Kammerode bei Ferch, Brandenburg

19 Nov
Der idyllische Ort Ferch

Der idyllische Ort Ferch/Kammerode

Erstmals wurde der Frecher Ortsteil Kammerode 1267 erwähnt. Wie auch der Ort Ferch selbst wurde Kammerode 1452 vom Kloster Lehnin als lehnspflichtig erworben. Die durch die Eiszeit geprägte, hügelige Waldlandschaft am Südende des Schwielowsee zeichnet sich durch dünenartige, bewaldete Hügel aus, die um 1540 als Weidefläche für Schafe genutzt wurde, die so genannte Cammerodische Heide.

Erst gut hundertfünfzig Jahre später begann die zögerliche Besiedlung.

Kamerode Brandenburg

Bauernhaus bei Kammerode © gemeinfrei

Später wurde ein Teil dieses Gebietes als „Kemnitzer Heide“ vom Gut Kemnitz in der Nähe von Werder übernommen und um 1750 zur Forstfläche entwickelte.
Im 20. Jahrhundert, als Ferch an das Straßennetz angeschlossen wurde, sowie der Bahnhof Lienewitz den Betrieb aufnahm, kamen die ersten Touristen und Wochenendausflügler aus Berlin und Potsdam. Kammerode selbst blieb fast ausschließlich von Forstarbeitern und Bauern bewohnt.

Am 10. April 1945 wurde die 12. deutsche Armee unter Oberbefehlshaber Walther Wenck bei Beelitz neu formiert, mit Angriffsziel Berlin. Kriegsschauplatz sind die Wälder von Beelitz bis Ferch und südlich von Beelitz, die Bahnlinie bei Elsholz.

Siehe zuvor : Schlachtfeld bei Ferch im 2. Weltkrieges.

Nach der Evakuierung der 9. Armee aus dem Kessel von Halbe war die Uferstrasse in diesem Gebiet Hauptrückzugstrasse in Richtung Tangermünde.

Siehe zuvor :  Evakuierung der 9. Armee aus Halbe

Etwas östlich der Ortschaft wurden Stellungen ausgebaut um den Rückzug vor den nachdrückenden sowjetischen Truppen zu sicher. Am heutigen Radwanderweg R1, von Calais in Südfrankreich bis nach  St. Petersburg verlaufend, sind heute noch die Gräben und Verschanzungen der Infanterie zu erkennen.

Stellungen Kamerode 1945

Stellungen Kammerode 1945

Im Westen der kleinen Ortschaft erstrecken sich idyllische Obstplantagen, die Vorboten der riesigen Anbaugebiete um Werder. In wenigen Minuten ist der Schwielowsee erreicht und die Anleger von Ferch und dem „Haus am See“, wo sich einst der Berliner Flugzeugingenieur Alfred Mehlhemmer, ein Widerstandskämpfer im 3.Reich, eingemietet hatte. In einem spektakulären Mordfall wurde selbiger später in Petzow ermordet.

Siehe : Der Fall Mehlhammer

Auch japanisches gibt es in der Umgebung. Der Bonsai Garten von Ferch liegt nur wenige Autominuten vom Kammerode:  Bonsai Haus Ferch

Der Hafen Ferch bietet kleine Motorboote zu günstigen Preisen sowie einen praktischen Imbiss. Haltestelle „Ferch, Strandbad“

Auch Geocacher kommen hier auf ihre Kosten, beginnen doch in der Umgebung gleich zwei schwierige „trails“.

Beide Ortsteile sind mit dem BUS 607 aus Werder und Potsdam gut zu erreichen.

