Sputnik – made in Germany ? Teil1

21 Feb

Erste Versuche mit Pulverraketen fanden in Deutschland bereits 1914 statt.

Hermann Julius Oberth veröffentlichte 1923 eines der ersten Bücher zum Thema Raketentechnik. „Die Rakete zu den Planetenräumen“ war sein erstes Buch, 1929 erschien dann sein bedeutendes Werk „Wege zur Raumschifffahrt.“ Dieses Werk regte eine große Zahl von Forschern an. Am 05.Juli 1927 trafen sich etwas 20 begeisterte Forscher im „Goldenen Zepter“ in Breslau und gründeten den „Verein für Raumschifffahrt“ Dieser Verein wuchs bald auf 500 Mitglieder. Man experimentierte bald in der Nähe von Berlin (Tegel) mit Flüssigkeitstriebwerken.

Hermann Oberth (in der Mitte im Profil) demonstriert sein Flüssigtreibstoffrakete in Berlin im Jahr 1930. Zweiter von rechts steht der 18-järige Student Wernher von Braun.

Bildquelle: National air and space museum, Washington DC

Es wurde dabei mit Alkohol und flüssigem Sauerstoff experimentiert. Raketenpionier Johannes Winkler versuchte etwas später auf der Ostseeinsel „Oie“
( Greifswalder Bodden ) einen Test mit einer Methanrakete. Der erste Start gelang ihm dann am 21.02.1931 bei Dessau.

1929 ließ Reichswehrminister Wilhelm Groener die militärische Verwendbarkeit von Flüssigkeitsraketen durch Prof Dr. Dr. Karl Becker testen.

Zeitgleich entwarf der damals 17 jährige Wernher v. Braun seine „Theorie der Fernrakete“. Im Frühjahr 1930 wurde Dipl. Ing. Walter Robert Dornberger von der Heereswaffenanstalt als Hilfsreferent eingestellt, Später wurde er zum Generalmajor der deutschen Wehrmacht  ernannt und war für das gesamte deutsche Raketenwaffen-Programm des Heereswaffenamts verantwortlich.

Raketentestes Ostseeinsel Die ( Greifswald )

Raketentestes Ostseeinsel Die ( Greifswald ) ©Chron-Paul CC BY-SA 3.0 de

Im Juli 1930 wird erstmals, die dann 1932 patentierte Kegeldüse für Flüssigtriebwerke geprüft. 1931 suchte das Heereswaffenamt dringend tüchtige und erfahrene Mitarbeiter  für die aufzubauende Versuchsstelle für Flüssigraketen in Kummersdorf. Dazu wurden Walter Dornberger, Ernst Ritter von Horstig und Oberst Karl Becker als Zivilisten getarnt auf den Raketenflugplatz Berlin Tegel geschickt.

Nach wiederholten Besuchen der drei wurden Rudolf Nebel und Wernher von Braun Angebote zur Zusammenarbeit gemacht, die sie dann auch annahmen.

Ende 1932 verlegte dann der „Verein für Raumschifffahrt“ wegen Platzproblemen seinen Sitz von Tegel nach Kummersdorf.

Der junge Wernher von Braun übernahm die technische Leitung und Walter Dornberger die militärische Leitung.

In Kummersdorf wurden dann die Aggregate A1, A2 und A3 zwischen 1933 und 1936 entwickelt

Adolf Hitler formulierte dann, nach der Machtübernahme der NSDAP, die Aufgabe sehr konkret. Es sollte eine Rakete entwickelt werden, die eine Tonne Sprengstoff über mindestens 175km zielgenau platziert transportiert.

Fortsetzung Teil 2

Bunkeranlage Seewerk Falkenhagen N-Stoff Sarin Bunker

19 Feb
Bunker Seewerk Falkenhagen

Bunker Seewerk Falkenhagen © BEG CC BY 3.0

In Falkenhagen wurde ab 1939 eine unterirdische Bunkeranlage gebaut. Die Planungen des „Seewerkes“  wurde unter der Führung der Verwertungsgesellschaft für Montanindustrie GmbH (MONTAN) durchgeführt.
( 1916 gegründet und in Besitzt des Deutschen Reiches ).
Die MONTAN hatte die Aufgabe wichtige  Anlagen im Auftrag und mit Mitteln des Reiches zu erwerben und zu unterhalten.

