Mord an Leutnant Klass 1825 / Nesselgrund Templin

14 Okt
Mord an Leutnant Klass 1825 Templin

Mord an Leutnant Klass 1825 Templin

Mord an Leutnant Klass 1825 Templin

Mord an Leutnant Klass 1825 Templin

Etwa auf halbem Wege zwischen der Raststätte/Biergarten Forsthaus Templin und der B2 Michendorf Potsdam findet der Aufmerksame ein allein stehendes Kreuz im Wald.
Einst stand hier ein Steinkreuz, doch 2014 wurde es durch ein Holzkreuz ersetzt.

Die eigentliche Handlung bleibt widersprüchlich. Sicher scheint folgendes:

Auf einer Waldstreife stellt der „Seconde Leutnant Louis Ernst von Klass“, vom Potsdamer Gardejägerbatallion, zwei Wilderer nahe der heutigen Bahntrasse, der sogenannten Kanonenbahn.
Wahrscheinlich handelte es sich ebenfalls um Angehörige der Gardejäger. Beide können schnell von den Polizeiorganen gefasst werden und werden später verurteilt.

Aus den Akten wird später lediglich ersichtlich: Todestag 1. November 1827.
Warum auf dem jetzigen Schild ein vollkommen anderes Datum steht ist z.Zt. unklar.

Quelle: Voigt, Chr. – Von märkischen Wilderern

Potsdamer Gardejäger Bataillon

Potsdamer Gardejäger Bataillon

Der Flakring um Berlin im 2. Weltkrieg Flaktürme und Bomberkrieg

25 Aug

Nach dem verlorenen 1. Weltkrieg bleibt es dem Deutschen Reich laut Versailler Vertrag verboten, Flugabwehrkanonen ( FLAK ) zu bauen oder zu besitzen.
Das OKW ( Oberkommando der Wehrmacht ) unterläuft dieses Verbot, indem sie die ersten Abteilungen als Fahrabteilungen tarnt. 1935 wird die Flak der Luftwaffen angegliedert.

Berlin 1938.
Seit Sommer laufen die Planungen für die Errichtung eines Flakrings um die Reichshauptstadt Berlin. Das gegründete Luftverteidigungskommando 1, ( später 1. Flak Division ) hat fortan die Aufgabe der Luftraumverteidigung Berlins und dem Schutz der Stadt.
Die Einheit besteht zunächst aus 60 schweren und 35 mittleren Batterien sowie den dazugehörigen Scheinwerferstellungen. Sperrballonbatterien sollen den direkten Überflug von Feindflugzeugen über das Gebiet der Reichshauptstadt verhindern. Ab 1941 erreichen schwere Bomberverbände der Alliierten vermehrt Berlin, sodass die Ausstattung der 1. Flak Division bald weit über 100 Geschütze beträgt. Flaktürme entstehen im ganzen Stadtgebiet.

deutsche 12,8 FLAK

deutsche 12,8 FLAK @ gemeinfrei

Technische Daten 12,8 cm FLAK

  • Kaliber: 128 mm
  • Länge des Kanonenrohres 7,8m
  • Reichweite 14,8 km hoch / 20,9 km weit
  • Gewicht Geschoss bis 47,7 kg
  • Gewicht 27 Tonnen
  • Feuerkraft 11 Schuss/min
Bundesarchiv Bild 101I-656-6103-09, Reichsgebiet.- Flak-Turm mit schwerer Flak

Bundesarchiv Bild 101I-656-6103-09, Reichsgebiet.- Flak-Turm mit schwerer Flak CC BY-SA 3.0 de

Das Problem dieser Waffe ist die Trefferquote. Je nach Art der Flak und der Position kommt ein Durchschnitt von etwa 5000 Schuss pro bestätigtem Abschuss der Sache wahrscheinlich recht nahe.
Nach der verhehrenden Dezimierung der deutschen Luftwaffe bleibt die Flak bis zum Kriegsende 1945 das wichtigste Mittel gegen feindliche Bomberverbände.
Die kleinste Einheit einer 8,8 cm Flak besteht aus einem Einzelgeschütz und 10 Mann für den Einsatz. Ab 1943 werden diese äußerst erfolgreichen Kanonen in Großbatterien von bis zu 12 Flakkanonen zusammengefasst.
Durch Verluste an den unterschiedlichsten Fronten werden bis 1945 immer mehr reguläre Soldaten von den Flakstellungen an die Front befohlen. Ersetzt werden sie durch Flakhelfer aus den Jugenddiensten wie die Hitlerjugend, dem BDM ( Bund deutscher Mädchen), durch freiwillige Kriegsgefangene und Volkssturm Männer.

