Mord an Leutnant Klass 1825 / Nesselgrund Templin

14 Okt
Mord an Leutnant Klass 1825 Templin

Mord an Leutnant Klass 1825 Templin

Mord an Leutnant Klass 1825 Templin

Mord an Leutnant Klass 1825 Templin

Etwa auf halbem Wege zwischen der Raststätte/Biergarten Forsthaus Templin und der B2 Michendorf Potsdam findet der Aufmerksame ein allein stehendes Kreuz im Wald.
Einst stand hier ein Steinkreuz, doch 2014 wurde es durch ein Holzkreuz ersetzt.

Die eigentliche Handlung bleibt widersprüchlich. Sicher scheint folgendes:

Auf einer Waldstreife stellt der „Seconde Leutnant Louis Ernst von Klass“, vom Potsdamer Gardejägerbatallion, zwei Wilderer nahe der heutigen Bahntrasse, der sogenannten Kanonenbahn.
Wahrscheinlich handelte es sich ebenfalls um Angehörige der Gardejäger. Beide können schnell von den Polizeiorganen gefasst werden und werden später verurteilt.

Aus den Akten wird später lediglich ersichtlich: Todestag 1. November 1827.
Warum auf dem jetzigen Schild ein vollkommen anderes Datum steht ist z.Zt. unklar.

Quelle: Voigt, Chr. – Von märkischen Wilderern

Potsdamer Gardejäger Bataillon

Potsdamer Gardejäger Bataillon

Alter Schießstand nahe Neuseddin / Flakring um Berlin

1 Okt
alter Schießstand im Wald bei Neuseddin

alter Schießstand im Wald bei Neuseddin

Berlin 1938.
Seit Sommer laufen die Planungen für die Errichtung eines Flakrings um die Reichshauptstadt Berlin. Das gegründete Luftverteidigungskommando 1, ( später 1. Flak Division ) hat fortan die Aufgabe der Luftraumverteidigung Berlins und dem Schutz der Stadt.
Im Wald nahe der brandenburgischen Ortschaft Neuseddin liegt ein ehemaliger Schießstand.
Hier trainierte seit den 40ziger Jahren die Wehrmacht das Schießen auf große Distanzen. Kurz vor Kriegsende war der Bahnhof Neu Seddin stark umkämpft und viele kleine Relikte zeugen noch heute vom Frontverlauf.
Nach dem Krieg schoss hier die Volkspolizei der DDR sowie einige militärische Einheiten.

Folgt man der alten Schießbahn nach Westen, so steigt das Gelände plötzlich stark an. Unter diesem künstlichen Berg lag zu Kriegszeiten eine 105 mm Flak in Doppellafette, die in den 1960ziger Jahren mit Sand verfüllt wurde.
Zur Schwerpunktbildung waren hier offenbar mehrere Geschütze zu einer Batterie montiert und dienten dem Schutz des Bahnhofs im Osten.

Eigentlich war die 105mm 1928 Flak für Großkampfschiffe bei der Firma „Rheinmetall“ in Auftrag gegeben worden. 1933 war auch das Heer an dem Waffensystem interessiert. 1939 war die Kanone weitestgehend entwickelt, die elektrische Steuerung funktionierte störunanfällig und die Wiederladung war automatisiert worden.

Deutsche 105mm Flak 38 und 39

Deutsche 105mm Flak 38 und 39

Die Auslieferung an die Truppenteile erfolgte 1940. Da die Waffen für Fronteinsätze zu schwer war, wurde keinerlei Schutzschild verbaut. Die 105mm diente fortan als Flak zum Schutz der Städte und Anlagen. 1944 wurden bis zu 3 Kanonen täglich gebaut und waren fast 2000 Geschütze im Einsatz.

Siehe auch: Flakring um Berlin

© Fotos eigene/gemeinfrei

 

Der Flakring um Berlin im 2. Weltkrieg Flaktürme und Bomberkrieg

25 Aug

Nach dem verlorenen 1. Weltkrieg bleibt es dem Deutschen Reich laut Versailler Vertrag verboten, Flugabwehrkanonen ( FLAK ) zu bauen oder zu besitzen.
Das OKW ( Oberkommando der Wehrmacht ) unterläuft dieses Verbot, indem sie die ersten Abteilungen als Fahrabteilungen tarnt. 1935 wird die Flak der Luftwaffen angegliedert.

