Interhotel Warnow Rostock zu DDR Zeiten. Wo ist es hin?

29 Jan
Rostock, Haus der Schiffahrt, Hotel "Warnow", Kröpeliner Tor

Zentralbild Link 6.6.1966 Ostseestadt Rostock  © CC BY-SA 3.0 de

Interhotel Warnow, Rostock, Ostseenähe. Eines der renommiertesten Hotels der Stadt zu DDR Zeiten mit immerhin 340 Zimmern.. Nicht zu verwechseln mit dem, heute an anderer Stelle neu gebautem, Hotel Warnow.
Geplant war der in Plattenbautechnik gefertigte Bau als Arbeiterwohnheim. 1967 wurde er als Hotel umstrukturiert und als Interhotel eröffnet. 1988 saniert, war das Gebäude nach der Wiedervereinigung innerhalb der Radisson SAS Hotelkette wenig konkurrenzfähig und wurde 2001 abgerissen. Es entstand der heutige, schicke Neubau des Radisson SAS Rostock.

Das Haus der Schifffahrt:
In der Beschreibung zum obigen Bild des Bundesarchivs ( © siehe Bild ) ist folgendes zu lesen:
Die im Mittelalter eine führende Rolle spielende Hansestadt Rostock wurde im II. Weltkrieg durch Luftangriffe zu 40% zerstört. Nach 1945 vollzog sich eine starke wirtschaftliche Entwicklung im gesamten Bezirk Rostock. Die Ostseestadt erhielt einen Überseehafen, auf dem 1965 sechs Millionen Tonnen umgeschlagen wurden. Die Schauerleute haben erstmalig sechsmal mehr Güter transportiert als 1935 in den vier kleinen Ostseehäfen des heutigen DDR-Territoriums zusammen. Der größte Umschlaghafen der DDR wird gleichzeitig Transithafen von der CSSR, Ungarn, Bulgarien und Österreich benutzt. Rostock ist zugleich Standort der Schiffbauindustrie, der Hochsee- und Fischereiflotte und der Fischverarbeitung. Alljährlich wird die Ostseestadt Rostock von tausenden in- und ausländischen Gästen besucht, die sich an Ort und Stelle vom schnellen Aufbau der Hafenstadt überzeugen können. UBz: das Haus der Schiffahrt im Zentrum mit dem modernen Hotelkomplex „Warnow“ rechts. Im Hintergrund rechts das Kröpeliner Tor.

 

Heeressportschule Wünsdorf und Stationierung der Roten Armee in Wjunsdorf (Вюнсдорф)

29 Jan
Heeressportschule Wünsdorf

Heeressportschule Wünsdorf ©eigene

Mitten im ersten Weltkrieg werden in Wünsdorf die ersten Gebäude der späteren Heeressportschule errichtet. 1924 ist es dann soweit. An der Hauptallee wird der Betrieb aufgenommen. Bis 1928 trainieren hier offenbar auch Spitzensportler der Olympiamannschaft 1928. ( Wikipedia ) Für die Olympischen Sommerspiele 1936 werden in Wünsdorf die Anstrengungen zur Sportausbildung noch einmal deutlich verstärkt.
Siehe auch : Alfred Schwarzmann, Turn-Olympiasieger

Die heute unter Denkmalschutz stehende, schlossparkartige Architektur der Anlage ist beispielhaft für die Architektur des späten Kaiserreichs in Brandenburg.

Insgesamt gibt es 5 große Gebäude. Das dreigeschossige Hauptgebäude mit angeschlossenem Diorama, dem ehemalige Kino, einem Schwimmbad, dem Konzerthaus und den nötigen Nebengebäude zur Versorgung. ( insgesamt mehr als 10.000 qm )

Die Rote Armee nutzt von 1945 bis 1994 einige Teile der Anlage, sowie die weiträumige Umgebung. Siehe Bunkerstadt Wünsdorf.

Bunkerstadt Wünsdorf

Bunkerstadt Wünsdorf © eigene

Wünsdorf 1945. Am 15. März 1945 erfolgt der letzte verheerende Luftangriff auf die militärisch wichtige Bunkerstadt, bei dem es zu über 100 Toten kommt. 5 Tage später rückt die Rote Armee ein.  Marschall Schukow ( Seelower Höhen, verheerende Verluste der Sowjetarmee ) wählt die Anlagen in Wünsdorf zu seinem Hauptquartier.

