Sputnik Made in Germany ? Teil 2 – mit Mirak III nach Kummersdorf

5 Mrz

Fortsetzung von Teil 1

Triebwerksprüfstand in Kummersdorf.

Triebwerksprüfstand in Kummersdorf.

Auf dem Gelände des ehemaligen preussischen Kriegsministerium wurden die MIRAK 1 und die MIRAK 2 entwickelt. Der Erststart erfolgte dort am 10. Mai 1931.
Bevor der „Verein für Raumschifffahrt“ Ende 1932 wegen Platzproblemen seinen Sitz vom Tegeler Weg / Bahnhof Jungfernheide nach Kummersdorf verlegte, begannen bereits 1930 geheime Versuche mit Raketenbrennöfen.

Unter Leitung von Walter Dornberger wurden für diese Zwecke dort Versuchsstände, Konstruktions- und Messbaracken errichtet. Ende 1930, Anfang 1931 entstand zwischen den Schießbahnen Ost und West die Versuchsstelle West.

Zuerst stand die Erprobung von der Industrie gelieferten Schwarzpulvertreibsätzen auf dem Programm.

Im August 1932 kam dann die in Reinickendorf entwickelte 3,6m lange und 20kg schwere  mit Flüssigkeitstreibstoff betriebene Rakete zur Erprobung nach Kummersdorf. Das Heereswaffenamt hatte diese schon bestellt.

Das Triebwerk in der Rakete entwickelte so viel Schub, dass sie bis 70m Höhe aufstieg, bevor sie gezielt abstürzte. Eine gefährliche Versuchsreihe in besiedeltem Gebiet.

Der Strahlteiler Kummersdorf. Hier wird der Raketenstrahl gelenkt. Die erste Startrampe der Welt

Der Strahlteiler Kummersdorf. Hier wird der Raketenstrahl gelenkt. Die erste Startrampe der Welt

Am 22.06.1932 machten sich dann Rudolf Nebel, Wernher von Braun, Beermüller und Ehmayer von Reinickendorf mit zwei Drei-Liter-Flüssigkeitsraketen vom Typ Mirak III zum Testen auf nach Kummersdorf. Wernher von Braun war von den technischen Voraussetzungen in Kummersdorf so beeindruckt, dass er am 01.10.1932 mit all seinem Wissen und seinen bisherigen Erfahrungen nach Kummersdorf wechselte. Zur selben Zeit begann auch der Bau eines 6x4m großen Prüfstandes für Pulverraketen. Zum Prüfstand gehörten auch zwei Baracken mit Werkstatt, Dunkelkammer, Arbeitszimmer und Konstruktionsraum.

Der erste Brennversuch in dem neuen Prüfstand am 21.12.1932 misslang leider. Dabei wurde fast der gesamte Prüfstand vernichtet. Er wurde wieder aufgebaut und genutzt. Wegen der hohen Auslastung dieses Prüfstandes wurde dann 1934 ein zweiter Prüfstand erbaut.

Agregat 2 Testkammer in der Heeresversuchsanstalt Kummersdorf

Agregat 2 Testkammer in der Heeresversuchsanstalt Kummersdorf ( Hinten Einschüsse russischer Angriffe Ende 1945 )

Zeitgleich 1934 wurde an den ersten kompletten mit Flüssigtreibstoff angetriebenen Raketen begonnen. Die Rakete mit einem Gewicht von 150kg sollte von einer Rinne mit dem Agregat1 (A1) gestartet werden. Dazu kam es aber nicht. Es begannen statt dessen die Arbeiten am Projekt „A2″und einem neuen Triebwerk mit 1000kg Schubkraft.

Wernher von Braun legte im Juni 1935 dem Heer und der Luftwaffe ein Konzept für eine zentrale Raketenversuchsanstalt vor. Die gesamte Entwicklung der Raketen in Deutschland sollte zentralisiert werden. „Alles unter einem Dach“ sollte die Entwicklung beschleunigen.
Außerdem war die Stadt Luckenwalde, die Ortschaften Sperenberg und auch Zossen zu dicht an den Versuchsstartrampen. Außerdem konnten bei höheren Reichweite die geheimen Labore der Vers. Gottow ( Versuchsanstalt Gottow ) getroffen werde, wo bereits  Versuche an Treibstoffen und dem so genannten N-Stoff liefen.
Dieses Konzept wurde im April 1936 angenommen und die Errichtung der „Heeresversuchsanstalt Peenemünde“ oder „HVA“ in Norden der Insel Usedom beschlossen.