Berlin 1938.
Seit Sommer laufen die Planungen für die Errichtung eines Flakrings um die Reichshauptstadt Berlin. Das gegründete Luftverteidigungskommando 1, ( später 1. Flak Division ) hat fortan die Aufgabe der Luftraumverteidigung Berlins und dem Schutz der Stadt.
Die Einheit besteht zunächst aus 60 schweren und 35 mittleren Batterien sowie den dazugehörigen Scheinwerferstellungen. Sperrballonbatterien sollen den direkten Überflug von Feindflugzeugen über das Gebiet der Reichshauptstadt verhindern. Ab 1941 erreichen schwere Bomberverbände der Alliierten vermehrt Berlin, sodass die Ausstattung der 1. Flak Division bald weit über 100 Geschütze beträgt. Flaktürme entstehen im ganzen Stadtgebiet.

deutsche 12,8 FLAK

deutsche 12,8 FLAK @ gemeinfrei

Technische Daten 12,8 cm FLAK

  • Kaliber: 128 mm
  • Länge des Kanonenrohres 7,8m
  • Reichweite 14,8 km hoch / 20,9 km weit
  • Gewicht Geschoss bis 47,7 kg
  • Gewicht 27 Tonnen
  • Feuerkraft 11 Schuss/min
Bundesarchiv Bild 101I-656-6103-09, Reichsgebiet.- Flak-Turm mit schwerer Flak

Bundesarchiv Bild 101I-656-6103-09, Reichsgebiet.- Flak-Turm mit schwerer Flak CC BY-SA 3.0 de

Das Problem dieser Waffe ist die Trefferquote. Je nach Art der Flak und der Position kommt ein Durchschnitt von etwa 5000 Schuss pro bestätigtem Abschuss der Sache wahrscheinlich recht nahe.
Nach der verhehrenden Dezimierung der deutschen Luftwaffe bleibt die Flak bis zum Kriegsende 1945 das wichtigste Mittel gegen feindliche Bomberverbände.
Die kleinste Einheit einer 8,8 cm Flak besteht aus einem Einzelgeschütz und 10 Mann für den Einsatz. Ab 1943 werden diese äußerst erfolgreichen Kanonen in Großbatterien von bis zu 12 Flakkanonen zusammengefasst.
Durch Verluste an den unterschiedlichsten Fronten werden bis 1945 immer mehr reguläre Soldaten von den Flakstellungen an die Front befohlen. Ersetzt werden sie durch Flakhelfer aus den Jugenddiensten wie die Hitlerjugend, dem BDM ( Bund deutscher Mädchen), durch freiwillige Kriegsgefangene und Volkssturm Männer.

Das Fazit des Bomberkriegs über dem deutschen Reich ist ernüchternd.
Von 1939 bis zum Kriegsende warfen die Alliierten 3,4 Millionen Tonnen Bomben.
( Knapp 28.000 im einem Monat )
Etwa 12000 schwere Bomber wurden abgeschossen.
( Gesamtes Kriegsgeschehen )
Dabei starben etwa 100.000 Besatzungsmitglieder.
Die vierfache Zahl an Soldaten wurde verletzt, zum Teil schwer.

Siehe auch: Endkampf um Berlin

Quellen : Wikipedia/ eigene

Waldbrand bei Fichtenwalde nahe Potsdam – Brandenburg ohne Löschflugzeuge

30 Jul

 

Waldbrand Fichtenwalde Brandenburg

Waldbrand Fichtenwalde Brandenburg

Der Waldbrand bei Fichtenwalde nahe Potsdam scheint nach zunächst geplanter Evakuierung der Ortschaft nun doch unter Kontrolle. Zuvor wurde die A10 und die A9 voll gesperrt, was in der Umgebung Michendorf Beelitz ein Verkehrschaos hervorrief.
Besonders kritisch stellten sich die Löscharbeiten im Knochen trockenen Fichtenwald dar, denn im Waldboden liegen hier noch unzählige Blindgänger der letzten Kriegstage 1945. Einst deckte hier die 12. Armee Wenck die Flucht der 9. Armee Busse aus dem Kessel von Halbe.
80.000 Tote mußten damals in den Wäldern um Fichtenwalde beklagt werden.
Auch heute noch ist die Gegend mit Trichtern, Kampfstellungen und Munition übersäht.

