Friedensstadt Glau Johannische Kirche WaffenSS und Gestapo

19 Feb
Friedensstadt Glau

Friedensstadt Glau

Die so genannte „Friedensstadt“ im Trebbiner Ortsteil Glau hat 100 Jahre stetigen Wechsel hinter sich. Kurz nach dem 1 Weltkrieg errichtete die Johannische Kirche des Gründers Joseph Weißenberg ( Gründung 1926 ) die Siedlung, bestehend aus etwa 40 Gebäuden, darunter eine Schule, eine Heilanstalt, ein Seniorenheim und natürlich eine Kirche.

Nach 1933 wurde die Kirche von der nationalsozialistischen Regierung verboten und die Gestapo kümmerte sich um die Auflösung der Siedlung. Ab 1938 wurde das Gelände von der SS genutzt. Es entstand die SS-Artillerieschule 2, Leiter Dr. Schwab.
Weitere SS Abteilungen kamen ebenfalls nach Glau. Wahrscheinlich handelte es sich um das  „Amt 8 FEP des SS-Führungshauptamts“ ( Forschung, Entwicklung, Patente) und gegen Ende des Krieges könnte das „Kampfstoffinstitut der Waffen-SS“ nach Glau verlegt worden sein.

Das Bild oben zeigt das letzte, im Bauhaus Stil errichtete Gebäude vor dem Verbot der Kirche. Es war als Schule geplant, die SS richtete 1940 eine Küche ein. Nach 1945 zogen  sowjetische  Soldaten in die Klassenräume.

KZ Sachsenhausen Außenstelle Glau

Ab 1942 kam eine Außenstelle des KZ Sachsenhausen hinzu. Die bis zu 180 Insassen waren politisch oder religiös Verfolgte sowie Kriegsgefangene.

1931 entsteht das Lokal/Pension „Goldene Sonne“ mit einem 600 Plätze fassenden Saal.

Ende August 44 kam es auf Schloß Glau (bei Trebbin in Brandenburg) zu einer Konferenz der Waffen SS. Es ist anzunehmen, dass es sich hierbei um einen Decknamen für die „Goldene Sonne“ handelte. Leiter der Konferenz war SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Otto Schab, deutscher Ingenieur, und Experte für Wehrwissenschaften. Hierbei ging es im groben um die Machtbefugnisse zwischen der Waffen-SS und der I.G. Farben. Geforscht wurde u.a. in Gottow und Falkenhagen am gefährlichen N-Stoff.

Nach 1945  Offiziersheim der Pioniereinheiten der GSSD, 1970 kommt ein Kino der roten Armee hinzu:

Goldene Sonne Glau

Goldene Sonne Glau

Hinter der gesamten Anlage liegt eine geschützte Heidelandschaft mit unnatürlichen Verwerfungen.  Während des 2. Weltkrieges stand hier eine Navigationseinrichtung für den Luftverkehr. ( UKW Drehfunkfeuer ).
Weiter sind große Krater zu finden, in denen nach 1945 russische Abschussrampen für Raketen montiert waren.

Ausblick vom Raketengelände Glau

Ausblick vom Raketengelände Glau

sowjetische Raketenstellung

sowjetische Raketenstellung nahe Glau

Friedensstadt Glau

nahe Friedensstadt Glau

 

Siehe auch:
9.Armee und Flucht aus dem Kessel von Halbe
Armee Wenck bei Ferch
Flugplatz Schönhagen 
Vogelschutzgebiet Stangenhagen

Quellen: Gespräche  3 Anwohner u Info Tafeln vor Ort,
https://de.wikipedia.org/wiki/Friedensstadt_Weißenberg
( Wikipedia )

 

 

Deutsche Kriegsgefangene 1945 – Geschichte eines Flack Soldaten aus Bad Frankenhausen

17 Feb
Deutsche Kriegsgefangene 1945

Deutsche Kriegsgefangene 1945 © gemeinfrei

Nach dem Zusammenbruch der letzten Fronten um Berlin und der bedingungslosen Kapitulation des deutschen Reiches, sowie der Auflösung der Wehrmacht wurden seit Kriegsbeginn etwa 11 Millionen deutsche Soldaten in Kriegsgefangenschaft verbracht.
Mehr als 1,1 Millionen kamen in der Gefangenschaft ums Leben.

Nach Artikel 75 der Genfer Konvention von 1929 hatte „die Heimschaffung der Kriegsgefangenen binnen kürzester Frist nach Friedensschluss zu erfolgen“.

Allerdings erkannten die Alliierten die Kapitulation der Wehrmacht nicht als Beendigung des Kriegszustandes an, so das über den 8. Mai 1945 ( Kapitulation ) hinaus eine enorme Anzahl der Wehrmachtssoldaten festgehalten wurden. Am 20. September 1945 bestimmte die Kontrollratsproklamation ( Quelle Wikipedia ) , daß die deutschen Soldaten als Arbeitskräfte für die Siegermächte zu arbeiten hatten. Bereits auf der Konferenz von Jalta ( vom 04. bis 11.02.1945) wurde dies durch die Alliierten bestimmt.