Teststand V2 Triebwerk

Teststand V2 Triebwerk

Bild oben. Hinter Panzerglas beobachteten die deutschen Raketen Pioniere den Antriebsstrahl der späteren V2 Rakete. Es kam besonders auf den Startmoment an, bevor die Rakete selbst lenkend fliegen konnte.

Siehe auch :
Sarin und N-Stoff aus Falkenhagen

Quellen: © Fotos eigene.

Sputnik – made in Germany ? Teil1

21 Feb

Erste Versuche mit Pulverraketen fanden in Deutschland bereits 1914 statt.

Hermann Julius Oberth veröffentlichte 1923 eines der ersten Bücher zum Thema Raketentechnik. „Die Rakete zu den Planetenräumen“ war sein erstes Buch, 1929 erschien dann sein bedeutendes Werk „Wege zur Raumschifffahrt.“ Dieses Werk regte eine große Zahl von Forschern an. Am 05.Juli 1927 trafen sich etwas 20 begeisterte Forscher im „Goldenen Zepter“ in Breslau und gründeten den „Verein für Raumschifffahrt“ Dieser Verein wuchs bald auf 500 Mitglieder. Man experimentierte bald in der Nähe von Berlin (Tegel) mit Flüssigkeitstriebwerken.

Hermann Oberth (in der Mitte im Profil) demonstriert sein Flüssigtreibstoffrakete in Berlin im Jahr 1930. Zweiter von rechts steht der 18-järige Student Wernher von Braun.

Bildquelle: National air and space museum, Washington DC

Es wurde dabei mit Alkohol und flüssigem Sauerstoff experimentiert. Raketenpionier Johannes Winkler versuchte etwas später auf der Ostseeinsel „Oie“
( Greifswalder Bodden ) einen Test mit einer Methanrakete. Der erste Start gelang ihm dann am 21.02.1931 bei Dessau.

1929 ließ Reichswehrminister Wilhelm Groener die militärische Verwendbarkeit von Flüssigkeitsraketen durch Prof Dr. Dr. Karl Becker testen.

Zeitgleich entwarf der damals 17 jährige Wernher v. Braun seine „Theorie der Fernrakete“. Im Frühjahr 1930 wurde Dipl. Ing. Walter Robert Dornberger von der Heereswaffenanstalt als Hilfsreferent eingestellt, Später wurde er zum Generalmajor der deutschen Wehrmacht  ernannt und war für das gesamte deutsche Raketenwaffen-Programm des Heereswaffenamts verantwortlich.

Raketentestes Ostseeinsel Die ( Greifswald )

Raketentestes Ostseeinsel Die ( Greifswald ) ©Chron-Paul CC BY-SA 3.0 de

Im Juli 1930 wird erstmals, die dann 1932 patentierte Kegeldüse für Flüssigtriebwerke geprüft. 1931 suchte das Heereswaffenamt dringend tüchtige und erfahrene Mitarbeiter  für die aufzubauende Versuchsstelle für Flüssigraketen in Kummersdorf. Dazu wurden Walter Dornberger, Ernst Ritter von Horstig und Oberst Karl Becker als Zivilisten getarnt auf den Raketenflugplatz Berlin Tegel geschickt.

Nach wiederholten Besuchen der drei wurden Rudolf Nebel und Wernher von Braun Angebote zur Zusammenarbeit gemacht, die sie dann auch annahmen.

Ende 1932 verlegte dann der „Verein für Raumschifffahrt“ wegen Platzproblemen seinen Sitz von Tegel nach Kummersdorf.

Der junge Wernher von Braun übernahm die technische Leitung und Walter Dornberger die militärische Leitung.

In Kummersdorf wurden dann die Aggregate A1, A2 und A3 zwischen 1933 und 1936 entwickelt

Adolf Hitler formulierte dann, nach der Machtübernahme der NSDAP, die Aufgabe sehr konkret. Es sollte eine Rakete entwickelt werden, die eine Tonne Sprengstoff über mindestens 175km zielgenau platziert transportiert.