Quelle Dr. H. Hofmann zu den Bezeichnungen des Werks:
Muna Ost/Buswerk Falkenhagen/M.O.,
Falkenhagen/Seewerk,
Falkenhagen/Firma Allchemie,
Turon GmbH/MONTURON Seewerk,
Falkenhagen-Briesen/N-Stoff-Werk/Großanlage Sarin II.

Gedacht als Fertigungsstätte von Raketentreibstoff, befanden sich auch weitere Laboreinrichtungen in den unterirdischen Geschossen. Nach unbestätigten Angaben, hatte die IG Farben, die wohl die Labors betrieb, dort den Auftrag, auch ein geruchloses unsichtbares Giftgas zu entwickeln. Es gelang die Herstellung von Sarin. Mitte 1945 sollte die großangelegte Produktion beginnen.

Im September 1943 übernahm die IG Farben das Werk Falkenhagen von der MONTAN.
Die „Turon GmbH“ mit Sitz in Ludwigshafen wurde gegründet und gehörte fortan zu  50% MONTAN und 50% IG Farben, der Firmensitz wechselt 1944 nach Briesen/Mark.

Der Ärger mit der WaffenSS begann ebenfalls 1944. Laut Albert Speers Aufzeichnungen geht es um die ersten Tage im Juni 1944. Hitler wollte die weitere Erprobung, sowie die Produktion des N-Stoffes der SS unter der Leitung von SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Otto Schab, deutscher Ingenieur, und Experte für Wehrwissenschaften übergeben. Zuvor hatte das  Heer der Übernahme des N-Stoffes eine Absage erteilt. Speer äußerten Bedenken und schlug stattdessen vor, daß die Produktion innerhalb der chemischen Produktion verbleiben sollte.
Daraufhin änderte Hiltler den Plan. So hatte der Reichsführer SS Himmler zunächst die Erprobung  des N-Stoffes vorzunehmen um später zu entscheiden, ob die Produktion zur SS geht oder innerhalb der MONTURON verbleibt.

Albert Speer Falkenhagen Seewerk

Bundesarchiv, Bild 183-B22744 © CC BY-SA 3.0 de

Aktenvermerke der MONTAN vom 25.07.1944:
Befehl Hitlers vom 07.07.1944 Übernahme des N-Stoff-Werkes durch die Waffen-SS.
23.07.1944  Die Waffen SS erscheint im Seewerk und verlangt die Übernahme des Werks auf Grund des Führerbefehls.
Ablehnung Speer an Himmler im Schriftwechsel vom 26.07.1944

Ende August 1944  kam es im „Schloß Glau“ zur klärenden Konferenz zwischen der WaffenSS, der  MONTURON und der IG Farben.

Ergebnis : „Falls der N-Stoff den Erwartungen entspricht, übernimmt die SS auch die kaufmännische Leitung der N-Stoff-Anlage“.

(Quelle: Florian Schmaltz, Kampfstofforschung, Major Edmund Tilley (Enemy Exploitation Section, FIAT), Report in Chemical Warfare, Based on Interrogation and Written Reports by Jürgen E. von Klenck, 6.12.1945, Bl. 13, PRO [NA, Kew] London, FO 1031/97. Himmlers Versicherung an Speer, 31.7.1944, BA Berlin, NS 19/3910, fol. 85 )

Nach dem Ende des II.Weltkrieg blieb das Areal militärisches Sperrgebiet. Die Legenden über die Nutzung zwischen 1945 und 1965 sind verschieden. Sie reichen von der Schweinezucht, Lazarett und Heilstätte bis KFZ-Instandsetzungsbetrieb. Bereits 1960 begann durch Spezialkräfte der NVA der Umbau der Bunkeranlagen. Danach soll der Bunker als Führungstelle der sowjetischen Streitkräfte genutzt worden sein. Und später dann als Gefechtsstand für die Lenkung der Truppen des Warschauer Vertrags. Es wurden aber bisher keine bestätigenden Quellen gefunden. Es bleiben also Rätsel offen.