( Oberkommandos der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD)

Rotarmisten_vor_einem_Gehege

Rotarmisten_vor_einem_Gehege   © CC BY-SA 3.0 de

Im März 1953  werden die Wohnlagen von der Bevölkerung weitgehend geräumt, der Bahnhof militärisch genutzt und die wichtige Bundesstrasse B96 gesperrt.

30.000 sowjetische Soldaten ziehen statt dessen ein. ( Später bis 75.000 )
In den kommenden Jahren um 1970 wird Wünsdorf (Вюнсдорф) unter anderem Zentrum  für die Luftsicherheit der sowjetischen Besatzungszone, was durch die 16. Sowjetischen Luftarmee (16. LA) gewährleistet werden sollte. Für zivile Bürger der DDR ist das Gebiet Sperrgebiet. Sowjetische Einrichtungen, wie Schulen, Geschäfte, Sportstätten oder Krankenhäuser, sind für DDR-Bürger tabu. Auch heute fallen die unendlich vielen unschönen Betonabsperrungen aus dieser Zeit sofort ins Auge. Nach 1994, dem Abmarsch der Roten Armee aus Wünsdorf, wird aufgeräumt. Zurück bleiben bis heute :

260 Hektar munitionsversäuchte Flächen,
etwa 150.000 Schuss Munition jeglicher Art,
30 Tonnen Schrott aus  Bomben und Ähnlichem,
und fast 50.000 Kubikmeter Abfälle, zum Teil Astbest, Sondermüll und Gift.

Nudersdorf, Sachsen Anhalt, Quarzsand, Badekurort und Kämpfe 1945

22 Jan
Schloss in Nudersdorf

Schloss in Nudersdorf

Nudersdorf ist ein einige Kilometer nordwestlich liegender heutiger Ortsteil der Lutherstadt Wittenberg, einst Badeort mit Kurbetrieb ist er heute ein aufgeräumter Ort in Sachsen Anhalt.
Aus der nicht besiedelten Sumpfgegend Brückes Busch entstand so um 1530 ein Rittergut mit Forstbetrieb und Mühle, etwa 30 Jahre später kommt das erste Schlossgebäude hinzu. (Etwa an der heutigen Lindenstrasse, wo auch erste Reihenhäuser erbaut werden.) Ein typisch lehenpflichtiges Arbeitsverhältnis zwischen Rittergut und Gesinde entsteht.
1703 entsteht das neue Schloss, größer und moderner. 1852 hat Nudersdorf bereits 31 Häuser und 275 Einwohner. ( Quelle: Flächennutzungsplan )

Und Nudersdorf hatte noch einen weiteren wirtschaftlichen Vorteil. Es liegt direkt an der damaligen Handelstrasse der Börsenstadt Leipzig in Richtung Hamburg. Kost und Logis Betriebe, Schmieden und andere wichtige Dienstleister, die den reibungslosen Verkehr auf der Hauptstraße begleiten, siedeln sich an. Handel entsteht. Tuch aus Wittenberg, landwirtschaftliche Güter der Region, oder Quertransporte nach Straach.

Im 19. Jahrhundert baut man die heimische Industrie auf. Reichhaltige Rohstoffvorkommen, wie Ton oder Lehm werden in Ziegel- oder Kachelbrennereien zur Exportware. Die nötige Energie kommt schon bald aus der in der Umgebung gefundenen Kohle.

Um 1850 wird Nudersdorf Bade- und Kurort. Die schwefelhaltigen Quellen speisen ein Bad im Schlossgarten. Ein Badearzt berät die Touristen von nah und fern. Quellwasser wird sogar in Flaschen abgefüllt und bis nach Berlin exportiert.

Nudersdorf, stillgelegte Bahnlinie

Nudersdorf, stillgelegte Bahnlinie

Doch schon wenigen Jahre später ist hier Feierabend. Die Luftbelastung durch die Ausbeutung der Kohle wird zu groß.
1911 wird die Eisenbahnlinie Wittenberg Straach in Betrieb genommen, die ab 1915 das Stickstoffwerk Reinsdorf versorgt. Hier wird in der Folge Salpeter für die Munitionsproduktion hergestellt.
1924 kommt die Förderung des begehrten Quarzsands hinzu, der auch heute noch Nudersdorf prägt. (Glas) Die Quarzsandwerke sind bis heute der größte Arbeitgeber in Nudersdorf.

