Die Erschießung italienischer Zwangsarbeiter in Nichel 1945

12 Sep

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Brandenburg 1945. Der 2. Weltkrieg ist verloren und die rote Armee steht vor den Toren Berlins. Ablauf der dramatischen Ereignisse in Kurzform.

10. April 1945  die 12. deutsche Armee bei Beelitz neu formiert. Ziel Berlin.
11. April 1945 Treuenbrietzen Einmarsch der 13. Armee der Roten Armee.
21. April 1945 das 51. Gardepanzerregiment der 1 Ukrainischen Front
besetzt Treuenbrietzen und löst die 13. Armee ab, die in Richtung Elbe abzieht.
( Es kommt zu Vergewaltigungen und Übergriffen )
23. April 1945 Die Armee Wenck versucht möglichst weit nach Osten vorzudringen und erobert Treuenbrietzen zurück. Wenck versucht einen winzigen Korridor südlich der Reichstrasse Trebbin-Beelitz und nördlich einer Linie Luckenwalde-Treuenbrietzen für den Durchbruch der eingeschlossenen 9.Armee bei Halbe zu sichern.
23. April 1945 Wehrmacht oder die Waffen SS  erschießt beim Dorf Nichel italienische Zwangsarbeiter. ( Italien hatte Deutschland, dem ehemaligen Verbündeten, 1943 den Krieg erklärt. )
23. April 1945 Die Rote Armee erobern Treuenbrietzen zurück.
23. April 1945 1000 Zivilisten werden von den Truppen der UdSSR erschossen.( Männer )
30. April 1945 Generalfeldmarschall Keitel informiert Hitler, daß  die 12. Armee feststeckt und nicht mehr nach Berlin vordringen kann. siehe auch Keitel
Im Anschluss werden Verteidigungslinien entlang der Bahn Beelitz Jüterbog ausgebaut um den Abzug der 12. Armee Wenck sowie der Reste der 9. Armee zu sichern. siehe Elsholz
Die Front bleibt hier westlich von Treuenbrietzen, sodass die Stadt unter Sowjetischer Besatzung bleibt.

Kiesgrube Nichel

Kiesgrube Nichel


Die Waffenfabrik von Treuenbrietzen

Die Firma Kopp&Co wurde 1924 gegründet und begann die Waffenproduktion in Treuenbrietzen unter dem Vorwand Jagdmunition herzustellen. Der  Vertrag von Versailles, der die Reparation des unterlegenen Deutschlands im 1.Weltkrieg regelte, wurde so umgangen. Schnell expandierte man und es entstand das Werk „Sebaldushof“, ab 1933 kam die Produktionsstätte „Selterhof“ hinzu.
Die Arbeitslosigkeit in Treuenbrietzen sank rapide und schnell mussten ortsfremde Arbeitskräfte angeworben werden.
Während des 2. Weltkrieges wurden unter anderem Kriegsgefangene und Häftlinge eingesetzt. Nach der Kriegserklärung Italiens 1943 gegen den ehemaligen Verbündeten Deutschland, wurden auch italienische Arbeiter eingesetzt. Nach der kurzzeitigen Wiedereroberung von Treuenbrietzen am 23. April 1945 wurden 131 Italiener in der Kiesgrube erschossen, 4 überlebten zufällig.
Die Gedenkstätte liegt unscheinbar am Rande der ehemaligen Kiesgrube.

Siehe :
Treuenbrietzen, Sabinchenstadt
Friedrichstrasse in Treuenbrietzen

( Quellen: Stadtarchiv Treuenbrietzen, Infotafel vor Ort, Zeitzeugen )

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