Nach dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte wurde das Gelände an das damalige Bundesvermögensamt übergeben, 2003 wurde es dann an einen Berliner Investor verkauft. Dieser ging Konkurs. Es wurden dann noch 2 Paintball-Großveranstaltungen ohne behördliche Genehmigung durchgeführt. Im Dezember 2012 war dann auch damit Schluß. Aus Sicherheitsgründen wurde der Zutritt zu dem 35 ha großen Gebiet gesperrt.

Weitere Quellen: Wikipedia, Zeitzeugen der NVA

 

 

 

Friedensstadt Glau Johannische Kirche WaffenSS und Gestapo

19 Feb
Friedensstadt Glau

Friedensstadt Glau

Die so genannte „Friedensstadt“ im Trebbiner Ortsteil Glau hat 100 Jahre stetigen Wechsel hinter sich. Kurz nach dem 1 Weltkrieg errichtete die Johannische Kirche des Gründers Joseph Weißenberg ( Gründung 1926 ) die Siedlung, bestehend aus etwa 40 Gebäuden, darunter eine Schule, eine Heilanstalt, ein Seniorenheim und natürlich eine Kirche.

Nach 1933 wurde die Kirche von der nationalsozialistischen Regierung verboten und die Gestapo kümmerte sich um die Auflösung der Siedlung. Ab 1938 wurde das Gelände von der SS genutzt. Es entstand die SS-Artillerieschule 2, Leiter Dr. Schwab.
Weitere SS Abteilungen kamen ebenfalls nach Glau. Wahrscheinlich handelte es sich um das  „Amt 8 FEP des SS-Führungshauptamts“ ( Forschung, Entwicklung, Patente) und gegen Ende des Krieges könnte das „Kampfstoffinstitut der Waffen-SS“ nach Glau verlegt worden sein.

Das Bild oben zeigt das letzte, im Bauhaus Stil errichtete Gebäude vor dem Verbot der Kirche. Es war als Schule geplant, die SS richtete 1940 eine Küche ein. Nach 1945 zogen  sowjetische  Soldaten in die Klassenräume.

KZ Sachsenhausen Außenstelle Glau

Ab 1942 kam eine Außenstelle des KZ Sachsenhausen hinzu. Die bis zu 180 Insassen waren politisch oder religiös Verfolgte sowie Kriegsgefangene.

1931 entsteht das Lokal/Pension „Goldene Sonne“ mit einem 600 Plätze fassenden Saal.

Ende August 44 kam es auf Schloß Glau (bei Trebbin in Brandenburg) zu einer Konferenz der Waffen SS. Es ist anzunehmen, dass es sich hierbei um einen Decknamen für die „Goldene Sonne“ handelte. Leiter der Konferenz war SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Otto Schab, deutscher Ingenieur, und Experte für Wehrwissenschaften. Hierbei ging es im groben um die Machtbefugnisse zwischen der Waffen-SS und der I.G. Farben. Geforscht wurde u.a. in Gottow und Falkenhagen am gefährlichen N-Stoff.

Nach 1945  Offiziersheim der Pioniereinheiten der GSSD, 1970 kommt ein Kino der roten Armee hinzu:

Goldene Sonne Glau

Goldene Sonne Glau

Hinter der gesamten Anlage liegt eine geschützte Heidelandschaft mit unnatürlichen Verwerfungen.  Während des 2. Weltkrieges stand hier eine Navigationseinrichtung für den Luftverkehr. ( UKW Drehfunkfeuer ).
Weiter sind große Krater zu finden, in denen nach 1945 russische Abschussrampen für Raketen montiert waren.

