Flugzeugbau in der DDR

23 Jan

Zentralbild/Loewe gemeinfrei Bundesarchiv_Bild_183-54953-0004,_Flugzeugwerk_Dresden,_Flugzeug_152

 

Am 5. April 1961 endete ein in Dresden-Klotsche damals vielversprechendes Vorhaben der damaligen DDR.

Ursprünglich sollten 1962 die ersten „152“ von geplanten 80 strahlgetriebenen Passagierflugzeugen an die Deutsche Lufthansa der DDR ausgeliefert werden. Dazu kam es aber nicht.

Unter der Leitung von Professor Brunolf Baade, dem früheren Ingenieur von Junkers, begann 1954 der Flugzeugbau in der DDR.

Auf der Basis des experimentellen Bombenflugzeug Samoljot 150 der Sowjetunion begann ein Ingenieurteam mit der Entwicklung der „152“. Sie entsprach damals den modernsten aerodynamischen Erkenntnissen. Die westlichen Produkte in Bezug auf düsengetriebene Flugzeuge war zu diesem Zeitpunkt nicht weiter.

Das Flugzeug war 31,4 Meter lang, für eine Reichweite von 2000 Kilometer konzipiert und sollte 800 Kilometer pro Stunde erreichen.

Dies sollte mit in Pirna entwickelten Triebwerken vom Typ „Pirna 014“ erreicht werden.

Der erste Rollout, am Vorabend des 1.Mai 1958, fand allerdings noch mit leeren Triebwerksgondeln statt. Die Triebwerke waren noch nicht fertig, aber der Termin sollte aus politischen Gründen eingehalten werden.

So fand später auch der erste Testflüg mit Triebwerken aus sowjetischer Produktion statt.

Diesen Testflug bezeichneten Testpilot Willi Lehmann, Co-Pilot Kurt Bemme und Mechaniker Paul Heerling, bis auf ein paar Kleiunigkeiten als zufriedenstellend.

Baade-152-ZYA_B_author-Grunherz  gemeinfrei

 

Der zweite Flug der „152V1“ endete nach einer Flughöhe von 6000 Metern und Triebwerksausfall mit dem Absturz bei Ottendorf-Okrilla.

Ursache waren Fehler in der Kraftstoffversorgung.

Die nächsten Flüge fanden am 26. August und 4. September 1960, jetzt mit den Triebwerken „Pirna 014“, statt. Diese Flüge dauerten 20 bzw. 22 Minuten. Weitere Flüge sollten erst durchgeführt werden, wenn alle Problem der Kraftstoffversorgung geklärt wären. Dazu kam es dann nicht mehr.

Da bis dahin schon mehr als 2 Milliarden Mark in die Entwicklung des ersten deutschen Düsenverkehrsflugzeug geflossen waren zog das Zentralkomitee der SED am 5.April 1961 den Auftrag zum Bau zurück und gab keine Gelder mehr für die Weiterentwicklung aus.

Somit waren nicht „Hansa Jet HFB 320“ und auch nicht die „VFW 614“ die ersten deutschen Düsenverkehrsflugzeuge, sondern die in der DDR entwickelte „152V1“.

 

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