Alexandrowka in Potsdam

7 Okt
Alexandrowka_Potsdam

Alexandrowka_Potsdam ©gemeinfrei

 

Als ich vor Jahrzehnten nach Potsdam kam und die stark beschädigte Innenstadt erkundete, viel mir die Wohnsiedlung Alexandrowka sofort auf. Es sah aus, wie in einem russischen Vorort. Sofort drängte sich der Verdacht auf, die Enklave sei ein Relikt des kalten Krieges, eine Soldatensiedlung für Offiziere der Roten Armee?

Weit gefehlt: König Friedrich Wilhelm III gab 1826 den Befehl, es als Unterkunft für einen russischen Chor zu bauen, den er offenbar sehr verehrte. Weiter gehörte eine russisch orthodoxe Kirche zu der Anlage.

„Es ist meine Absicht, als ein bleibendes Denkmal der Erinnerung, an die Bande der Freundschaft zwischen mir und des hochseeligen Kaisers Alexander von Rußlands Majestät, bei Potsdam eine Colonie zu gründen, welche ich mit den, von seiner Majestät mir überlassenen, Russischen Sängern als Colonisten besetzen und Alexandrowka benennen will.“
 +++Friedrich Wilhelm III.+++

Die Grundstücke durften allerdings weden verkauft noch verpachtet werden. Das Vererben an männlichen Nachwuchs war gestattet. Bis 1945 blieb die Anlage in Privatbesitz des Hauses Hohenzollern.

Heute sind die meisten Häuser in Privatbesitz. Das Viertel beherbergt weiterhin einige Höfe und Museen, eine Touristenattraktion Potsdams.

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