Der World News Daily Report meldete :
Am Freitag, den 18. Juli 2014 wurde der letzte deutsche Kriegsgefangene aus dem Zweiten Weltkrieg freigelassen. Es handelte sich um den 84-jährige Reinhard Kunze der im Alter von 14 Jahren von den sowjetischen Truppen in der Schlacht um Berlin gefangengenommen und für 69 Jahre in verschiedenen sowjetischen und russischen Zwangsarbeitslagern inhaftiert.

deutsche Kriegsgefangene

Es folgt die historische Originalbeschreibung, die das Bundesarchiv aus dokumentarischen Gründen übernommen hat. Diese kann allerdings fehlerhaft, tendenziös, überholt oder politisch extrem sein. Die Mutter eines Kriegsgefangenen dankt Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer nach seiner Rückkehr aus Moskau am 14. 9. 1955 auf dem Flughafen Köln/Bonn für den erfolgreichen Abschluß seiner Verhandlungen mit der sowjetischen Führung. Dr. Adenauer hatte erreicht, daß bis Ende 1955 über 15.000 Kriegsgefangene, Internierte und Zivilverschleppte in die Bundesrepublik Deutschland entlassen wurden. ©CC BY-SA 3.0 de

Bad Frankenhausen

Bad Frankenhausen © gemeinfrei


Geschichte einer deutschen Kriegsgefangenschaft
Obwohl mein Großvater (geb. 1907) als Mitglied der inzwischen von Reichsinnenminister Wilhelm Frick verbotenen SPD weder ein Freund von Hitler noch seines Krieges war, musste er als Soldat in einer Flakbatterie seinen Dienst absolvieren. Mit dieser war er unter anderem in Berlin, Paris und Budapest stationiert. In Berlin erlebte er als Mitglied der Luftwaffe die Beerdigung von Ernst Udet, einem Fliegerass des 1. Weltkrieges, der in seiner Funktion als Generalluftzeugmeister für den Misserfolg bei der Luftschlacht um England verantwortlich gemacht wurde und sich darauf am17.11.1941 in Berlin das Leben nahm. Der Suizid wurde vor der Öffentlichkeit geheim gehalten, die Beerdigung wurde von seinem ehemaligen Kameraden und inzwischen höchsten Vorgesetzten Hermann Göring angeführt, der mit seiner harschen Kritik Udet zum Selbstmord getrieben hatte. Meinem Großvater war besonders befremdet vom Auftreten des Reichsmarschalls, der mit seinem fülligen Körper in seiner auffälligen Uniform gezwängt und geschminkten Gesicht glatt einer Opernaufführung entsprungen sein könnte. Später bei einem Ausgang in den Straßen von Berlin wurde mein Großvater von einer Patrouille „aufgelesen“ und als Statist zu der berüchtigten Sportpalastrede (18.2.1943) Joseph Goebbels befohlen. Wie ein Fremdkörper fühlte er sich in mitten der fanatisch schreienden Menge („wollt ihr den totalen Krieg…?“).
Der totale Krieg führte schließlich im Frühling 1945 in die vollkommene Katastrophe, immer enger wurden die deutschen Truppen von den sowjetischen Streitkräften aus dem Osten und den westlichen Alliierten auf der anderen Seite in einen engen Korridor getrieben. Die Flakeinheit meines Großvaters befand sich zu dieser Zeit im Raum Leipzig, die Ordnung der Truppen zerfiel, die Soldaten hatten zumeist nur noch ein Ziel: den verlorengegangen Krieg zu überleben. Mit einem Abholschein für optische Geräte irrte er in der Gegend herum, bestrebt im Falle einer Gefangenschaft den Amerikanern in die Hände zu fallen. Das Ende schien nah, als seine Papiere von einem Feldgendarm (im Volksmund auch Kettenhund genannt) überprüft wurden. Mit erhobenen Händen und dem Rücken zugewandt rechnete er bereits mit dem Schlimmsten. Gerade in diesen Tagen gab es massenhaft Deserteure, welche unbarmherzig von den Kettenhunden exekutiert wurden.
Hitlers Parole: „Der Soldat kann sterben, der Deserteur muss sterben.“
Ein Schuss fiel, mein Großvater zuckte zusammen, aber zu seiner Überraschung war er unverletzt, Als er sich herumdrehte sah er den leblosen Körper des bei den Soldaten verhassten Feldgendarmen liegen. Ein anderer deutscher Soldat hatte ihn aus einem Gebüsch niedergeschossen, auch das war ein Teil dieser chaotischen Tage.

Mit anderen Soldaten erreichte mein Opa schließlich ein Anwesen auf dem die Mutter von Generalfelsmarschall Günther von Kluge wohnte. Dieser hatte sich am 19.8.1944 das Leben genommen, 3 Tage nachdem Hitler ihn des Postens enthoben hatte, weil der Sicherheitsdienst von Kluge in Verbindung mit den Attentätern des 20. Juli 1944 brachte.
Von ihrem Sohn sagte die Mutter: „Er hieß nicht nur Kluge, er war es auch!“.
Zu den Soldaten die nun auf ihrem Anwesen waren sagte sie: „Meine Herren, sie werden als Gentleman in Gefangenschaft gehen“ und besorgte den Männern Anzüge. Die kurz darauf anrückenden amerikanischen Soldaten waren jedoch vom Anblick der fein angezogenen Männern nicht begeistert. Sofort erging die Anweisung unverzüglich wieder die eigenen Uniformen anzuziehen. Die GI´s wollten wissen, mit wem sie es zu tun hatten.

Eingepfercht auf der Ladefläche eines LKWs ging es nun nach Westen. Immer näher führte die Route an seine Heimatstadt Bad Frankenhausen in Nordthüringen und tatsächlich bog das Fahrzeug an der entsprechenden Kreuzung ab, es ging durch die Heimatstadt!