Waldbrand Fichtenwalde Brandenburg

Waldbrand Fichtenwalde Brandenburg

Bis 2014 besaß das Land Brandenburg einige Löschflugzeuge, die in Kyritz stationiert waren. Unter der von der SPD geführten Landesregierung wurden die letzten Flugzeuge verkauft.
( SPD + Linke )
Eine private Firma ( feuerloeschpanzer.de ) rüstete alte T55 Panzer zu Löschpanzern aus, die auch bei Fichtenwalde nun zum Einsatz kamen.
Ebenso wurden Bundeswehr Hubschrauber angefordert. Allerdings sind von den 40 Großhubschraubern der BW nur etwa die Hälfte einsatzbereit.
Quelle : JF 24.7.2018
Die Opposition sieht die Sache kritisch.
So fordern die AFD sowie die CDU eine Neuanschaffung dieser Flugzeuge.

Quellen: Anwohner, 
http://www.pnn.de/pm/1306041/
https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2018/waldbrandgefahr-ausruestung-und-personal-fehlen/

Fotos: gemeinfrei

 

8000 Jahre alte Gräber entdeckt

25 Jun
Groß Fredenwalde

Weinberg.gemeinfrei

Weinberg in Groß Fredenwalde, Uckermark. Wein wächst hier seit 1739 nicht mehr. Die letzten Weinstöcke wurden damals durch starken Frost vernichtet.
Nördlich von Berlin wurden bei Erdarbeiten bereits 1962 Überreste einer sehr alten Grabstätte entdeckt worden. Erdarbeiten an einem Mast führten zu dem Fund.2016 wurden die Überreste erneut untersucht mit einem erstaunlichen Ergebnis. Die Gräber stammen aus der Zeit um 6400 vor Christi und sind damit etwa 8000 Jahre alt.
Unter anderem wurde auch ein Kindergrab entdeckt. Das Kind starb vermutlich an Unterernährung.

Sputnik Made in Germany ? Teil 2 – mit Mirak III nach Kummersdorf

5 Mrz

Fortsetzung von Teil 1

Triebwerksprüfstand in Kummersdorf.

Triebwerksprüfstand in Kummersdorf.

Auf dem Gelände des ehemaligen preussischen Kriegsministerium wurden die MIRAK 1 und die MIRAK 2 entwickelt. Der Erststart erfolgte dort am 10. Mai 1931.
Bevor der „Verein für Raumschifffahrt“ Ende 1932 wegen Platzproblemen seinen Sitz vom Tegeler Weg / Bahnhof Jungfernheide nach Kummersdorf verlegte, begannen bereits 1930 geheime Versuche mit Raketenbrennöfen.

Unter Leitung von Walter Dornberger wurden für diese Zwecke dort Versuchsstände, Konstruktions- und Messbaracken errichtet. Ende 1930, Anfang 1931 entstand zwischen den Schießbahnen Ost und West die Versuchsstelle West.

Zuerst stand die Erprobung von der Industrie gelieferten Schwarzpulvertreibsätzen auf dem Programm.

Im August 1932 kam dann die in Reinickendorf entwickelte 3,6m lange und 20kg schwere  mit Flüssigkeitstreibstoff betriebene Rakete zur Erprobung nach Kummersdorf. Das Heereswaffenamt hatte diese schon bestellt.

Das Triebwerk in der Rakete entwickelte so viel Schub, dass sie bis 70m Höhe aufstieg, bevor sie gezielt abstürzte. Eine gefährliche Versuchsreihe in besiedeltem Gebiet.