Fortsetzung Teil 2

Bunkeranlage Seewerk Falkenhagen N-Stoff Sarin Bunker

19 Feb
Bunker Seewerk Falkenhagen

Bunker Seewerk Falkenhagen © BEG CC BY 3.0

In Falkenhagen wurde ab 1939 eine unterirdische Bunkeranlage gebaut. Die Planungen des „Seewerkes“  wurde unter der Führung der Verwertungsgesellschaft für Montanindustrie GmbH (MONTAN) durchgeführt.
( 1916 gegründet und in Besitzt des Deutschen Reiches ).
Die MONTAN hatte die Aufgabe wichtige  Anlagen im Auftrag und mit Mitteln des Reiches zu erwerben und zu unterhalten.

Quelle Dr. H. Hofmann zu den Bezeichnungen des Werks:
Muna Ost/Buswerk Falkenhagen/M.O.,
Falkenhagen/Seewerk,
Falkenhagen/Firma Allchemie,
Turon GmbH/MONTURON Seewerk,
Falkenhagen-Briesen/N-Stoff-Werk/Großanlage Sarin II.

Gedacht als Fertigungsstätte von Raketentreibstoff, befanden sich auch weitere Laboreinrichtungen in den unterirdischen Geschossen. Nach unbestätigten Angaben, hatte die IG Farben, die wohl die Labors betrieb, dort den Auftrag, auch ein geruchloses unsichtbares Giftgas zu entwickeln. Es gelang die Herstellung von Sarin. Mitte 1945 sollte die großangelegte Produktion beginnen.

Im September 1943 übernahm die IG Farben das Werk Falkenhagen von der MONTAN.
Die „Turon GmbH“ mit Sitz in Ludwigshafen wurde gegründet und gehörte fortan zu  50% MONTAN und 50% IG Farben, der Firmensitz wechselt 1944 nach Briesen/Mark.

Der Ärger mit der WaffenSS begann ebenfalls 1944. Laut Albert Speers Aufzeichnungen geht es um die ersten Tage im Juni 1944. Hitler wollte die weitere Erprobung, sowie die Produktion des N-Stoffes der SS unter der Leitung von SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Otto Schab, deutscher Ingenieur, und Experte für Wehrwissenschaften übergeben. Zuvor hatte das  Heer der Übernahme des N-Stoffes eine Absage erteilt. Speer äußerten Bedenken und schlug stattdessen vor, daß die Produktion innerhalb der chemischen Produktion verbleiben sollte.
Daraufhin änderte Hiltler den Plan. So hatte der Reichsführer SS Himmler zunächst die Erprobung  des N-Stoffes vorzunehmen um später zu entscheiden, ob die Produktion zur SS geht oder innerhalb der MONTURON verbleibt.

Albert Speer Falkenhagen Seewerk

Bundesarchiv, Bild 183-B22744 © CC BY-SA 3.0 de

Aktenvermerke der MONTAN vom 25.07.1944:
Befehl Hitlers vom 07.07.1944 Übernahme des N-Stoff-Werkes durch die Waffen-SS.
23.07.1944  Die Waffen SS erscheint im Seewerk und verlangt die Übernahme des Werks auf Grund des Führerbefehls.
Ablehnung Speer an Himmler im Schriftwechsel vom 26.07.1944

Ende August 1944  kam es im „Schloß Glau“ zur klärenden Konferenz zwischen der WaffenSS, der  MONTURON und der IG Farben.

Ergebnis : „Falls der N-Stoff den Erwartungen entspricht, übernimmt die SS auch die kaufmännische Leitung der N-Stoff-Anlage“.

(Quelle: Florian Schmaltz, Kampfstofforschung, Major Edmund Tilley (Enemy Exploitation Section, FIAT), Report in Chemical Warfare, Based on Interrogation and Written Reports by Jürgen E. von Klenck, 6.12.1945, Bl. 13, PRO [NA, Kew] London, FO 1031/97. Himmlers Versicherung an Speer, 31.7.1944, BA Berlin, NS 19/3910, fol. 85 )

Nach dem Ende des II.Weltkrieg blieb das Areal militärisches Sperrgebiet. Die Legenden über die Nutzung zwischen 1945 und 1965 sind verschieden. Sie reichen von der Schweinezucht, Lazarett und Heilstätte bis KFZ-Instandsetzungsbetrieb. Bereits 1960 begann durch Spezialkräfte der NVA der Umbau der Bunkeranlagen. Danach soll der Bunker als Führungstelle der sowjetischen Streitkräfte genutzt worden sein. Und später dann als Gefechtsstand für die Lenkung der Truppen des Warschauer Vertrags. Es wurden aber bisher keine bestätigenden Quellen gefunden. Es bleiben also Rätsel offen.