Am Ortseingang stand ein ihm bekannter Bauer am Straßenrand und blickt den Soldaten auf der Ladefläche in die Gesichter und erkannte meinen Großvater! In einer spontanen Reaktion riss er seine Tagesration aus der Tasche und warf sie meinem Großvater entgegen, der durch die enge jedoch nicht die Arme nach oben bekam um das Geschenk zu fangen. Das Paket landete in seinem Gesicht, ein Geruch von frischer Leberwurst, dann wurde das Paket von anderen Gefangenen aufgerissen und in Sekunden verzehrt. Der Hunger war groß, so groß, daß bei kurzen Pausen die Soldaten Gras am Straßenrand zupften und aßen. Schließlich erreichte die Wagenkolonne ihr Ziel, ein großes umzäuntes Feld in der Nähe von Erfurt.
Tausende deutsche Soldaten waren hier auf offenen Gelände untergebracht, keine Gebäude geschweige sanitäre Anlagen. Wasser bekamen die Soldaten, indem ein amerikanischer Soldat mit einem Wasserschlauch über die Köpfe der Gefangenen spritzte, welche die Münder nach oben öffneten, um etwas abzubekommen. Viele starben vor Ort an der Ruhr oder Typhus.
Und wieder hatte mein Großvater Glück. Ein ihm bekannter deutscher Soldat hatte sich bei den Amerikanern als Lagergehilfe beworben und gab ihm einen Tipp, das an einer bestimmten Stelle zu einer bestimmten Zeit gefangene Soldaten entlassen werden.

Wenige Tage später stand ein abgemagerter aus Haut und Knochen bestehender Fremder in der Tür meiner Großmutter in Bad Frankenhausen. Zwei Brüder meines Großvaters hatten weniger Glück, sie kamen nicht aus dem Krieg zurück. Die Kleinstadt war einer Zerstörung entgangen, weil mutige Männer mit weißen Fahnen den anfliegenden Jagdbombern über das Feld entgegen gegangen waren. Diese klinkten ihre tödliche Fracht auf dem freien Feld vor der Ortschaft aus, nur ein verirrter Splitter surrte durchs Fenster des Hauses meiner Familie, welches am Stadtrand stand und blieb über dem Bett meiner damals einjährigen Mutter in der Wand stecken. Trotzdem gab es noch einige unbelehrbare, die meinten dem Führer bis zum Ende gehorchen zu müssen. Wahrscheinlich lagen sie in einem Graben und versuchten mit Panzerfäusten die anrückenden amerikanischen Panzer abzuwehren.
Ihre Gräber sind bis heute auf dem Friedhof von Bad Frankenhausen sichtbar.

Author : Thomas Heisig

Quellen : Bundesarchiv, Soldaten, Wikipedia

Mauerabschnitt Kleinmachnow Teltowkanal Operative Grenzschleuse des MfS

10 Feb
 Richtung Wolfswerder Kleinmachnow

Richtung Wolfswerder Kleinmachnow© Rudolf K. (Stralsund)

Etwa 500 m nördlich der Güst Kleinmachnow, im Abschnitt des GR-44 am Erlenweg 50, gab es die sogenannte OGS „Quartett“. Das war eine operative Grenzschleuse des MfS, über die IM der Hauptabteilung VIII (Ermittlung, Beobachtung, Festnahme) konspirativ von und nach Westberlin gelangen konnten. In den Zehlendorfer Heimatblättern ist ein Artikel über diese Grenzschleuse zu finden. ( Heimatbrief 56. Jg Nr. 1 März 2013 )
Über die dort zum Treff mit ihrem Führungsoffizier von West nach Ost und zurück geschleusten IM’s „Bubi Mahler“ (Kurier) „Arno Anders“ und Elisabeth Groß“ (aus dem Bezirk Cottbus stammende DDR-Übersiedlungs-IM der HA VIII (mittels fingierter Flucht über Jugoslawien in den Westen gekommen) ist weiteres zu finden unter: Angela Schmole: Hauptabteilung VIII. Beobachtung, Ermittlung, Durchsuchung,Festnahme (MfS-Handbuch). Hg. BStU. Berlin 2011. S. 62 ff.

Noch weiter nördlich im Bereich der Straße Wolfswerder hatten Westberliner Studenten in den 60er Jahren einen Fluchttunnel gebaut, der an die Stasi verraten wurde. Die hatten sich am Tag der Schleusung bereits postiert und wollten den Tunnel zusprengen, um den Fluchthelfern den Weg abzuschneiden. Die Sprengung, bei der es mit Sicherheit Opfer unter den noch im Tunnel befindlichen Personen gegeben hätte, wurde aber von einem bis heute nicht ermitteltn Stasi Mann verhindert, der bei der Verhaftungsaktion dabei war.

Grenzbereich GR-44, 1969 Kleinmachnow

Grenzbereich GR-44, 1969 Kleinmachnow © Rudolf K. (Stralsund)

Ein ehemaliger Grenzsoldaten berichtet von seiner Zeit in Kleinmachnow während des ‚Prager Frühlings 1968‘. Eine politisch extrem schwierige Situation war durch den in der Tschechoslowakei unternommenen Versuch, dem bestehenden Sozialismus ein „menschliches Antlitz“ zu verleihen und dessen gewaltsamer Niederschlagung durch Truppen des Warschauer Paktes entstanden.
Am 21.August 1968 rollten sowjetische Panzer durch Prags Straßen. Lange war behauptet worden, dass auch die NVA an dieser Aktion beteiligt war.
Jedoch verließ die 11. Motorisierte Schützen-Division und die 7. Panzerdivision, immerhin 18.000 Soldaten und gut 1000 gepanzerte Fahrzeuge ihre Bereitstellungsräumen nahe der CSR nicht.

„Es war wirklich eine gefährliche Situation. Zeitgleich mit mir waren meine beiden Cousins ebenfalls in Berlin Mitte an der Grenze. Grundlos, von westlicher Seite, wurde auf beide mit KK-Waffen geschossen“.