Der Strahlteiler Kummersdorf. Hier wird der Raketenstrahl gelenkt. Die erste Startrampe der Welt

Der Strahlteiler Kummersdorf. Hier wird der Raketenstrahl gelenkt. Die erste Startrampe der Welt

Am 22.06.1932 machten sich dann Rudolf Nebel, Wernher von Braun, Beermüller und Ehmayer von Reinickendorf mit zwei Drei-Liter-Flüssigkeitsraketen vom Typ Mirak III zum Testen auf nach Kummersdorf. Wernher von Braun war von den technischen Voraussetzungen in Kummersdorf so beeindruckt, dass er am 01.10.1932 mit all seinem Wissen und seinen bisherigen Erfahrungen nach Kummersdorf wechselte. Zur selben Zeit begann auch der Bau eines 6x4m großen Prüfstandes für Pulverraketen. Zum Prüfstand gehörten auch zwei Baracken mit Werkstatt, Dunkelkammer, Arbeitszimmer und Konstruktionsraum.

Der erste Brennversuch in dem neuen Prüfstand am 21.12.1932 misslang leider. Dabei wurde fast der gesamte Prüfstand vernichtet. Er wurde wieder aufgebaut und genutzt. Wegen der hohen Auslastung dieses Prüfstandes wurde dann 1934 ein zweiter Prüfstand erbaut.

Agregat 2 Testkammer in der Heeresversuchsanstalt Kummersdorf

Agregat 2 Testkammer in der Heeresversuchsanstalt Kummersdorf ( Hinten Einschüsse russischer Angriffe Ende 1945 )

Zeitgleich 1934 wurde an den ersten kompletten mit Flüssigtreibstoff angetriebenen Raketen begonnen. Die Rakete mit einem Gewicht von 150kg sollte von einer Rinne mit dem Agregat1 (A1) gestartet werden. Dazu kam es aber nicht. Es begannen statt dessen die Arbeiten am Projekt „A2″und einem neuen Triebwerk mit 1000kg Schubkraft.

Wernher von Braun legte im Juni 1935 dem Heer und der Luftwaffe ein Konzept für eine zentrale Raketenversuchsanstalt vor. Die gesamte Entwicklung der Raketen in Deutschland sollte zentralisiert werden. „Alles unter einem Dach“ sollte die Entwicklung beschleunigen.
Außerdem war die Stadt Luckenwalde, die Ortschaften Sperenberg und auch Zossen zu dicht an den Versuchsstartrampen. Außerdem konnten bei höheren Reichweite die geheimen Labore der Vers. Gottow ( Versuchsanstalt Gottow ) getroffen werde, wo bereits  Versuche an Treibstoffen und dem so genannten N-Stoff liefen.
Dieses Konzept wurde im April 1936 angenommen und die Errichtung der „Heeresversuchsanstalt Peenemünde“ oder „HVA“ in Norden der Insel Usedom beschlossen.

Teststand V2 Triebwerk

Teststand V2 Triebwerk

Bild oben. Hinter Panzerglas beobachteten die deutschen Raketen Pioniere den Antriebsstrahl der späteren V2 Rakete. Es kam besonders auf den Startmoment an, bevor die Rakete selbst lenkend fliegen konnte.

Siehe auch :
Sarin und N-Stoff aus Falkenhagen

Quellen: © Fotos eigene.

1951 Massenabsturz 13 Ilyushin IL-10 bei Kemlitz

5 Mrz
Massenabsturz Ilyushin Il-10 bei Kemlitz 1951

Scene eines Absturzes.

Flugfeld Reinsdorf nahe Jüterbog,Brandenburg, 14.April.1951. 26 Männer der sowjetischen Luftwaffe rollen in ihren Flugzeugen auf die 1280m lange Grasstartbahn des ehemaligen „Arbeitsflugfeldes der Luftwaffenflugschule Gatow“.
Noch wenige Jahr zuvor waren hier deutsche Jäger zur „Reichsluftverteidigung“ stationiert  gewesen. Seit 1945 diente Reinsdorf als Dezentralisierungsflugplatz der sowjetischen Jagdflugzeuge aus Jüterbog.