Das Fazit des Bomberkriegs über dem deutschen Reich ist ernüchternd.
Von 1939 bis zum Kriegsende warfen die Alliierten 3,4 Millionen Tonnen Bomben.
( Knapp 28.000 im einem Monat )
Etwa 12000 schwere Bomber wurden abgeschossen.
( Gesamtes Kriegsgeschehen )
Dabei starben etwa 100.000 Besatzungsmitglieder.
Die vierfache Zahl an Soldaten wurde verletzt, zum Teil schwer.

Siehe auch: Endkampf um Berlin

Quellen : Wikipedia/ eigene

Sputnik Made in Germany ? Teil 2 – mit Mirak III nach Kummersdorf

5 Mrz

Fortsetzung von Teil 1

Triebwerksprüfstand in Kummersdorf.

Triebwerksprüfstand in Kummersdorf.

Auf dem Gelände des ehemaligen preussischen Kriegsministerium wurden die MIRAK 1 und die MIRAK 2 entwickelt. Der Erststart erfolgte dort am 10. Mai 1931.
Bevor der „Verein für Raumschifffahrt“ Ende 1932 wegen Platzproblemen seinen Sitz vom Tegeler Weg / Bahnhof Jungfernheide nach Kummersdorf verlegte, begannen bereits 1930 geheime Versuche mit Raketenbrennöfen.

Unter Leitung von Walter Dornberger wurden für diese Zwecke dort Versuchsstände, Konstruktions- und Messbaracken errichtet. Ende 1930, Anfang 1931 entstand zwischen den Schießbahnen Ost und West die Versuchsstelle West.

Zuerst stand die Erprobung von der Industrie gelieferten Schwarzpulvertreibsätzen auf dem Programm.

Im August 1932 kam dann die in Reinickendorf entwickelte 3,6m lange und 20kg schwere  mit Flüssigkeitstreibstoff betriebene Rakete zur Erprobung nach Kummersdorf. Das Heereswaffenamt hatte diese schon bestellt.

Das Triebwerk in der Rakete entwickelte so viel Schub, dass sie bis 70m Höhe aufstieg, bevor sie gezielt abstürzte. Eine gefährliche Versuchsreihe in besiedeltem Gebiet.

Der Strahlteiler Kummersdorf. Hier wird der Raketenstrahl gelenkt. Die erste Startrampe der Welt

Der Strahlteiler Kummersdorf. Hier wird der Raketenstrahl gelenkt. Die erste Startrampe der Welt

Am 22.06.1932 machten sich dann Rudolf Nebel, Wernher von Braun, Beermüller und Ehmayer von Reinickendorf mit zwei Drei-Liter-Flüssigkeitsraketen vom Typ Mirak III zum Testen auf nach Kummersdorf. Wernher von Braun war von den technischen Voraussetzungen in Kummersdorf so beeindruckt, dass er am 01.10.1932 mit all seinem Wissen und seinen bisherigen Erfahrungen nach Kummersdorf wechselte. Zur selben Zeit begann auch der Bau eines 6x4m großen Prüfstandes für Pulverraketen. Zum Prüfstand gehörten auch zwei Baracken mit Werkstatt, Dunkelkammer, Arbeitszimmer und Konstruktionsraum.

Der erste Brennversuch in dem neuen Prüfstand am 21.12.1932 misslang leider. Dabei wurde fast der gesamte Prüfstand vernichtet. Er wurde wieder aufgebaut und genutzt. Wegen der hohen Auslastung dieses Prüfstandes wurde dann 1934 ein zweiter Prüfstand erbaut.

