DR Eisenbahn Katastrophe Genshagener Heide 1982

23 Feb
Bhf Genshagener Heide

Bhf Genshagener Heide

Am 31.Oktober 1982, kurz nach 19 Uhr verlässt die Lok 132 431 der Deutschen Reichsbahn der DDR den Rangierbahnhof Neuseddin in Richtung Osten, Richtung Berlin. Es herrscht dichtester Nebel mit Sichtweiten unter 50 Metern. Was er nicht weiß: Ein mit 800 Personen besetzter Personenzug ( P 11485 ) fährt unmittelbar vor ihm mit gedrosselter Geschwindigkeit auf Grund einer Signalstörung durch die Dunkelheit. Der Führer des Personenzuges wendet das vorgeschriebene Verfahren für „permissives Fahren bei schlechten Sichtbedingungen“ an. Somit ist bei Dunkelheit und Nebel eine Höchstgeschwindigkeit von 10km/h oder weniger vorgeschrieben. Der Kollege des Güterzugs, hinter ihm, hatte eine Geschwindigkeit von 50km/h in den Kontrollhebel der Diesellok eingerastet.

19821031-DR-Unfall-Genshagener-Heide-Fahrt-Frei-00

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Der Güterzug holt den Personenzug ein und fährt mit einem Geschwindigkeitsüberschuß von 40 km/h auf. Durch den ungebremsten Aufprall verkeilt sich der letzte Waggon mit der Diesellok. Obwohl Helfer der Volkspolizei, Feuerwehr, Transportpolizei, Rettungskräfte und Zivilverteidigung sofort den hoch aufgeschütteten Bahndamm erreichen, kommt für sieben Reisende sowie für den Lokführer jede Hilfe zu spät. 49 weitere Personen werden verletzt.
Schnell werden die Verletzten auf die Krankenhäuser Potsdam, Königs Wusterhausen und Ludwigsfelde verteilt.
Eine damals 19 jährige Praktikantin im Krankenhaus Ludwigsfelde kommt am 1. November 1982 um 5:30 Uhr zu ihrem ersten Dienst. Sie erinnert sich genau an die vielen Einlieferungen mit zum Teil schweren Verletzungen. Eine sehr stille Frau hatte ihr Kind verloren, leicht Verletzte wurden später von der Aktuellen Kamera interviewt.
Mittags um 12:55 kann der eingleisige Betrieb wieder aufgenommen werden, abends wird wieder in beiden Richtungen gefahren.

Gens-heide-stellwerk2

Gens-heide-stellwerk2©Global Fish

Quellen : Neues Deutschland, eigene

Deutscher Flugzeugbau im Berliner Umland – Bücker Flugzeugbau

22 Feb

Der ehemalige Marineflieger des Ersten Weltkriegs, Carl Clemens Bücker, gründete 1921 die Svenska Aero in Schweden. Nach den Versailler Vertrag, durften in Deutschland zu dieser Zeit keine Militärflugzeuge gebaut werden. Er begann mit dem lizensiertem Bau von Flugzeugen der Casparwerke und Henkel.

Von Alan D R Brown – Gallery page httpwww.airliners.netphotoZlin-Z-381-%28C-106%290235205LPhoto http://cdn-www.airliners.netaviation-photosphotos5020235205.jpg

Nach dem Ende der Weimarer Republik, 1933, gründete er die Bücker Flugzeugbau. 1935 zog er dann in eine größere, im Bauhaus-Stil erbaute, Werksanlage nach Rangsdorf

Auch sein schwedischer Chefkonstrukteur, Anders J. Anderson folgte ihm. Es entstanden Flugzeuge, die den Namen „Bücker“ weltweit bekannt machten. So die Bü131 „Jungmann“ und die Bü133 „Jungmeister“. Bücker 133C Jungmeister (Baujahr 1937) bei den Bautzener Flugtagen 2016  Von Fiver, der Hellseher – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0,

Die Deutsche Luftwaffe hatte aber nur Interesse an Schulungsflugzeugen über 80PS. Um doch mit von Richthofen ins Geschäft zu kommen entstand die Bü131B mit einem 105PS Motor. Der größe Durchbruch blieb aber aus. Es  wurden nur wenige Bü131 und Bü133 verkauft. Offenbar war der Preis von 12.000RM bzw. 14.000RM ausschlaggebend. Lediglich die Klemm Kl25 war noch günstiger in der Anschaffung (10.600RM).