„Mit der grenznahen Bevölkerung gab es aus meiner Sicht keine Probleme. Einmal gesehen grüßte man sich und man brauchte auch keine Papiere mehr sehen. Zu Weihnachten nach Wachablösung, fingen uns sogar Leute ab und gaben uns Kuchen und auch einen Schnaps. Ich habe den Schnaps unerlaubt riskiert und wurden von den Leuten nicht angeschwärzt. Auf der westlichen Seite von Wolfswerder gab es einen ’schrägen Typ‘. Heute würde man sowas als Nazi oder ähnlich bezeichnen. Er zeigte sich oft mit einer großen Hakenkreuzfahne und belegte uns mit entsprechenden Parolen und Beleidigungen“.

Kleinmachnow 1968/69 Grenzabschnitt.

GR44 Kleinmachnow

GR44 Kleinmachnow © Rudolf K. (Stralsund)

„Ich habe von Mai 1986 – August 1988 im GR 42 gedient und war regelmäßig an dieser Brücke. Dort war die Trennlinie zum GR 44. Wenn ich als Stellvertreter KSiA mit dem Kübel im unserem Grenzabschnitt 4 unterwegs war, musste ich zu Dienstbeginn immer zu dieser Brücke über den Teltowkanal fahren und mit dem Kommandeur der Güst (meist Major oder Oberstleutnant) die Lage absprechen. Der Stelli vom GR 44 war, glaube ich, dann auch immer vor Ort. Der Güst-Kommandeur kam immer durch eine kleine Tür in den Grenzabschnitt“.

Bild : Dies war besagte Tür © unbekannt daher nur als Link.

„Einmal hat er mich angemotzt, weil ich im Frühdienst unrasiert war. Ich habe ihm gesagt, dass wir kurzen Wechsel hatte und vom Spät- in den Frühdienst gegangen sind und mal gerade 3 Stunden Schlaf hatten. Das hat er als Ausrede akzeptiert.
Leider konnte ich nie über die Brücke gehen, obwohl es nur ein paar Meter waren. Ich wollte dort immer mal das Vordere Sperrelement berühren. Habe ich mich aber nie getraut. Dort war ja kein K6 davor. Aber man war ständig in Beobachtung von zwei BTs“.

Ehrenwache am OdF-Platz

Ehrenwache am OdF-Platz © Rudolf K. (Stralsund)

 

Rammrathbrücke_Teltowkanal_Teltow

Rammrathbrücke Teltowkanal 2009 ©Lienhard Schulz CC BY-SA 3.0

Quellen: Grenzsoldaten als Zeitzeugen, Wikipedia, Unterlagen GR42/44, Die Welt, 

 

Grenzübergang – Kleinmachnow Teltowkanal GÜSt.

5 Feb
Grenzübergang - Kleinmachnow / Teltowkanal

Grenzübergang – Kleinmachnow Teltowkanal

Die GÜSt. Kleinmachnow ( Grenzübergangsstelle )über den Teltowkanal nach dem ehemaligen West-Berlin, zwischen den Orten Teltow und Kleinmachnow gelegen, diente der genauen und langwierigen Kontrolle der Frachtschiffe auf dem Weg von oder nach West-Berlin über den Teltowkanal.

Nach der „Grenzsicherung“ im August 1961 und dem Bau der deutsch – deutschen Grenzmauer, wurden rund um Berlin auch die Wasserwege stark gegen unerlaubte Grenzübertritte gesichert. Um West-Berlin dennoch mit wichtigen Lebensgütern, Brennstoffen, Stückgut und Baumaterialien zu versorgen, wurden Transitstrecken eingerichtet. Der Teltowkanal, der nach 1945 gesperrt wurde, konnte erst 1981 durch eine Vereinbarung zwischen West Berlin und der DDR wieder befahren werden. Fortan gehörte dieser Streckenabschnitt zu den Haupttransitgewässern für den Warenaustausch. Binnenschiffe und Tanker konnten hier passieren. Bauschutt und jede Art von Müll wurde durch die DDR Flotte aus West-Berlin gegen harte Devisen entsorgt.
Eine besondere Bedeutung kam in der Folge der WSHA zu, dem Wasserstraßendienst der DDR, der sowohl Sanierungen der Wasserstrassen, Brücken und Anlagen in West Berlin übernahm. Die Eisbrecherflotte hielt die Kanäle im Winter befahrbar und so den wichtigen Verkehrsweg zwischen Oder und Elbe offen.
Das Bild unten zeigt die Sektorengrenze bei Dreilinden. Von hieraus sind es nur 5 Kilometer Wasserweg durch den Teltowkanal bis nach West-Berlin. Die heutige Autobahnbrücke der A115 AVUS liegt im Hintergrund des Bildes. Hier lag auch der ehemalige Grenzübergang Dreilinden.
Siehe auch: Friedhofsbahn Dreilinden

Foto: Roehrensee, Teltowkanal bei Albrechts Teerofen mit Blick auf die Brücke des Postenwegs der DDR-Grenztruppen über den Kanal östlich der alten Autobahnbrücke.