An diesem Samstag im April 1951 ist es im Berliner Umland leicht bewölkt mit angesagten Schauern, als sich die 13 Maschinen zur Verbandsübung der sowjetischen 16. Luftarmee  in Bewegung setzen. Nach dem Start setzen sie wahrscheinlich Kurs auf das Zielgebiet in der Lieberoser Heide, dem 26 500 Hektar großen Bombenabwurf- und Schießübungsplatz, auf dem bis in die 1990ziger Jahren auf der sogenannten „Höhe 100“ tausende Tonnen an Munitionsresten abgeladen werden sollten. In seiner Ausdehnung ist die Gegend die größte wüstenartige Gegend Deutschlands.
Kurz vor der Autobahntrasse Berlin – Dresden liegt die Ortschaft Kemlitz. Beim Vorbeiflug kommt es zur bis heute ungeklärten Massenkatastrophe der Staffel. Trümmerteile verteilen sich über die gesamte Gegend und werden noch  Jahre später gefunden. Die sowjetische Armee birgt  26 tote Männer. Es gibt keine Überlebenden.

Doch warum kam es zu dem gleichzeitigen Absturz aller dreizehn  Ilyushin IL-10 Flugzeuge? Die Flugzeit von Reinsdorf nach Kemlitz beträgt nur wenige Minuten. Für die knapp 25 Kilometer lange Strecke entlang der B102 benötigt eine Ilyushin IL-10 nach dem Steigflug etwa 7 Minuten. Selbst wenn der Treibstoffverbrauch sehr hoch war, die technischen Unterlagen der IL-10 sind hier nicht eindeutig, so sind für diesen Flug etwa 10-30 Liter Treibstoff nötig. Das könnte etwa der Menge entsprechen, die sich ständig in den Treibstoff Leitungen befindet. Ist diese Menge verbraucht, kommt frischer Sprit aus den Tanks zum Motor.
Fazit : Es wäre möglich, daß sich ein falscher Treibstoff in den Tanks des mit „Superbenzin“ betriebenen Ilyushin IL-10 Motors befunden hat. Tankt man in diesem Fall z.B. JET Treibstoff, so kommt es zu dem gleichen Effekt, als würde man einen Ottomotor mit Diesel betanken.

Ilyushin Il-10

Ilyushin Il-10 in Nordkorea © gemeinfrei

Natürlich gibt es denkbar weitere Unfallursachen wie Sabotage, Staubwolken, zu enge Staffelung der Maschinen, Methangas oder ähnliche. Allerdings sind all diese Ursachen höchst unwahrscheinlich und würden den Gesamtverlust aller Flugzeuge nicht erklären.

Blick von der „Tribüne“ auf dem „Generalshügel“ in Richtung der ehemaligen Schießbahn des vormaligen sowjetischen (russischen) Truppenübungsplatzes Lieberose in der Lieberoser Heide bei Lieberose, Landkreis Dahme-Spreewald, Brandenburg, Deutschland. Von der „Tribüne“ aus verfolgten die militärischen Leitungskräfte den Ablauf der Schießübungen entlang der Schießbahn sowie die Manöver. Seit dem Abzug der Russen verfallen die Militärgebäude zunehmend bzw. wurden im Zuge der Konversion bereits abgerissen. Auch die Schießbahn ist in Folge der natürlichen Sukzession stellenweise bereits wieder recht dicht bewaldet. (Hinweis: Das Foto entstand während einer fachlich geleiteten Führung.)

Blick von der „Tribüne“ auf dem „Generalshügel“ in Richtung der ehemaligen Schießbahn des vormaligen sowjetischen (russischen) Truppenübungsplatzes Lieberose in der Lieberoser Heide bei Lieberose, Landkreis Dahme-Spreewald, Brandenburg, Deutschland. Von der „Tribüne“ aus verfolgten die militärischen Leitungskräfte den Ablauf der Schießübungen entlang der Schießbahn sowie die Manöver. Seit dem Abzug der Roten Armee verfallen die Militärgebäude zunehmend bzw. wurden im Zuge der Konversion bereits abgerissen. Auch die Schießbahn ist in Folge der natürlichen Sukzession stellenweise bereits wieder recht dicht bewaldet.

( Foto und Text: © J.-H. JanßenEigenes Werk
(Hinweis: Das Foto entstand während einer fachlich geleiteten Führung.)
( Lizenz : 
CC BY-SA 3.0 )

Quelle: eigene, Anwohner, robb Online – Lieberoser Heide.