Ferch in Brandenburg

Ferch in Brandenburg © gemeinfrei

Quelle : Eigene / Bürger

Fort Douaumont, die „Festung“ von Sperenberg, Brandenburg

14 Nov
Sperenberg, die Festung

Sperenberg, die Festung

Fort Douaumont, die "Festung" von Sperenberg, Brandenburg

Fort Douaumont, die „Festung“ von Sperenberg, Brandenburg

Tief in den Wäldern um die südbrandenburgische Ortschaft Sperenberg liegt, tief im Wald verborgen, die so genannte Festung. Die Ortschaft selbst kennt Militärpräsenz zu genüge, wurde doch seit über hundert Jahren in der Umgebung geforscht und getestet. Fern der deutschen Reichshauptstadt entwickelten Visionäre wie Wernher von Braun hier die Testvarianten der ersten Raketentriebwerke der Welt, oder gar den N-Stoff ( spätere Serienherstellung in unterirdischer Fabrik Falkenaugen ), eine Flourverbindung,die vermag fast alles in Brand zu setzen.
( siehe Versuchsanstalt Gottow )
Der nahegelegene Großflugplatz Sperenberg war die Hauptbasis sowjetischer Truppen nach dem 2. Weltkrieg und größter Arbeitgeber der Region.

Seit 1884 wurde auf der „Schießbahn Kummersdorf“ eine einzigartige Ortschaft errichtet, das „vereinigte Gewölbe- und Panzerziel“ „Fort Douaumont“. Dieser  geheimnisumwitterte Fleck auf der Sperrgebietskarte Brandenburgs hatte den Zweck Beschusssichere Bunker zu konstruieren und gleichzeitig herauszufinden, wie man bestehende französische Bunker effektiv angreifen konnte.
Weder Stahlbeton noch Spannbeton waren zu diesem Zeitpunkt bekannt und so trennte man die einzelnen Betonschichten mit Mauerwerk, was in den Trümmern heute noch gut zu erkennen ist.

1887 wurde diese einzigartige Konstruktion innerhalb von zwei Tagen durch 158 Mörsergranaten vollkommen zerstört. Die Überreste sind heute weitestgehend unverändert erhalten. Der Zahn der Zeit hat Seen entstehen lassen, Moos und Tropfsteingebilde wachsen lassen.

Bunkerreste bei Kummersdorf
Ein Besuch der Anlage ist absolut nicht ratsam. Zuviel Gefahr bringende Löcher und Spalten können den Neugierigen verschlucken. Munitionsreste und  giftige Stoffe können überall vorhanden sein. Militärisches Sperrgebiet !

( Achtung : Keine Handy Netzte )

Bunkerreste bei Kummersdorf

Bunkerreste bei Kummersdorf

Quelle : Eigene, Zeitzeugen  ©Fotos : eigene

Weiterführende Links :
9. Armee Halbe Ausbruch aus Kessel zur Armee Wenck Beelitz Elsholz
Flugplatz Berlin Tempelhof. Ein historischer Ort wird abgewickelt
Spremberg 1945 Einkesselung durch die rote Armee und Katastrophe bei Kausche Geisendorf

Radwanderweg Lehnsdorf nach Setzsteig Fläming

22 Aug
Lehnsdorf nach Setzsteig

Lehnsdorf nach Setzsteig

Diese kleine Brandenburger Radtour führt von Lehnsdorf an der L831 durch idyllische Wälder ins geheimnisvolle Setzsteig in Sachsen Anhalt.
Die Strecke hat leichte Steigungen und ist sehr gut ausgebaut.
Lehnsdorff erreicht man schnell über die  BAB Abfahrt Klein Marzehns. Das gut 800 Jahre alte Dorf mit seinen knapp 100 Einwohnern, der alten Feldstein Kirche und seinen für Brandenburg typischen Höfen, verlässt man im Ortskern nach links in die Fahrradstrasse.

