Berliner Reichstag Sehenswürdigkeit Berlin

21 Aug
Reichstag, Berlin

Berliner Reichstag

Der Berliner Reichstag, Top 10 Sehenswürdigkeit in der Hauptstadt, Zeitzeuge der keimenden Demokratie nach dem 1.Weltkrieg, des Zusammenbruchs in den Bombennächten des 2. Weltkriegs, Bau der Berliner Mauer und Wiedervereinigung nach 1989.

Nach seiner Fertigstellung 1894 zogen zunächst die Abgeordneten des „Reichstags des Deutschen Kaiserreiches“ ein, nach dem verlorenen Weltkrieg war das monströse Gebäude im Stadtteil Mitte Sitz des „Reichstag der Weimarer Republik.“
Nach 1933 kam es zum, bis heute nicht ganz, geklärten Reichstagsbrand, bei dem unter anderem der Plenarsaal ausbrannte.
Die Abgeordneten mußte in die Krollhaare ausweichen und das Gebäude blieb bis nach dem 2. Weltkrieg wenig saniert. Während der Kämpfe um Berlin war der Reichstag u.a. Lazarett.
Das stark zerstörte Bauwerk, dicht am ebenso zerstörten Brandenburger Tor gelegen, wurde nach der Kapitulation sich selbst überlassen. Das gesamte Areal zwischen Reichstag, Siegessäule und Potsdamer Platz war eine einzige Wüstenei. Der Tiergarten zerstört oder abgeholzt, wurde nach 1945 zur Ackerfläche der Berliner. Hier wurden durch die Notleidende Zivilbevölkerung Lebensmittel angebaut.
Erst 1955 machte die Westdeutsche Regierung einen Plan zum Wiederaufbau des Reichstags. 1973 stand eine „Billigversion“ des ursprünglichen Gebäudes. Allerdings wurde ein großer Plenarsaal eingebaut, in dem laut Willen der Alliierten aber keine Parlamentssitzungen stattfinden durften, so zog ein Museum ein.
Die Berliner Mauer lief vom Brandenburger Platz kommend auf der Westseite des Brandenburger Tores entlang und dann direkt zur Hinterseite des Reichstages. Das Gebäude der heutigen Parlamentarischen Gesellschaft lag also bereits im Osten.
Auf einer Bootstour auf der Spree passiert der Besucher genau diese Stelle.

Am 4. Oktober 1990 fand erstmals nach 57 Jahren wieder eine Parlamentssitzung im Reichstag statt. Am 20.Juni 1991 erhitzen sich die Gemüter im Bonner Wasserwerk. Es ging um den Sitz des Deutschen Bundestag im wiedervereinten Deutschland. Die Stadt Bonn machte massiv mobil gegen die Hauptstadt. Mit Plakaten „Bock auf Bonn“ schwanden die Chancen für Berlin zusehends. Wolfgang Schäuble, der heutige Finanzminister, überzeugte in einer beeindruckenden Rede den Bundestag von der Rolle Berlins in den nachfolgenden Jahren. Damit wurde Berlin schließlich zum Regierungssitz gewählt.
Es begann eine gewaltiger Umbaumarathon. 1999, nach der Sommerpause trat der Bundestag dann im fertigen Reichstag zusammen.

Siehe auch :
Neue Orangerie in Potsdam
Kaiser Wilhelm Blick
Nikolaikirche in Potsdam

Quellen. Eigene Erinnerungen und,
wer es noch genauer wissen möchte: Wikipedia

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Idyllische verborgene Mühle bei Beelitz, Orte in Brandenburg

19 Aug
Mühle Brandenburg

Mühle Brandenburg

Es war einmal eine 1375 ( ! ) gebaute Mühle in Brandenburg, die heute fast unverändert noch in Betrieb ist. Unglaublich, oder? Doch genau so ist es….
Die Papiermühle ist in der Nähe von Beelitz und mit besten Vorraussetzungen errichtet worden. Genügend verfügbares Wasser, starkes Gefälle, Verkehrsanbindung nach Treuenbrietzen oder Potsdam. Dorthin wurde das dringend benötigte Papier per Pferdewagen innerhalb eines Tages gebracht. Im 15. Jahrhundert entwickelte der deutsche Johannes Gutenberg den Druck. Die Revolution für die Papier- und Buch Industrie. siehe auch Wiki
Erst 1974, nach 599 Jahren wurde die Produktion eingestellt.

