Die Schlacht von Lauban / Lubań Niederschlesien 1945 / Walther Nehring

25 Jan
Luban Lauban Rathaus

Luban/ Lauban Rathaus ©gemeinfrei

Lauban, das heutige Lubań, ist eine Stadt in der Woiwodschaft Niederschlesien (polnisch województwo dolnośląskie), heutiges Polen. Lubań hat heute etwa 22.000 Einwohner und liegt 24km östlich von Görlitz. Die Gründungsdaten gehen wahrscheinlich ins Jahr 711 zurück, erstmals erwähnt wurde Lauban 1228.
Der frühe geschichtliche Verlauf ist bei Wikipedia zusammengefasst.

Im Februar/März 1945 steht die rote Armee zum Angriff auf die Region Lauban/Görlitz tief in Niederschlesien. Im Februar wird die Stadt zu fast 60% zerstört und von den sowjetischen Truppen eingenommen. Unter General der Panzertruppe, Walther Nehring kommt es  vom 1.März bis zum  8.März 1945 zum letzten großen Erfolg der Wehrmacht gegen die Übermacht der Roten Armee.
Im Norden steht die Rote Armee vor Berlin, in Halbe wird die 9. Armee eingeschlossen.

Walther Nehring

Lagebesprechung vor dem Angriff auf Tobruk. Rechts Generalleutnant Nehring, April 1942
Bundesarchiv, Bild 101I-784-0203-14A / Moosmüller / CC BY-SA 3.0 de

Bereits im Januar ’45 waren die sowjetischen Truppen aus dem Warka Brückenkopf ausgebrochen, aber auf einer Linie Guben – Görlitz – Lauban zum Stehen gebracht worden. Die 4. Panzerarmee stand im Norden, die 17. Armee im Süden der Kampflinie. Der Schwachpunkt der Front lag genau zwischen diesen beiden Einheiten.

17. Februar, nachts.
Die 3. sowjetische Garde Panzerarmee beginnt einen keilförmigen Angriff auf die deutschen Stellungen. Artillerie deckt den Vorstoß der 23. Garde Schützenbrigade und der 23. Garde Panzerbrigade auf Lauban.
Auf der deutschen Seite kämpft ein Rest der 6. Grenadier Division, stark dezimiert nahe Warka an der Weichsel.
Mit dem Eindringen der Roten Armee wird die für den Kohletransport äußerst wichtige Bahntrasse  Görlitz Waldenburg, sowie die Strecke nach Berlin unterbrochen.

Aufmarschplan nahe Lauban und Görlitz

Aufmarschplan nahe Lauban und Görlitz © gemeinfrei Februar 1945

Oberstes Gebot wird es, die Bahnlinie wieder unter deutsche Kontrolle zu bekommen. Lebenswichtige Versorgungsgüter müssen die Heeresgruppe Mitte unter Generaloberst Schöner erreichen. Gleichzeitig gilt es den Vorstoß der 3. sowjetische Garde Panzerarmee zu vereiteln, dessen Ziel Dresden ist.
Generaloberst Schöner erhält vom Oberkommando des Heeres in Berlin den Auftrag den Knotenpunkt Lauban zurückzuerobern. Die neu erstellte Panzergruppe Walther Nehring ist zu diesem Zeitpunkt ausgedünnt und die Fahrzeuge zum Teil nur noch zu 40% einsatzbereit. Sie besteht im Großen und Ganzen aus insgesamt drei Panzerdivisionen und mehreren Infanteriedivisionen. Kraftstoffmangel bleibt ein Problem. Am 1. März 1945 erfolgt die Gegenoffensive.
( 01.03.1945 bis 05.03.1945 )

Russland, Panzer VI (Tiger I) wird aufmunitioniert

Bundesarchiv Bild 101I-461-0213-34, Russland, Panzer VI (Tiger I) wird aufmunitioniert          ©CC BY-SA 3.0 de

