Deutscher Flugzeugbau im Berliner Umland – Bücker Flugzeugbau

22 Feb

Der ehemalige Marineflieger des Ersten Weltkriegs, Carl Clemens Bücker, gründete 1921 die Svenska Aero in Schweden. Nach den Versailler Vertrag, durften in Deutschland zu dieser Zeit keine Militärflugzeuge gebaut werden. Er begann mit dem lizensiertem Bau von Flugzeugen der Casparwerke und Henkel.

Von Alan D R Brown – Gallery page httpwww.airliners.netphotoZlin-Z-381-%28C-106%290235205LPhoto http://cdn-www.airliners.netaviation-photosphotos5020235205.jpg

Nach dem Ende der Weimarer Republik, 1933, gründete er die Bücker Flugzeugbau. 1935 zog er dann in eine größere, im Bauhaus-Stil erbaute, Werksanlage nach Rangsdorf

Auch sein schwedischer Chefkonstrukteur, Anders J. Anderson folgte ihm. Es entstanden Flugzeuge, die den Namen „Bücker“ weltweit bekannt machten. So die Bü131 „Jungmann“ und die Bü133 „Jungmeister“. Bücker 133C Jungmeister (Baujahr 1937) bei den Bautzener Flugtagen 2016  Von Fiver, der Hellseher – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0,

Die Deutsche Luftwaffe hatte aber nur Interesse an Schulungsflugzeugen über 80PS. Um doch mit von Richthofen ins Geschäft zu kommen entstand die Bü131B mit einem 105PS Motor. Der größe Durchbruch blieb aber aus. Es  wurden nur wenige Bü131 und Bü133 verkauft. Offenbar war der Preis von 12.000RM bzw. 14.000RM ausschlaggebend. Lediglich die Klemm Kl25 war noch günstiger in der Anschaffung (10.600RM).

Dafür kamen ab 1935 viele Aufträge aus dem Ausland. (u.a. Rumänien, Ungarn, Niederländisch-Indien, Schweiz und Japan) Am 21.Mai 1939 wurden bei einem Absturz eines „Stieglitz“ der benachbarten Reichsschule für Motorflug ca. 50 fertige Flugzeuge zerstört. Militärisch erlangten die Bücker-Flugzeuge kaum Bedeutung. Man empfahl die Entwicklung eines Volksflugzeuges. Der „Student“ stellte einige Weltrekorde auf, dennoch gab es für dieses Flugzeug keine großen Abnehmer. Ende 1937 wurde dann das Schulflugzeug Bü181 entwickelt, bei der Lehrer und Schüler erstmals nebeneinander saßen. Diese wurde dann endlich ein Erfolg und zum Standartschulflugzeug der Luftwaffe.                                                                       Bü 181                                                               Von Alan D R Brown – Gallery page httpwww.airliners.netphotoZlin-Z-381-%28C-106%290235205LPhoto httpcdn-www.airliners.netaviation-photosphotos5020235205.jpg, GFDL, https://commons.wikimedia.orgwindex.phpcurid=27346411-2

Im Zweiten Weltkrieg wurden dann Teile für den Sturzkampfbomber JU87, die Focke-Wulf Fw190 und für Bombenleitwerke hergestellt.

Nach 1945 übernahmen Spezialeinheiten der Roten Armee das Gelände. Sie nutzten es überwiegend für Hubschrauberstarts und die Wartung von Triebwerken.

Nach dem Abzug der Roten Armee wurde das Gelände nicht mehr genutzt. Der Förderverein Bücker-Museum Rangsdorf e.V. bietet bis heute Führungen an und kümmert sich so weit wie möglich um den Erhalt der noch vorhandenen Anlagen.

Quellen : Wikipedia, eigene

Bunker bei Wilhelmshorst – Rätsel der Kindheit

20 Feb

Was gibt es Schöneres als als Kind unbeschwert außerhalb der Stadt die Wälder nach Abenteuern zu durchstreifen. So auch meine Kindheit. Anfang der 70´er Jahre in den Wäldern um Wilhelmshorst. Die kurzen Wege über den Fuchsberg zur Großen Eiche oder die längeren zum Teufelssee. Immer fand man irgendwas Neues.