Agregat 2 Testkammer in der Heeresversuchsanstalt Kummersdorf

Agregat 2 Testkammer in der Heeresversuchsanstalt Kummersdorf ( Hinten Einschüsse russischer Angriffe Ende 1945 )

Zeitgleich 1934 wurde an den ersten kompletten mit Flüssigtreibstoff angetriebenen Raketen begonnen. Die Rakete mit einem Gewicht von 150kg sollte von einer Rinne mit dem Agregat1 (A1) gestartet werden. Dazu kam es aber nicht. Es begannen statt dessen die Arbeiten am Projekt „A2″und einem neuen Triebwerk mit 1000kg Schubkraft.

Wernher von Braun legte im Juni 1935 dem Heer und der Luftwaffe ein Konzept für eine zentrale Raketenversuchsanstalt vor. Die gesamte Entwicklung der Raketen in Deutschland sollte zentralisiert werden. „Alles unter einem Dach“ sollte die Entwicklung beschleunigen.
Außerdem war die Stadt Luckenwalde, die Ortschaften Sperenberg und auch Zossen zu dicht an den Versuchsstartrampen. Außerdem konnten bei höheren Reichweite die geheimen Labore der Vers. Gottow ( Versuchsanstalt Gottow ) getroffen werde, wo bereits  Versuche an Treibstoffen und dem so genannten N-Stoff liefen.
Dieses Konzept wurde im April 1936 angenommen und die Errichtung der „Heeresversuchsanstalt Peenemünde“ oder „HVA“ in Norden der Insel Usedom beschlossen.

Teststand V2 Triebwerk

Teststand V2 Triebwerk

Bild oben. Hinter Panzerglas beobachteten die deutschen Raketen Pioniere den Antriebsstrahl der späteren V2 Rakete. Es kam besonders auf den Startmoment an, bevor die Rakete selbst lenkend fliegen konnte.

Siehe auch :
Sarin und N-Stoff aus Falkenhagen

Quellen: © Fotos eigene.

1951 Massenabsturz 13 Ilyushin IL-10 bei Kemlitz

5 Mrz
Massenabsturz Ilyushin Il-10 bei Kemlitz 1951

Scene eines Absturzes.

Flugfeld Reinsdorf nahe Jüterbog,Brandenburg, 14.April.1951. 26 Männer der sowjetischen Luftwaffe rollen in ihren Flugzeugen auf die 1280m lange Grasstartbahn des ehemaligen „Arbeitsflugfeldes der Luftwaffenflugschule Gatow“.
Noch wenige Jahr zuvor waren hier deutsche Jäger zur „Reichsluftverteidigung“ stationiert  gewesen. Seit 1945 diente Reinsdorf als Dezentralisierungsflugplatz der sowjetischen Jagdflugzeuge aus Jüterbog.

An diesem Samstag im April 1951 ist es im Berliner Umland leicht bewölkt mit angesagten Schauern, als sich die 13 Maschinen zur Verbandsübung der sowjetischen 16. Luftarmee  in Bewegung setzen. Nach dem Start setzen sie wahrscheinlich Kurs auf das Zielgebiet in der Lieberoser Heide, dem 26 500 Hektar großen Bombenabwurf- und Schießübungsplatz, auf dem bis in die 1990ziger Jahren auf der sogenannten „Höhe 100“ tausende Tonnen an Munitionsresten abgeladen werden sollten. In seiner Ausdehnung ist die Gegend die größte wüstenartige Gegend Deutschlands.
Kurz vor der Autobahntrasse Berlin – Dresden liegt die Ortschaft Kemlitz. Beim Vorbeiflug kommt es zur bis heute ungeklärten Massenkatastrophe der Staffel. Trümmerteile verteilen sich über die gesamte Gegend und werden noch  Jahre später gefunden. Die sowjetische Armee birgt  26 tote Männer. Es gibt keine Überlebenden.