Panzer-Korps-Füsilier-Regiment 79
Bei diesen Sondereinsatzkräften, die unter dem direkten  Befehl Nehrings zum Einsatz kommen, handelt es sich um eine Art Eingreiftruppe für besonders heikle Situationen.  Nach den Ausführungen des Soldaten Werner Mork, kommen nicht nur 15cm Haubitzen, Tiger Panzer und Granatwerfer-Einheiten zum Einsatz sonders sogar 8,8 cm Flack für den Boden Boden Beschuss feindlicher Panzer.
Der Einsatz dieser Kräfte zerschlägt das sowjetisches Garde-Schützen-Korps fast vollständig. Lauban bietet ein Bild der Verwüstung. Hunderte tote sowjetische Soldaten liegen auf den Strassen.
Eine schnell herbeigeeilte Propaganda Abteilung dreht am 09.03.1945 die vorletzte Wochenschau auf dem Marktplatz. ( Bild, Marktplatz siehe oben )
Propagandaminister Dr. Joseph Goebbels ist bei der Begrüßung der Soldaten zu sehen.
Das hier bereits Kinder eingesetzt werden zeigt dieses bekannte Foto.

ADN-ZB/Archiv gemeinfrei 9.3.1945
Deutsch-Sowjetische Front: Reichspropagandaminister Goebbels begrüßt in Lauban (Niederschlesien) den mit dem EK II ausgezeichneten 16jährigen Willi Hübner….

 

Tagesmeldungen der Deutschen Wehrmachtsführung 
Tagesmeldung 03.03.1945: „Gruppe Nehring trat mit zwei Panzerkorps … im Raum beiderseits Lauban zum Angriff an … und kam gegen den zunächst überraschten Feind mit beiden Angriffsgruppen gut vorwärts. Während die rechte Angriffsgruppe planmäßig … auf Naumburg (!) eindreht, steht die linke Angriffsgruppe im Kampf mit dem … sich verstärkenden Feind.“
Tagesmeldung 04.03.1945: „In Niederschlesien brachte der eigene Angriff zweier Panzerkorps im Raum Lauban nicht den erwarteten Erfolg und lief sich zunächst fest. Von dem weiteren Verlauf … wird es abhängig sein, ob der Feind veranlasst wird, Teile der vermutlich zur Auffrischung herausgezogenen 3. Panzer-Armee einzusetzen, wodurch voraussichtlich eine wesentliche Störung der Feindabsichten hinsichtlich des zeitlichen Verlaufs seiner Planung eintreten würde.“
Tagesmeldung 05.03.1945: „In Niederschlesien gewann im Raum Lauban der eigene Angriff nach Umgruppierung einige Kilometer Boden.“
Tagesmeldung 06.03.1945: „In Schlesien erreichte im Raum Lauban der eigene Angriff … den Queis-Abschnitt 6 km n-o Lauban, während die östliche Angriffsgruppe durch Flankenangriffe des Feindes nur unwesentlich vorwärts kam.“
Tagesmeldung 07.03.1945: „In Schlesien erreichte im Raum Lauban der eigene Angriff im Wesentlichen (!) die gesteckten Ziele. Starke Gegenangriffe wurden abgewiesen und eine feindliche Kräftegruppe eingeschlossen.“
Tagesmeldung 08.03.1945:

[Quelle : Mehner, Geheime Tagesberichte der Deutschen Wehrmachtsführung – Die gegenseitige Lageunterrichtung der Wehrmachts-, Heeres- und Luftwaffenführung über alle Haupt- und Nebenkriegsschauplätze, Band 12]

Das ursprüngliche Ziel, einen Korridor in Richtung der eingeschossenen Stadt Breslau aufzubauen, wird nicht erreicht. ( Wehrmachtsbericht vom 4.März, siehe oben) Auch die Einkesselung großer Teile der Roten Armee kann nicht bewerkstelligt werden.
Allerdings wird Stalin auf die deutsche Offensive aufmerksam und untersagt weitere Angriffe Richtung Dresden/ Görlitz.
Das sichert vielen Schlesiern die Flucht in Richtung Westen.
Siehe auch hierzu:
http://www.swg-hamburg.de/Geschichte/Das_Schlupfloch_in_den_Westen_offenhalten.pdf

Ankunft von Flüchtlingen aus den Ostgebieten

Ankunft von Flüchtlingen aus den Ostgebieten © free use

 

Weiterführende  Texte :
Katastrophe von Spremberg

12.Armee Wenck bei Beelitz

Flucht nach Tangermünde

Quellen : Eigene, im Text angegebene, Wikipedia, Zeitzeugen.

 

 

 

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