Ausblick vom Raketengelände Glau

Ausblick vom Raketengelände Glau

sowjetische Raketenstellung

sowjetische Raketenstellung nahe Glau

Friedensstadt Glau

nahe Friedensstadt Glau

 

Siehe auch:
9.Armee und Flucht aus dem Kessel von Halbe
Armee Wenck bei Ferch
Flugplatz Schönhagen 
Vogelschutzgebiet Stangenhagen

Quellen: Gespräche  3 Anwohner u Info Tafeln vor Ort,
https://de.wikipedia.org/wiki/Friedensstadt_Weißenberg
( Wikipedia )

 

 

Deutsche Kriegsgefangene 1945 – Geschichte eines Flack Soldaten aus Bad Frankenhausen

17 Feb
Deutsche Kriegsgefangene 1945

Deutsche Kriegsgefangene 1945 © gemeinfrei

Nach dem Zusammenbruch der letzten Fronten um Berlin und der bedingungslosen Kapitulation des deutschen Reiches, sowie der Auflösung der Wehrmacht wurden seit Kriegsbeginn etwa 11 Millionen deutsche Soldaten in Kriegsgefangenschaft verbracht.
Mehr als 1,1 Millionen kamen in der Gefangenschaft ums Leben.

Nach Artikel 75 der Genfer Konvention von 1929 hatte „die Heimschaffung der Kriegsgefangenen binnen kürzester Frist nach Friedensschluss zu erfolgen“.

Allerdings erkannten die Alliierten die Kapitulation der Wehrmacht nicht als Beendigung des Kriegszustandes an, so das über den 8. Mai 1945 ( Kapitulation ) hinaus eine enorme Anzahl der Wehrmachtssoldaten festgehalten wurden. Am 20. September 1945 bestimmte die Kontrollratsproklamation ( Quelle Wikipedia ) , daß die deutschen Soldaten als Arbeitskräfte für die Siegermächte zu arbeiten hatten. Bereits auf der Konferenz von Jalta ( vom 04. bis 11.02.1945) wurde dies durch die Alliierten bestimmt.

Der World News Daily Report meldete :
Am Freitag, den 18. Juli 2014 wurde der letzte deutsche Kriegsgefangene aus dem Zweiten Weltkrieg freigelassen. Es handelte sich um den 84-jährige Reinhard Kunze der im Alter von 14 Jahren von den sowjetischen Truppen in der Schlacht um Berlin gefangengenommen und für 69 Jahre in verschiedenen sowjetischen und russischen Zwangsarbeitslagern inhaftiert.

deutsche Kriegsgefangene

Es folgt die historische Originalbeschreibung, die das Bundesarchiv aus dokumentarischen Gründen übernommen hat. Diese kann allerdings fehlerhaft, tendenziös, überholt oder politisch extrem sein. Die Mutter eines Kriegsgefangenen dankt Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer nach seiner Rückkehr aus Moskau am 14. 9. 1955 auf dem Flughafen Köln/Bonn für den erfolgreichen Abschluß seiner Verhandlungen mit der sowjetischen Führung. Dr. Adenauer hatte erreicht, daß bis Ende 1955 über 15.000 Kriegsgefangene, Internierte und Zivilverschleppte in die Bundesrepublik Deutschland entlassen wurden. ©CC BY-SA 3.0 de