Dafür kamen ab 1935 viele Aufträge aus dem Ausland. (u.a. Rumänien, Ungarn, Niederländisch-Indien, Schweiz und Japan) Am 21.Mai 1939 wurden bei einem Absturz eines „Stieglitz“ der benachbarten Reichsschule für Motorflug ca. 50 fertige Flugzeuge zerstört. Militärisch erlangten die Bücker-Flugzeuge kaum Bedeutung. Man empfahl die Entwicklung eines Volksflugzeuges. Der „Student“ stellte einige Weltrekorde auf, dennoch gab es für dieses Flugzeug keine großen Abnehmer. Ende 1937 wurde dann das Schulflugzeug Bü181 entwickelt, bei der Lehrer und Schüler erstmals nebeneinander saßen. Diese wurde dann endlich ein Erfolg und zum Standartschulflugzeug der Luftwaffe.                                                                       Bü 181                                                               Von Alan D R Brown – Gallery page httpwww.airliners.netphotoZlin-Z-381-%28C-106%290235205LPhoto httpcdn-www.airliners.netaviation-photosphotos5020235205.jpg, GFDL, https://commons.wikimedia.orgwindex.phpcurid=27346411-2

Im Zweiten Weltkrieg wurden dann Teile für den Sturzkampfbomber JU87, die Focke-Wulf Fw190 und für Bombenleitwerke hergestellt.

Nach 1945 übernahmen Spezialeinheiten der Roten Armee das Gelände. Sie nutzten es überwiegend für Hubschrauberstarts und die Wartung von Triebwerken.

Nach dem Abzug der Roten Armee wurde das Gelände nicht mehr genutzt. Der Förderverein Bücker-Museum Rangsdorf e.V. bietet bis heute Führungen an und kümmert sich so weit wie möglich um den Erhalt der noch vorhandenen Anlagen.

Quellen : Wikipedia, eigene

Daimler-Benz Flugmotorenwerk Genshagen, Motoren für die ME 109

22 Feb
Me 109 beim Start

Me 109 beim Start © Kogo CC BY-SA 2.0

 

Berlin 1934, Adolf Hitler ist seit einem Jahr Reichskanzler. Sein Parteifreund Hermann Göring ist Reichsminister der Luftfahrt. Aus seinem Ministerium kommt die Anfrage an Daimler Benz eine neue Fabrik für die Massenproduktion von Flugmotoren zu bauen. 1935 wird der Bau beschlossen, 1936 begonnen und nach einer Rekordzeit von 6 Monaten nimmt die modernste Fabrik Europas die Produktion auf. Das Daimler Werk in Untertürkheim plant und konstruiert die Motoren, in Berlin Marienfelde läuft die Vorserienproduktion während in Genshagen die Massenproduktion beginnt. In den folgenden Jahren läuft die Kriegproduktion für die Motoren der DB 600er-Serie an. Es werden hauptsächlich die Motoren DB605 für die spätere Version der Messerschmitt Bf 109, aber auch 110 und 111 hergestellt und ausschließlich auf den speziell errichteten Prüfständen getestet.

Messerschmidt BF 109G Triebwerk

Messerschmidt BF 109G Triebwerk © gemeinfrei

Während des zweiten Weltkriegs wird ca. jeder 7. deutsche Flugmotor in Genshagen produziert, geprüft und ausgeliefert. Daimler Genshagen beschäftigt 18.000 Menschen, davon etwa 4000 Zwangsarbeiter aus den besetzten Gebieten Osteuropas. Das Werk erreicht imposante Produktionzahlen von 10500 Motoren pro Jahr, insgesamt werden 34000 Triebwerke hergestellt, zuletzt verlässt alle 10 Minuten ein Flugmotor das Werk.

Am 6. August 1944, einem Sonntag und im Krieg regulären Arbeitstag, wird das Werk aus der Luft angegriffen, Die Schäden sind verheerend. Das Werk Genshagen wird so stark zerstört, dass keine Produktion mehr stattfinden kann. 104 Arbeiter sterben und werden in Ludwigsfelde beigesetzt.