Foto: Roehrensee, Teltowkanal bei Albrechts Teerofen mit Blick auf die Brücke des Postenwegs der DDR-Grenztruppen über den Kanal östlich der alten Autobahnbrücke.CC BY-SA 3.0

Schautafel Kleinmachnow Zehlendorf / Mauerweg

Schautafel Kleinmachnow Zehlendorf / Mauerweg

Wie fast überall in Berlin war es auf dem Wasser recht schwer klar zu definieren, ob sich ein Schiff nun auf Westgebiet oder in DDR Hoheitsgewässern befand. Der Alltag sah in etwa so aus :
Zunächst kam das Schiff aus der Havel bei Sacrow. Hier kontrollierte die Kontrollstelle Nedlitz. Jetzt ging es an der Bertini Enge mit seinen Sperranlagen vorbei. Es passierte nun das Schloss Babelsberg und fuhr in den Griebnitzsee ein, der je zur Hälfte der Westzone und der Ostzone gehörte. Erst bei Teerofen wurde definitiv DDR Gewässer erreicht. Hier wurde die WasserGÜSt Dreilinden tätig und wenige Kilometer weiter wurde das Schiff bei Kleinmachnow erneut für die Ausreise nach West-Berlin überprüft. Es scheint wohl bei den Kontrollen in Dreilinden hauptsächlich darum gegangen zu sein blinde Passagiere (DDR-Bürger beim Versuch in den Westen zu flüchten) abzufangen, die bei Teerofen Westgebiet hätten erreichen können.

ehemalige WasserGÜSt bei Teerofen/ Dreilinden

ehemalige WasserGÜSt bei Teerofen/ Dreilinden

Fakten zur GÜSt. Kleinmachnow:
Eröffnung 20.11.1981
Verkehrsaufkommen bis 1988:  3763 Schiffe.
Eingesetztes Grenzregiment:
42 „Fritz Perlitz“
1532 Kleinmachnow, Leninallee
Siegelcode 929
Grenzabschnitt der Zuständigkeit :
Richtung Osten vom GR-33  Altglienike zum GR-44 Oderstraße.

Wachturm der Grenztruppen der DDR

Wachturm der Grenztruppen der DDR © gemeinfrei

 

Quellen: Eigene, Anwohner, ehem. Grenzsoldaten der DDR, Wikipedia
© Fotos eigene oder angegeben.

Die Schlacht von Lauban / Lubań Niederschlesien 1945 / Walther Nehring

25 Jan
Luban Lauban Rathaus

Luban/ Lauban Rathaus ©gemeinfrei

Lauban, das heutige Lubań, ist eine Stadt in der Woiwodschaft Niederschlesien (polnisch województwo dolnośląskie), heutiges Polen. Lubań hat heute etwa 22.000 Einwohner und liegt 24km östlich von Görlitz. Die Gründungsdaten gehen wahrscheinlich ins Jahr 711 zurück, erstmals erwähnt wurde Lauban 1228.
Der frühe geschichtliche Verlauf ist bei Wikipedia zusammengefasst.

Im Februar/März 1945 steht die rote Armee zum Angriff auf die Region Lauban/Görlitz tief in Niederschlesien. Im Februar wird die Stadt zu fast 60% zerstört und von den sowjetischen Truppen eingenommen. Unter General der Panzertruppe, Walther Nehring kommt es  vom 1.März bis zum  8.März 1945 zum letzten großen Erfolg der Wehrmacht gegen die Übermacht der Roten Armee.
Im Norden steht die Rote Armee vor Berlin, in Halbe wird die 9. Armee eingeschlossen.

Walther Nehring

Lagebesprechung vor dem Angriff auf Tobruk. Rechts Generalleutnant Nehring, April 1942
Bundesarchiv, Bild 101I-784-0203-14A / Moosmüller / CC BY-SA 3.0 de

Bereits im Januar ’45 waren die sowjetischen Truppen aus dem Warka Brückenkopf ausgebrochen, aber auf einer Linie Guben – Görlitz – Lauban zum Stehen gebracht worden. Die 4. Panzerarmee stand im Norden, die 17. Armee im Süden der Kampflinie. Der Schwachpunkt der Front lag genau zwischen diesen beiden Einheiten.

17. Februar, nachts.
Die 3. sowjetische Garde Panzerarmee beginnt einen keilförmigen Angriff auf die deutschen Stellungen. Artillerie deckt den Vorstoß der 23. Garde Schützenbrigade und der 23. Garde Panzerbrigade auf Lauban.
Auf der deutschen Seite kämpft ein Rest der 6. Grenadier Division, stark dezimiert nahe Warka an der Weichsel.
Mit dem Eindringen der Roten Armee wird die für den Kohletransport äußerst wichtige Bahntrasse  Görlitz Waldenburg, sowie die Strecke nach Berlin unterbrochen.

Aufmarschplan nahe Lauban und Görlitz

Aufmarschplan nahe Lauban und Görlitz © gemeinfrei Februar 1945

Oberstes Gebot wird es, die Bahnlinie wieder unter deutsche Kontrolle zu bekommen. Lebenswichtige Versorgungsgüter müssen die Heeresgruppe Mitte unter Generaloberst Schöner erreichen. Gleichzeitig gilt es den Vorstoß der 3. sowjetische Garde Panzerarmee zu vereiteln, dessen Ziel Dresden ist.
Generaloberst Schöner erhält vom Oberkommando des Heeres in Berlin den Auftrag den Knotenpunkt Lauban zurückzuerobern. Die neu erstellte Panzergruppe Walther Nehring ist zu diesem Zeitpunkt ausgedünnt und die Fahrzeuge zum Teil nur noch zu 40% einsatzbereit. Sie besteht im Großen und Ganzen aus insgesamt drei Panzerdivisionen und mehreren Infanteriedivisionen. Kraftstoffmangel bleibt ein Problem. Am 1. März 1945 erfolgt die Gegenoffensive.
( 01.03.1945 bis 05.03.1945 )

Russland, Panzer VI (Tiger I) wird aufmunitioniert

Bundesarchiv Bild 101I-461-0213-34, Russland, Panzer VI (Tiger I) wird aufmunitioniert          ©CC BY-SA 3.0 de