Durch die benötigten Arbeitskräfte erfolgt ein Bauboom im Gebiet Ring 1 und 2. Häuser schießen wie Pilze aus dem Boden. 1938 wohnen hier bereits 1300 Menschen.

Am 24.April 1945, der 2. Weltkrieg geht zu Ende, nähern sich die Kämpfe dem Raum Nudersdorf, Straach. Die rote Armee kämpft sich den Weg entlang der Reichsstraße B2 frei. In Straach verteidigt die Sturmgeschützbrigade 1170 sowie Einheiten der 1. Division Scharnhorst. Ein Tag später müssen Nudersdorf, Schmilkendorf und Braunsdorf aufgeben werden. Die Bevölkerung flüchtet aufs Land.

Zu DDR Zeiten wird die Landwirtschaft belebt, die zuvor in der Region eher unwichtig war. Das Erscheinungsbild des Ortes hat sich in jener Zeit wenig verändert. Nach 1990 und der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten hat sich Nudersdorf zu einer ansehnlichen Gemeinde herausgeputzt, deren Einwohner heute vornehmlich in Wittenberg arbeiten, aber auch bis in den Berliner Raum pendeln.

Geocacher finden hier im Bereich der alten Industrieanlagen ihre Verstecke.

Quelle: Flächennutzungsplan, Anwohner.

Berlin Schmöckwitz Idylle am Zeuthener See

17 Jan
Berlin Schmökwitz

Dorfkirche Berlin Schmöckwitz © eigene

Nördlich des Zeuthener Sees und fast gänzlich umflossen von der Dahme liegt der heutige Berliner Stadtteil Schmöckwitz. Ursprünglich ein Fischerdorf  auf einer Insel mit slawischen Wurzeln, wird Schmöckwitz im dreißigjährigen Krieg durch einen Brand zerstört.
Um 1800 wird eine Landverbindung hergestellt sowie die heutige Dorfkirche errichtet. Mitte des 19.Jahrhunderts beginnt eine leichte Industrialisierung in Form einer  Wattefabrik. Um 1900 gründet ein berliner Bankier eine Villenkolonie, im Jahr 1912 wird die Uferbahn eingeweiht. Hier betreibt die BVG heute sicherlich eine der landschaftlich interessantesten Linien im Raum Berlin. Sie führt vom Bahnhof Köpenick über Grünau bis nach Schmöckwitz.( „Schmöckwitz-Grünauer Uferbahn“, heute Straßenbahn 68 )

Straßenbahn 68 Schmökwitz

Straßenbahn 68 Schmöckwitz © gemeinfrei

1920 wird Schmöckwitz in den Berliner Bezirk Köpenick eingemeindet.
1942 beginnt am Adlergestell der Bau des Berliner Reifenwerks. Zunächst wird hier nur runderneuert, nach der Zerstörung und Wiederaufbau nach 1945 kommt die Produktion von Neureifen hinzu.1953 wird die Fabrik enteignet und ein volkseigener Betrieb der DDR. (  Teil des VEB Kombinat Plast- und Elastverarbeitung) Bis zur Wiedervereinigung war der VEB Berliner Reifenwerk für die gesamte Runderneuerung von PKW-Reifen in der DDR zuständig. Nach 1990, bis zur Insolvens, arbeitet man unter dem Namen Berliner Reifenwerk GmbH weiter.
Direkt an der Schmöckwitzer Brücke gab es bereits vor 600 Jahren angeblich eine Schenke. Um 1870 entstand an gleicher Stelle der „Gasthof zur Palme“. Heute erinnert nur noch eine verwaiste Treppe an das Lokal.

Am Morgen des 24.4.1945, die Rote Sowjetarmee steht kurz vor Berlin, sprengt ein Kommando der Waffen SS, buchstäblich in letzter Minute, die „Neue Brücke“ über die Dahme. Nachmittags setzen die Sowjets per Pontonbrücke über, während die Wehrmacht in Richtung Niederlehme evakuiert. Einige Anwohner erschießen sich, Volkssturmmänner kommen zu Tode. Eiligst wird im Schmöckwitzer Forst, „Im Jagen 40“, kurz vor dem Adlergestell, der längsten Straße Berlins, der Notfriedhof Karolinenhof angelegt, auf dem in der Folge 107 zivile Kriegsopfer beerdigt werden. ( Gegenüber der heutigen Tankstelle )