An Obstbäumen vorbei geht es in Richtung Südwesten. Zunächst geht es stetig bergab, ein Teilstück was später wieder vor einem liegen wird. Auf halbem Wege und an der Grenze zu Sachsen Anhalt ist die Bundesstrasse 107 zu überqueren. Nach guten 7 Kilometern erreicht der Radler das Dorf Setzsteig.
Zunächst stellte Setzsteig nur ein Waldgebiet dar. Erst als der Adelige Friedrich Brandt von Lindau ( aus Wiesenburg stammend ) Ende des 17. Jahrhunderts in diesem Waldgebiet baute, wurde die Besiedlung voran getrieben. Eine Kirche sowie ein Rittergut entstand. Nach dem siebenjährigen Krieg ( 1756 – 1763 ) verfiel die Anlage und geriet in Vergessenheit.
Erst 1930 bis 1940 nutzte die Verwaltung des 3. Reiches das Anwesen als Schullandheim.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Gebäude abgerissen.
Heute gleicht das Dorf einer Waldsiedlung mit malerischer Idylle.

Backofen Setzsteig

Backofen Setzsteig

 

Siehe: Armee Wenck, Wiesenburg, Ferch, Beelitz. Endkampf auf Berlin

Tipp 1 : Auf Geocacher wartet am Anfang der Radstrecke ein kleiner trail.

Strecke : 14 KM
Schwierigkeit ( 1-10 )  :  2
Verkehr : nein, kreuzt einmal eine Bundesstrasse.

Quelle und Foto : ©eigene

 

R1 Radwanderweg bei Beelitz

21 Aug
R1 Radwanderweg bei Beelitz

R1 Radwanderweg bei Beelitz

Der Radwanderweg R1, von Calais in Südfrankreich bis nach  St. Petersburg verlaufend, führt auch ein großes Stück durch Brandenburg. Er folgt dem Elbtal Richtung Belzig, Beelitz, Potsdam, Berlin bis zur Märkischen Schweiz und durch den Oderbruch weiter nach Polen.

Die Strecke Beelitz – Kammerode  ist leicht hügelig aber durchaus gut zu fahren.  Vorbei an Heidelandschaften und abwechslungsreichen Wäldern führt die Trasse in die Nähe des Schwielowsee und quert geschichtsträchtige Schlachtfelder des 2. Weltkrieges.

Die Gegend ist nur dünn besiedelt und recht verkehrsarm.

Tipp 1 : Bootstouren auf dem Schwielowsee ab Hafen Ferch.
Tipp 2 : Beelitz Heilstätten
Tipp 3 : Auf Geocacher wartet am Hafen Ferch ein T5 trail per Boot.

Strecke : 16 KM
Schwierigkeit ( 1-10 )  :  2
Verkehr : nein, reine Fahrradstrasse

Quelle und Foto : ©eigene

Ladestrasse Neuseddin, Zwangsarbeiter Lager im 3. Reich

31 Jul

 

Bahnhof Neuseddin Ladestrasse

Bahnhof Neuseddin

Ladestrasse Neuseddin

Ladestrasse Neuseddin

Ladestrasse Neuseddin

Ladestrasse Neuseddin Alte Lagerbaracke

Wo heute eine unscheinbare Straße (1,5 km Länge ) entlang der Bahntrasse des Neuseddiner Rangierbahnhofs verläuft, spielten sich zu Zeiten des 2. Weltkriegs dramatische Szenen ab. Um den Bahnhof und das Gleisdreieck Neuseddin zu schützen wurde bereits in den ersten Kriegswochen Fliegerabwehrkanonen (Flak) stationiert.
Bereits 3 Wochen nach Ausbruch der Kämpfe mit Polen, deutsche Truppen standen vor dem Sieg gegen Polen, brachte man Gefangene als Zwangsarbeiter ins Reich. Auch die Reichsbahn in Neuseddin erhielt „Ostarbeiter“, die in mehreren Baracken in der Ladestrasse kaserniert wurden oder in Zügen lebten. Im Laufe der weiteren Kampfhandlungen in ganz Europa kamen bis 1945 weitere Zwangsarbeiter aus den jeweiligen Kriegsgebieten nach Neuseddin.
Nach Beginn des Angriffs auf die Sowjetunion war der Bahnhof wichtiger Bestandteil der West-Ost Trasse und Umschlagplatz für die Verlegung der Truppen an die Ostfront. Auch eine Abteilung der Heeresversorgungsstelle lag an der Ladestrasse. Ab dem Sommer 1944, besonders am 20.04.1945,überzogen die alliierten Bomberverbände die Bahnhofsanlagen mit, zum Teil massiven Angriffen. Dabei wurden ebenfalls die Anlagen in der Ladestrasse zerstört. Beim Angriff am 20.04.1945 wurde leider auch ein im Bahnhof stehender Gefangenentransportzug mit jüdischen Frauen und Mädchen (KZ-Häftlinge) getroffen. Dabei wurden hunderte verletzt und getötet. Trotz der von der SS angedrohten Todesstrafe halfen die Seddiner den Verletzten und retteten dadurch viele Menschenleben. Die ca. 300 Todesopfer wurden im Massengrab der Zwangsarbeiter beigesetzt.