Panzer-Korps-Füsilier-Regiment 79
Bei diesen Sondereinsatzkräften, die unter dem direkten  Befehl Nehrings zum Einsatz kommen, handelt es sich um eine Art Eingreiftruppe für besonders heikle Situationen.  Nach den Ausführungen des Soldaten Werner Mork, kommen nicht nur 15cm Haubitzen, Tiger Panzer und Granatwerfer-Einheiten zum Einsatz sonders sogar 8,8 cm Flack für den Boden Boden Beschuss feindlicher Panzer.
Der Einsatz dieser Kräfte zerschlägt das sowjetisches Garde-Schützen-Korps fast vollständig. Lauban bietet ein Bild der Verwüstung. Hunderte tote sowjetische Soldaten liegen auf den Strassen.
Eine schnell herbeigeeilte Propaganda Abteilung dreht am 09.03.1945 die vorletzte Wochenschau auf dem Marktplatz. ( Bild, Marktplatz siehe oben )
Propagandaminister Dr. Joseph Goebbels ist bei der Begrüßung der Soldaten zu sehen.
Das hier bereits Kinder eingesetzt werden zeigt dieses bekannte Foto.

ADN-ZB/Archiv gemeinfrei 9.3.1945
Deutsch-Sowjetische Front: Reichspropagandaminister Goebbels begrüßt in Lauban (Niederschlesien) den mit dem EK II ausgezeichneten 16jährigen Willi Hübner….

 

Tagesmeldungen der Deutschen Wehrmachtsführung 
Tagesmeldung 03.03.1945: „Gruppe Nehring trat mit zwei Panzerkorps … im Raum beiderseits Lauban zum Angriff an … und kam gegen den zunächst überraschten Feind mit beiden Angriffsgruppen gut vorwärts. Während die rechte Angriffsgruppe planmäßig … auf Naumburg (!) eindreht, steht die linke Angriffsgruppe im Kampf mit dem … sich verstärkenden Feind.“
Tagesmeldung 04.03.1945: „In Niederschlesien brachte der eigene Angriff zweier Panzerkorps im Raum Lauban nicht den erwarteten Erfolg und lief sich zunächst fest. Von dem weiteren Verlauf … wird es abhängig sein, ob der Feind veranlasst wird, Teile der vermutlich zur Auffrischung herausgezogenen 3. Panzer-Armee einzusetzen, wodurch voraussichtlich eine wesentliche Störung der Feindabsichten hinsichtlich des zeitlichen Verlaufs seiner Planung eintreten würde.“
Tagesmeldung 05.03.1945: „In Niederschlesien gewann im Raum Lauban der eigene Angriff nach Umgruppierung einige Kilometer Boden.“
Tagesmeldung 06.03.1945: „In Schlesien erreichte im Raum Lauban der eigene Angriff … den Queis-Abschnitt 6 km n-o Lauban, während die östliche Angriffsgruppe durch Flankenangriffe des Feindes nur unwesentlich vorwärts kam.“
Tagesmeldung 07.03.1945: „In Schlesien erreichte im Raum Lauban der eigene Angriff im Wesentlichen (!) die gesteckten Ziele. Starke Gegenangriffe wurden abgewiesen und eine feindliche Kräftegruppe eingeschlossen.“
Tagesmeldung 08.03.1945:

[Quelle : Mehner, Geheime Tagesberichte der Deutschen Wehrmachtsführung – Die gegenseitige Lageunterrichtung der Wehrmachts-, Heeres- und Luftwaffenführung über alle Haupt- und Nebenkriegsschauplätze, Band 12]

Das ursprüngliche Ziel, einen Korridor in Richtung der eingeschossenen Stadt Breslau aufzubauen, wird nicht erreicht. ( Wehrmachtsbericht vom 4.März, siehe oben) Auch die Einkesselung großer Teile der Roten Armee kann nicht bewerkstelligt werden.
Allerdings wird Stalin auf die deutsche Offensive aufmerksam und untersagt weitere Angriffe Richtung Dresden/ Görlitz.
Das sichert vielen Schlesiern die Flucht in Richtung Westen.
Siehe auch hierzu:
http://www.swg-hamburg.de/Geschichte/Das_Schlupfloch_in_den_Westen_offenhalten.pdf

Ankunft von Flüchtlingen aus den Ostgebieten

Ankunft von Flüchtlingen aus den Ostgebieten © free use

 

Weiterführende  Texte :
Katastrophe von Spremberg

12.Armee Wenck bei Beelitz

Flucht nach Tangermünde

Quellen : Eigene, im Text angegebene, Wikipedia, Zeitzeugen.

 

 

 

