Scheinanlage Stücken Bahnhof Neu Seddin

28 Okt
Scheinbahnhof Stücken

Scheinbahnhof Stücken

Um den Neu Seddiner Bahnhof, sowie die gesamte Rangieranlage gegen nächtliche Luftangriffe zu schützen, wurde bei Fliegeralarm sofort und total verdunkelt. Im gleichen Moment gingen die Scheinwerfer und Lichtanlagen auf einem Feld, nahe der südbrandenburgischen Ortschaft Stücken, an.
Bauwerke aus Holz und Strohballen imitierten den größten Umschlagbahnhof in der Region. Lichtmasten simulierten die beleuchteten Gleisanlagen und sogar künstliche Lichtblitze täuschten den Angreifern regen Zugverkehr vor.
Es wurden auch Flakscheinwerfer positioniert, als würde man ein wichtiges Ziel schützen wollen. In den letzten Kriegsjahren konnten so viele Angriffe vom eigentlichen Umschlagbahnhof Neu Seddin fehlgelenkt werden.
Spätestens bei Beelitz gerieten die Bomberverbände dann in den Bereich der Höhenflak.

Lage ehemaliger Scheinbahnhof

Lage ehemaliger Scheinbahnhof

Ab 1943 war es den Alliierten dann möglich durch Radarführung das Ziel der Bomber genauer anzufliegen und so wurde die Anlage mehr und mehr wirkungslos.

Bei den Reichstagswahlen 1933 wählten die Stückener noch zu 75% die NSDAP. Doch der Krieg brachte neben den Menschenverlusten der beteiligten Soldaten auch den Bombenkrieg in das ehemalige Gutsdorf. Auch die Kirche wurde in den letzten Kriegstagen 1945 stark zerstört und erst in den Anfang 1990 Jahren wieder vollständig restauriert.

Quelle: Eigene Wikipedia
Foto gemeinfrei

Mord an Leutnant Klass 1825 / Nesselgrund Templin

14 Okt
Mord an Leutnant Klass 1825 Templin

Mord an Leutnant Klass 1825 Templin

Mord an Leutnant Klass 1825 Templin

Mord an Leutnant Klass 1825 Templin

Etwa auf halbem Wege zwischen der Raststätte/Biergarten Forsthaus Templin und der B2 Michendorf Potsdam findet der Aufmerksame ein allein stehendes Kreuz im Wald.
Einst stand hier ein Steinkreuz, doch 2014 wurde es durch ein Holzkreuz ersetzt.

Die eigentliche Handlung bleibt widersprüchlich. Sicher scheint folgendes:

Auf einer Waldstreife stellt der „Seconde Leutnant Louis Ernst von Klass“, vom Potsdamer Gardejägerbatallion, zwei Wilderer nahe der heutigen Bahntrasse, der sogenannten Kanonenbahn.
Wahrscheinlich handelte es sich ebenfalls um Angehörige der Gardejäger. Beide können schnell von den Polizeiorganen gefasst werden und werden später verurteilt.

Aus den Akten wird später lediglich ersichtlich: Todestag 1. November 1827.
Warum auf dem jetzigen Schild ein vollkommen anderes Datum steht ist z.Zt. unklar.

Quelle: Voigt, Chr. – Von märkischen Wilderern

Potsdamer Gardejäger Bataillon

Potsdamer Gardejäger Bataillon

Alter Schießstand nahe Neuseddin / Flakring um Berlin

1 Okt
alter Schießstand im Wald bei Neuseddin

alter Schießstand im Wald bei Neuseddin

Berlin 1938.
Seit Sommer laufen die Planungen für die Errichtung eines Flakrings um die Reichshauptstadt Berlin. Das gegründete Luftverteidigungskommando 1, ( später 1. Flak Division ) hat fortan die Aufgabe der Luftraumverteidigung Berlins und dem Schutz der Stadt.
Im Wald nahe der brandenburgischen Ortschaft Neuseddin liegt ein ehemaliger Schießstand.
Hier trainierte seit den 40ziger Jahren die Wehrmacht das Schießen auf große Distanzen. Kurz vor Kriegsende war der Bahnhof Neu Seddin stark umkämpft und viele kleine Relikte zeugen noch heute vom Frontverlauf.
Nach dem Krieg schoss hier die Volkspolizei der DDR sowie einige militärische Einheiten.

Folgt man der alten Schießbahn nach Westen, so steigt das Gelände plötzlich stark an. Unter diesem künstlichen Berg lag zu Kriegszeiten eine 105 mm Flak in Doppellafette, die in den 1960ziger Jahren mit Sand verfüllt wurde.
Zur Schwerpunktbildung waren hier offenbar mehrere Geschütze zu einer Batterie montiert und dienten dem Schutz des Bahnhofs im Osten.

Eigentlich war die 105mm 1928 Flak für Großkampfschiffe bei der Firma „Rheinmetall“ in Auftrag gegeben worden. 1933 war auch das Heer an dem Waffensystem interessiert. 1939 war die Kanone weitestgehend entwickelt, die elektrische Steuerung funktionierte störunanfällig und die Wiederladung war automatisiert worden.

Deutsche 105mm Flak 38 und 39

Deutsche 105mm Flak 38 und 39

Die Auslieferung an die Truppenteile erfolgte 1940. Da die Waffen für Fronteinsätze zu schwer war, wurde keinerlei Schutzschild verbaut. Die 105mm diente fortan als Flak zum Schutz der Städte und Anlagen. 1944 wurden bis zu 3 Kanonen täglich gebaut und waren fast 2000 Geschütze im Einsatz.

Siehe auch: Flakring um Berlin

© Fotos eigene/gemeinfrei