Brandenburg Mühle

Durch die hohe Fließgeschwindigkeit des Mühlbaches bleibt das Wasser auch bei 40 Grad im Schatten ( Hitzewelle in Brandenburg ) stets kalt und der eine oder andere Dorfhund kühlt Leib und Gemüt gelegentlich. Die Weiten Brandenburgs haben sicher noch sehr viele dieser verschollenen Orte parat und wir, der Blog, freuen uns über jeden Hinweis. Danke 🙂

Papiermühle in Brandenburg

Danke für den Tipp an die Praxis Dimitrowa 🙂

Schwerste Gewitter über Brandenburg

16 Aug
Achtung Unwetter Brandenburg

Achtung Unwetter

Unwetter über Potsdam, 17:30.
Jetzt stimmte die Wettervorhersage doch einmal. Innerhalb weniger Minuten verdunkelte sich gegen 17:30 nahe Potsdam der Himmel. Platzregen und Hagel mit massivem Blitzschlag zog über das Land, während die Besucher der Straßenkaffees versuchten sich vor den Wassermassen zu retten. Starke Böen ließen Äste abknicken und wirbelten alles über die Straßen, was nicht niet und nagelfest war.
Innerhalb von Minuten sank die Temperatur von 33° auf etwa 20° und brachte teils leichte Nebelschwaden.
Während bereits gestern der Hauptbahnhof von Magdeburg überflutete, wird auch in Berlin Brandenburg mit erheblichem Regen in der Nacht gerechnet. Alles in Allem ein Hochsommer der Extreme. Erst im Juli hatte es Hitzerekorde um 40,3°C gegeben, aber auch Frost in der Eifel.

Unwetterzentrale.de

Unwetterzentrale.de

Bei dem immer schwerer einschätzbarem Wetter, insbesondere des Sommers 2015, empfiehlt sich ein Blick auf die Seiten der Unwetterzentrale.

Berliner Fernsehturm und Telespargel

12 Aug
Berlin Alexanderplatz Fernsehturm

Berlin Alexanderplatz Fernsehturm

Der Fernsehturm in Berlin, im früheren Ostberlin, Hauptstadt der DDR, Alexanderplatz. Das ist schon mal eine passende Beschreibung des im Umgangston genannten „Telespargel“. Die Technischen Details sind ebenso beeindruckend, schließlich ist der Fernsehturm , mit seinen 368 Metern, das höchste Bauwerk Deutschlands.
Baujahr 1965 bis 1969, damals absolute Weltklasse mit seinen Schnellaufzügen und dem beliebten Drehrestaurant, symbolisierte die riesige Kugel im Sommer 2006, zur Weltmeisterschaft in Deutschland, einen überdimensionalen Fußball.
Der Fernsehturm ist alles in Einem. Wahrzeichen, Baudenkmal, Treffpunkt, Titelbild und auf jeden Fall ein Muss für jeden Berlin Touristen.
In unmittelbarer Nähe liegt das Nikolaiviertel, das älteste Berliner Viertel. Von hieraus starten eine Vielzahl von Spree Touren durch die Hauptstadt.

Alle Details bei Wikipedia

 

 

12. Armee Wenck rettet sich nach Tangermünde 1945

11 Aug

 

12.Armee Wenck Tangermünde

Es waren die letzten entscheidenden Tage, die die Rettung der 12. Armee bringen sollten. Nachdem General Wenck den Befehl Hitlers, nach Berlin einzumarschieren, nicht mehr befolgen konnte und bei Ferch/ Schwielowsee ein anderer Plan verfolgt wurde, hieß es erst einmal Zeit zu gewinnen. Die Sowjetarmee hatte Berlin eingeschlossen und die 9. Armee bei Halbe ebenfalls.