Bad Frankenhausen

Bad Frankenhausen © gemeinfrei


Geschichte einer deutschen Kriegsgefangenschaft
Obwohl mein Großvater (geb. 1907) als Mitglied der inzwischen von Reichsinnenminister Wilhelm Frick verbotenen SPD weder ein Freund von Hitler noch seines Krieges war, musste er als Soldat in einer Flakbatterie seinen Dienst absolvieren. Mit dieser war er unter anderem in Berlin, Paris und Budapest stationiert. In Berlin erlebte er als Mitglied der Luftwaffe die Beerdigung von Ernst Udet, einem Fliegerass des 1. Weltkrieges, der in seiner Funktion als Generalluftzeugmeister für den Misserfolg bei der Luftschlacht um England verantwortlich gemacht wurde und sich darauf am17.11.1941 in Berlin das Leben nahm. Der Suizid wurde vor der Öffentlichkeit geheim gehalten, die Beerdigung wurde von seinem ehemaligen Kameraden und inzwischen höchsten Vorgesetzten Hermann Göring angeführt, der mit seiner harschen Kritik Udet zum Selbstmord getrieben hatte. Meinem Großvater war besonders befremdet vom Auftreten des Reichsmarschalls, der mit seinem fülligen Körper in seiner auffälligen Uniform gezwängt und geschminkten Gesicht glatt einer Opernaufführung entsprungen sein könnte. Später bei einem Ausgang in den Straßen von Berlin wurde mein Großvater von einer Patrouille „aufgelesen“ und als Statist zu der berüchtigten Sportpalastrede (18.2.1943) Joseph Goebbels befohlen. Wie ein Fremdkörper fühlte er sich in mitten der fanatisch schreienden Menge („wollt ihr den totalen Krieg…?“).
Der totale Krieg führte schließlich im Frühling 1945 in die vollkommene Katastrophe, immer enger wurden die deutschen Truppen von den sowjetischen Streitkräften aus dem Osten und den westlichen Alliierten auf der anderen Seite in einen engen Korridor getrieben. Die Flakeinheit meines Großvaters befand sich zu dieser Zeit im Raum Leipzig, die Ordnung der Truppen zerfiel, die Soldaten hatten zumeist nur noch ein Ziel: den verlorengegangen Krieg zu überleben. Mit einem Abholschein für optische Geräte irrte er in der Gegend herum, bestrebt im Falle einer Gefangenschaft den Amerikanern in die Hände zu fallen. Das Ende schien nah, als seine Papiere von einem Feldgendarm (im Volksmund auch Kettenhund genannt) überprüft wurden. Mit erhobenen Händen und dem Rücken zugewandt rechnete er bereits mit dem Schlimmsten. Gerade in diesen Tagen gab es massenhaft Deserteure, welche unbarmherzig von den Kettenhunden exekutiert wurden.
Hitlers Parole: „Der Soldat kann sterben, der Deserteur muss sterben.“
Ein Schuss fiel, mein Großvater zuckte zusammen, aber zu seiner Überraschung war er unverletzt, Als er sich herumdrehte sah er den leblosen Körper des bei den Soldaten verhassten Feldgendarmen liegen. Ein anderer deutscher Soldat hatte ihn aus einem Gebüsch niedergeschossen, auch das war ein Teil dieser chaotischen Tage.

Mit anderen Soldaten erreichte mein Opa schließlich ein Anwesen auf dem die Mutter von Generalfelsmarschall Günther von Kluge wohnte. Dieser hatte sich am 19.8.1944 das Leben genommen, 3 Tage nachdem Hitler ihn des Postens enthoben hatte, weil der Sicherheitsdienst von Kluge in Verbindung mit den Attentätern des 20. Juli 1944 brachte.
Von ihrem Sohn sagte die Mutter: „Er hieß nicht nur Kluge, er war es auch!“.
Zu den Soldaten die nun auf ihrem Anwesen waren sagte sie: „Meine Herren, sie werden als Gentleman in Gefangenschaft gehen“ und besorgte den Männern Anzüge. Die kurz darauf anrückenden amerikanischen Soldaten waren jedoch vom Anblick der fein angezogenen Männern nicht begeistert. Sofort erging die Anweisung unverzüglich wieder die eigenen Uniformen anzuziehen. Die GI´s wollten wissen, mit wem sie es zu tun hatten.

Eingepfercht auf der Ladefläche eines LKWs ging es nun nach Westen. Immer näher führte die Route an seine Heimatstadt Bad Frankenhausen in Nordthüringen und tatsächlich bog das Fahrzeug an der entsprechenden Kreuzung ab, es ging durch die Heimatstadt!