Doch warum kam es zu dem gleichzeitigen Absturz aller dreizehn  Ilyushin IL-10 Flugzeuge? Die Flugzeit von Reinsdorf nach Kemlitz beträgt nur wenige Minuten. Für die knapp 25 Kilometer lange Strecke entlang der B102 benötigt eine Ilyushin IL-10 nach dem Steigflug etwa 7 Minuten. Selbst wenn der Treibstoffverbrauch sehr hoch war, die technischen Unterlagen der IL-10 sind hier nicht eindeutig, so sind für diesen Flug etwa 10-30 Liter Treibstoff nötig. Das könnte etwa der Menge entsprechen, die sich ständig in den Treibstoff Leitungen befindet. Ist diese Menge verbraucht, kommt frischer Sprit aus den Tanks zum Motor.
Fazit : Es wäre möglich, daß sich ein falscher Treibstoff in den Tanks des mit „Superbenzin“ betriebenen Ilyushin IL-10 Motors befunden hat. Tankt man in diesem Fall z.B. JET Treibstoff, so kommt es zu dem gleichen Effekt, als würde man einen Ottomotor mit Diesel betanken.

Ilyushin Il-10

Ilyushin Il-10 in Nordkorea © gemeinfrei

Natürlich gibt es denkbar weitere Unfallursachen wie Sabotage, Staubwolken, zu enge Staffelung der Maschinen, Methangas oder ähnliche. Allerdings sind all diese Ursachen höchst unwahrscheinlich und würden den Gesamtverlust aller Flugzeuge nicht erklären.

Blick von der „Tribüne“ auf dem „Generalshügel“ in Richtung der ehemaligen Schießbahn des vormaligen sowjetischen (russischen) Truppenübungsplatzes Lieberose in der Lieberoser Heide bei Lieberose, Landkreis Dahme-Spreewald, Brandenburg, Deutschland. Von der „Tribüne“ aus verfolgten die militärischen Leitungskräfte den Ablauf der Schießübungen entlang der Schießbahn sowie die Manöver. Seit dem Abzug der Russen verfallen die Militärgebäude zunehmend bzw. wurden im Zuge der Konversion bereits abgerissen. Auch die Schießbahn ist in Folge der natürlichen Sukzession stellenweise bereits wieder recht dicht bewaldet. (Hinweis: Das Foto entstand während einer fachlich geleiteten Führung.)

Blick von der „Tribüne“ auf dem „Generalshügel“ in Richtung der ehemaligen Schießbahn des vormaligen sowjetischen (russischen) Truppenübungsplatzes Lieberose in der Lieberoser Heide bei Lieberose, Landkreis Dahme-Spreewald, Brandenburg, Deutschland. Von der „Tribüne“ aus verfolgten die militärischen Leitungskräfte den Ablauf der Schießübungen entlang der Schießbahn sowie die Manöver. Seit dem Abzug der Roten Armee verfallen die Militärgebäude zunehmend bzw. wurden im Zuge der Konversion bereits abgerissen. Auch die Schießbahn ist in Folge der natürlichen Sukzession stellenweise bereits wieder recht dicht bewaldet.

( Foto und Text: © J.-H. JanßenEigenes Werk
(Hinweis: Das Foto entstand während einer fachlich geleiteten Führung.)
( Lizenz : 
CC BY-SA 3.0 )

Quelle: eigene, Anwohner, robb Online – Lieberoser Heide.

 

 

Friedensstadt Glau Johannische Kirche WaffenSS und Gestapo

19 Feb
Friedensstadt Glau

Friedensstadt Glau

Die so genannte „Friedensstadt“ im Trebbiner Ortsteil Glau hat 100 Jahre stetigen Wechsel hinter sich. Kurz nach dem 1 Weltkrieg errichtete die Johannische Kirche des Gründers Joseph Weißenberg ( Gründung 1926 ) die Siedlung, bestehend aus etwa 40 Gebäuden, darunter eine Schule, eine Heilanstalt, ein Seniorenheim und natürlich eine Kirche.

Nach 1933 wurde die Kirche von der nationalsozialistischen Regierung verboten und die Gestapo kümmerte sich um die Auflösung der Siedlung. Ab 1938 wurde das Gelände von der SS genutzt. Es entstand die SS-Artillerieschule 2, Leiter Dr. Schwab.
Weitere SS Abteilungen kamen ebenfalls nach Glau. Wahrscheinlich handelte es sich um das  „Amt 8 FEP des SS-Führungshauptamts“ ( Forschung, Entwicklung, Patente) und gegen Ende des Krieges könnte das „Kampfstoffinstitut der Waffen-SS“ nach Glau verlegt worden sein.

