Amber Alert – jedes Auge zählt

12 Nov

Amber Alert ist der Fachbegriff für ein Alarmsystem zur Suche unmittelbar vermisster Kinder, deren vermeintlicher Entführer oder andere Hinweise bekannt sind.Notfall rote Taste

Der Begriff Amber Alert stammt aus dem englischen Sprachgebrauch und setzt sich aus zwei Begriffen zusammen:
„Amber“ ist ein gebräuchlicher Vorname im englischsprachigen Raum und wurde als Begriff gewählt, nachdem im Jahr 1996 in Texas ein kleines Mädchen namens Amber entführt und ermordet wurde. Als Abkürzung für „America’s Missing: Broadcasting Emergency Response“ (AMBER) bedeutet der Vorname nun sinngemäß: Vermisstensache in Amerika: Rundfunk-Notfall-Ansprache.
Alert bedeutet Alarm, Alarmruf oder Alarmbereitschaft und fordert die Bürger im jeweiligen Sendebereich zu Wachsamkeit auf.

In Fällen einer Entführung eines Kindes und vermuteter Lebensgefahr für das Kind wird dieser Alarm immer dann ausgelöst, wenn zusätzliche Informationen bekannt sind: Insbesondere das Kennzeichen eines Fahrzeuges, die Identität der Person, eine genaue Personenbeschreibung oder ähnliches werden an die Öffentlichkeit gegeben. Die Ausstrahlung erfolgt über verschiedene Rundfunksysteme und soll die Bevölkerung auffordern, wachsam zu sein und Ausschau nach diesen Personen oder anderen Informationen zu halten. Der Vorteil liegt eindeutig Erreichbarkeit eines großen Personenkreises (passend zum Slogan: jedes Auge zählt).

Bereits seit 1996 wird der Amber Alert in den USA angewendet und soll mittlerweile zu mehr als 600 Rettungen entführter Kinder geführt haben. In Deutschlands Nachbarland Holland wird das Verfahren seit dem Jahr 2008 angewendet und hat mehr als ein Dutzend Mal innerhalb kürzester Zeit Entführungen beendet.
Ein Einsatz in Deutschland erfolgt zur Zeit noch nicht und wird aufgrund datenschutzrechtlicher Voraussetzungen eher kritisch gesehen.

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