In Richtung des damaligen Lagers der Grenztruppen der DDR unter der Hochspannungsleitung durch, fanden wir Munitionsreste und Gruben im Waldboden. Bomben aus dem 2.Weltkrieg? Schützenlöcher? oder doch was Anderes? Und dann war da noch ein Zaun, der nicht zum Armeelager gehörte. Schilder mit „Betreten verboten“ machten das Gelände noch interessanter. Also Loch im Zaun suchen und Schauen, was da war. Es ging einen Hügel hinauf. Auf dem Hügel Rohre, die aus dem Boden kamen mit Deckel, damit es nicht reinregnet. Und dann auch noch Schächte mit ner Leiter in der Wand und unten eine Tür. Was machen Kinder? Natürlich untersuchen. Tür zu. Schade.

Da waren wir natürlich öfter. Die Neugierde war einfach groß. Irgendwann war dann mal ´ne Tür offen. Also reinschauen. Büros, Leitungen, Kabel….. Dann Geräusche, als würde eine Tür klappen. Wir natürlich so schnell wie möglich raus und weg. Das Rätsel, wozu der Bunker diente, konnten wir damals nicht klären.

Die Einen im Ort meinten… Wasserwirtschaft…. Andere wieder …..Post….Telefon…. Andere meinten dann, es kann auch ein Treffpunkt der Stasi gewesen sein. Das Neue Forum, nach der Wende, hat da wohl auch ermittelt. Ergebnisse hab ich nicht mehr gehört. Also ist dieses Rätsel meiner Kindheit, für mich bis heute nicht gelöst. Vielleicht meldet sich ja ein Leser hier und löst das Rätsel. Oder ein Geocacher hinterläßt Informationen.

 

Flugzeugbau in der DDR

23 Jan

Zentralbild/Loewe gemeinfrei Bundesarchiv_Bild_183-54953-0004,_Flugzeugwerk_Dresden,_Flugzeug_152

 

Am 5. April 1961 endete ein in Dresden-Klotsche damals vielversprechendes Vorhaben der damaligen DDR.

Ursprünglich sollten 1962 die ersten „152“ von geplanten 80 strahlgetriebenen Passagierflugzeugen an die Deutsche Lufthansa der DDR ausgeliefert werden. Dazu kam es aber nicht.

Unter der Leitung von Professor Brunolf Baade, dem früheren Ingenieur von Junkers, begann 1954 der Flugzeugbau in der DDR.

Auf der Basis des experimentellen Bombenflugzeug Samoljot 150 der Sowjetunion begann ein Ingenieurteam mit der Entwicklung der „152“. Sie entsprach damals den modernsten aerodynamischen Erkenntnissen. Die westlichen Produkte in Bezug auf düsengetriebene Flugzeuge war zu diesem Zeitpunkt nicht weiter.

Das Flugzeug war 31,4 Meter lang, für eine Reichweite von 2000 Kilometer konzipiert und sollte 800 Kilometer pro Stunde erreichen.

Dies sollte mit in Pirna entwickelten Triebwerken vom Typ „Pirna 014“ erreicht werden.

Der erste Rollout, am Vorabend des 1.Mai 1958, fand allerdings noch mit leeren Triebwerksgondeln statt. Die Triebwerke waren noch nicht fertig, aber der Termin sollte aus politischen Gründen eingehalten werden.

So fand später auch der erste Testflüg mit Triebwerken aus sowjetischer Produktion statt.

Diesen Testflug bezeichneten Testpilot Willi Lehmann, Co-Pilot Kurt Bemme und Mechaniker Paul Heerling, bis auf ein paar Kleiunigkeiten als zufriedenstellend.

Baade-152-ZYA_B_author-Grunherz  gemeinfrei

 

Der zweite Flug der „152V1“ endete nach einer Flughöhe von 6000 Metern und Triebwerksausfall mit dem Absturz bei Ottendorf-Okrilla.

Ursache waren Fehler in der Kraftstoffversorgung.

Die nächsten Flüge fanden am 26. August und 4. September 1960, jetzt mit den Triebwerken „Pirna 014“, statt. Diese Flüge dauerten 20 bzw. 22 Minuten. Weitere Flüge sollten erst durchgeführt werden, wenn alle Problem der Kraftstoffversorgung geklärt wären. Dazu kam es dann nicht mehr.

Da bis dahin schon mehr als 2 Milliarden Mark in die Entwicklung des ersten deutschen Düsenverkehrsflugzeug geflossen waren zog das Zentralkomitee der SED am 5.April 1961 den Auftrag zum Bau zurück und gab keine Gelder mehr für die Weiterentwicklung aus.