Das Bild oben zeigt das letzte, im Bauhaus Stil errichtete Gebäude vor dem Verbot der Kirche. Es war als Schule geplant, die SS richtete 1940 eine Küche ein. Nach 1945 zogen  sowjetische  Soldaten in die Klassenräume.

KZ Sachsenhausen Außenstelle Glau

Ab 1942 kam eine Außenstelle des KZ Sachsenhausen hinzu. Die bis zu 180 Insassen waren politisch oder religiös Verfolgte sowie Kriegsgefangene.

1931 entsteht das Lokal/Pension „Goldene Sonne“ mit einem 600 Plätze fassenden Saal.

Ende August 44 kam es auf Schloß Glau (bei Trebbin in Brandenburg) zu einer Konferenz der Waffen SS. Es ist anzunehmen, dass es sich hierbei um einen Decknamen für die „Goldene Sonne“ handelte. Leiter der Konferenz war SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Otto Schab, deutscher Ingenieur, und Experte für Wehrwissenschaften. Hierbei ging es im groben um die Machtbefugnisse zwischen der Waffen-SS und der I.G. Farben. Geforscht wurde u.a. in Gottow und Falkenhagen am gefährlichen N-Stoff.

Nach 1945  Offiziersheim der Pioniereinheiten der GSSD, 1970 kommt ein Kino der roten Armee hinzu:

Goldene Sonne Glau

Goldene Sonne Glau

Hinter der gesamten Anlage liegt eine geschützte Heidelandschaft mit unnatürlichen Verwerfungen.  Während des 2. Weltkrieges stand hier eine Navigationseinrichtung für den Luftverkehr. ( UKW Drehfunkfeuer ).
Weiter sind große Krater zu finden, in denen nach 1945 russische Abschussrampen für Raketen montiert waren.

Ausblick vom Raketengelände Glau

Ausblick vom Raketengelände Glau

sowjetische Raketenstellung

sowjetische Raketenstellung nahe Glau

Friedensstadt Glau

nahe Friedensstadt Glau

 

Siehe auch:
9.Armee und Flucht aus dem Kessel von Halbe
Armee Wenck bei Ferch
Flugplatz Schönhagen 
Vogelschutzgebiet Stangenhagen

Quellen: Gespräche  3 Anwohner u Info Tafeln vor Ort,
https://de.wikipedia.org/wiki/Friedensstadt_Weißenberg
( Wikipedia )

 

 

Grenzübergang – Kleinmachnow Teltowkanal GÜSt.

5 Feb
Grenzübergang - Kleinmachnow / Teltowkanal

Grenzübergang – Kleinmachnow Teltowkanal

Die GÜSt. Kleinmachnow ( Grenzübergangsstelle )über den Teltowkanal nach dem ehemaligen West-Berlin, zwischen den Orten Teltow und Kleinmachnow gelegen, diente der genauen und langwierigen Kontrolle der Frachtschiffe auf dem Weg von oder nach West-Berlin über den Teltowkanal.

Nach der „Grenzsicherung“ im August 1961 und dem Bau der deutsch – deutschen Grenzmauer, wurden rund um Berlin auch die Wasserwege stark gegen unerlaubte Grenzübertritte gesichert. Um West-Berlin dennoch mit wichtigen Lebensgütern, Brennstoffen, Stückgut und Baumaterialien zu versorgen, wurden Transitstrecken eingerichtet. Der Teltowkanal, der nach 1945 gesperrt wurde, konnte erst 1981 durch eine Vereinbarung zwischen West Berlin und der DDR wieder befahren werden. Fortan gehörte dieser Streckenabschnitt zu den Haupttransitgewässern für den Warenaustausch. Binnenschiffe und Tanker konnten hier passieren. Bauschutt und jede Art von Müll wurde durch die DDR Flotte aus West-Berlin gegen harte Devisen entsorgt.
Eine besondere Bedeutung kam in der Folge der WSHA zu, dem Wasserstraßendienst der DDR, der sowohl Sanierungen der Wasserstrassen, Brücken und Anlagen in West Berlin übernahm. Die Eisbrecherflotte hielt die Kanäle im Winter befahrbar und so den wichtigen Verkehrsweg zwischen Oder und Elbe offen.
Das Bild unten zeigt die Sektorengrenze bei Dreilinden. Von hieraus sind es nur 5 Kilometer Wasserweg durch den Teltowkanal bis nach West-Berlin. Die heutige Autobahnbrücke der A115 AVUS liegt im Hintergrund des Bildes. Hier lag auch der ehemalige Grenzübergang Dreilinden.
Siehe auch: Friedhofsbahn Dreilinden