 

 

Sputnik – made in Germany ? Teil1

21 Feb

Erste Versuche mit Pulverraketen fanden in Deutschland bereits 1914 statt.

Hermann Julius Oberth veröffentlichte 1923 eines der ersten Bücher zum Thema Raketentechnik. „Die Rakete zu den Planetenräumen“ war sein erstes Buch, 1929 erschien dann sein bedeutendes Werk „Wege zur Raumschifffahrt.“ Dieses Werk regte eine große Zahl von Forschern an. Am 05.Juli 1927 trafen sich etwas 20 begeisterte Forscher im „Goldenen Zepter“ in Breslau und gründeten den „Verein für Raumschifffahrt“ Dieser Verein wuchs bald auf 500 Mitglieder. Man experimentierte bald in der Nähe von Berlin (Tegel) mit Flüssigkeitstriebwerken.

Hermann Oberth (in der Mitte im Profil) demonstriert sein Flüssigtreibstoffrakete in Berlin im Jahr 1930. Zweiter von rechts steht der 18-järige Student Wernher von Braun.

Bildquelle: National air and space museum, Washington DC

Es wurde dabei mit Alkohol und flüssigem Sauerstoff experimentiert. Raketenpionier Johannes Winkler versuchte etwas später auf der Ostseeinsel „Oie“
( Greifswalder Bodden ) einen Test mit einer Methanrakete. Der erste Start gelang ihm dann am 21.02.1931 bei Dessau.

1929 ließ Reichswehrminister Wilhelm Groener die militärische Verwendbarkeit von Flüssigkeitsraketen durch Prof Dr. Dr. Karl Becker testen.

Zeitgleich entwarf der damals 17 jährige Wernher v. Braun seine „Theorie der Fernrakete“. Im Frühjahr 1930 wurde Dipl. Ing. Walter Robert Dornberger von der Heereswaffenanstalt als Hilfsreferent eingestellt, Später wurde er zum Generalmajor der deutschen Wehrmacht  ernannt und war für das gesamte deutsche Raketenwaffen-Programm des Heereswaffenamts verantwortlich.

Raketentestes Ostseeinsel Die ( Greifswald )

Raketentestes Ostseeinsel Die ( Greifswald ) ©Chron-Paul CC BY-SA 3.0 de

Im Juli 1930 wird erstmals, die dann 1932 patentierte Kegeldüse für Flüssigtriebwerke geprüft. 1931 suchte das Heereswaffenamt dringend tüchtige und erfahrene Mitarbeiter  für die aufzubauende Versuchsstelle für Flüssigraketen in Kummersdorf. Dazu wurden Walter Dornberger, Ernst Ritter von Horstig und Oberst Karl Becker als Zivilisten getarnt auf den Raketenflugplatz Berlin Tegel geschickt.

Nach wiederholten Besuchen der drei wurden Rudolf Nebel und Wernher von Braun Angebote zur Zusammenarbeit gemacht, die sie dann auch annahmen.

Ende 1932 verlegte dann der „Verein für Raumschifffahrt“ wegen Platzproblemen seinen Sitz von Tegel nach Kummersdorf.

Der junge Wernher von Braun übernahm die technische Leitung und Walter Dornberger die militärische Leitung.

In Kummersdorf wurden dann die Aggregate A1, A2 und A3 zwischen 1933 und 1936 entwickelt

Adolf Hitler formulierte dann, nach der Machtübernahme der NSDAP, die Aufgabe sehr konkret. Es sollte eine Rakete entwickelt werden, die eine Tonne Sprengstoff über mindestens 175km zielgenau platziert transportiert.

Fortsetzung Teil 2

Bunkeranlage Seewerk Falkenhagen N-Stoff Sarin Bunker

19 Feb
Bunker Seewerk Falkenhagen

Bunker Seewerk Falkenhagen © BEG CC BY 3.0

In Falkenhagen wurde ab 1939 eine unterirdische Bunkeranlage gebaut. Die Planungen des „Seewerkes“  wurde unter der Führung der Verwertungsgesellschaft für Montanindustrie GmbH (MONTAN) durchgeführt.
( 1916 gegründet und in Besitzt des Deutschen Reiches ).
Die MONTAN hatte die Aufgabe wichtige  Anlagen im Auftrag und mit Mitteln des Reiches zu erwerben und zu unterhalten.

