Objekt: URIAN, Stasi Moschee, Abhörstation Brocken

31 Mrz
Brocken Harz Abhörstation Urian

Brocken Harz Abhörstation Urian

Der Brocken im Harz: 10. bis 20. April 1945. Nach der gescheiterten Ardennenoffensive und Gefangennahmen im Ruhrkessel evakuieren die Restteile der  5.Fallschirmjägerdivision über den Westerwald und Kassel in Richtung Bad Lauterberg ( Westharz ). Der Harz wird  zur Festung erklärt um die amerikanischen Truppen zumindest aufzuhalten. Die Bevölkerung flieht in die Bergstollen und Bunkeranlagen.
Am 12.04.45 greift das 413.US-Infanterieregiment mit absoluter Übermacht Bad Lauterbach an. Nach zähem Häuserkampf müssen sich die deutschen Fallschirmjäger am 14. April 1945 zurückziehen. 32 Soldaten und 75 Zivilisten sterben.
Neue Frontlinie ist Braunlage – St.Andreasberg. Zur Verteidigung stehen lediglich noch 2 Panzer zur Verfügung. ( „ein Tiger und ein Königstiger“ ) Die Sache steht schlecht.  Mut macht den Deutschen der angeblich nahende Einsatz der Wunderwaffe, eine Utopie. Von Braunlage in Richtung Brocken sind die Verkehrswege vollkommen überlastet. Die Front bricht zusammen, die verbleibenden Heeresteile lösen sich auf oder werden gefangen genommen.

Eigentlich braucht die US-Armee den Harz gar nicht weiter zu beachten. Er ist schwer einzunehmen, aber einfach im Norden und Süden zu umgehen, Ziel Berlin.

Maximilian Fretter-Pico, Generalstabschef, erhält im April 1945 das Kommando über das Gebiet. Er schreibt später :
(Generalstabschef Fretter-Pico , Zitat von Seite 43 aus „Zeitfuchs & Schirmer 2000“ )

„Der Harz war zur Festung erklärt worden, die zu halten sei, obwohl hierfür aber auch alle Voraussetzungen fehlten. … Irgendwelche Vorbereitungen für eine Harzverteidigung waren nicht getroffen. Das Generalkommando entschloß sich daher in hinhaltendem Widerstand um Zeitgewinn zu kämpfen, schon um Menschen zu sparen. Die feindliche Luftherrschaft war vollständig und erschwerte alle Bewegungen entscheidend, je mehr das Korps zusammengedrängt wurde. Tiefflieger beschossen in laufendem Einsatz alles, was sich bewegte, ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung.“

Am 19. April 1945 erreicht das 29.US-Infanterieregiment Schierke, unmittelbar am Brocken. Bomber der Alliierten greifen den Gipfel an. Im Anschluß wird er besetzt. In Schicke sterben noch 11 deutsche Soldaten.

Brocken Harz

Brocken Harz © gemeinfrei

Am  28. April 1947 wird der Brocken in die Verwaltung der Roten Armee übergeben. Sowjetische Truppenteile werden stationiert. 1949 wird der Tourismus in Form einer Gaststätte wiederbelebt. 1955 wird die Fernmeldeaufklärungsbrigade 82 auf den Brocken verlegt. Ab 1961 wird der Brocken sowie der Ort Schierke zum Sperrgebiet erklärt.

Sendemast auf dem Brocken, Harz

Sendemast auf dem Brocken, Harz

Ab sofort kann man etwa 400 Kilometer nach Westdeutschland „horchen“. Bundesorgane, Polizei, Militär oder Autotelefone werden ausgelesen. Die Hauptabteilung III des MfS bekommt hier ebenfalls ihre Dienststelle. Im Dreischicht-Betrieb der Abhörstation mit dem Decknamen URIAN wird alles informative aufgezeichnet und nach Ostberlin weiter geleitet.
1973 wird ein Empfangsmast errichtet (124m).
1986 wird das heutige Hauptgebäude erbaut. Aufgrund seiner Form hat es schnell den Spitznamen „Stasi Moschee“ weg.
Wenige Tage nach dem „Fall der Mauer 1989 stürmt eine Gruppe Zivilisten den Gipfel.
1991-92  wird  die nahe gelegene Mauer eingerissen.
1994 zieht die rote Armee vom Brocken ab.
Der Brocken heute
( Zunächst die Fakten aus Wikipedia )
Lage: Mittelgebirge Harz, 1141,2 m ü. N, Sachsen Anhalt.
Er gehört heute zum Nationalpark Harz und ist ein weltweiter Touristenmagnet.
1899 fährt erstmals die Brockenbahn auf den Berg, eine von Dampfloks gezogene Schmalspurbahn.
Neben einem Kiosk am Bahnhof ist auch der Brockenwirt ganzjährig geöffnet.
Live view: Webcam des Hotels.


Quellen : eigene, Anwohner Schicke, Wikipedia
Fotos: gemeinfrei

 

 

 

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