Somit waren nicht „Hansa Jet HFB 320“ und auch nicht die „VFW 614“ die ersten deutschen Düsenverkehrsflugzeuge, sondern die in der DDR entwickelte „152V1“.

 

Zurück in die Zukunft

21 Okt

 

21. Oktober 2015 um 16:29 kalifornischer Zeit landet Marty McFly mit dem DeLorean in seiner eigenen Zukunft. Also heute.

00052000usa0078

DeLorean in den Universal-Studios in Orlando Florida

 

Der Film von 1989 mit Michael J. Fox und Christopher Lloyd kennt sicher fast jeder, ist diese Handlung nun Realität geworden? Zeitreisen? Klappt noch nicht richtig. In die Zukunft kommen ist ganz einfach. Setz Dich in die Ecke und warte, dann kommst Du ganz allein in die Zukunft. Reisen in die Vergangenheit? Physikalisch theoretisch geht es auch. Einfach mit Überlichtgeschwindigkeit rückwärts bewegen. Einfach was Schnelles bauen. Ne quatsch, hat noch keiner geschafft.

Weitere Vorhersagen aus diesem Klassiker sind ebenfalls nicht eingetreten. Fliegende Autos sind nicht zum Standard geworden, fliegen Skateboards auch nicht. Dafür sind Flachbildschirme und tragbare Telefone als damalige Vision eingetreten. Auch die ständig steigende wirtschaftliche Kraft der asiatischen Länder wurde vorhergesagt.

Wer heute diesen Film sehen will, einfach Fernsehen an.

 

 

66. Jahrestag der Gründung

7 Okt

 

„German Democratic Republic flag 01“ von Dickelbers - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

von Dickelbers – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

7.Oktober 1949

Die DDR wird gegründet. Als Staat auf deutschem Boden. Sie soll das Muster einer sozialistischen Regierungsform an der direkten Grenze zum Kapitalismus sein.

Wie die Ereignisse von 1989 und 1990 zeigten, ist dieses Experiment, die Theorien von Marx und Engels in die Praxis zu führen mißglückt.

Zu dem Warum, braucht man hier nichts schreiben, das ist bekannt. Nur vergessen und total verurteilen sollte man diesen Versuch nicht.

Personalsausweis_für_Deutsche_Staatsangehörige,_Deutsche_Demokratische_Republik,_1954_-_Vers._02-02

Personalsausweis für Deutsche Staatsangehörige Deutsche Demokratische Republik 1954

 

Deshalb hier nur ein paar Fakten zur Errinnerung.

Die DDR erstreckte sich durchschnittlich etwa 450 Kilometer in Nord-Süd-Richtung, die mittlere Ost-West-Ausdehnung betrug rund 250 Kilometer. Der nördlichsten Punkt der DDR war der Ort Gellort auf Rügen, der südlichsten Punkt war in Schönberg im Vogtland, der westlichste Punkt in der Nähe des Dorfes Reinhards und der östlichste in der Nähe zwischen Rothenburg und Görlitz.

Auf 108.179 km² lebten im Jahr 1988 etwa 16,675 Millionen DDR-Bürger.

Staatsoberhäupter: Wilhelm Pieck (1949-1960), Walter Ulbricht (1960-1973), Willi Stoph (1973-1976), Erich Honnecker (1976-1989), Egon Krenz (1989) Manfred Gerlach (1989-1990)

Die letzten Feierlichkeiten zum Gründungstag wurden 1989 mit einer großen Militärparade begangen, die Feierstunde im damaligen Palast der Republik war von Demonstrationen begleitet. Und niemand, der dort Feiernden ahnte, das dies die letzte Feier dieser Art dort war.

Gedenktafel_Alexanderplatz_(Mitte)_Wir_sind_das_Volk

Gedenktafel Alexanderplatz (Mitte) Wir sind das Volk

 

Gedenken wir an dieser Stelle bitte auch den Menschen, die ihr Leben verloren, weil sie diese Art der Gesellschaftsordnung nicht so wollten.

mehr Fakten und Infos zur DDR

Königlich-Preußische Kriegsschule

6 Okt

Von der Reichskriegsschule zur SED-Bezirksleitung und zum Landtag

Scherl Bilderdienst Ehemalige Kriegsschule, jetziges Reichsarchiv auf dem Brauhausberg in Potsdam [1929] 33959-29

Scherl Bilderdienst
Ehemalige Kriegsschule, jetziges Reichsarchiv auf dem Brauhausberg in Potsdam [1929]
33959-29

Als Königlich-Preußische Kriegsschule auf Weisung Kaiser-Wilhelms II. wurde von 1899 bis 1902 ein Gebäudekomplex auf dem Brauhausberg errichtet, der auch heute noch über Potsdam tront.