Bombenangriff auf das Daimlerwerk Genshagen

Bombenangriff auf das Daimlerwerk Genshagen

Trümmer der Prüfstände der Flugmotoren

Trümmer der Prüfstände der Flugmotoren

Quellen: Wikipedia / Daimler / Zeitzeugen

Irissee Terrassen Wilhelmshorst. Werk des Architekten Albert Gessner

21 Feb
Irissee Terrassen Wilhelmshorst, Brandenburg

Irissee Terrassen Wilhelmshorst, Brandenburg

Der Irissee in Wilhelmshorst, südlich von Potsdam, ist Teil einer Schmelzwasserrinne von Michendorf bis Bergholz, früher weiter bis Berlin. Anfangspunkt ist der Lienewitzsee nahe Ferch am Schwielowsee.
Professor Albert Gessner ( 1868 – 1953 ), Berliner Architekt, plante 1911 die Landhauskolonie im Irisgrund, Wilhelmshorst. Verkehrsgünstig an der Bahnlinie Berlin-Leipzig gelegen, war eine der Hauptambitionen der Anlage eine naturverbundene, offene Lebensform mit großen Gärten umzusetzen. Mittelpunkt der Anlage waren die Irissee Terrassen, ein Treffpunkt der Bürger mit Blick auf den Irissee. Das Bild oben zeigt den Ort der Terrassen , von denen heute nichts mehr zu erahnen ist. Lediglich die Eingangslaternen sind erhalten.
Fast – Fertigstellung war etwa 1914.

Infotafel Irissee im Irisgrund Wilhelmshorst

Infotafel Irissee im Irisgrund Wilhelmshorst

Seit Beginn des 2. Weltkriegs verlandete der See und das Wohngebiet verfiel zusehends.
Zu Zeiten der DDR wohnten hier nur noch wenige Menschen.
Anwohner : „Da ist es total verloddert. Es hat sich niemand drum gekümmert. War total verwildert“.
Im Oktober 1991 plante man eine Sanierung und es gab sogar Mittel in Höhe von 1,65 Millionen Mark. Am 13.6.1992 wurde der erste sanierte Bauabschnitt feierlich mit Anwesenheit vom damaligen Umweltminister und späterem Ministerpräsidenten, Mathias Platzek, übergeben, trotz Fund einer Fliegergranate und deren Räumung lief es bis dahin gut.
Im Oktober 1995 war dann ein Oktoberfest mit feierlicher Übergabe. 1997 sank der Wasserspiegel, weil das Grundwasser sich in Wilhelmshorst um 2 Meter absenkte und nicht genug Oberflächenwasser nachfloss. Auch heute ist der Wasserstand des Sees deutlich zu gering.

Irissee Wilhelmshorst, Wasserstand zu gering

Irissee Wilhelmshorst, Wasserstand zu gering

Bunker bei Wilhelmshorst – Rätsel der Kindheit

20 Feb

Was gibt es Schöneres als als Kind unbeschwert außerhalb der Stadt die Wälder nach Abenteuern zu durchstreifen. So auch meine Kindheit. Anfang der 70´er Jahre in den Wäldern um Wilhelmshorst. Die kurzen Wege über den Fuchsberg zur Großen Eiche oder die längeren zum Teufelssee. Immer fand man irgendwas Neues.

In Richtung des damaligen Lagers der Grenztruppen der DDR unter der Hochspannungsleitung durch, fanden wir Munitionsreste und Gruben im Waldboden. Bomben aus dem 2.Weltkrieg? Schützenlöcher? oder doch was Anderes? Und dann war da noch ein Zaun, der nicht zum Armeelager gehörte. Schilder mit „Betreten verboten“ machten das Gelände noch interessanter. Also Loch im Zaun suchen und Schauen, was da war. Es ging einen Hügel hinauf. Auf dem Hügel Rohre, die aus dem Boden kamen mit Deckel, damit es nicht reinregnet. Und dann auch noch Schächte mit ner Leiter in der Wand und unten eine Tür. Was machen Kinder? Natürlich untersuchen. Tür zu. Schade.

Da waren wir natürlich öfter. Die Neugierde war einfach groß. Irgendwann war dann mal ´ne Tür offen. Also reinschauen. Büros, Leitungen, Kabel….. Dann Geräusche, als würde eine Tür klappen. Wir natürlich so schnell wie möglich raus und weg. Das Rätsel, wozu der Bunker diente, konnten wir damals nicht klären.

