee Halbe Ausbruch aus Kessel zur Armee Wenck Beelitz Elsholz
Flugplatz Berlin Tempelhof. Ein historischer Ort wird abgewickelt
Spremberg 1945 Einkesselung durch die rote Armee und Katastrophe bei Kausche Geisendorf