Franz Schwechten erstellte die Pläne und Martin Meyer übernahm die Bauleitung. Als Haupteingang wurde der, dort bereits stehende, 1804 für Königin Luise errichtete 64m hohe Aussichtsturm, umbaut.

In der Kriegsschule wurden bis 1914 die Offiziere aller Armeen des Deutschen Kaiserreichs ausgebildet. Durch den Versailler Vertrag waren in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg Kriegsschulen verboten. Man beschloß, das Gebäude zum Reichsarchiv umzugestalten.

Wärend der ständigen Umgestaltungen und Erweiterungen wurde der Turm auf 50m reduziert. Im Jahr 1936 wurde das nun zum Heeresarchiv Potsdam ernannte Archiv zur selbstständigen Behörde.

Scherl Bilderdienst Potsam; Heeresarchiv auf dem Brauhausberg. Foto: Dorneth; 23. Nov. 1937 14982-37

Scherl Bilderdienst
Potsam; Heeresarchiv auf dem Brauhausberg.
Foto: Dorneth; 23. Nov. 1937
14982-37

Die Bombardierung Potsdams am 14. April 1945 zerstörte das Gebäude teilweise und mit ihm auch viele Unterlagen. Bis Juni 1948 befand sich die sowjetische Militäradministratur darin. Das Land Brandenburg nutzte es dann für die Abteilung Steuer- und Finanzwesen. Der Landesverband der SED setzte sich aber gegen die Landesregierung durch. Nach Auflösung der Länder und Neuordnung in Bezirken der DDR am 1. August 1952 zog die SED-Bezirksleitung dort ein. Der Volksmund nannte das weithin sichtbare Gebäude mit dem Symbol der SED nur noch „Kreml“ in Anlehnung an die Ausrichtung der SED nach Moskau.

20140818_185052

Foto: 2014 M.Friedrich

1990 beschloß der neue Brandenburgische Landtag seinen Sitz in die ehemalige Kriegsschule zu verlegen. Auch der Einsatz von mehreren von Millionen DM schaffte die erforderliche Kapazität nicht. Es wurde also als Provisorium bezogen und ungünstig genutzt. Also ein neuer Beschluß: Wiederaufbau des alten Stadtschloß!

Die letzte Landtagssitzung fand dort am 22.08.2013 statt. Seit Januar 2014 hat der Landtag seinen Sitz im Stadtschloß.

Was wird nun aus diesem Gebäude mit einer solchen Wechselgeschichte auf dem Brauhausberg oberhalb des Kaiserblicks? Laut Wikipedia …. unklar….

Bunkeranlage Seewerk Falkenhagen

21 Sep

Seewerk Bunkeranlage in Falkenhagen

In Falkenhagen wurde ab 1939 eine Bunkeranlage gebaut. Gedacht als Fertigungsstätte von Raketentreibstoff, befanden sich natürlich auch Laboreinrichtungen hier. Nach unbestätigten Angaben, hatte die IG Farben, die wohl die Labors betrieb, dort den Auftrag, auch ein geruchloses unsichtbares Giftgas zu entwickeln. Es gelang die Herstellung von Sarin. Mitte 1945 sollte die großangelegte Produktion beginnen. Glücklicherweise kam es nie zum Einsatz, die Besetzung durch die Rote Armee verhinderte dies.

Nach dem Ende des II.Weltkrieg blieb das Areal militärisches Sperrgebiet. Die Legenden über die Nutzung zwischen 1945 und 1965 sind verschieden. Sie reichen von der Schweinezucht, Lazarett und Heilstätte bis KFZ-Instandsetzungsbetrieb. Bereits 1960 begann durch Spezialkräfte der NVA der Umbau der Bunkeranlagen. Danach soll der Bunker als Führungstelle der sowjetischen Streitkräfte genutzt worden sein. Und später dann als Gefechtsstand für die Lenkung der Truppen des Warschauer Vertrags. Es wurden aber bisher keine bestätigenden Quellen gefunden. Es bleiben also Rätsel offen.