Quelle Dr. H. Hofmann zu den Bezeichnungen des Werks:
Muna Ost/Buswerk Falkenhagen/M.O.,
Falkenhagen/Seewerk,
Falkenhagen/Firma Allchemie,
Turon GmbH/MONTURON Seewerk,
Falkenhagen-Briesen/N-Stoff-Werk/Großanlage Sarin II.

Gedacht als Fertigungsstätte von Raketentreibstoff, befanden sich auch weitere Laboreinrichtungen in den unterirdischen Geschossen. Nach unbestätigten Angaben, hatte die IG Farben, die wohl die Labors betrieb, dort den Auftrag, auch ein geruchloses unsichtbares Giftgas zu entwickeln. Es gelang die Herstellung von Sarin. Mitte 1945 sollte die großangelegte Produktion beginnen.

Im September 1943 übernahm die IG Farben das Werk Falkenhagen von der MONTAN.
Die „Turon GmbH“ mit Sitz in Ludwigshafen wurde gegründet und gehörte fortan zu  50% MONTAN und 50% IG Farben, der Firmensitz wechselt 1944 nach Briesen/Mark.

Der Ärger mit der WaffenSS begann ebenfalls 1944. Laut Albert Speers Aufzeichnungen geht es um die ersten Tage im Juni 1944. Hitler wollte die weitere Erprobung, sowie die Produktion des N-Stoffes der SS unter der Leitung von SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Otto Schab, deutscher Ingenieur, und Experte für Wehrwissenschaften übergeben. Zuvor hatte das  Heer der Übernahme des N-Stoffes eine Absage erteilt. Speer äußerten Bedenken und schlug stattdessen vor, daß die Produktion innerhalb der chemischen Produktion verbleiben sollte.
Daraufhin änderte Hiltler den Plan. So hatte der Reichsführer SS Himmler zunächst die Erprobung  des N-Stoffes vorzunehmen um später zu entscheiden, ob die Produktion zur SS geht oder innerhalb der MONTURON verbleibt.

Albert Speer Falkenhagen Seewerk

Bundesarchiv, Bild 183-B22744 © CC BY-SA 3.0 de

Aktenvermerke der MONTAN vom 25.07.1944:
Befehl Hitlers vom 07.07.1944 Übernahme des N-Stoff-Werkes durch die Waffen-SS.
23.07.1944  Die Waffen SS erscheint im Seewerk und verlangt die Übernahme des Werks auf Grund des Führerbefehls.
Ablehnung Speer an Himmler im Schriftwechsel vom 26.07.1944

Ende August 1944  kam es im „Schloß Glau“ zur klärenden Konferenz zwischen der WaffenSS, der  MONTURON und der IG Farben.

Ergebnis : „Falls der N-Stoff den Erwartungen entspricht, übernimmt die SS auch die kaufmännische Leitung der N-Stoff-Anlage“.

(Quelle: Florian Schmaltz, Kampfstofforschung, Major Edmund Tilley (Enemy Exploitation Section, FIAT), Report in Chemical Warfare, Based on Interrogation and Written Reports by Jürgen E. von Klenck, 6.12.1945, Bl. 13, PRO [NA, Kew] London, FO 1031/97. Himmlers Versicherung an Speer, 31.7.1944, BA Berlin, NS 19/3910, fol. 85 )

Nach dem Ende des II.Weltkrieg blieb das Areal militärisches Sperrgebiet. Die Legenden über die Nutzung zwischen 1945 und 1965 sind verschieden. Sie reichen von der Schweinezucht, Lazarett und Heilstätte bis KFZ-Instandsetzungsbetrieb. Bereits 1960 begann durch Spezialkräfte der NVA der Umbau der Bunkeranlagen. Danach soll der Bunker als Führungstelle der sowjetischen Streitkräfte genutzt worden sein. Und später dann als Gefechtsstand für die Lenkung der Truppen des Warschauer Vertrags. Es wurden aber bisher keine bestätigenden Quellen gefunden. Es bleiben also Rätsel offen.