Am 25.4.1945 stand die Rote Armee am Bahnhof Neuseddin.
Nur wenige Kilometer westlich hatte sich die Armee Wenck ( 12. Armee ) an der Bahntrasse nach Potsdam eingegraben. Neuseddin war nun Frontgebiet.
Wochen nach Befreiung der Insassen des Lagers und der deutschen Kapitulation, starben am 30. Juni 1945 nochmal Menschen bei der Explosion eines Munitionszuges im Bahnhof von Neuseddin. Offenbar war einem Sprengkommando der Roten Armee ein Fehler unterlaufen. Man sprach von 6 Seeminen, die entschärft werden sollten und dabei explodierten.  Weitere Munitionsreste wurden später im Wald östlich der Ortschaft gesprengt und hinterließ eine bis heute sichtbare Kraterlandschaft.

Mehr Informationen über die Geschehnisse um 1945 :
Gewaltige Schlacht in den Wäldern um Neuseddin mit 80.000 Toten
Ausbruch der 9. Armee Richtung Beelitz / Elsholz
Flucht nach Tangermünde
Zwangsarbeiterlager bei Michendorf
Bahnhof Neuseddin Schlachtfeld

Quelle: Zeitzeugen

Teltow Knesebeckbrücke 1945, Schifffahrtskontrollstellen der DDR

6 Jun

Knesebeckbrücke
Die Knesebeckbrücke, die den Teltower Damm mit Zehlendorf-Schönow verbindet und so den Verkehr aus Teltow über den Teltowkanal führt, wurde 1906 als Fachwerkbrücke errichtet.
( Namensgebung:  Knesebeck, Zu Ehren der Familie wurde 2007 eine Bronzetafel an der Brücke montiert. )

Beim Anmarsch der Roten Armee 1945 wurde die Brücke von der Wehrmacht gesprengt.

24. April 1945: Die 3.Gardepanzerarmee der 1.Ukrainischen Front stürmt auf den Teltowkanal. ( siehe auch: Armee Wenck )
Dazu nehmen sie die Engstellen östlich des Machnower Sees ins Visier um an Engstellen überzusetzen. Es bieten sich hier die Badewitzbrücke und die Rammrathbrücke sowie die  Knesebeckbrücke etwas östlicher an.
An der Harkeburg lag ein deutsches Sturmgeschütz, an den Brücken lagen Verbände der Wehrmacht und des Volkssturms eingegraben in der UferbefestigungLaut Zeitzeugen: Deutsche Schützenlöcher an der Brücke

Zeitzeugen: Deutsche Schützenlöcher an der Brücke

Durch die enorme  Übermacht der Sowjets gelang es Brückenköpfe auf der Nordseite zu bilden und sich Richtung Stadtzentrum vorzukämpfen. Am Morgen des 24. April 1945 liegt die Front an den Kiebitzbergen und der Rammrathbrücke, wo man deutsche Stellungen erkannt hatte, später am Bahnhof Düppel.