Nach dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte wurde das Gelände an das damalige Bundesvermögensamt übergeben, 2003 wurde es dann an einen Berliner Investor verkauft. Dieser ging Konkurs. Es wurden dann noch 2 Paintball-Großveranstaltungen ohne behördliche Genehmigung durchgeführt. Im Dezember 2012 war dann auch damit Schluß. Aus Sicherheitsgründen wurde der Zutritt zum dem 35 ha großen Gebiet gesperrt.

Baustopp BER

21 Sep
BER Baustopp

BER Baustopp

Wie soeben gemeldet wurde hat die staatliche Baubehörde einen Baustopp über den neuen Flughafen in Berlin BER verhängt.

2012 sollen zu schwere Ventilatoren in der Decke der Abfertigungshallen verbaut worden sein. Jetzt ist zu klären, ob Einsturzgefahr besteht. Die statischen Berechnungen müssen jetzt Klarheit bringen. Solange wird die Fertigstellung gestoppt.

Da is nicht nur ein Wurm drin, dass muß eine ganze Familie sein.

Lenin – Auferstanden aus Brandenburger Sand

10 Sep
„Berlin, Tatra T6A2+T6A2+B6A2 (2)“ von Felix O - Leninplatz, Berlin with Tatra KT4D tram,. August 1990. Lizenziert unter CC BY-SA 2.0

Berlin, Tatra T6A2+T6A2+B6A2 (2)“ von Felix O – Leninplatz, Berlin with Tatra KT4D tram,. August 1990. Lizenziert unter CC BY-SA 2.0

 

Kurz vor seinem hundertsten Geburstag wurde sein Denkmal am 19. April 1970 feierlich auf den heutigen Platz der Vereinten Nationen  enthüllt.

Wladimir Iljitsch Lenin, geboren am 22.April 1870 in Uljanowsk und gestorben am 21.Januar 1924. Als Führungsperson der Revolution im damaligen Russland verehrt und natürlich auch in der DDR hoch geschätzt.

„Lenin“ von Unbekannt Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons

„Lenin“ von Unbekannt Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons

1968 fand die Grundsteinlegung zur Neugestaltung des Platzes statt, welcher dann mit der Enthüllung des Lenindenkmals zeitgleich als Leninplatz eingeweiht wurde. Er sollte ein Zeichen des überragenden Wohnungsbau in der DDR sein.

1991 wurde das Lenindenkmal von der Denkmalliste der DDR entfernt und auch vom Leninplatz, der kurz mal, auf den Schilder jedenfalls, Ritter Runkel Platz hieß. (Ritter Runkel ist eine Figur aus einem der wenigen DDR-Comics, „Mosaik“)

Das Denkmal wurde im Südosten Berlins vergraben und der Platz dafür geheimgehalten und dann vergessen worden. Heute wurde der Kopf wieder ausgegraben und abtransportiert. (Der rbb berichtete heute darüber). Der Sandsteinkopf wurde in die Berliner Zitadelle gebracht und soll ab 2016 – auf einem Sockel ruhend – Teil der Ausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ sein.

„Lenin-office-1918“ von Ocup, P.A.. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons -

„Lenin-office-1918“ von Ocup, P.A.. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia

Garnisonskirche Potsdam

24 Aug

Nach der Nicolaikirche und der Heiliggeistkirche in Potsdam, soll auch eine weitere Kirche in Potsdam erwähnt werden, die einmal auf der gedachten Linie zwischen den beiden Kirchen stand. Die heute nicht mehr existierende Garnisonskirche.

Garnisonkirche_in_Potsdam zeno.org - Contumax GmbH & Co. KG im Märkischen Museum Berlin

Garnisonkirche in Potsdam   Foto: zeno org – Contumax GmbH & Co.KG                          Original im Märkischen Museum Berlin

 

Sie wurde von Philipp Gerlach entworfen und von 1730 bis 1735 errichtet. Die dort vorher stehende Kirche musste abgerissen werden, weil sie im Untergrund teilweise absagte und mit Rissen einzustürzen drohte. Daher ließ König Friedrich Wilhelm I. für die Angehörigen seines Hofstates und der Garnison diese Kirche errichten. Der Turm hatte eine Höhe von über 88 Meter dessen obere Holzetage ziert an der Spitze eine Wetterfahne.

Potsdam_–_GK-Spitze Unbekannt Author wrote the Story but he used and didn't breate the fotos or pictures before

Potsdam Garnisonskirchenspitze            Unbekannter Author   wrote the Story but he used and didn’t breate the fotos or pictures before

 

In diesen Turm kam damals das, von Paul Meuer um fünf Bassglocken erweiterte, Glockenspiel der 1722 geweihten ersten Garnisonskirche.

