Atombomben Befehl aus Babelsberg . Little white house

1 Mai


Um 1870 wird das Gebiet um die heutige Karl-Marx-Strasse in Potsdam Babelsberg weitestgehend erschlossen. Am Südufer des Griebnitzsees entsteht ein großzügiges Villengebiet.
Es gibt eine wesentliche Bauvorschrift:  „Zur Straßenseite nicht zu protzig, damit das Volk nicht unruhig wird“, bestimmt Kaiser Wilhelm persönlich.
Durch den Bahnhof „Neubabelsberg“ erfolgt 1874 der Anschluß an das Berliner S-Bahnnetz.
Nach den Wirren des ersten Weltkrieges und der Gründung der Universum Film AG (UFA)  beginnt in den nahen Studios zunächst die Stummfilm- später die Tonfilmproduktion.
Nach der Verstaatlichung der UFA 1933 und dem raschen Ausbau der Studios zur größten Filmproduktion Europas, ziehen immer mehr Filmgrößen nach „Neubabelsberg“.
Stars wie Heinz Rühmann, Marika Rökk oder Willy Fritsch logieren fortan in der Villenkolonie. Das deutsche  Beverly Hills zieht aber auch zunehmend die Politik und das Militär an. Auch Reichsminister Josef Göbbels zieht an den Griebnitzsee. Die zunächst 2/3 jüdischen Einwohner werden zunehmend vertrieben, die Villa Guggenheim wird schließlich geräumt.
1938 wird der S-Bahnhof in „Babelsberg-Ufastadt“ umbenannt, die Kaiserstraße in  „Straße der SA“.
Am 14.April 1945, der zweite Weltkrieg ist eigentlich längst entschieden, zerstören britische Bomber das bis dahin verschonte Potsdam und damit auch Teile Babelsbergs.

Mit dem verlorenen Krieg und der deutschen Kapitulation ziehen die Besatzungsmächte in die Kolonie.
Anlass ist die Potsdamer Konferenz, in der das Schicksal des unterlegenen Deutschen Reiches verhandelt und besiegelt werden sollte.
( Zuvor wurde auf Jalta am 11.2.1945  bereits der grobe Rahmen der Vorgehensweise absteckt.)
Am 15. Juli 1945 bezieht Harry S. Truman, der erst im April amerikanischer Präsident geworden war, die Villa mit der Hausnummer 2. Zuvor wurde das Haus zwangsgeräumt.

Truman`s little white house in Babelsberg

Truman`s little white house in Babelsberg @gemeinfrei

Nachdem am 16.Juli  die Nachricht, des ersten erfolgreichen Atomwaffentests in der Wüste von Neu Mexico (USA) kommt, treffen am 17. Juli Josef Stalin und der britische Premierminister Winston Churchill mit Truman das erste Mal zusammen. Weitere 2 Wochen bleibt die Villa, mit gepflegtem Garten, das “ kleine weiße Haus“, the „Little white house“.

Am 6. August um 09:16 Uhr explodierte 560 Meter über Hiroshima die erste Atombombe und forderte mehr als 80.000  Menschenleben. Die genaue Zahl ist bis heute, wegen der Spätfolgen der atomaren Verseuchung, nicht genau festzulegen. Siehe : Die Welt.
Die Entscheidung für den Abwurf wurde höchstwahrscheinlich am 24. Juli im „Little white house“ in Babelsberg getroffen.

 

Atomic_cloud_over_Hiroshima

Atomic_cloud_over_Hiroshima ©gemeinfrei

Nach Ende der Potsdamer Konferenz wohnt der Oberkommandierende der sowjetischen Streitkräfte, Marschall Shukow bis 1946 in der Villa.

Weitere Nutzung danach:  Parteischule der SED, Polytechnische Oberschule, bis 1990 schließlich Möbellager

Quellen : Wikipedia, Robert S. Mackay: This Mr. President is the story of the Little White House, Anwohner, eigene Quellen

 

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