Die Einen im Ort meinten… Wasserwirtschaft…. Andere wieder …..Post….Telefon…. Andere meinten dann, es kann auch ein Treffpunkt der Stasi gewesen sein. Das Neue Forum, nach der Wende, hat da wohl auch ermittelt. Ergebnisse hab ich nicht mehr gehört. Also ist dieses Rätsel meiner Kindheit, für mich bis heute nicht gelöst. Vielleicht meldet sich ja ein Leser hier und löst das Rätsel. Oder ein Geocacher hinterläßt Informationen.

 

Schloss Steinhöfel, Brandenburg

18 Feb
Schloss Steinhöfel

Schloss Steinhöfel Foto v Peter Dargatz

Schloss Steinhöfel, spätklassizistisches Schloss, etwa 30 Minuten östlich von Berlin.
Zunächst wird 1730 ein Herrenhaus errichtet. 1790, Oberhofmarschall Valentin von Massow kauft das Schloss, baut es im großen Stil um und erweitert es.
Bei einem Besuch des Kronprinzenpaar Friedrich Wilhelm und Luise sind diese derart begeistert von der Anlage, dass man das Schloss Paretz an der Havel in gleichem Stil in Auftrag gibt.
1759, während des siebenjährigen Kriegs, ist  Friedrich der Große zu Gast. Man diniert unter der 370 Jahre alten Königseiche im nordwestlichen Teil der Anlage, etwa 300m vom Hauptbaus entfernt. Wenig später erfährt er am 12.August 1759, in der Schlacht von Kunersdorf, (bis 1945 Cunersdorf geschrieben und heute ein Vorort von Slubice) eine herbe Niederlage. Rund 35.000 Mann sterben.

Schlacht von Cunersdorf

Schlacht von Cunersdorf 1759 © gemeinfrei

1930 wird der Landwirt Rudolf Peine neuer Besitzer. Am 19.April 1945 wird die Gemeinde vor den nahenden Truppen der Roten Armee geräumt. Frankfurt/Oder ist bereits besetzt und die Front an den Seelower Höhen überrannt.
Im Zuge der Bodenreform von 1945 wird das Schloss von der Kumune Steinhöfel enteignet. Die  russische Kommandantur hat das Sagen. Es dient fortan der Konsumgenossenschaft, dem Betreiber der Verkaufseinrichtungen mit dem Namen „Konsum“, als Lagerhaus. Im Laufe der kommenden Jahre verwahrlosen Grundstück und Schloss zusehends.

Im Park des Schlosses Steinhöfel.

Im Park des Schlosses Steinhöfel.©gemeinfrei

Von 2000 bis 2002 erfolgen aufwändige Sanierungsarbeiten an deren Abschluss die Eröffnung als „Schloßhotel Steinhöfel“ steht. Das 40ha große Areal ist zu etwa 90 Prozent noch im Originalzustand.

Adresse: 15518 / Steinhöfel, Schloßweg 04
E14°9.7509′ / N52°23.77133′
Quellen: Wikipedia, eigene

 

 

Einige Kitas und Schulen bleiben wohl heute wegen eines Warnstreiks der Lehrer und Erzieher geschlossen.

Hochbunker Königs Wusterhausen

15 Feb

 

Hochbunker Königs Wusterhausen

Hochbunker Königs Wusterhausen

In Zeesen, dem südlichen Stadtteil von Königs Wusterhausen befindet sich der ehemalige Hoch- und Schutzbunker für den Reichspostminister des dritten Reichs und ein benachbartes Trainingslager der Reichspost.  ( Führungsstelle am Berliner Fernkabelring ) Aufgrund kritischer Bodenverhältnisse konnte auf dem Gelände nicht im Erdreich verbaut werden. Das dreistöckige Gebäude mit seinen mehr als ein Meter dicken Wänden war mit den Postfernkabeln direkt verbunden, besaß eine Notstromeinrichtung sowie nötige Nachrichtentechnik. Offenbar ist die direkte Lage an der Kabeltrasse und die Nähe zu Berlin ein Grund dafür, dass dieser Bunker des  Führungsstabs der Post nicht näher an Wünsdorf lag, wo weitere große Nachrichtenbunker stehen. ( Später sowjetisches Sperrgebiet für Fernmeldewesen )