Foto: Roehrensee, Teltowkanal bei Albrechts Teerofen mit Blick auf die Brücke des Postenwegs der DDR-Grenztruppen über den Kanal östlich der alten Autobahnbrücke.

Foto: Roehrensee, Teltowkanal bei Albrechts Teerofen mit Blick auf die Brücke des Postenwegs der DDR-Grenztruppen über den Kanal östlich der alten Autobahnbrücke.CC BY-SA 3.0

Schautafel Kleinmachnow Zehlendorf / Mauerweg

Schautafel Kleinmachnow Zehlendorf / Mauerweg

Wie fast überall in Berlin war es auf dem Wasser recht schwer klar zu definieren, ob sich ein Schiff nun auf Westgebiet oder in DDR Hoheitsgewässern befand. Der Alltag sah in etwa so aus :
Zunächst kam das Schiff aus der Havel bei Sacrow. Hier kontrollierte die Kontrollstelle Nedlitz. Jetzt ging es an der Bertini Enge mit seinen Sperranlagen vorbei. Es passierte nun das Schloss Babelsberg und fuhr in den Griebnitzsee ein, der je zur Hälfte der Westzone und der Ostzone gehörte. Erst bei Teerofen wurde definitiv DDR Gewässer erreicht. Hier wurde die WasserGÜSt Dreilinden tätig und wenige Kilometer weiter wurde das Schiff bei Kleinmachnow erneut für die Ausreise nach West-Berlin überprüft. Es scheint wohl bei den Kontrollen in Dreilinden hauptsächlich darum gegangen zu sein blinde Passagiere (DDR-Bürger beim Versuch in den Westen zu flüchten) abzufangen, die bei Teerofen Westgebiet hätten erreichen können.

ehemalige WasserGÜSt bei Teerofen/ Dreilinden

ehemalige WasserGÜSt bei Teerofen/ Dreilinden

Fakten zur GÜSt. Kleinmachnow:
Eröffnung 20.11.1981
Verkehrsaufkommen bis 1988:  3763 Schiffe.
Eingesetztes Grenzregiment:
42 „Fritz Perlitz“
1532 Kleinmachnow, Leninallee
Siegelcode 929
Grenzabschnitt der Zuständigkeit :
Richtung Osten vom GR-33  Altglienike zum GR-44 Oderstraße.

Wachturm der Grenztruppen der DDR

Wachturm der Grenztruppen der DDR © gemeinfrei

 

Quellen: Eigene, Anwohner, ehem. Grenzsoldaten der DDR, Wikipedia
© Fotos eigene oder angegeben.

Internationale grüne Woche in Berlin

22 Jan
Grüne_Woche

Grüne Woche  ©  gemeinfrei

Die Internationale Grüne Woche Berlin ist die weltgrößte Messe für Landwirtschaft, Gartenbau und für Nahrungserzeugnisse. Über 1600 Erzeuger stellen ihre weltweiten Produkte auf 118.000 QM in der Messehalle 26 in Berlin vor.
1926 fand die weltbekannte Messe das erste mal statt. Vom 19. bis 28. Januar sind die Tore in Berlin für Besucher geöffnet

