Sternwarte Beelitz, Beelitzer Wasserturm, Flakturm

6 Aug
Sternwarte, Sternfreunde Beelitz

Sternwarte, Sternfreunde Beelitz

Zunächst war er nur ein Wasserturm, der monumental wirkende Turm im Zentrum der Spargelstadt Beelitz. (Erbaut 1927 ) Seine Höhe beträgt 34m und damit befindet er sich 44m über dem Stadtniveau, wodurch die Wasserversorgung sichergestellt wurde.

Dann, 1928, zog  das Heimatmuseum ein und schnell wuchs die Sammlung auf über 5000 Exponate im Jahr 1936 an. In den Kämpfen um Beelitz 1945 richtete die Wehrmacht einen Gefechtsstand in und auf dem Turm ein, der schließlich das Feindliche Feuer auf sich zog und dadurch mehrfach getroffen wurde.
Von Zauchwitz stürmte die Rote Armee gegen die Ortseinfahrt, nahe der alten Mühle. Jedoch blieben die Angriffe stehen, da ein deutscher Stoßtrupp sich auf dem nahegelegenen Friedhof verteidigte.
Weitere Schilderungen zu den Kämpfen um Beelitz

1986 wurde der Wasserturm zwar unter Denkmalschutz gestellt, aber bleib in schlechtem Zustand.

Im Jahr 1999 wurden Teile des Bauwerks saniert und der Einbau einer Sternwarte geplant und umgesetzt. Seit dem Jahr 2004 wird die Sternwarte nun von einem Verein betrieben. ( Sternfreunde Beelitz e.V. )

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Teil der restaurierten Hauptstr. in Beelitz … Foto_M.Friedrich

Unter  www.sternwarte-beelitz.de  kann sich der Interessierte das Vortragsprogramm ansehen oder sich über Veranstaltungen informieren.
Besonders hervorzuheben ist, das der Verein sich stark um Schulen der Region bemüht.
In der Umgebung der Sternwarte Beelitz liegt unter anderem das Kriegerdenkmal der gefallenen sowjetischen Soldaten, Советское военное кладбище.

Hier liegen 878 gefallene Rotarmisten und getötete sowjetische Zwangsarbeiter. Nur 178 konnten identifiziert werden und sind namentlich erwähnt.

Sowjetischer Soldatenfriedhof

Sowjetischer Soldatenfriedhof – Советское военное кладбище

Zu Beelitz gehören auch die Beelitz Heilstätten, heute Ruinen, früher fortschrittlichste Lungenheilanstalt, die seit einigen Jahren restauriert werden.

Historisches aus dem Jahr 1945
Siehe auch : Treuenbrietzen

 

 

Wilhelmshorst 27.April 1945 Flugzeugabsturz einer FW200 Condor

24 Jul

Es ist der 27.April 1945. Tage vorher war das Wetter sehr schlecht. Sturm, Schnee und starker Wind. Der Freitag ist besser. Es zeigt sich der Vollmond. Die 9.Armee ist in Halbe/Spreewald eingekesselt und der Krieg ist eigentlich verloren. Der Oberbefehlshaber  dieses sinnlosen Krieges sitzt in seinem Bunker in Berlin und versucht verzweifelt das Rad der Geschichte doch noch zu wenden. Er mobilisiert alle militärischen Reste, die ihm noch geblieben sind. Seine Offiziere flüchten aus dem eingekesselten Berlin und versuchen ihre Habe zu retten.

Focke-Wulf_Fw_200 © gemeinfrei Bundesarchiv

Focke-Wulf_Fw_200 © gemeinfrei Bundesarchiv

An diesem Tag startet eine  Focker-Wulf 200Condor der Marine mit 19 Mann Besatzung in Richtung Berlin . Sie sollen entweder die eingekesselte Wehrmacht unterstützen oder Offiziere aus der eingekesselten Stadt ausfliegen. Der Flug sollte nach Gatow gehen. Als die Maschine dort landen will, ist der Flugplatz bereits von der Roten Armee besetzt.

Der Treibstoff neigt sich dem Ende und die Maschine kreist über Berlin und Potsdam, um doch noch einen Platz zum Landen zu finden. Dabei gerät sie unter Beschuss der Flugabwehr der Roten Armee und wird über Potsdam getroffen. Der Pilot kann die Maschine nicht mehr halten. Aber kein Flugplatz in der Nähe. Der Pilot wählt den Wald südlich von Potsdam für eine Notlandung. Ob er Wilhelmshorst im Schein des Vollmondes sah und mit diesem großen Flieger nicht auf den Wohnort fallen wollte oder Wilhelmshorst nicht sah, wird nicht mehr zu klären sein.

Die Maschine gleitet an der nordwestlichen Grenze Wilhelmshorsts in den Wald und reist mit dem Flügel den Dachstuhl und den in Richtung Wald liegenden Teil der oberen Etage des am dichtesten am Wald stehenden Hauses weg und bleibt in diesem Waldstück liegen. Neun Insassen (2 Offiziere und 7 Soldaten) überleben diese Landung nicht. Der Rest der Besatzung wird zum Teil verletzt, von der Roten Armee, die gerade Wilhelmshorst besetzt hat, gefangen genommen oder kann fliehen. Leider ist auch ein Opfer in dem zerstörten Haus zu beklagen. Es ist ein 8-jähriges Mädchen aus Berlin, das im Haus zu Besuch war und im ausgebauten Dach schlief. Sie wurde verschüttet und getötet.