Verluste :
etwa 570 Soldaten der Roten Armee, etwa 200 Deutsche Soldaten.
( Schätzung nach Anzahl der Gräber auf den Friedhöfen Kleinmachnow, Stahnsdorf und Teltow. )

Nach dem Ende des Krieges lag die fast zerstörte Brücke brach. Der Kanal, der eigentlich zu Berlin West und damit zum amerikanischen Sektor gehörte, bleibt gesperrt.

Im Jahr 1978 verhandeln die deutschen Unterhändler Günter Gaus (Westdeutschland) und Kurt Nier (DDR) über die für Westberlin wichtige Wasserstraße. Im November 1981 ist es schließlich soweit. Nach über 30 Jahren Sperrung wird der Kanal wieder für die Schifffahrt geöffnet.

Auch in der Nähe der Knesebeckbrücke entsteht eine der Schifffahrtskontrollstellen der DDR. Frachtschiffe, die den Teltowkanal benutzten, wurden hier kontrolliert und in ca. 5 km Entfernung, bei Dreilinden (heute Campingplatz), noch einmal.
Unter der Wasseroberfläche konnten Gitter abgesenkt werden, die ein unkontrolliertes Durchdringen der Anlage verhinderten. ( Siehe auch: Bertini Enge Potsdam ) Zu beiden Seiten standen Wachtürme um die Überwachung zu gewährleisten.

GÜST Teltowkanal

Blick vom Überwachungsturm Foto:© Zeisig, Teltow

Nach dem Fall der Mauer entsteht eine Brücke für den Kontrollweg der GÜST, den Radfahrer und Passanten zunächst als Überweg über den Kanal nutzen konnten. Diese Brücke befand sich in etwa dort, wo heute ein Rohr den Teltowkanal überquert.

1990 wird die heutige  Knesebeckbrücke errichtet. Der Teltowkanal bildet hier die Grenze zwischen Berlin und Brandenburg.

In der Nähe:
BadewitzbrückeSchleuse Kleinmachnow , Teltow Werft

Quellen :
Zeitzeugen,
Zeisig, Teltow.

Schneiderstein Finkenberg bei Treuenbrietzen und die Sagen

22 Mai
Schneiderstein am Finkenberg Treuenbrietzen

Schneiderstein am Finkenberg Treuenbrietzen

Als in Treuenbrietzen die St. Marienkirche ( 1220 etwa )  in der Großstraße im Osten der Stadt gebaut wurde brachte das den Teufel, der zu diesem Zeitpunkt in der Umgebung von Wittenberg weilte, fürchterlich in Rage. ( So die Sage )
Er nahm einen riesigen Stein und warf ihn Richtung Treuenbrietzen. Irgendwie reichte der Schwung nicht aus und so viel der Stein bereits am Finkenberg, südlich der brandenburgischen Stadt zu Boden. Dabei zerbrach er in zwei Teile.
Weitere Sagen lauten wie folgt :

Ein Schneider wanderte einstmals von Treuenbrietzen nach Wittenberg. Am Finkenberg verstellte ihm der Teufel den Weg und wollte ihm die Seele rauben. Der Schneider bat um sein Leben. Der Teufel stellte als Bedingung, dass der Schneider mit seiner Elle den Stein spalte. Das gelang ihm auch. Der Teufel musste ihn weiterziehen lassen.

Einstmals prahlten zwei Schneider über ihre Stärke. Schließlich behauptete der eine Geselle, der in Wirklichkeit der Teufel war, er könne den Stein mit einem Schlag seiner Elle spalten. Der andere ging auf die Wette ein. Tatsächlich zersprang der Stein. Da gewann der Teufel die Wette und zauberte den Schneider in den Stein.

In alter Zeit lebte in der Gegend des Finkenberges ein Riesenehepaar. Der Mann fertigte für sich und andere Riesen Kleidung an und wurde deshalb der Schneider genannt. Im Streit mit seiner Frau ergriff er seine Elle und warf sie nach der Frau. Er traf aber den Stein, der durch die Wucht zersprang.