Flugplatz Saarmund, Brandenburg Flucht 1979

22 Dez
Flugplatz Saarmund, Brandenburg

Flugplatz Saarmund, Brandenburg

Nahe vor den Toren Berlins liegt der Feldflugplatz Saarmund. Die leicht unebene Landebahn für Kleinflugzeuge bis 2 Tonnen liegt direkt an der Saarmunder Düne, nördlich der A10 Südlicher Berliner Ring. Die Saarmunder Düne gehört zum Saarmunder Endmoränenbogen. )
Er besitzt die Zulassung als Sonderlandeplatz und verfügt über 1000m Start / Langstrecke. Weiter ist Drachenfliegen erlaubt, sowie ein Modellflugplatz vor Ort.
Bereits in de 1920 ziger Jahren beginnt hier der Flugbetrieb. Zunächst sind es einfache Gleitflüge von der Düne, jedoch findet ab 1933 eine systematische Flugausbildung der Hitler Jugend statt.
Nach Ende des zweiten Weltkriegs und der Kapitulation Deutschlands wird der Flugbetrieb noch bis ins Jahr 1979 weitergeführt. Dann ist Schluß.
Ein Segelflugzeug aus Saarmund nutzt die Gelegenheit und fliegt über die Deutsch-Deutsche Grenze nach West Berlin. Republikflucht.
Für die 20km Strecke bis zur Stadtgrenze war bei einer mittleren Gleitzahl von 25 immerhin noch eine Anfangshöhe von realistisch 2 Kilometern nötig. Aus dem Windenschlepp kommt ein Segelflugzeug zumeist mit etwa 300m Startüberhöhung in den Gleitflug.
Das wäre dem ehemalige NVA-Offiziersanwärter Wolfgang Seiler zum Verhängnis geworden, denn die Überwachungsfunktionen des sowjetischen Radars hätte die Kursänderung sofort angezeigt.
Nach Seilers Ausführungen nutzt er zunächst die Aufwinde der warmen Düne um auf 800m zu steigen. 600m waren offiziell erlaubt, die Anflugroute zur, nach Osten geneigten Landebahn 07L in Schönefeld (SXF) überquert Saarmund in 900m.
Die Orientierung konnte einfacher nicht sein. Seiler nimmt Kurs auf den Fernsehturm auf dem Schäferberg, nördlich von Potsdam. Da hinter liegt der britische Militär Flugplatz Gatow.

Flugdaten : 24.06.1979 SZD-30A Pirat, DM-1801 der GST
Gelandet in Berlin-Gatow gegen 15:00 Uhr

Erst nach 1990  bekommen zwei Luftsportvereine die Genehmigung den Flugbetrieb wieder aufzunehmen.

Flugplatz Saarmund, Brandenburg

Flugplatz Saarmund, Brandenburg

Saarmunder_Berg_2013

Saarmunder_Berg_2013 © Lutki CC BY-SA 3.0

Quellen : Wikipedia, Einheimische

Ludwigsfelde Struveshof, frühere Erziehungsanstalten für Waisen und vernachlässigte Kinder

13 Dez
Ludwigsfelde Struveshof

Ludwigsfelde Struveshof

Ludwigsfelde um 1890. Die Stadt Berlin bricht aus allen Nähten und braucht dringend Platz für die Abwässer der Kanalisation. Nördlich von Ludwigsfelde entstehen Rieselfelder in großer Ausdehnung. Im Vorwerk ( anderes Wort für Gutshof ) „Struveshof“ entsteht zunächst eine Schule mit einer Klasse für alle Stufen.

Auch Berlin braucht vermehrt Erziehungsanstalten für Waisen und Kinder die durch ihre Eltern stark vernachlässigt werden. In Ludwigsfelde „Struveshof“ scheint ein geeigneter Platz für den Bau des „Landerziehungsheims der Stadt Berlin“ gefunden.  Ziel ist es Jungen zwischen 12 und 18 Jahren hier unterzubringen, auszubilden und zu erziehen. Der landwirtschaftliche Betrieb der Anlage ist einige Jahre später in der Lage sich wirtschaftlich selbst zu tragen.

1943, am Ende des 2. Weltkrieges, bombardieren Alliierte Bomber die Flugzeugmotorenwerke Genshagen, nahe Ludwigsfelde und treffen das Wohnheim. Die Anlage selbst bleibt einigermaßen unbeschadet und diente den sowjetischen Besatzern ab 1945 als Lazarett und Kommandantur. Später wird ein „Jugendwerkhof“ durch die regierende SED eingerichtet, der bis 1960 besteht.
Ab 1962 wird das Werk sitz des „Zentralinstitut für Weiterbildung der Lehrer, Erzieher und Schulfunktionäre“, Schirmherrin ist Margot Honnecker.