Am Ortseingang stand ein ihm bekannter Bauer am Straßenrand und blickt den Soldaten auf der Ladefläche in die Gesichter und erkannte meinen Großvater! In einer spontanen Reaktion riss er seine Tagesration aus der Tasche und warf sie meinem Großvater entgegen, der durch die enge jedoch nicht die Arme nach oben bekam um das Geschenk zu fangen. Das Paket landete in seinem Gesicht, ein Geruch von frischer Leberwurst, dann wurde das Paket von anderen Gefangenen aufgerissen und in Sekunden verzehrt. Der Hunger war groß, so groß, daß bei kurzen Pausen die Soldaten Gras am Straßenrand zupften und aßen. Schließlich erreichte die Wagenkolonne ihr Ziel, ein großes umzäuntes Feld in der Nähe von Erfurt.
Tausende deutsche Soldaten waren hier auf offenen Gelände untergebracht, keine Gebäude geschweige sanitäre Anlagen. Wasser bekamen die Soldaten, indem ein amerikanischer Soldat mit einem Wasserschlauch über die Köpfe der Gefangenen spritzte, welche die Münder nach oben öffneten, um etwas abzubekommen. Viele starben vor Ort an der Ruhr oder Typhus.
Und wieder hatte mein Großvater Glück. Ein ihm bekannter deutscher Soldat hatte sich bei den Amerikanern als Lagergehilfe beworben und gab ihm einen Tipp, das an einer bestimmten Stelle zu einer bestimmten Zeit gefangene Soldaten entlassen werden.

Wenige Tage später stand ein abgemagerter aus Haut und Knochen bestehender Fremder in der Tür meiner Großmutter in Bad Frankenhausen. Zwei Brüder meines Großvaters hatten weniger Glück, sie kamen nicht aus dem Krieg zurück. Die Kleinstadt war einer Zerstörung entgangen, weil mutige Männer mit weißen Fahnen den anfliegenden Jagdbombern über das Feld entgegen gegangen waren. Diese klinkten ihre tödliche Fracht auf dem freien Feld vor der Ortschaft aus, nur ein verirrter Splitter surrte durchs Fenster des Hauses meiner Familie, welches am Stadtrand stand und blieb über dem Bett meiner damals einjährigen Mutter in der Wand stecken. Trotzdem gab es noch einige unbelehrbare, die meinten dem Führer bis zum Ende gehorchen zu müssen. Wahrscheinlich lagen sie in einem Graben und versuchten mit Panzerfäusten die anrückenden amerikanischen Panzer abzuwehren.
Ihre Gräber sind bis heute auf dem Friedhof von Bad Frankenhausen sichtbar.

Author : Thomas Heisig

Quellen : Bundesarchiv, Soldaten, Wikipedia

Mauerabschnitt Kleinmachnow Teltowkanal Operative Grenzschleuse des MfS

10 Feb
 Richtung Wolfswerder Kleinmachnow

Richtung Wolfswerder Kleinmachnow© Rudolf K. (Stralsund)

Etwa 500 m nördlich der Güst Kleinmachnow, im Abschnitt des GR-44 am Erlenweg 50, gab es die sogenannte OGS „Quartett“. Das war eine operative Grenzschleuse des MfS, über die IM der Hauptabteilung VIII (Ermittlung, Beobachtung, Festnahme) konspirativ von und nach Westberlin gelangen konnten. In den Zehlendorfer Heimatblättern ist ein Artikel über diese Grenzschleuse zu finden. ( Heimatbrief 56. Jg Nr. 1 März 2013 )
Über die dort zum Treff mit ihrem Führungsoffizier von West nach Ost und zurück geschleusten IM’s „Bubi Mahler“ (Kurier) „Arno Anders“ und Elisabeth Groß“ (aus dem Bezirk Cottbus stammende DDR-Übersiedlungs-IM der HA VIII (mittels fingierter Flucht über Jugoslawien in den Westen gekommen) ist weiteres zu finden unter: Angela Schmole: Hauptabteilung VIII. Beobachtung, Ermittlung, Durchsuchung,Festnahme (MfS-Handbuch). Hg. BStU. Berlin 2011. S. 62 ff.