Der Stein liegt von Treuenbrietzen kommend etwa 5 Kilometer auf der rechten Seite der Bundesstrasse 2, kurz vor der Landesgrenze nach Sachsen Anhalt.

Schneiderstein Sagen

Schneiderstein Sagen

( Natürlich liegt auch hier ein Geocache )
Quelle : Schautafel

Lichtenberg / Frankfurt. Kriegsschauplatz April 1945. Rückzug der 9.Armee

3 Mai
Kirche Lichtenberg bei Frankfurt

Kirche Lichtenberg bei Frankfurt

Das Brandenburgische Dorf Lichtenberg, heute etwa 450 Einwohner zählend, 1323 erstmalig erwähnt, liegt idyllisch nahe der Oderstadt Frankfurt. Im Norden liegt die Bundesautobahn, im Südwesten die 345 ha großen Biegener Hellen, ein Landschaftsschutzgebiet erster Güte.
Im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648 ) wurde Lichtenberg 1638 vollkommen zerstört und lag bis zur Wiederbesiedelung 1648 brach. Im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) wurde Lichtenberg erneut schwer getroffen und während der Befreiungskriege zogen russische Truppen durch das Dorf.( Wikipedia )

Im April 1945 kommt es dann erneut zur Katastrophe. Der erst im Januar 1945 zum Oberbefehlshaber der 9. Armee beförderte General Theodor Busse, steckt in seiner Geburtsstadt Frankfurt/Oder in der Falle. Die 1. Belorussischen Front der Rote Armee drängt über den Fluss in Richtung Berlin. Ab dem 22. April 1945 sind die deutschen Truppen vollkommen eingeschlossen. Am 23. April 1945 erreichten sowjetische Truppen das westliche Oderufer bei Frankfurt.

Siehe :
Seelower Höhen
9.Armee Kessel von Halbe

Die Absetzbewegung der 9. Armee mit Resten des V. SS-Armeekorps und des XI. SS-Panzerkorps führt in Richtung Südwest. Im Norden und Süden stoßen die 1. Belorussische und die 1. Ukrainische Front schnell auf Berlin zu. Der wandernde Kessel zieht durch Lichtenberg in Richtung Märkisch Buchholz:

Augenzeuge: “ von der Autobahn schossen die Sowjets Artillerie auf die deutsche Nachhut im Ort.“

Die Trümmer der schwer getroffenen Kirche werden nach den Angriffen als Baumaterial für zerstörte Wohnhäuser und Höfe verwandt, die Kirche selbst blieb Ruine. 10 Jahre später stürzte das Dach ein und erst 2001 begann eine Bürgerinitiative das zerstörte Gebäude zu sichern und aufzuräumen.

Lichtenberg Granateinschläge

Lichtenberg Granateinschläge

Lichtenberg (Frankfurt)

Lichtenberg (Frankfurt) Kirche vor 1909 © gemeinfrei

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch der Bismarkturm, erbaut 1906 auf den Überresten einer abgebrannten Windmühle, wurde ebenfalls stark beschädigt und diente nach den Kampfhandlungen als Kadaverhaus.

Lichtenberg Bismarkturm

Lichtenberg Bismarkturm ( Mit 5 m Höhe der kleinste Aussichtsturm in Deutschland )

 

Quellen : Eigene, Zeitzeugen vor Ort, Wikipedia

S-Bahnhof Berlin Zehlendorf

14 Apr
Bahnhof Zehlendorf

Bahnhof Zehlendorf©gemeinfrei

 

1838 erfolgte die Indienststellung des Bahnhofs Berlin-Zehlendorf. Damit ist er der älteste Bahnhof in Berlin. Von hieraus fuhren Züge auf eingleisiger Strecke zunächst in Richtung Potsdam. Innerhalb der kommenden Jahre vergrößerte sich die Bahnanlage und bekam um 1866 ein festes Bahnhofsgebäude.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde eine elektrische Versuchsstrecke eingerichtet, auf der ein einziger Zug beweisen sollte, dass die neue Antriebsart zukunftsweisend war. Allerdings scheiterte dieser Versuch und man blieb zunächst beim Dampfbetrieb, bis 1933 die Reichsbahn die Pläne letztendlich umsetzte.
Ein Jahr später erreichte die legendäre Baureihe 125 der Berliner S-Bahn bereits 120km/h auf der Strecke.

