50 Morde in Delmenhorst, auch in Oldenburg?

22 Okt

Ist er wirklich ein Massenmörder, er bezeichnet sich selbst als den „größten Serienmörder der Nachkriegsgeschichte“. Niels H. ein ehemaliger Krankenpfleger muss sich seit dem 11.09.2014 vor dem Landgericht Oldenburg wegen des hand of a prisonerVorwurfs des fünffachen Mordes an Patienten verantworten.

Niels H. arbeitete zwischen 2003 und 2005 im Klinikum Delmenhorst auf der Intensivstation als Krankenpfleger. Während dieser Zeit soll er 5 Patienten ein Medikament gespritzt haben, welches schwere Herz- und Kreislaufprobleme auslösen kann. Dies geschah laut Anklage aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen. Dass dabei Patienten zu Tode gekommen sind, habe er dabei billigend in Kauf genommen. Auch im Klinikum Oldenburg soll es ungeklärte Fälle gegeben haben, hier war der Krankenpfleger vor seiner Zeit in Delmenhorst beschäftigt.

Vor dem Landgericht schwieg der ehemalige Krankenpfleger zu den Vorwürfen, vor Mithäftlingen soll er jedoch Taten zugegeben haben. Laut Aussage von Mitgefangenen am fünften Prozesstag, habe Niels H. behauptet er habe nach 50 Morden aufgehört zu zählen. Weitere Zeugen bestätigen, dass er sich als „den größten Serienmörder der Nachkriegsgeschichte“ bezeichnet hat.

Den Kliniken drohen hinsichtlich des Prozesses gegen den ehemaligen Krankenpfleger nun Millionenklagen. Der Vorwurf der Nebenklage bezieht sich unter anderem gegen das Klinikum Delmenhorst. Der Nebenkläger Christian Marbach wirft dem Klinikum Delmenhorst vor in bis zu 200 Fällen, in die der Angeklagte involviert sein könnte, nicht ausreichend aufgeklärt und recherchiert zu haben. Somit sei die Klinik mitverantwortlich für die Vorfälle, so der Vorwurf der Nebenkläger. Im Zuge dieser schweren Vorwürfe drohen den Kliniken nun mehrere Zivilklagen, bei denen es um einen zweistelligen Millionenbetrag geht. Auch das Klinikum Oldenburg ist von den Zivilklagen betroffen, da es hier auch ungeklärte Fälle während der Beschäftigung des Angeklagten zu verzeichnen gab.

Wie viel Mitverantwortung man den Kliniken vorwerfen kann, ist noch nicht restlich geklärt. Dennoch stimmt wohl der Vorwurf, dass während der Beschäftigung des angeklagten Krankenpflegers auf der Intensivstation, die Zahl der Todesfälle anstieg. Auch das Medikament, welches der Angeklagte den Patienten verabreichte, wurde in der Zeit von 2003 bis 2005 mehr bestellt als vorher.

Der Krankenpfleger wurde vor sechs Jahren schon einmal wegen einer ähnlichen Straftat verurteilt, aufgrund dieser Tatsache kamen ihm die Ermittler auch auf die Spur. Kommt es in diesem Prozess zu einer weiteren Verurteilung, droht dem ehemaligen Krankenpfleger eine lebenslange Haftstrafe und Sicherheitsverwahrung.

Sollten sich die Vorwürfe gegen Nils H. bestätigen, hat es das Landgericht Oldenburg wohl mit einem der spektakulärsten Fälle der deutschen Kriminalgeschichte zu tun. Von einem Krankenpfleger der neben den Ärzten eine wichtige Vertrauensperson darstellt, kann man in diesem Fall nicht sprechen. Hier handelt es sich um einen Massenmörder, sollten sich die Vorwürfe bestätigen.

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