Noch weiter nördlich im Bereich der Straße Wolfswerder hatten Westberliner Studenten in den 60er Jahren einen Fluchttunnel gebaut, der an die Stasi verraten wurde. Die hatten sich am Tag der Schleusung bereits postiert und wollten den Tunnel zusprengen, um den Fluchthelfern den Weg abzuschneiden. Die Sprengung, bei der es mit Sicherheit Opfer unter den noch im Tunnel befindlichen Personen gegeben hätte, wurde aber von einem bis heute nicht ermitteltn Stasi Mann verhindert, der bei der Verhaftungsaktion dabei war.

Grenzbereich GR-44, 1969 Kleinmachnow

Grenzbereich GR-44, 1969 Kleinmachnow © Rudolf K. (Stralsund)

Ein ehemaliger Grenzsoldaten berichtet von seiner Zeit in Kleinmachnow während des ‚Prager Frühlings 1968‘. Eine politisch extrem schwierige Situation war durch den in der Tschechoslowakei unternommenen Versuch, dem bestehenden Sozialismus ein „menschliches Antlitz“ zu verleihen und dessen gewaltsamer Niederschlagung durch Truppen des Warschauer Paktes entstanden.
Am 21.August 1968 rollten sowjetische Panzer durch Prags Straßen. Lange war behauptet worden, dass auch die NVA an dieser Aktion beteiligt war.
Jedoch verließ die 11. Motorisierte Schützen-Division und die 7. Panzerdivision, immerhin 18.000 Soldaten und gut 1000 gepanzerte Fahrzeuge ihre Bereitstellungsräumen nahe der CSR nicht.

„Es war wirklich eine gefährliche Situation. Zeitgleich mit mir waren meine beiden Cousins ebenfalls in Berlin Mitte an der Grenze. Grundlos, von westlicher Seite, wurde auf beide mit KK-Waffen geschossen“.

„Mit der grenznahen Bevölkerung gab es aus meiner Sicht keine Probleme. Einmal gesehen grüßte man sich und man brauchte auch keine Papiere mehr sehen. Zu Weihnachten nach Wachablösung, fingen uns sogar Leute ab und gaben uns Kuchen und auch einen Schnaps. Ich habe den Schnaps unerlaubt riskiert und wurden von den Leuten nicht angeschwärzt. Auf der westlichen Seite von Wolfswerder gab es einen ’schrägen Typ‘. Heute würde man sowas als Nazi oder ähnlich bezeichnen. Er zeigte sich oft mit einer großen Hakenkreuzfahne und belegte uns mit entsprechenden Parolen und Beleidigungen“.

Kleinmachnow 1968/69 Grenzabschnitt.

GR44 Kleinmachnow

GR44 Kleinmachnow © Rudolf K. (Stralsund)

„Ich habe von Mai 1986 – August 1988 im GR 42 gedient und war regelmäßig an dieser Brücke. Dort war die Trennlinie zum GR 44. Wenn ich als Stellvertreter KSiA mit dem Kübel im unserem Grenzabschnitt 4 unterwegs war, musste ich zu Dienstbeginn immer zu dieser Brücke über den Teltowkanal fahren und mit dem Kommandeur der Güst (meist Major oder Oberstleutnant) die Lage absprechen. Der Stelli vom GR 44 war, glaube ich, dann auch immer vor Ort. Der Güst-Kommandeur kam immer durch eine kleine Tür in den Grenzabschnitt“.

Bild : Dies war besagte Tür © unbekannt daher nur als Link.

„Einmal hat er mich angemotzt, weil ich im Frühdienst unrasiert war. Ich habe ihm gesagt, dass wir kurzen Wechsel hatte und vom Spät- in den Frühdienst gegangen sind und mal gerade 3 Stunden Schlaf hatten. Das hat er als Ausrede akzeptiert.
Leider konnte ich nie über die Brücke gehen, obwohl es nur ein paar Meter waren. Ich wollte dort immer mal das Vordere Sperrelement berühren. Habe ich mich aber nie getraut. Dort war ja kein K6 davor. Aber man war ständig in Beobachtung von zwei BTs“.