Flugplatz Saarmund, Brandenburg Flucht 1979

22 Dez
Flugplatz Saarmund, Brandenburg

Flugplatz Saarmund, Brandenburg

Nahe vor den Toren Berlins liegt der Feldflugplatz Saarmund. Die leicht unebene Landebahn für Kleinflugzeuge bis 2 Tonnen liegt direkt an der Saarmunder Düne, nördlich der A10 Südlicher Berliner Ring. Die Saarmunder Düne gehört zum Saarmunder Endmoränenbogen. )
Er besitzt die Zulassung als Sonderlandeplatz und verfügt über 1000m Start / Langstrecke. Weiter ist Drachenfliegen erlaubt, sowie ein Modellflugplatz vor Ort.
Bereits in de 1920 ziger Jahren beginnt hier der Flugbetrieb. Zunächst sind es einfache Gleitflüge von der Düne, jedoch findet ab 1933 eine systematische Flugausbildung der Hitler Jugend statt.
Nach Ende des zweiten Weltkriegs und der Kapitulation Deutschlands wird der Flugbetrieb noch bis ins Jahr 1979 weitergeführt. Dann ist Schluß.
Ein Segelflugzeug aus Saarmund nutzt die Gelegenheit und fliegt über die Deutsch-Deutsche Grenze nach West Berlin. Republikflucht.
Für die 20km Strecke bis zur Stadtgrenze war bei einer mittleren Gleitzahl von 25 immerhin noch eine Anfangshöhe von realistisch 2 Kilometern nötig. Aus dem Windenschlepp kommt ein Segelflugzeug zumeist mit etwa 300m Startüberhöhung in den Gleitflug.
Das wäre dem ehemalige NVA-Offiziersanwärter Wolfgang Seiler zum Verhängnis geworden, denn die Überwachungsfunktionen des sowjetischen Radars hätte die Kursänderung sofort angezeigt.
Nach Seilers Ausführungen nutzt er zunächst die Aufwinde der warmen Düne um auf 800m zu steigen. 600m waren offiziell erlaubt, die Anflugroute zur, nach Osten geneigten Landebahn 07L in Schönefeld (SXF) überquert Saarmund in 900m.
Die Orientierung konnte einfacher nicht sein. Seiler nimmt Kurs auf den Fernsehturm auf dem Schäferberg, nördlich von Potsdam. Da hinter liegt der britische Militär Flugplatz Gatow.

Flugdaten : 24.06.1979 SZD-30A Pirat, DM-1801 der GST
Gelandet in Berlin-Gatow gegen 15:00 Uhr

Erst nach 1990  bekommen zwei Luftsportvereine die Genehmigung den Flugbetrieb wieder aufzunehmen.

Flugplatz Saarmund, Brandenburg

Flugplatz Saarmund, Brandenburg

Saarmunder_Berg_2013

Saarmunder_Berg_2013 © Lutki CC BY-SA 3.0

Quellen : Wikipedia, Einheimische

Ludwigsfelde Struveshof, frühere Erziehungsanstalten für Waisen und vernachlässigte Kinder

13 Dez
Ludwigsfelde Struveshof

Ludwigsfelde Struveshof

Ludwigsfelde um 1890. Die Stadt Berlin bricht aus allen Nähten und braucht dringend Platz für die Abwässer der Kanalisation. Nördlich von Ludwigsfelde entstehen Rieselfelder in großer Ausdehnung. Im Vorwerk ( anderes Wort für Gutshof ) „Struveshof“ entsteht zunächst eine Schule mit einer Klasse für alle Stufen.

Auch Berlin braucht vermehrt Erziehungsanstalten für Waisen und Kinder die durch ihre Eltern stark vernachlässigt werden. In Ludwigsfelde „Struveshof“ scheint ein geeigneter Platz für den Bau des „Landerziehungsheims der Stadt Berlin“ gefunden.  Ziel ist es Jungen zwischen 12 und 18 Jahren hier unterzubringen, auszubilden und zu erziehen. Der landwirtschaftliche Betrieb der Anlage ist einige Jahre später in der Lage sich wirtschaftlich selbst zu tragen.

1943, am Ende des 2. Weltkrieges, bombardieren Alliierte Bomber die Flugzeugmotorenwerke Genshagen, nahe Ludwigsfelde und treffen das Wohnheim. Die Anlage selbst bleibt einigermaßen unbeschadet und diente den sowjetischen Besatzern ab 1945 als Lazarett und Kommandantur. Später wird ein „Jugendwerkhof“ durch die regierende SED eingerichtet, der bis 1960 besteht.
Ab 1962 wird das Werk sitz des „Zentralinstitut für Weiterbildung der Lehrer, Erzieher und Schulfunktionäre“, Schirmherrin ist Margot Honnecker.

Nach 1990 und dem Zusammenbruch der DDR wird die Einrichtung zunächst geschlossen und ist heute, frisch renoviert, das „Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg“.

Struveshof

Struveshof

Quellen: eigene, LISUM,Wikipedia
Foto:eigene

 

SG 38 Schulgleiter

3 Dez
SG 38 Schulgleiter

SG 38 Schulgleiter ( © CC BY-SA 2.0 )

Deutschland 1938. Nach dem verlorenen 1. Weltkrieg und der Demilitarisierung durch die Siegermächte, der Weltwirtschaftskrise 1929, mit resultierender innenpolitischer Zerstrittenheit, Elend und Arbeitslosigkeit, kommt es nach den Reichstagswahlen 1933 zum Umbau der Republik in einen Führerstaat durch den Reichskanzler Hitler.

Durch die Belebung der Rüstungsindustrie und Vergrößerung der „Reichswehr“, die fortan „Wehrmacht“ heißt, expandiert auch die Luftwaffe stark. Der Bedarf an Nachwuchsflugzeugführern für den zivilen und militärischen Bedarf zieht enorm an.

Eines der neuen Schulflugzeuge ist der Schulgleiter SG 38 .
Er wird das meist gebaute Trainingsgerät der Luftwaffe, das bereits ab 1936 entwickelt wurde. Der SG 38 ist ideal für die Anfängerschulung. Das Gleitflugzeug zeichnet sich durch enorme Gutmütigkeit aus, Fehler verzeihend und robust. Hersteller ist die Firma „Schneider“ in Grunau.  Tausende von Piloten machen ihre ersten Hopser auf einem SG 38.