Nach dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte wurde das Gelände an das damalige Bundesvermögensamt übergeben, 2003 wurde es dann an einen Berliner Investor verkauft. Dieser ging Konkurs. Es wurden dann noch 2 Paintball-Großveranstaltungen ohne behördliche Genehmigung durchgeführt. Im Dezember 2012 war dann auch damit Schluß. Aus Sicherheitsgründen wurde der Zutritt zu dem 35 ha großen Gebiet gesperrt.

Weitere Quellen: Wikipedia, Zeitzeugen der NVA

 

 

 

Herbst trotz Wärme

17 Okt

Ein Tag wie heute, sollte uns nicht vergessen lassen: Mitte Oktober ist Herbst.

Dieses Wetter lässt uns die Natur im Herbst besonders genießen. 

 Schöne Färbungen der Blätter, Pilze in Unmengen. Wer sonst nur Pilze suchen war ist in diesen Tagen beim Pilze sammeln. 

Bitte aber nur Pilze, die man genau kennt. Wer sich unsicher ist, sollte nur das farbige Laub in den Wäldern genießen.

Auch geocaching wäre bei diesem Wetter ein idealer Zeitvertreib.

Deutscher Flugzeugbau im Berliner Umland – Bücker Flugzeugbau

22 Feb

Der ehemalige Marineflieger des Ersten Weltkriegs, Carl Clemens Bücker, gründete 1921 die Svenska Aero in Schweden. Nach den Versailler Vertrag, durften in Deutschland zu dieser Zeit keine Militärflugzeuge gebaut werden. Er begann mit dem lizensiertem Bau von Flugzeugen der Casparwerke und Henkel.

Von Alan D R Brown – Gallery page httpwww.airliners.netphotoZlin-Z-381-%28C-106%290235205LPhoto http://cdn-www.airliners.netaviation-photosphotos5020235205.jpg

Nach dem Ende der Weimarer Republik, 1933, gründete er die Bücker Flugzeugbau. 1935 zog er dann in eine größere, im Bauhaus-Stil erbaute, Werksanlage nach Rangsdorf

Auch sein schwedischer Chefkonstrukteur, Anders J. Anderson folgte ihm. Es entstanden Flugzeuge, die den Namen „Bücker“ weltweit bekannt machten. So die Bü131 „Jungmann“ und die Bü133 „Jungmeister“. Bücker 133C Jungmeister (Baujahr 1937) bei den Bautzener Flugtagen 2016  Von Fiver, der Hellseher – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0,

Die Deutsche Luftwaffe hatte aber nur Interesse an Schulungsflugzeugen über 80PS. Um doch mit von Richthofen ins Geschäft zu kommen entstand die Bü131B mit einem 105PS Motor. Der größe Durchbruch blieb aber aus. Es  wurden nur wenige Bü131 und Bü133 verkauft. Offenbar war der Preis von 12.000RM bzw. 14.000RM ausschlaggebend. Lediglich die Klemm Kl25 war noch günstiger in der Anschaffung (10.600RM).

Dafür kamen ab 1935 viele Aufträge aus dem Ausland. (u.a. Rumänien, Ungarn, Niederländisch-Indien, Schweiz und Japan) Am 21.Mai 1939 wurden bei einem Absturz eines „Stieglitz“ der benachbarten Reichsschule für Motorflug ca. 50 fertige Flugzeuge zerstört. Militärisch erlangten die Bücker-Flugzeuge kaum Bedeutung. Man empfahl die Entwicklung eines Volksflugzeuges. Der „Student“ stellte einige Weltrekorde auf, dennoch gab es für dieses Flugzeug keine großen Abnehmer. Ende 1937 wurde dann das Schulflugzeug Bü181 entwickelt, bei der Lehrer und Schüler erstmals nebeneinander saßen. Diese wurde dann endlich ein Erfolg und zum Standartschulflugzeug der Luftwaffe.                                                                       Bü 181                                                               Von Alan D R Brown – Gallery page httpwww.airliners.netphotoZlin-Z-381-%28C-106%290235205LPhoto httpcdn-www.airliners.netaviation-photosphotos5020235205.jpg, GFDL, https://commons.wikimedia.orgwindex.phpcurid=27346411-2

Im Zweiten Weltkrieg wurden dann Teile für den Sturzkampfbomber JU87, die Focke-Wulf Fw190 und für Bombenleitwerke hergestellt.