Am nächsten Tag, ein Samstag, werden die 9 Opfer aus der Focker-Wulf auf dem Friedhof in einem Grab, abgedeckt mit Reisig und Fallschirmseide bei strömendem Regen beigesetzt. Das Mädchen bekommt ihr eigenes Grab. Im Archiv der Kirchengemeinde sind die Namen der Getöteten verzeichnet. Auf dem Friedhof gibt es seit dem 8.Mai 1995 einen Gedenkstein. Ein damaliger junger Matrose, der diesen Absturz Überlebendte, Eginhard Schmiechen hielt zur Einweihung als Superintendent i.R. eine Andacht.

Friedhof in Wilhelmshorst

Friedhof in Wilhelmshorst

Das teilweise zerstörte Haus wird nach dem Krieg wieder aufgebaut, aber nicht im ursprünglichen Stil. Die obere Etage wird niedriger und statt dem Spitzdach bekommt das Haus nur ein flaches Dach.

Haus nach dem Wiederaufbau

Haus nach dem Wiederaufbau ca. 1962 (Ursula und Uwe Friedrich)

1959 wechselt das Haus seinen Besitzer. Neuer Besitzer ist die Familie Friedrich. Sie bewohnen erst die obere Etage. Dann, als die Mieter der unteren Etage ausziehen, wechselt die Familie nach unten und in der oberen Etage ziehen die Eltern (Georg und Marie Wendt) von Frau Friedrich ein.

1988 wechselt das Haus wieder seinen Besitzer. Bis heute ist die alte Ansicht des Hauses nicht wiederhergestellt.

So um 1971 findet der damalige Bewohner einen der Motoren der Focker-Wulf im hinteren Garten unter den Wurzeln eines Pflaumenbaums und bringt ihn zur Schrottannahmestelle. Auch später werden immer mal wieder einzelne kleine Teile der Maschine im Waldboden gefunden. Das Meiste der Maschine wurde wohl fortgeschafft. Die Ziegel des Daches liegen noch hinter dem Grundstück vom Waldboden bedeckt.

Absturzstelle heute

Absturzstelle heute

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Bunkerstadt Wünsdorf, Bunker Zeppelin Sperrgebiet ab 1945

16 Jun
Bunkerstadt Wünsdorf

Bunkerstadt Wünsdorf

Der Bunker Wünsdorf Zeppelin, im Auftrag de Oberkommando des Heeres in Auftrag gegeben, für die deutsche Reichspost bestimmt, wurdevon 1937-39 nördlich der Ortschaft Wünsdorf errichtet. Hier entstand die Nachrichtenzentrale  „Zeppelin“ ( Codename Amt 500 ) Der Bunker war mit leichten LKWs befahrbar und als Gebäude der Reichspost ausgestattet. Auf seiner Oberseite wurden zur Tarnung eine Landhaussiedlung errichtet. Diese wird heute, renoviert, wieder bewohnt. Damals war diese Siedlung Teil des Stabsquartier des Oberkommandos des Heeres.
„Zeppelin“ war bis 1945 der modernste und größte Nachrichten Knotenpunkt der Wehrmacht. Als die rote Armee bei Frankfurt/O die Oder überschritt und schnell nach Westen vorrückte wurde Wünsdorf besetzt. ( Siehe Armee Wenck )Der Gesamte Nachrichtenknoten gelangte unter sowjetische Kontrolle.

Die Bunker „Maybach I“ und „Maybach II“ ( Oberkommando des Heeres ) wurden 1946 gesprengt. „Zeppelin“ wurde geplündert.

1953 wurde Zossen/Wünsdorf Sperrgebiet. Das Oberkommandos der GSSD ( Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland ) zog ein. „Zeppelin“ wurde ausgebaut. „Rannte“ entstand. Die Nachrichtenzentrale „Ranet“ war eins in die NVA integriertes Nachrichtennetzwerk, welches letztendlich im Ministerium in Berlin endete.
Nach 1990 wurde erneut demontiert und in die Sowjetunion zurückverlegt.
Heute sind die Wohnsiedlungen renoviert und wiederbewohnt.

(Siehe auch: Zwangsarbeiter in Michendorf )

( Siehe auch Teufelsberg Berlin. Abhörstation der USA )

( Siehe auch: High Tech Schmiede Hakeburg, Fernsehtorpedos und mehr )

Verbindung zum OKLuftwaffe u Göring Bahn

 

Tarnung als Landhaus

Tarnung als Landhaus

gesprengter Maybachbunker

gesprengter Maybachbunker

 

Post rote Armee

Postausgabe der roten Armee

Eingang zum Bunker in Wünsdorf Zossen

Eingang zum Bunker in Wünsdorf/Zossen