Idealerweise wird das Flugzeug an einem Hang per Gummistartseil gestartet. Dabei erreicht es etwa 50 – 60 km/h und eine Höhe von wenigen Metern. Je nach Länge und Abfall der Anhöhe kann der Schulgleiter nun einige hundert Meter gleiten.
( Gleitzahl von 8,3. Das bedeutet von einem 100m hohen Hügel bis zu 800m im Idealfall. )

Startposition SG38 Flugplatz Saarmund

Startposition SG38 Flugplatz Saarmund

Gelandet wird der Schulgleiter SG 38 auf seiner Kufe. Die meisten Flugschüler kommen aus der militärisch aufgebauten Hitlerjugend. Dementsprechend gedrillt wird der Start immer und immer wieder geübt, :

Fertig zum Start passiert folgendes:
„Ausziehen“  –  Die Startmannschaft zieht das Gummiseil V förmig vor dem Flugzeug aus.
„Laufen“  –  Die Seilmannschaft rennt den Berg hinunter und spannt das Seil stärker und stärker, während die Haltemannschaft das Flugzeug an einem Seil hinter dem Schulgleiter hält.
„Los“  –  Die Haltemannschaft läßt das Seil los und das Flugzeug wird auf Startgeschwindigkeit beschleunigt. der SG 38 Schulgleiter hebt ab, überfliegt die so genannten „Gummihunde“ und klingt das Gummiseil aus.

HJ, Reichssegelschule

HJ, Reichssegelschule CC BY-SA 3.0 de

Hitlerjugend, Segelfliegen

Hitlerjugend, Segelfliegen Grunau Baby CC BY-SA 3.0 de

© Fotos Bundesarchiv gemeinfrei / eigene

 

Hans Joachim Oskar Fichtner, Raketeningenieur V2 und NASA

8 Sep
Hans Fichtner

Hans Fichtner im Team Wernher von Brauns / NASA © gemeinfrei ( Mitte zweite Reihe, schaut nach links vom Betrachter aus gesehen )

Vor genau 100 Jahren wurde er in Leipzig geboren.
Hans Joachim Oskar Fichtner. * 8. September 1917; † 21. Oktober 2012 in Huntsville, Alabama,USA )
Im Jahr 1939 begann in Peenemünde unter der Leitung von Wernher von Braun das weltweit erste Raketenprogram. Mit dem Aggregat 4 (A4) konstruierte man hier die erste ballistische Boden-Boden Rakete der Welt.
In dem, auf der Insel Usedom gelegenem Sperrgebiet, erfolgte die Erprobung, die Entwicklung und die strategische Ausrichtung der neuen „Wunderwaffe“.

V2 beim Start

V2 Rakete beim Start © gemeinfrei

Hans Fichtner war an der Entwicklung des Kontrollsystems für die Steuerung massgeblich beteiligt und baute bei dem Nachfolger V2 die elektrischen  Bordsysteme zur Kontrolle der Rakete mit. Durch den Einsatz von Zwangsarbeitern konnte eine enorme Produktion erreicht werden. Peenemünde verfügte über eine eigene KZ Außenstelle in Karlshagen.
( Station 5 )

Nach dem 2. Weltkrieg, im November 1945, gelangte Fichtner im Team um Wernher von Braun in die USA und baute fortan weiterhin an der Elektronik der Raketen „Redstone“, „Mercury“, „Jupiter“ und der Mondrakete „Saturn-V“.
Auch seine Arbeit führte im Wettlauf zwischen den USA und der Sowjetunion dazu, dass die USA den ersten Astronauten auf den Mond fliegen konnte.

Mondlandung 1969

Mondlandung 1969 © gemeinfrei

Ein kurzer Deutschlandfunk Hörbericht ist hier anzuhören

Quellen : Deutschlandfunk, Wikipedia

 

Treuenbrietzen, Sebaldushof, Gefangenenlager Nichel 1943 1945

7 Sep

Wegweiser im Lagergebiet, Nichel

Während der Zeit des 3. Reiches entstanden im märkischen Sand um Treuenbrietzen, wie auch im ganzen Land eine hohe Anzahl von Rüstungsfabriken, in denen Häftlinge unterschiedlichster Herkunft zwangsweise in der Produktion eingesetzt wurden. Darunter waren das Werk Dr. Kroeber & Sohn , heute Gerätewerk Leipziger Straße, das Werk Sebaldushof (das sogenannte „Werk A“) und die Munitionsfabrik Werk Selterhof („Werk S“)
Am 21. April 1945 gelang es einem Stosstrupp der Roten Armee das an der Reichsstraße 2 ( heute Bundesstrasse 2 ) gelegene Lager zu erreichen und neben anderen Nationen und Gruppen, eigene Landsleute zu befreien. Ziel des Stosstrupps waren die Munitionsfabriken und die Bahnlinie Treuenbrietzen Beelitz.
Etwa 3000 Menschen waren im den Baracken im Wald nahe der Produktionsstätte Sebaldushof interniert, darunter 150 italienische Gefangene. Am 9. September 1943 landeten westalliierte Truppen bei Salerno.

Nach dem Zusammenbruch Italiens, hatte der einstige Verbündete Deutschland den Krieg erklärt. Daraufhin wurden auch italienische Soldaten in Deutschland zu Kriegsgefangenen.
Zwei Tage nach dem Vorstoß der sowjetischen Soldaten verschob sich durch den Angriff der Wehrmacht die Frontlinie ruckartig in Richtung Osten.
Sebaldushof und das dazugehörige Lager waren erneut in deutscher Hand.

Weiterführend:
Erschießung italienischer Kriegsgefangener in Nickel, Treuenbrietzen.
Schlacht um Berlin.

Kellergewölbe der Fabrik „WerkA“ Sebaldushof

Gedenkstein im Lagergebiet


© Fotos eigene / Quellen: Wikipedia und eigene