Nach 1945 übernahmen Spezialeinheiten der Roten Armee das Gelände. Sie nutzten es überwiegend für Hubschrauberstarts und die Wartung von Triebwerken.

Nach dem Abzug der Roten Armee wurde das Gelände nicht mehr genutzt. Der Förderverein Bücker-Museum Rangsdorf e.V. bietet bis heute Führungen an und kümmert sich so weit wie möglich um den Erhalt der noch vorhandenen Anlagen.

Quellen : Wikipedia, eigene

Bunker bei Wilhelmshorst – Rätsel der Kindheit

20 Feb

Was gibt es Schöneres als als Kind unbeschwert außerhalb der Stadt die Wälder nach Abenteuern zu durchstreifen. So auch meine Kindheit. Anfang der 70´er Jahre in den Wäldern um Wilhelmshorst. Die kurzen Wege über den Fuchsberg zur Großen Eiche oder die längeren zum Teufelssee. Immer fand man irgendwas Neues.

In Richtung des damaligen Lagers der Grenztruppen der DDR unter der Hochspannungsleitung durch, fanden wir Munitionsreste und Gruben im Waldboden. Bomben aus dem 2.Weltkrieg? Schützenlöcher? oder doch was Anderes? Und dann war da noch ein Zaun, der nicht zum Armeelager gehörte. Schilder mit „Betreten verboten“ machten das Gelände noch interessanter. Also Loch im Zaun suchen und Schauen, was da war. Es ging einen Hügel hinauf. Auf dem Hügel Rohre, die aus dem Boden kamen mit Deckel, damit es nicht reinregnet. Und dann auch noch Schächte mit ner Leiter in der Wand und unten eine Tür. Was machen Kinder? Natürlich untersuchen. Tür zu. Schade.

Da waren wir natürlich öfter. Die Neugierde war einfach groß. Irgendwann war dann mal ´ne Tür offen. Also reinschauen. Büros, Leitungen, Kabel….. Dann Geräusche, als würde eine Tür klappen. Wir natürlich so schnell wie möglich raus und weg. Das Rätsel, wozu der Bunker diente, konnten wir damals nicht klären.

Die Einen im Ort meinten… Wasserwirtschaft…. Andere wieder …..Post….Telefon…. Andere meinten dann, es kann auch ein Treffpunkt der Stasi gewesen sein. Das Neue Forum, nach der Wende, hat da wohl auch ermittelt. Ergebnisse hab ich nicht mehr gehört. Also ist dieses Rätsel meiner Kindheit, für mich bis heute nicht gelöst. Vielleicht meldet sich ja ein Leser hier und löst das Rätsel. Oder ein Geocacher hinterläßt Informationen.

 

Flugzeugbau in der DDR

23 Jan

Zentralbild/Loewe gemeinfrei Bundesarchiv_Bild_183-54953-0004,_Flugzeugwerk_Dresden,_Flugzeug_152

 

Am 5. April 1961 endete ein in Dresden-Klotsche damals vielversprechendes Vorhaben der damaligen DDR.

Ursprünglich sollten 1962 die ersten „152“ von geplanten 80 strahlgetriebenen Passagierflugzeugen an die Deutsche Lufthansa der DDR ausgeliefert werden. Dazu kam es aber nicht.

Unter der Leitung von Professor Brunolf Baade, dem früheren Ingenieur von Junkers, begann 1954 der Flugzeugbau in der DDR.

Auf der Basis des experimentellen Bombenflugzeug Samoljot 150 der Sowjetunion begann ein Ingenieurteam mit der Entwicklung der „152“. Sie entsprach damals den modernsten aerodynamischen Erkenntnissen. Die westlichen Produkte in Bezug auf düsengetriebene Flugzeuge war zu diesem Zeitpunkt nicht weiter.

Das Flugzeug war 31,4 Meter lang, für eine Reichweite von 2000 Kilometer konzipiert und sollte 800 Kilometer pro Stunde erreichen.

Dies sollte mit in Pirna entwickelten Triebwerken vom Typ „Pirna 014“ erreicht werden.