Bitte lesen Sie zunächst diese beiden Artikel auf die hier aufgebaut wird:
12. Armee Wenck vor Berlin 
9. Armee eingeschlossen in Halbe, Aufbruch zur Armee Wenck

Bis zum 7. Mai 1945 verteidigte sich die Armee Wenck zusammen mit den Resten der 9. Armee, im Schlepptau viele Zehntausende Flüchtlinge und Verwundete, an der Tangermünder Elbbrücke. Die Sowjetarmee hatte die Reichsstrassen besetzt und man hatte es zuletzt per Schleichweg oder Kahn über die Havel bis hierher geschafft. Noch schlimmer kam es am 2. Mai 1945, als russische Panzereinheiten bei Havelberg durchbrachen. Doch die Armee Wenck konnte sich bis zum 3. Mai 1945 nach Tangermünde evakuieren.

Auf der Westseite der Elbe standen Truppen der US-Amerikanischen-Truppen, dem Ziel des deutschen Trosses aus den Resten mehrerer Armeen und Einheiten. Viele Tausende waren in den letzten Tage gefallen oder wurden einfach abgeschlachtet. Doch Organisation und Logistik funktionierten noch.
Für General Wenck war nun der Zeitpunkt gekommen, vor der US-Armee ehrenvoll zu kapitulieren und ihren Feinden die Lage der Armee, der Zivilisten und der Verwundeten u.a. aus Beelitz Heilstätten klar zu machen.

Wehrmacht Tangermünde

Im Rathaus von Stendal wurde am 4. Mai 1945 darüber verhandelt, wer, wie und was die Elbe über die, bis auf einen Holzsteg, zerstörte Brücke passieren durfte.
Dabei gab es 4 Punkte zu klären:
Übernahme der deutschen Verwundeten ( Wehrmacht ),
Evakuierung der deutschen Flüchtlinge,
Evakuierung der deutschen Soldaten,
Deutsche Verbände kommen in US Gefangenschaft.
Besonders dramatisch wurde es , als die Amerikaner die Flüchtlinge nicht über die Elbe lassen wollten, doch am 5.Mai1945 könnte an mehreren Stellen das Übersetzen beginnen. Parallel dazu hatten sich die deutsche Armeen während der ganzen Zeit weiter gegen die Rote Armee versucht zu verteidigen. Und dies in fürchterlichen Kämpfen, bis hin zu Kämpfen Mann gegen Mann.
Offenbar hatten die Verbände der US-Armee und die Rote Armee keinen Kontakt zueinander.
Schlimmer noch: Die amerikanischen Verbände leisteten den deutschen Soldaten, auch den Zivilisten keinerlei Hilfe.
Nach Angaben des Generals Wenck setzten 100.000 Soldaten und 300.000 Flüchtlinge innerhalb der nächsten 2 Tage über, während die Rote Armee verzweifelt versuchte dieses Manöver zu unterbinden. (Heute noch gut bekannte ehemalige deutsche Soldaten, Dieter Hildebrand und Hans-Dietrich Genscher, überlebten dadurch dieses Inverno.)

Entgegen der Stendaler Abmachungen, wurden später wahrscheinlich etwa 10.000 deutsche Soldaten an die Rote Armee ausgeliefert.

Tangermünde Armee Wenck 1945

Tangermünde Armee Wenck 1945

 

Stendal Übergang Armee Wenck

Stendal Übergang Armee Wenck

Quellen: SZ.de, Recherche im Rathaus Tangermünde/ Stendal/ Zeitzeugen, Fotos Fotalia

Spreefahrt Berlin Schiffstour durch die Hauptstadt

10 Aug
Spreefahrt durch Berlin

Spreefahrt durch Berlin

Jedes Jahr fahren hunderttausende Touristen per Schiffchen durch die deutsche Hauptstadt Berlin. Die Spreefahrten bilden für viele Besucher einen absoluten Höhepunkt ihres Aufenthalts. Aber auch die Berliner selbst gönnen sich von Zeit zu Zeit mal einen Auffrischungsturn. Die allermeisten Fahrten auf der Spree starten in der Nähe vom Berliner Dom / Humboldt Forum, dem früheren Palast der Republik. Die  Haltestelle Jannowitzbrücke ist problemlos über Bus und Bahn erreichbar, bietet aber wenig öffentliche Parkmöglichkeiten. Dafür häufen sich die Sehenswürdigkeiten und viele davon sind beeindruckend per Schiff zu steifen.