Ein Abtransport der Toten zum Friedhof Grünau ist durch zerstörte Oberleitungen der Strassenbahn 68 nicht mehr möglich.
Zu DDR Zeiten wird der Friedhof stillgelegt und heute erinnert fast nichts mehr an ihn. Eine 1947 errichtete Notbrücke wird erst 1960/63 durch die heutige Stahlkonstruktion ersetzt.
Heute ist Schmöckwitz mit seinen Häfen und Badestellen ein beliebtes Ausflugsziel für Berliner und Freizeitskipper.
„Rauchfangswerder“, die Südspitze Berlins, Wasserport Idyll der Berliner, Waldgebiet und Geocacher Paradies, liegt etwa 3 Kilometer östlich von Schmöckwitz.

1743 beginnt die spärliche Besiedlung Rauchfangswerders durch Landkauf. Die Büdner Barnack, Mielitz und Guthke gründen Ländereien auf der Halbinsel und im Laufe der kommenden Jahrzehnten expandiert die Land- Forst- und Fischwirtschaft deutlich.
( Bündnerei = ländliches Anwesen )
Um 1870 kommt es zu Parzellierung und Verkauf von Grundstücken an Siedler.
Ab etwa 1935 zieht es massiv Künstler in die einzigartige Landschaft zwischen Wasser und Wäldern. Schauspieler wie Walter Plathe oder Heinz Behrens engagieren sich für das  Gemeinwesen Rauchfangswerders.
Die Gegend bietet sich für ausgedehnte Wanderungen oder Fahrradtouren um die Halbinsel, mit seinen unzähligen Badestellen, geradezu an.
Anreise über „Schmöckwitzer Damm“ Buslinie 168.
Südlichste Gaststätte Berlins : Gaststätte Kajüte

Nördlich von Schmöckwitz schlängelt sich die Dahme in Richtung Langer See und Seddinsee. Von Schmöckwitz überquert eine von der BVG betriebene Fähre in der Sommersaison, außer Montags, die Dahme in Richtung Krampenburg. Gleichzeitig ist der Wasserweg die einzige Möglichkeit per PKW den Campingplatz „Große Krampe“ zu erreichen. Entsprechende Waldwege sind im Sommer gesperrt. Die Fahrzeit beträgt eine viertel Stunde und ist ebenfalls ein heißer Tipp für eine günstige Seenfahrt. Die Fahrscheine der öffentlichen Nahverkehrs gelten auch auf der Fähre.

Winterlandschaft Schmökwitz

Winterlandschaft Schmöckwitz ©gemeinfrei

Quellen :  Anwohner und Bezirksamt Treptow-Köpenick

 

Michendorf. Immer wieder Unfälle Dreieck Nuthetal

12 Dez
Unfall A10 Berliner Ring

Unfall A10 Berliner Ring

Auf der A10 Südlicher Berliner Ring gibt es seit der Riesenbaustelle Richtung Dreieck Potsdam fast täglich Unfälle. Auch heute Abend rasten wieder Autos in einander und verursachten Massenstaus. Zwischen Ludwigsfelde-West und Dreieck Nuthetal geht wieder einmal nichts mehr. Die Baustelle, die den Berliner Ring verbreitern soll wird frühestens 2018 für Entspannung sorgen. Frühestens. Die Autobahn wurde in den 1930 Jahren erbaut und 1990 auf 3 Spuren erweitert. Das Dreieck Nuthetal wird 2007 erneuert. Zuvor war es als Dreieck Drewitz bekannt.

Siehe auch Michendorf …

Bieber im Berliner Tiergarten

12 Dez
Bieber im Tiergarten

Bieber im Tiergarten

Im Berliner Tiergarten haben Bieber in diesem Jahr offenbar bereits 40 große Bäume gefällt. Der Schaden ist hierbei nicht unerheblich, sind doch die Bäume bereits Jahrzehnte alt. Aber es scheint einen satten Weg der Eindämmung in Berlin zu geben. Gefährdete Bäume mit frischen Bissspuren werden mit einer Spezialversiegelung aus einem Sand Gemisch eingestrichen. Das mögen die Tiere gar nicht, würde doch der Leim die Zähne stumpf machen.