Der erste Rollout, am Vorabend des 1.Mai 1958, fand allerdings noch mit leeren Triebwerksgondeln statt. Die Triebwerke waren noch nicht fertig, aber der Termin sollte aus politischen Gründen eingehalten werden.

So fand später auch der erste Testflüg mit Triebwerken aus sowjetischer Produktion statt.

Diesen Testflug bezeichneten Testpilot Willi Lehmann, Co-Pilot Kurt Bemme und Mechaniker Paul Heerling, bis auf ein paar Kleiunigkeiten als zufriedenstellend.

Baade-152-ZYA_B_author-Grunherz  gemeinfrei

 

Der zweite Flug der „152V1“ endete nach einer Flughöhe von 6000 Metern und Triebwerksausfall mit dem Absturz bei Ottendorf-Okrilla.

Ursache waren Fehler in der Kraftstoffversorgung.

Die nächsten Flüge fanden am 26. August und 4. September 1960, jetzt mit den Triebwerken „Pirna 014“, statt. Diese Flüge dauerten 20 bzw. 22 Minuten. Weitere Flüge sollten erst durchgeführt werden, wenn alle Problem der Kraftstoffversorgung geklärt wären. Dazu kam es dann nicht mehr.

Da bis dahin schon mehr als 2 Milliarden Mark in die Entwicklung des ersten deutschen Düsenverkehrsflugzeug geflossen waren zog das Zentralkomitee der SED am 5.April 1961 den Auftrag zum Bau zurück und gab keine Gelder mehr für die Weiterentwicklung aus.

Somit waren nicht „Hansa Jet HFB 320“ und auch nicht die „VFW 614“ die ersten deutschen Düsenverkehrsflugzeuge, sondern die in der DDR entwickelte „152V1“.

 

Zurück in die Zukunft

21 Okt

 

21. Oktober 2015 um 16:29 kalifornischer Zeit landet Marty McFly mit dem DeLorean in seiner eigenen Zukunft. Also heute.

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DeLorean in den Universal-Studios in Orlando Florida

 

Der Film von 1989 mit Michael J. Fox und Christopher Lloyd kennt sicher fast jeder, ist diese Handlung nun Realität geworden? Zeitreisen? Klappt noch nicht richtig. In die Zukunft kommen ist ganz einfach. Setz Dich in die Ecke und warte, dann kommst Du ganz allein in die Zukunft. Reisen in die Vergangenheit? Physikalisch theoretisch geht es auch. Einfach mit Überlichtgeschwindigkeit rückwärts bewegen. Einfach was Schnelles bauen. Ne quatsch, hat noch keiner geschafft.

Weitere Vorhersagen aus diesem Klassiker sind ebenfalls nicht eingetreten. Fliegende Autos sind nicht zum Standard geworden, fliegen Skateboards auch nicht. Dafür sind Flachbildschirme und tragbare Telefone als damalige Vision eingetreten. Auch die ständig steigende wirtschaftliche Kraft der asiatischen Länder wurde vorhergesagt.

Wer heute diesen Film sehen will, einfach Fernsehen an.

 

 

66. Jahrestag der Gründung

7 Okt

 

„German Democratic Republic flag 01“ von Dickelbers - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

von Dickelbers – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

7.Oktober 1949

Die DDR wird gegründet. Als Staat auf deutschem Boden. Sie soll das Muster einer sozialistischen Regierungsform an der direkten Grenze zum Kapitalismus sein.

Wie die Ereignisse von 1989 und 1990 zeigten, ist dieses Experiment, die Theorien von Marx und Engels in die Praxis zu führen mißglückt.

Zu dem Warum, braucht man hier nichts schreiben, das ist bekannt. Nur vergessen und total verurteilen sollte man diesen Versuch nicht.

Personalsausweis_für_Deutsche_Staatsangehörige,_Deutsche_Demokratische_Republik,_1954_-_Vers._02-02

Personalsausweis für Deutsche Staatsangehörige Deutsche Demokratische Republik 1954

 

Deshalb hier nur ein paar Fakten zur Errinnerung.

Die DDR erstreckte sich durchschnittlich etwa 450 Kilometer in Nord-Süd-Richtung, die mittlere Ost-West-Ausdehnung betrug rund 250 Kilometer. Der nördlichsten Punkt der DDR war der Ort Gellort auf Rügen, der südlichsten Punkt war in Schönberg im Vogtland, der westlichste Punkt in der Nähe des Dorfes Reinhards und der östlichste in der Nähe zwischen Rothenburg und Görlitz.

