Grenzübergang – Kleinmachnow Teltowkanal GÜSt.

5 Feb
Grenzübergang - Kleinmachnow / Teltowkanal

Grenzübergang – Kleinmachnow Teltowkanal

Die GÜSt. Kleinmachnow ( Grenzübergangsstelle )über den Teltowkanal nach dem ehemaligen West-Berlin, zwischen den Orten Teltow und Kleinmachnow gelegen, diente der genauen und langwierigen Kontrolle der Frachtschiffe auf dem Weg von oder nach West-Berlin über den Teltowkanal.

Nach der „Grenzsicherung“ im August 1961 und dem Bau der deutsch – deutschen Grenzmauer, wurden rund um Berlin auch die Wasserwege stark gegen unerlaubte Grenzübertritte gesichert. Um West-Berlin dennoch mit wichtigen Lebensgütern, Brennstoffen, Stückgut und Baumaterialien zu versorgen, wurden Transitstrecken eingerichtet. Der Teltowkanal, der nach 1945 gesperrt wurde, konnte erst 1981 durch eine Vereinbarung zwischen West Berlin und der DDR wieder befahren werden. Fortan gehörte dieser Streckenabschnitt zu den Haupttransitgewässern für den Warenaustausch. Binnenschiffe und Tanker konnten hier passieren. Bauschutt und jede Art von Müll wurde durch die DDR Flotte aus West-Berlin gegen harte Devisen entsorgt.
Eine besondere Bedeutung kam in der Folge der WSHA zu, dem Wasserstraßendienst der DDR, der sowohl Sanierungen der Wasserstrassen, Brücken und Anlagen in West Berlin übernahm. Die Eisbrecherflotte hielt die Kanäle im Winter befahrbar und so den wichtigen Verkehrsweg zwischen Oder und Elbe offen.
Das Bild unten zeigt die Sektorengrenze bei Dreilinden. Von hieraus sind es nur 5 Kilometer Wasserweg durch den Teltowkanal bis nach West-Berlin. Die heutige Autobahnbrücke der A115 AVUS liegt im Hintergrund des Bildes. Hier lag auch der ehemalige Grenzübergang Dreilinden.
Siehe auch: Friedhofsbahn Dreilinden

Foto: Roehrensee, Teltowkanal bei Albrechts Teerofen mit Blick auf die Brücke des Postenwegs der DDR-Grenztruppen über den Kanal östlich der alten Autobahnbrücke.

Foto: Roehrensee, Teltowkanal bei Albrechts Teerofen mit Blick auf die Brücke des Postenwegs der DDR-Grenztruppen über den Kanal östlich der alten Autobahnbrücke.CC BY-SA 3.0

Schautafel Kleinmachnow Zehlendorf / Mauerweg

Schautafel Kleinmachnow Zehlendorf / Mauerweg

Wie fast überall in Berlin war es auf dem Wasser recht schwer klar zu definieren, ob sich ein Schiff nun auf Westgebiet oder in DDR Hoheitsgewässern befand. Der Alltag sah in etwa so aus :
Zunächst kam das Schiff aus der Havel bei Sacrow. Hier kontrollierte die Kontrollstelle Nedlitz. Jetzt ging es an der Bertini Enge mit seinen Sperranlagen vorbei. Es passierte nun das Schloss Babelsberg und fuhr in den Griebnitzsee ein, der je zur Hälfte der Westzone und der Ostzone gehörte. Erst bei Teerofen wurde definitiv DDR Gewässer erreicht. Hier wurde die WasserGÜSt Dreilinden tätig und wenige Kilometer weiter wurde das Schiff bei Kleinmachnow erneut für die Ausreise nach West-Berlin überprüft. Es scheint wohl bei den Kontrollen in Dreilinden hauptsächlich darum gegangen zu sein blinde Passagiere (DDR-Bürger beim Versuch in den Westen zu flüchten) abzufangen, die bei Teerofen Westgebiet hätten erreichen können.

ehemalige WasserGÜSt bei Teerofen/ Dreilinden

ehemalige WasserGÜSt bei Teerofen/ Dreilinden

Fakten zur GÜSt. Kleinmachnow:
Eröffnung 20.11.1981
Verkehrsaufkommen bis 1988:  3763 Schiffe.
Eingesetztes Grenzregiment:
42 „Fritz Perlitz“
1532 Kleinmachnow, Leninallee
Siegelcode 929
Grenzabschnitt der Zuständigkeit :
Richtung Osten vom GR-33  Altglienike zum GR-44 Oderstraße.

Wachturm der Grenztruppen der DDR

Wachturm der Grenztruppen der DDR © gemeinfrei

 

Quellen: Eigene, Anwohner, ehem. Grenzsoldaten der DDR, Wikipedia
© Fotos eigene oder angegeben.

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