Kapitulation Berlin Karlshorst 1945

26 Nov

 

Kapitulation Berlin Karlshorst

Kapitulation Berlin Karlshorst, Wehrmachtspionierschule 1945 

Berlin Karlshorst Dienstag 8.Mai.1945.
Bereits am Montag war in Reims die Kapitulation der Wehrmacht durch Generaloberst Alfred Jodl, Chef des deutschen Generalstabs, gegenüber dem amerikanischen General B. Smith ( Westfront ) und dem sowjetische Generalmajor Susloparow ( Ostfront ) unterzeichnet worden.

Generaloberst Alfred Jodl unterzeichnet in Reims

Generaloberst Alfred Jodl unterzeichnet in Reims © gemeinfrei

Kapitulationsurkunde/Reims

Einen Tag später trafen sich die Vertreter der Alliierten, der englische Air Marshal Tedder und der sowjetische Marschall Shukow im Offizierskasino der ehemaligen Wehrmachtspionierschule in Berlin Karlshorst.

General Schukow verliest die Kapitulationsurkunde

General Schukow © gemeinfrei


Chronologie des 8.Mai 1945

Über den Sender Flensburg gibt Reichspräsident und Großadmiral Karl Dönitz der Wehrmacht den Befehl zum Einstellen der Kämpfe.
44 000 Flüchtlinge werden durch die Kriegsmarine von der Halbinsel „Hela“ in der Danziger Bucht  evakuiert. Reichsmarschall Hermann Göring, wird in Kitzbühel durch die  US-Army interniert.

Aus technischen Gründen verschiebt sich in Berlin Karlshorst unterdessen die Unterzeichnung des Kapitulationsvertrages. Aus Reims waren einige Zeilen schlecht oder gar nicht übermittelt worden. Erst um 00.15 Uhr konnten die Unterschriften unter das Dokument gesetzt werden.

Feldmarschall Eitel bei der Unterschrift der Kapitulationsurkunde

Feldmarschall Keitel bei der Unterschrift der Kapitulationsurkunde © gemeinfrei


Chronologie des 9.Mai 1945

00.15 Uhr Pionierschule in Berlin-Karlshorst. Die Unterzeichnung der deutschen Kapitulation durch Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, Chef des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW),

Einstellung der Kämpfe an allen Fronten.

Im späteren kalten Krieg wurde die Unterzeichnung der Kapitulation in Reims durch die Sowjets zum „vorbereitenden Protokoll“ erklärt, der eigentliche Grund warum als Datum der Unterzeichnung zumeist der 9. Mai erwähnt wird.
Allerdings gibt es auch einen durchaus realistischen Hintergrund:
In Reims unterschrieb der Chef des deutschen Generalstabs Jodl. Allerdings hatte Jodl keine Kommandogewalt. Das OKW wurde durch Keitel geleitet, der in Berlin unterzeichnete.
( OKW Oberkommando des Heeres, Sitz Wünsdorf bei Zossen, Berlin )

Zum Ende des ersten Weltkrieg hatte es eine ähnliche Konstellation gegeben. Damals wurde der Waffenstillstand durch einen unbekannten General und einen Politiker unterschrieben. Generalfeldmarschall von Hindenburg erklärte in der Folge, daß das
deutsche Heer im Felde unbesiegt sei, nur besiegt durch den Dolchstoß der Revolution.

Heute ist das Offizierskasino ein Deutsch Russisches Museum.
Zwieseler Str. 4, 10318 Berlin

 

Quellen: Wikipedia, Deutsch Russisches Museum Berlin Karlshorst.
Fotos © gemeinfrei  oder Fotalia 

Militärgebiet Forst Zinna , erst Wehrmacht dann Rote Armee

24 Nov
Militärlager bei Forst Zinna

Militärlager bei Forst Zinna

Deutschland 1934. Die NSDAP hatte die Reichstagswahlen ein Jahr zuvor  klar gewonnen und innerhalb des ersten Regierungsjahres wurde die Wiederaufrüstung des Deutschen Reiches beschlossen. Das ohnehin schon stark militärisch dominierte Gebiet um die Stadt Jüterbog herum wurde um ein weiteres Areal erweitert. Nach dem bereits bestehenden  „Alten Lager“, sowie dem „Neuen Lager“, wurde der neue Truppenübungsplatz zunächst „Lager III“ genannt.Nach Fertigstellung erhielt das Übungsgebiet den Namen „Adolf Hitler Lager“. Die Nutzung begann 1935 zunächst durch die Waffen SS. ( Zeitzeugen ), gefolgt von u.a. der Artillerieschule.