Sehr zu empfehlen sind folgende lange bis kurze Touren:
Brückenfahrt.
Entweder von der Friedrichstraße oder der Jannowitzbrücke  geht es unter 40 Brücken hindurch. Man passiert auf dem Weg folgende Stationen :
Oberbaumbrücke ,Schloss Charlottenburg, Potsdamer Platz,  Schloss Bellevue, Bundeskanzleramt, Reichstag, sowie die Museumsinsel nahe des Doms.
Preis ca. 38,-  Dauer fast 4 Stunden.

Die kurze Berlin Fahrt
Diese einstündige Spreerundfahrt beginnt entweder im Nikolaiviertel ( unweit vom Dom ) oder in der Friedrichstraße.
Man passiert auf dem Weg folgende Stationen : Reichstag mit Regierungsviertel, den ehemaligen Bundespressestrand, Richtung Hauptbahnhof. Vorbei geht es am sogenannten „Beamten Wurm“, ein geschwungener Komplex für Abgeordnete, zur Lutherbrücke und zurück. Von hieraus kann der Gast einen Blick auf die „Goldelse“ (goldene Figur der Siegessäule) sowie Schloss Bellevue werfen, dann geht es zurück Richtung Museumsinsel und wieder ins  Nikolaiviertel.
Preis ca. 11,-  Dauer etwa 1 Stunde.

Auf allen Schiffen ist für das leibliche Wohl bestens gesorgt und auch die Preise sind moderat. Ein Tipp noch zum Parken in der Gegend. Gegenüber dem Bundeskanzleramt, auf der Bahnhofsseite der Spree, gibt es einen Biergarten in der Elisabeth Abegg Strasse. Gegenüber befindet sich ein größerer Parkplatz.

Palast der Republik Ost Berlin. Ein Ort an dem sich die Geister scheiden

29 Jul
Palast der Republik Berlin

Manfred_pixelio.de

Selten war ein Abriss so umstritten wie der Abriss des Palastes der Republik, Sitz unter anderem der Volkskammer der DDR. Sicher wurde viel Astbest verbaut und eine Sanierung wäre unglaublich teuer geworden, doch das hat man bei anderen Projekten durchaus in Kauf genommen.
Es geht vielmehr um die politische oder kulturelle Frage. Das wiedervereinigte Deutschland wollte einfach dieses Machtzentrum der DDR loswerden, 2006-2008 wurde der Koloss abgerissen. Bis 2019 soll das „Humboldt Forum“ an gleicher Stelle entstehen. Es wird äußerlich dem ehemaligen Berliner Stadtschloss nachempfunden.
Was nach einer Retourkutsche der Systeme aussieht, ( Die DDR hatte nach dem Krieg 1950 das beschädigte Stadtschloss sprengen lassen und den Palast der Republik für 500 Mio DDR Mark bauen lassen, Walther Ulbricht ) ist in Wirklichkeit ein sich seit vielen Jahren quälend dahin ziehender Entscheidungsprozess aller Beteiligten, Behörden, Stiftungen, Banken und der Politik als Ganzes.
Aber zurück zum Palast, „Erichs Lampenladen“ ( wegen den vielen Kugelleuchten im Inneren ) genannt, war durchaus ein besonderes Gebäude. Es hatte eine absolut perfekte Akustik, war bestens mit Restaurants ausgestattet und lag perfekt im Machtzentrum der DDR, Ostberlin. Allerdings beherbergte es auch 5000 Tonnen Astbest, wie gesagt. Die Entsorgung dieses krebserregenden Brandschutz Stoffes kostete alleine später 87Millionen Euro.
Per Boot zu erreichen in einer Tour über die Spree, nahe Dom und Regierungsviertel

Verwandt:
Glienicker Brücke
Geisterbahnhof Potsdamer Platz Berlin 

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Geisterbahnhof Berlin Potsdamer Platz, direkt unter Todesstreifen 1945 1961 1989