Auf 108.179 km² lebten im Jahr 1988 etwa 16,675 Millionen DDR-Bürger.

Staatsoberhäupter: Wilhelm Pieck (1949-1960), Walter Ulbricht (1960-1973), Willi Stoph (1973-1976), Erich Honnecker (1976-1989), Egon Krenz (1989) Manfred Gerlach (1989-1990)

Die letzten Feierlichkeiten zum Gründungstag wurden 1989 mit einer großen Militärparade begangen, die Feierstunde im damaligen Palast der Republik war von Demonstrationen begleitet. Und niemand, der dort Feiernden ahnte, das dies die letzte Feier dieser Art dort war.

Gedenktafel_Alexanderplatz_(Mitte)_Wir_sind_das_Volk

Gedenktafel Alexanderplatz (Mitte) Wir sind das Volk

 

Gedenken wir an dieser Stelle bitte auch den Menschen, die ihr Leben verloren, weil sie diese Art der Gesellschaftsordnung nicht so wollten.

mehr Fakten und Infos zur DDR

Königlich-Preußische Kriegsschule

6 Okt

Von der Reichskriegsschule zur SED-Bezirksleitung und zum Landtag

Scherl Bilderdienst Ehemalige Kriegsschule, jetziges Reichsarchiv auf dem Brauhausberg in Potsdam [1929] 33959-29

Scherl Bilderdienst
Ehemalige Kriegsschule, jetziges Reichsarchiv auf dem Brauhausberg in Potsdam [1929]
33959-29

Als Königlich-Preußische Kriegsschule auf Weisung Kaiser-Wilhelms II. wurde von 1899 bis 1902 ein Gebäudekomplex auf dem Brauhausberg errichtet, der auch heute noch über Potsdam tront.

Franz Schwechten erstellte die Pläne und Martin Meyer übernahm die Bauleitung. Als Haupteingang wurde der, dort bereits stehende, 1804 für Königin Luise errichtete 64m hohe Aussichtsturm, umbaut.

In der Kriegsschule wurden bis 1914 die Offiziere aller Armeen des Deutschen Kaiserreichs ausgebildet. Durch den Versailler Vertrag waren in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg Kriegsschulen verboten. Man beschloß, das Gebäude zum Reichsarchiv umzugestalten.

Wärend der ständigen Umgestaltungen und Erweiterungen wurde der Turm auf 50m reduziert. Im Jahr 1936 wurde das nun zum Heeresarchiv Potsdam ernannte Archiv zur selbstständigen Behörde.

Scherl Bilderdienst Potsam; Heeresarchiv auf dem Brauhausberg. Foto: Dorneth; 23. Nov. 1937 14982-37

Scherl Bilderdienst
Potsam; Heeresarchiv auf dem Brauhausberg.
Foto: Dorneth; 23. Nov. 1937
14982-37

Die Bombardierung Potsdams am 14. April 1945 zerstörte das Gebäude teilweise und mit ihm auch viele Unterlagen. Bis Juni 1948 befand sich die sowjetische Militäradministratur darin. Das Land Brandenburg nutzte es dann für die Abteilung Steuer- und Finanzwesen. Der Landesverband der SED setzte sich aber gegen die Landesregierung durch. Nach Auflösung der Länder und Neuordnung in Bezirken der DDR am 1. August 1952 zog die SED-Bezirksleitung dort ein. Der Volksmund nannte das weithin sichtbare Gebäude mit dem Symbol der SED nur noch „Kreml“ in Anlehnung an die Ausrichtung der SED nach Moskau.

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Foto: 2014 M.Friedrich

1990 beschloß der neue Brandenburgische Landtag seinen Sitz in die ehemalige Kriegsschule zu verlegen. Auch der Einsatz von mehreren von Millionen DM schaffte die erforderliche Kapazität nicht. Es wurde also als Provisorium bezogen und ungünstig genutzt. Also ein neuer Beschluß: Wiederaufbau des alten Stadtschloß!

Die letzte Landtagssitzung fand dort am 22.08.2013 statt. Seit Januar 2014 hat der Landtag seinen Sitz im Stadtschloß.

Was wird nun aus diesem Gebäude mit einer solchen Wechselgeschichte auf dem Brauhausberg oberhalb des Kaiserblicks? Laut Wikipedia …. unklar….