Die neue Garnisonskirche dann wurde am 17.August 1732 geweiht und 1740 wurde die Gruft der Garnisonskirche zur letzten Ruhestätte Friedrich I. Auch sein Sohn Friedrich II. wurde in dieser Gruft beigesetzt, allerdings gegen seinen ausdrücklichen Willen. Während der Besatzung Potsdams durch Napoleon 1806 stellte dieser aus Respekt vor der Grabstätte Friedrichs des Großen, die Garnisonskirche unter seinen persönlichen Schutz und sie wurde nicht, wie die Heiliggeistkirche und die Französische Kirche, zweckentfremdet.

Nach den Befreiungskriegen gegen Frankreich, Österreich und Dänemark wurden eroberte Fahnen und Standarten in der Garnisonskirche ausgestellt. Diese verschwanden 1919 spurlos aus der Kirche, obwohl sie hätten gemäß Versailler Vertrags hätten zurückgegeben werden müssen.

Potsdam_Garnisonskirche_um_1900 Album von Potsdam und Umgegend. Globus Verlag Berlin, 1904 Urheber unbekannt

Potsdam Garnisonskirche um 1900     Album von Potsdam und Umgegend. Globus Verlag Berlin, 1904    Urheber unbekannt

 

Zwischen 1856 und 1918 fanden dann diverse Umbauarbeiten und Renovierungen im Inneren der Garnisonskirche statt. Der Architekt Friedrich Laske musste auch neuzeitliche Forderungen zur Beleuchtung, zur Heizung und zum Brandschutz in die optisch aufzuwertenden Umbauten mit einfließen lassen.

Karl Daubitz hatte dann von 1925 bis 1930 die Leitung der größeren äußeren Instandsetzungen.

Nach dem Reichstagsbrand 1933 fand die Eröffnungsfeier des Reichstages am 21. März 1933 in der Garnisonskirche statt, die eigentliche Eröffnungssitzung fand am gleichen Tag im Berliner Krolloper statt.

Während des Zweiten Weltkrieges 1943 wurden die Särge Friedrich I. und seines Sohnes Friedrich des Großen aus Angst vor Angriffen in einen bombensicheren Bunker evakuiert. Bei den Luftangriffen auf Potsdam am 14. und 15. April 1945 wurde die Garnisonkirche nicht getroffen, aber der lichterloh brennende benachbarten „Lange Stall“ löste auch Feuer in der Garnisonskirche aus. Sie brannte komplett aus und durch die enorme Hitze des Brandes explodierte dann auch noch ein im Kirchenschiff liegender Blindgänger. Es stand also nur noch der gemauerte Turm (ohne seine hölzerne Spitze Reste des Kirchenschiffs. Einige Gegenstände konnte noch während des Brandes vom Altar gerettet werden.

1949 wurde die Garnisonskirche zur Heilig-Kreuz-Kirche umbenannt und 1950 konnte eine im Turm eingerichtete Kapelle von der Gemeinde genutzt werden. 1967 besuchte Walter Ulbricht Potsdam und forderte die Beseitigung dieser preußischen Kriegsruine. Das geschah dann im April 1968 durch mehrere Sprengungen. 1971 wurde dann an dem Platz der Garnisonskirche das Datenverarbeitungszentrum Potsdam (DVZ) errichtet.

Garnisonkirche1966potsdam Foto Ulamm

Potsdam Garnisonkirche 1966 Foto Ulamm

 

Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten gab es viel Hin und Her um einen eventuellen Wiederaufbau. Der Stiftung Garnisonskirche Potsdam hatte z.B. im Juli 2013 die Baugenehmigung für den Turm der Garnisonskirche am alten Platz. Im März 2014 startete dann ein Bürgerbegehren für ein „Potsdam ohne Garnisonskirche“ in dessen Folge die Stadtverordnetenversammlung beschloss, den Versuch zu unternehmen die „Stiftung Garnisonkirche Potsdam“ aufzulösen. Es entstand die bundesweite Initiative „Christen brauchen keine Garnisonkirche“. Es gibt also bis zum heutigen Tag keine neue Garnisonskirche in Potsdam.

Für konkretere Informationen empfehle ich Wikipedia Die Garnisonskirche (Potsdam)