29 Jul

Eigentlich war der Potsdamer Platz einst eine Megakreuzung mehrerer Straßen und unter ihm, einiger Bahnlinien. Er gehörte zu den verkehrsreichsten Plätzen weltweit. Da es ständig zu zum Teil schweren Unfällen kam, wurde auf dem Potsdamer Platz eine der ersten Ampeln eingeführt. Allerdings waren die Lichter, die heute noch die Gleiche Bedeutung haben, nicht vertikal sondern nebeneinander angeordnet. Bis 1945 war der Platz eines der Zentren Berlins, Kaufhäuser, Restaurants, oder Kneipen gab es allerorts.
In den verheerenden Bombennächten wurde auch der Potsdamer Platz stark beschädigt und damit alle seine Anlieger. Es blieb nach dem Krieg ein Ort zwischen den 3 Sektoren, die seit der Kapitulation die Stadt teilten.
Siehe auch : Armee Wenck, letzte Schlacht südlich von Berlin

Doch es kam schlimmer. 1961 wurde die „Mauer“, die Ostberlin fortan von Westberlin trennte, quer über den Potsdamer Platz errichtet. Somit war der einst beliebte Platz jetzt ein Geisterort oder militärisches Ost Gebiet. Es sollte bis zum 9.November 1989 dauern, bis sich diese Trennmauer wieder öffnen sollte. Bis dahin blieb der unterirdische Bahnhof, der angeblich einen direkten Zugang zur unmittelbar benachbarten Reichskanzlei in der Vossstrasse ( DDR Gebiet ) hatte, ein Geistesbahnhof. Züge durchquerten den Bahnhof doch hielten nicht. Solche Durchgangsbahnhöfe gab es viele, denn die Berliner S-Bahn, zunächst noch von der DDR Betrieben, unterfuhr im täglichen Betrieb ständig die Deutsch Deutsche Grenze.  Siehe S-Bahn Berlin, 57 Jahre bis zum Normalbetrieb

Die Situation des S-Bahn und U-Bahnnetzes in der Nachkriegszeit ist sicherlich einzigartig . Züge fuhren von Berlin West in Richtung Osten und bekamen Ansagen zu hören wie : „Letzter Bahnhof im amerikanischen Sektor.“ „Letzter Bahnhof im Westsektor.“ und später dann „Letzter Bahnhof in Westberlin.“
„Dit muß man sich so vorstellen.“
erzählt ein BVGler. ( BVG Berliner Verkehrs Gesellschaft)
„Die Bahn fuhr unterirdisch in die Ost-Zone ein und durfte hier aber nicht halten. Sie durchquerte einen oder mehrere Geistesbahnhöfe und fuhr dann wieder in den Westen. Auf diesen fast dunklen und gesperrten DDR Bahnhöfen standen Grenzsoldaten der DDR Truppen und wachten über die ganz langsam durchfahrenden Züge.“

1990 begann der Wiederaufbau des Potsdamer Platzes in den alten Grundrissen. Dabei titelte die Bildzeitung einige Jahre später, mitten während der Bauarbeiten im Untergrund:
„Führerbunker entdeckt.“

Wieder ein Zeitzeuge: “ Nach der Schlagzeile sind wir gleich zum Potsdamer Platz gefahren. Dort gingen wir über den ehemaligen Todesstreifen, der jetzt ein abgeräumter Erdstreifen war. Einige junge spielten an einem Haufenbund liefen weg, als sie uns kommen sahen. Wir passten sie auf der anderen Seite eines Hügels ab, boten ihnen eine Mark, schon wußte wir wo am Tag zuvor ein Loch in die Unterwelt entdeckt wurde.
Es lag direkt am Eingang  zum Bahnhof, Ecke Ebertstrasse,Leipziger Strasse. Die enge Treppe runter waren alte Schilder zu erkennen, etwas Wasser stand in den Gängen. Wir brachen ab, da wir Angst vor Gas hatten und keinerlei Taschenlampen. Am Folgetag waren wir zwar ausgerüstet, aber schon Stunden nach unserem ersten Besuch im Bunkereingang war eine schwere Betonplatte über den Eingang gelegt worden, der die nächsten Jahre auch dort liegen blieb.Ein weiterer Eingang lag noch bis zum Bau der Fall of Berlin auf einem Trümmergrundstück.“

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Göring Bahn Bahnhof Wildpark 1945 Sonderzug Robinson des OKL