Während des zweiten Weltkriegs wurden hier unter anderem Wehrmachtszüge beladen, darunter Züge des Deutschen Afrika Korps. (Quelle: Wikipedia )
Einige Volltreffer in den Bombennächten von Berlin brachten den Eisenbahnbetrieb nur kurzzeitig zum Erliegen, allerdings wurde nach der Kapitulation der Betrieb zunächst gänzlich eingestellt, im Juni 1945 aber langsam wieder hochgefahren.

Nach dem Mauerbau 1961 änderte sich im Bahnbetrieb des Bahnhofs nur sehr wenig. Nach dem Eisenbahnerstreik im September 1980 wurde der S-Bahnhof geschlossen. Nachdem die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) die S-Bahn in West-Berlin übernommen hatte wurde der Betrieb wieder aufgenommen.

Bis heute ist der Bahnhof in einem baulich sehr schlechten Zustand. Im Jahr 2010 rammte ein schwerer Sattelzug die Brücke oberhalb des Teltower Damms, was zu einer längeren Sperrung sowohl des Bahnbetriebs, als auch des Straßenverkehrs am Nadelöhr S-Bahn Zehlendorf führte.

S-Bahnhof Zehlendorf

S-Bahnhof Zehlendorf

 

Quelle : Wikipedia, Schautafel

Ähnliche Artikel : Friedhofsbahn Stahnsdorf

 

AVUS Die unvollendete Südkurve, Berlin A115

10 Apr
Autorennen Avus Berlin an der Zonengrenze

Bundesarchiv B 145 Bild-F003014-0006, Berlin, Autorennen auf der Avus@CC BY-SA 3.0 de


Geschichte der AVUS

Die AVUS, eingeweiht 1921, war die erste nur für Autos vorgesehen Strasse Europas und gleichzeitig eine rund 19 km lange Autoversuchs und Übungsstrecke.

Während der vielen spektakulären Rennen, die auf der AVUS ausgetragen wurden, war besonders die hohe Nordkurve der Strecke ein Publikumsmagnet. Gleichzeitig war sie Schauplatz dramatischer Unfälle und „fast“ Unfällen.

Doch was passierte im Süden der Strasse? Dort zog es nur wenige Zuschauer hin, denn das Gegenstück zur Nordkurve war eine ebene Umkehrschleife, auf der die Tourenwagen langsam, geradezu bedächtig wieder die Gegenrichtung einschlugen.
Dabei sollte die AVUS eigentlich auch eine Südsteilkurve erhalten. Kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkriegs waren die Planungsarbeiten für diesen Prestigebau abgeschlossen und die Arbeiten nahe der heutigen Anschlussstelle Dreilinden ( Später Grenzübergang zur DDR ) begannen.

Zunächst wurde ein Plattenmodell im Maßstab 1:100 in den Waldboden verlegt, dann der  haushohe Wall der Kurve aufgeschüttet. ( Bild unten ).
Um Kriegsressourcen nicht zu verschwenden wurde der Bau allerdings nie vollendet und blieb ein Sandwall im Grunewald.
1945, im Endkampf um Berlin, verschanzte sich die 4. schwere Flackabteilung 605 hinter den dicken Sandwänden. Als die russischen Angreifer nicht mehr aufzuhalten waren evakuierte die Wehrmacht Richtung Strandbad Wannsee .

Nach 1945 nutzen die Westalliierten die Kurve als Schließplatz.
Heute ist das Relikt aus vergangenen Tagen Ziel für Vogelkundler und Geocacher.

Unvollendete Südkurve der AVUS

Unvollendete Südkurve der AVUS