Nach 1990 und dem Zusammenbruch der DDR wird die Einrichtung zunächst geschlossen und ist heute, frisch renoviert, das „Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg“.

Struveshof

Struveshof

Quellen: eigene, LISUM,Wikipedia
Foto:eigene

 

Atombomben Befehl aus Babelsberg . Little white house

1 Mai


Um 1870 wird das Gebiet um die heutige Karl-Marx-Strasse in Potsdam Babelsberg weitestgehend erschlossen. Am Südufer des Griebnitzsees entsteht ein großzügiges Villengebiet.
Es gibt eine wesentliche Bauvorschrift:  „Zur Straßenseite nicht zu protzig, damit das Volk nicht unruhig wird“, bestimmt Kaiser Wilhelm persönlich.
Durch den Bahnhof „Neubabelsberg“ erfolgt 1874 der Anschluß an das Berliner S-Bahnnetz.
Nach den Wirren des ersten Weltkrieges und der Gründung der Universum Film AG (UFA)  beginnt in den nahen Studios zunächst die Stummfilm- später die Tonfilmproduktion.
Nach der Verstaatlichung der UFA 1933 und dem raschen Ausbau der Studios zur größten Filmproduktion Europas, ziehen immer mehr Filmgrößen nach „Neubabelsberg“.
Stars wie Heinz Rühmann, Marika Rökk oder Willy Fritsch logieren fortan in der Villenkolonie. Das deutsche  Beverly Hills zieht aber auch zunehmend die Politik und das Militär an. Auch Reichsminister Josef Göbbels zieht an den Griebnitzsee. Die zunächst 2/3 jüdischen Einwohner werden zunehmend vertrieben, die Villa Guggenheim wird schließlich geräumt.
1938 wird der S-Bahnhof in „Babelsberg-Ufastadt“ umbenannt, die Kaiserstraße in  „Straße der SA“.
Am 14.April 1945, der zweite Weltkrieg ist eigentlich längst entschieden, zerstören britische Bomber das bis dahin verschonte Potsdam und damit auch Teile Babelsbergs.

Mit dem verlorenen Krieg und der deutschen Kapitulation ziehen die Besatzungsmächte in die Kolonie.
Anlass ist die Potsdamer Konferenz, in der das Schicksal des unterlegenen Deutschen Reiches verhandelt und besiegelt werden sollte.
( Zuvor wurde auf Jalta am 11.2.1945  bereits der grobe Rahmen der Vorgehensweise absteckt.)
Am 15. Juli 1945 bezieht Harry S. Truman, der erst im April amerikanischer Präsident geworden war, die Villa mit der Hausnummer 2. Zuvor wurde das Haus zwangsgeräumt.

Truman`s little white house in Babelsberg

Truman`s little white house in Babelsberg @gemeinfrei

Nachdem am 16.Juli  die Nachricht, des ersten erfolgreichen Atomwaffentests in der Wüste von Neu Mexico (USA) kommt, treffen am 17. Juli Josef Stalin und der britische Premierminister Winston Churchill mit Truman das erste Mal zusammen. Weitere 2 Wochen bleibt die Villa, mit gepflegtem Garten, das “ kleine weiße Haus“, the „Little white house“.

Am 6. August um 09:16 Uhr explodierte 560 Meter über Hiroshima die erste Atombombe und forderte mehr als 80.000  Menschenleben. Die genaue Zahl ist bis heute, wegen der Spätfolgen der atomaren Verseuchung, nicht genau festzulegen. Siehe : Die Welt.
Die Entscheidung für den Abwurf wurde höchstwahrscheinlich am 24. Juli im „Little white house“ in Babelsberg getroffen.

 

Atomic_cloud_over_Hiroshima

Atomic_cloud_over_Hiroshima ©gemeinfrei

Nach Ende der Potsdamer Konferenz wohnt der Oberkommandierende der sowjetischen Streitkräfte, Marschall Shukow bis 1946 in der Villa.

Weitere Nutzung danach:  Parteischule der SED, Polytechnische Oberschule, bis 1990 schließlich Möbellager

Quellen : Wikipedia, Robert S. Mackay: This Mr. President is the story of the Little White House, Anwohner, eigene Quellen