27 Jul
Göring Bahn bei Potsdam

Göring Bahn bei Potsdam, Kaiserbahnhof Wildpark

Im OT Geltow der Gemeinde Schwielowsee, Wildpark Werder ( heute Wildpark West ), unter dem großen „Entenfängerberg“ lag bis 1945 das Oberkommando der Deutschen Luftwaffe. Die Bunkeranlage trug den Code-Namen „Großer Kurfürst“.  Der Chef der Anlage war Reichsluftfahrtminister Herman Göring.
Angegliedert an das OKL ( Oberkommando Luftwaffe ) war eine Militärflugschule samt Flugplatz in Werder, das LKS III. Der Weg zu dem heute fast verschwundenen Objekt geht über die Baumgartenbrücke in den Westen der brandenburgischen Stadt, direkt am Zernsee. Für den Besuch des Reichsluftfahrtminister in Potsdam gab es einen eigenen Bahnanschluss, der den Sonderzug von Hermann Göring bis in das OKL brachte. Der Tarnnamen der wahrscheinlich 4 Züge war „Robinson“. Offenbar waren diese zumeist im Bahnhof Wildpark abgestellt um der feindlichen Aufklärung keine Anhaltspunkte zu bieten.

Dort wird heute, 2015 eifrig gebaut und auch der große Wasserturm wird saniert.

Ehemaliger Bahndamm der Göring Bahn Potsdam

Ehemaliger Bahndamm der Göring Bahn Potsdam ( Kurve vom Hauptgleis )

Aus dem Oberkommando der Luftwaffe richtete die Deutsche Reichspost Telefonleitungen in alle benachbarten Nachrichten Zentralen ein. Jüterbog, Nachrichtenbunker „Zeppelin“ in Wünsdorf,  Hochbunker in Treuenbrietzen LV12, Dallgow, Olympisches Dorf Sommerspiele 1936 ) Das Verstärkeramt 4 für die Einspeisung liegt in unmittelbarer Nähe der Straße nach Geltow.

Straße Potsdam Geltow, Brandenburg

Straße Potsdam Geltow, Brandenburg

 

Werder Havel : Flugplatz wandelt sich in Wohnpark mit Bootsanleger

21 Jul
Flugplatz Werder

Flugplatz Werder

Das Foto stammt aus dem Jahr 2007. Es zeigt den Zernsee im Vordergrund, die Insel der Stadt Werder, rechts dann den Glindower See und im Hintergrund den Schwielowsee.
Am rechten unteren Bildrand sieht man eine Art Kanal, davor ein Feld. Hier lag das 1957 geschlossene Flugfeld Werder/ Havel. In der unmittelbaren Umgebung des Schornsteins sind alte Kasernengebäude auszumachen, die heute nach und nach in Wohnraum umgebaut werden.
Doch wo heute Freiheitskipper anlegen war früher eine wichtige Ausbildungsstätte des Reichsluftfahrtministerium (RLM) für Luftwaffenpiloten. Es wurde ab 1934 hier nicht nur ein Flugfeld eingerichtet, sondern auch Unterkünfte und Lehrsäle für Schüler und Lehrer. Diese Schulen mit dem Namen „Luftkriegsschulen“ gab es bereits in Dresden ( LKS1 ) und in Berlin Gatow ( LKS2 ).In Werder ( LKS3 ) kam als zusätzliche Funktion noch die geheime Kommandozentrale der Luftwaffe ( Hermann Göring ) hinzu, die über die Baumgartenbrücke ( Hintergrund ) per PKW innerhalb von 15 Minuten erreicht werden konnte und südlich von Potsdam bei Geltow „Wildpark“ eingerichtet wurde.
Das Flugfeld selbst wurde 1945 von der Roten Armee übernommen. Allerdings nutzte sie es lediglich als Kasernenstandort.
Heute nennt sich der Standort „Havelauen“ und die meisten ehemaligen Kasernen Gebäude wurden abgerissen um Platz für Neubauten zu schaffen. Die unmittelbare Lage zur schiffbaren Havel macht die Wohnlage interessant und die nahen Marinas bieten die Möglichkeit per Boot die Havel zu erkunden.