1937 kam ein Bahnhof hinzu.
Das großflächige Gebiet wird im Osten durch die Nuthe begrenzt, im Westen durch die Bahnlinie Berlin Leipzig Halle, auf der es 1988 zu einem der schwersten Zugunglücke der DDR kam, verursacht durch einen T72 Panzer der roten Armee.
Im Süden liegt die kleine Stadt Kloster Zinna etwa 4 Kilometer entfernt.

Nach dem 2. Weltkrieg zog die Rote Armee in die Anlage. Zunächst wurde hier eine Art Sammellager für Heimatlose eingerichtet. Versprengte Personen unterschiedlicher Nationen wurden hier konzentriert und später in Ihre Heimatländer zurückgesandt.

Ab 1947 beherbergte die Anlage wechselnde Organe der DDR, sowie der sowjetischen Besatzungsmacht bis 1970 das Baubataillon der roten Armee stationiert wurde.

Ehemaliges Militärareal Forst Zinna

Ehemaliges Militärareal Forst Zinna © Max-78

Nach der Deutsch-Deutschen Wiedervereinigung lag das Gelände zunächst brach. 2007 wurde der Abriss beschlossen, aber bislang nur bedingt durchgeführt. Seit 2015 ist das Gelände nicht mehr direkt erreichbar, da die neue Trasse der Bundesstrasse B101 die alten Zufahrtsstrassen abgeschnitten hat. (siehe Luftbild )

Freibad Militärlager Forst Zinna

Freibad Militärlager Forst Zinna © Max-78  Lizenz CC0 ( gemeinfrei )

Wandbild Militärlager Forst Zinna

Wandbild Militärlager Forst Zinna © Max-78 Lizenz CCo ( gemeinfrei )

Weitere Links :

Versuchsstelle Gottow
Treuenbrietzen
Flämingskate

Fotos : Eigene oder © genannt

Quellen: Eigene, Wikipedia, Zeitzeugen 

 

 

Kammerode bei Ferch, Brandenburg

19 Nov
Der idyllische Ort Ferch

Der idyllische Ort Ferch/Kammerode

Erstmals wurde der Frecher Ortsteil Kammerode 1267 erwähnt. Wie auch der Ort Ferch selbst wurde Kammerode 1452 vom Kloster Lehnin als lehnspflichtig erworben. Die durch die Eiszeit geprägte, hügelige Waldlandschaft am Südende des Schwielowsee zeichnet sich durch dünenartige, bewaldete Hügel aus, die um 1540 als Weidefläche für Schafe genutzt wurde, die so genannte Cammerodische Heide.

Erst gut hundertfünfzig Jahre später begann die zögerliche Besiedlung.

Kamerode Brandenburg

Bauernhaus bei Kammerode © gemeinfrei

Später wurde ein Teil dieses Gebietes als „Kemnitzer Heide“ vom Gut Kemnitz in der Nähe von Werder übernommen und um 1750 zur Forstfläche entwickelte.
Im 20. Jahrhundert, als Ferch an das Straßennetz angeschlossen wurde, sowie der Bahnhof Lienewitz den Betrieb aufnahm, kamen die ersten Touristen und Wochenendausflügler aus Berlin und Potsdam. Kammerode selbst blieb fast ausschließlich von Forstarbeitern und Bauern bewohnt.

Am 10. April 1945 wurde die 12. deutsche Armee unter Oberbefehlshaber Walther Wenck bei Beelitz neu formiert, mit Angriffsziel Berlin. Kriegsschauplatz sind die Wälder von Beelitz bis Ferch und südlich von Beelitz, die Bahnlinie bei Elsholz.

Siehe zuvor : Schlachtfeld bei Ferch im 2. Weltkrieges.

Nach der Evakuierung der 9. Armee aus dem Kessel von Halbe war die Uferstrasse in diesem Gebiet Hauptrückzugstrasse in Richtung Tangermünde.

Siehe zuvor :  Evakuierung der 9. Armee aus Halbe

Etwas östlich der Ortschaft wurden Stellungen ausgebaut um den Rückzug vor den nachdrückenden sowjetischen Truppen zu sicher. Am heutigen Radwanderweg R1, von Calais in Südfrankreich bis nach  St. Petersburg verlaufend, sind heute noch die Gräben und Verschanzungen der Infanterie zu erkennen.