Nach dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte wurde das Gelände an das damalige Bundesvermögensamt übergeben, 2003 wurde es dann an einen Berliner Investor verkauft. Dieser ging Konkurs. Es wurden dann noch 2 Paintball-Großveranstaltungen ohne behördliche Genehmigung durchgeführt. Im Dezember 2012 war dann auch damit Schluß. Aus Sicherheitsgründen wurde der Zutritt zu dem 35 ha großen Gebiet gesperrt.

Weitere Quellen: Wikipedia, Zeitzeugen der NVA

 

 

 

Friedensstadt Glau Johannische Kirche WaffenSS und Gestapo

19 Feb
Friedensstadt Glau

Friedensstadt Glau

Die so genannte „Friedensstadt“ im Trebbiner Ortsteil Glau hat 100 Jahre stetigen Wechsel hinter sich. Kurz nach dem 1 Weltkrieg errichtete die Johannische Kirche des Gründers Joseph Weißenberg ( Gründung 1926 ) die Siedlung, bestehend aus etwa 40 Gebäuden, darunter eine Schule, eine Heilanstalt, ein Seniorenheim und natürlich eine Kirche.

Nach 1933 wurde die Kirche von der nationalsozialistischen Regierung verboten und die Gestapo kümmerte sich um die Auflösung der Siedlung. Ab 1938 wurde das Gelände von der SS genutzt. Es entstand die SS-Artillerieschule 2, Leiter Dr. Schwab.
Weitere SS Abteilungen kamen ebenfalls nach Glau. Wahrscheinlich handelte es sich um das  „Amt 8 FEP des SS-Führungshauptamts“ ( Forschung, Entwicklung, Patente) und gegen Ende des Krieges könnte das „Kampfstoffinstitut der Waffen-SS“ nach Glau verlegt worden sein.

Das Bild oben zeigt das letzte, im Bauhaus Stil errichtete Gebäude vor dem Verbot der Kirche. Es war als Schule geplant, die SS richtete 1940 eine Küche ein. Nach 1945 zogen  sowjetische  Soldaten in die Klassenräume.

KZ Sachsenhausen Außenstelle Glau

Ab 1942 kam eine Außenstelle des KZ Sachsenhausen hinzu. Die bis zu 180 Insassen waren politisch oder religiös Verfolgte sowie Kriegsgefangene.

1931 entsteht das Lokal/Pension „Goldene Sonne“ mit einem 600 Plätze fassenden Saal.

Ende August 44 kam es auf Schloß Glau (bei Trebbin in Brandenburg) zu einer Konferenz der Waffen SS. Es ist anzunehmen, dass es sich hierbei um einen Decknamen für die „Goldene Sonne“ handelte. Leiter der Konferenz war SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Otto Schab, deutscher Ingenieur, und Experte für Wehrwissenschaften. Hierbei ging es im groben um die Machtbefugnisse zwischen der Waffen-SS und der I.G. Farben. Geforscht wurde u.a. in Gottow und Falkenhagen am gefährlichen N-Stoff.

Nach 1945  Offiziersheim der Pioniereinheiten der GSSD, 1970 kommt ein Kino der roten Armee hinzu:

Goldene Sonne Glau

Goldene Sonne Glau

Hinter der gesamten Anlage liegt eine geschützte Heidelandschaft mit unnatürlichen Verwerfungen.  Während des 2. Weltkrieges stand hier eine Navigationseinrichtung für den Luftverkehr. ( UKW Drehfunkfeuer ).
Weiter sind große Krater zu finden, in denen nach 1945 russische Abschussrampen für Raketen montiert waren.

Ausblick vom Raketengelände Glau

Ausblick vom Raketengelände Glau

sowjetische Raketenstellung

sowjetische Raketenstellung nahe Glau

Friedensstadt Glau

nahe Friedensstadt Glau

 

Siehe auch:
9.Armee und Flucht aus dem Kessel von Halbe
Armee Wenck bei Ferch
Flugplatz Schönhagen 
Vogelschutzgebiet Stangenhagen

Quellen: Gespräche  3 Anwohner u Info Tafeln vor Ort,
https://de.wikipedia.org/wiki/Friedensstadt_Weißenberg
( Wikipedia )