Siehe aus : Hakeburg Klein Machnow, High Tech Schmiede

Hochbunker Königswusterhausen

Hochbunker Königswusterhausen

Zu DDR Zeiten diente das Gebäude dem Zivilschutz. Die heute noch zu sehende Tarnbemalung im sowjetischen Stil wurde in den siebziger Jahren aufgetragen. Eine Netzersatzanlage (38 KVA) und eine Schleuse wurde ebenfalls hinzugefügt.
Heute ist der Bunker in einem erbärmlichen Zustand und Ziel von Hobby Historikern und Geocachern.

Hochbunker Königswusterhausen

Hochbunker Königswusterhausen

 

Quelle: Eigene, Rundgang mit Anwohnern

Weltrundfunk Sender Königswusterhausen

9 Feb

Von hier aus gehen die Wellen um die Erde!
Die riesige Mast- und Antennenanlage des Weltrundfunk-Senders Königswusterhausen, welcher auf der ganzen Erde gehört werden kann. ( Originalunterschrift des Fotos aus dem Bundesarchiv ) © CC BY-SA 3.0 de

Der „Funkerberg“ in Königswusterhausen, sicherlich eines der imposantesten Bauwerke des frühen 20. Jahrhunderts, hat eine äußerst wechselhafte Geschichte hinter sich. Wie bei den meisten technischen Innovationen steht auch hier die militärische Nutzung zunächst im Vordergrund.
1908 beginnen erste Versuche die neue Funktechnik zu nutzen. Mitten im Krieg geht der Sender Königswusterhausen auf Sendung, um Berlin mit den entfernten Fronten zu verbinden.
1919, der erste Weltkrieg ist verloren, geht die Anlage in den Besitz der Reichspost über. Königswusterhausen wird Hauptfunkstelle des Telegrammfunkverkehrs innerhalb Europas.

Fundament, Sendemast Funkerberg Königswusterhausen

Fundament, Sendemast Funkerberg Königswusterhausen

1925 wird der 243m hohe Mittelturm errichtet, der die Flächenantennen von sechs 210m hohen Sendemasten aufnimmt. Damit ist er weltweit das einzige Bauwerk dieser Art.
Fortan nennen die Einwohner der Stadt den Masten liebevoll den „Dicken“. Ab 1935 ziert der Turm sogar das Wappen der Stadt. Innerhalb der frühen zwanziger Jahre kommen weitere Sendedienste der Wirtschaft, des Luftverkehrs und der Küstenfunkstellen hinzu. Versuche der so genannten Drahtlostelephonie, also das Übertragen von Sprache, führten zur Übertragung des Weihnachtskonzertes am 22.12.1920.

1926 entsteht bereits das Sendehaus 3, indem mit neuster Röhrentechnik gearbeitet wird. Am 7. Januar 1926 beginnt hier die Deutsche Welle zu senden.

Sendehaus Funkerberg Königswusterhausen

Sendehaus Funkerberg Königswusterhausen

Sendehaus Funkerberg Königswusterhausen

Sendehaus Funkerberg Königswusterhausen

Nach dem verloreneren 2. Weltkrieg werden einige Anlagen demontiert. Ab 1949 strahlt von hieraus der sowjetische Militärsender „Wolga“ bis 1985 aus.
Am 13. November 1972 erreicht das Orkantief „Quimburga“ Deutschland. Der Kerndruck beträgt nur 975 Millibar. In Norddeutschland werden 167km/h, auf dem Brocken bereits 245km/h gemeldet. Ganze Waldgebiete knicken in der Folge um wie Streichhölzer. Auch der „Dicke“ in Königswusterhausen kann diesem Winddruck nicht standhalten und stürzt ein.
Nach 1990 und der deutschen Wiedervereinigung wird der Sendebetrieb mehr und mehr ausgelagert. Ab Ende der neuziger Jahre wird nur noch ein 1994 errichteter 67m hoher Sendeturm für Mobilfunk genutzt.
Heute befindet sich dort das Sendermuseum Königs Wusterhausen.

Sender Königswusterhausen

Sender Königswusterhausen, Relikte des Sendebetriebes

 

( Quellen: Wikipedia, Infotafel, Sendepersonal )