Stellungen Kamerode 1945

Stellungen Kammerode 1945

Im Westen der kleinen Ortschaft erstrecken sich idyllische Obstplantagen, die Vorboten der riesigen Anbaugebiete um Werder. In wenigen Minuten ist der Schwielowsee erreicht und die Anleger von Ferch und dem „Haus am See“, wo sich einst der Berliner Flugzeugingenieur Alfred Mehlhemmer, ein Widerstandskämpfer im 3.Reich, eingemietet hatte. In einem spektakulären Mordfall wurde selbiger später in Petzow ermordet.

Siehe : Der Fall Mehlhammer

Auch japanisches gibt es in der Umgebung. Der Bonsai Garten von Ferch liegt nur wenige Autominuten vom Kammerode:  Bonsai Haus Ferch

Der Hafen Ferch bietet kleine Motorboote zu günstigen Preisen sowie einen praktischen Imbiss. Haltestelle „Ferch, Strandbad“

Auch Geocacher kommen hier auf ihre Kosten, beginnen doch in der Umgebung gleich zwei schwierige „trails“.

Beide Ortsteile sind mit dem BUS 607 aus Werder und Potsdam gut zu erreichen.

Ferch in Brandenburg

Ferch in Brandenburg © gemeinfrei

Quelle : Eigene / Bürger

Fort Douaumont, die „Festung“ von Sperenberg, Brandenburg

14 Nov
Sperenberg, die Festung

Sperenberg, die Festung

Fort Douaumont, die "Festung" von Sperenberg, Brandenburg

Fort Douaumont, die „Festung“ von Sperenberg, Brandenburg

Tief in den Wäldern um die südbrandenburgische Ortschaft Sperenberg liegt, tief im Wald verborgen, die so genannte Festung. Die Ortschaft selbst kennt Militärpräsenz zu genüge, wurde doch seit über hundert Jahren in der Umgebung geforscht und getestet. Fern der deutschen Reichshauptstadt entwickelten Visionäre wie Wernher von Braun hier die Testvarianten der ersten Raketentriebwerke der Welt, oder gar den N-Stoff ( spätere Serienherstellung in unterirdischer Fabrik Falkenaugen ), eine Flourverbindung,die vermag fast alles in Brand zu setzen.
( siehe Versuchsanstalt Gottow )
Der nahegelegene Großflugplatz Sperenberg war die Hauptbasis sowjetischer Truppen nach dem 2. Weltkrieg und größter Arbeitgeber der Region.

Seit 1884 wurde auf der „Schießbahn Kummersdorf“ eine einzigartige Ortschaft errichtet, das „vereinigte Gewölbe- und Panzerziel“ „Fort Douaumont“. Dieser  geheimnisumwitterte Fleck auf der Sperrgebietskarte Brandenburgs hatte den Zweck Beschusssichere Bunker zu konstruieren und gleichzeitig herauszufinden, wie man bestehende französische Bunker effektiv angreifen konnte.
Weder Stahlbeton noch Spannbeton waren zu diesem Zeitpunkt bekannt und so trennte man die einzelnen Betonschichten mit Mauerwerk, was in den Trümmern heute noch gut zu erkennen ist.

1887 wurde diese einzigartige Konstruktion innerhalb von zwei Tagen durch 158 Mörsergranaten vollkommen zerstört. Die Überreste sind heute weitestgehend unverändert erhalten. Der Zahn der Zeit hat Seen entstehen lassen, Moos und Tropfsteingebilde wachsen lassen.

Bunkerreste bei Kummersdorf
Ein Besuch der Anlage ist absolut nicht ratsam. Zuviel Gefahr bringende Löcher und Spalten können den Neugierigen verschlucken. Munitionsreste und  giftige Stoffe können überall vorhanden sein. Militärisches Sperrgebiet !

( Achtung : Keine Handy Netzte )

Bunkerreste bei Kummersdorf

Bunkerreste bei Kummersdorf

Quelle : Eigene, Zeitzeugen  ©Fotos : eigene

Weiterführende Links :
9. Armee Halbe Ausbruch aus Kessel zur Armee Wenck Beelitz Elsholz
Flugplatz Berlin Tempelhof. Ein historischer Ort wird abgewickelt
Spremberg 1945 Einkesselung durch die rote Armee und Katastrophe bei Kausche Geisendorf