Ehrenwache am OdF-Platz

Ehrenwache am OdF-Platz © Rudolf K. (Stralsund)

 

Rammrathbrücke_Teltowkanal_Teltow

Rammrathbrücke Teltowkanal 2009 ©Lienhard Schulz CC BY-SA 3.0

Quellen: Grenzsoldaten als Zeitzeugen, Wikipedia, Unterlagen GR42/44, Die Welt, 

 

Grenzübergang – Kleinmachnow Teltowkanal GÜSt.

5 Feb
Grenzübergang - Kleinmachnow / Teltowkanal

Grenzübergang – Kleinmachnow Teltowkanal

Die GÜSt. Kleinmachnow ( Grenzübergangsstelle )über den Teltowkanal nach dem ehemaligen West-Berlin, zwischen den Orten Teltow und Kleinmachnow gelegen, diente der genauen und langwierigen Kontrolle der Frachtschiffe auf dem Weg von oder nach West-Berlin über den Teltowkanal.

Nach der „Grenzsicherung“ im August 1961 und dem Bau der deutsch – deutschen Grenzmauer, wurden rund um Berlin auch die Wasserwege stark gegen unerlaubte Grenzübertritte gesichert. Um West-Berlin dennoch mit wichtigen Lebensgütern, Brennstoffen, Stückgut und Baumaterialien zu versorgen, wurden Transitstrecken eingerichtet. Der Teltowkanal, der nach 1945 gesperrt wurde, konnte erst 1981 durch eine Vereinbarung zwischen West Berlin und der DDR wieder befahren werden. Fortan gehörte dieser Streckenabschnitt zu den Haupttransitgewässern für den Warenaustausch. Binnenschiffe und Tanker konnten hier passieren. Bauschutt und jede Art von Müll wurde durch die DDR Flotte aus West-Berlin gegen harte Devisen entsorgt.
Eine besondere Bedeutung kam in der Folge der WSHA zu, dem Wasserstraßendienst der DDR, der sowohl Sanierungen der Wasserstrassen, Brücken und Anlagen in West Berlin übernahm. Die Eisbrecherflotte hielt die Kanäle im Winter befahrbar und so den wichtigen Verkehrsweg zwischen Oder und Elbe offen.
Das Bild unten zeigt die Sektorengrenze bei Dreilinden. Von hieraus sind es nur 5 Kilometer Wasserweg durch den Teltowkanal bis nach West-Berlin. Die heutige Autobahnbrücke der A115 AVUS liegt im Hintergrund des Bildes. Hier lag auch der ehemalige Grenzübergang Dreilinden.
Siehe auch: Friedhofsbahn Dreilinden

Foto: Roehrensee, Teltowkanal bei Albrechts Teerofen mit Blick auf die Brücke des Postenwegs der DDR-Grenztruppen über den Kanal östlich der alten Autobahnbrücke.

Foto: Roehrensee, Teltowkanal bei Albrechts Teerofen mit Blick auf die Brücke des Postenwegs der DDR-Grenztruppen über den Kanal östlich der alten Autobahnbrücke.CC BY-SA 3.0

Schautafel Kleinmachnow Zehlendorf / Mauerweg

Schautafel Kleinmachnow Zehlendorf / Mauerweg

Wie fast überall in Berlin war es auf dem Wasser recht schwer klar zu definieren, ob sich ein Schiff nun auf Westgebiet oder in DDR Hoheitsgewässern befand. Der Alltag sah in etwa so aus :
Zunächst kam das Schiff aus der Havel bei Sacrow. Hier kontrollierte die Kontrollstelle Nedlitz. Jetzt ging es an der Bertini Enge mit seinen Sperranlagen vorbei. Es passierte nun das Schloss Babelsberg und fuhr in den Griebnitzsee ein, der je zur Hälfte der Westzone und der Ostzone gehörte. Erst bei Teerofen wurde definitiv DDR Gewässer erreicht. Hier wurde die WasserGÜSt Dreilinden tätig und wenige Kilometer weiter wurde das Schiff bei Kleinmachnow erneut für die Ausreise nach West-Berlin überprüft. Es scheint wohl bei den Kontrollen in Dreilinden hauptsächlich darum gegangen zu sein blinde Passagiere (DDR-Bürger beim Versuch in den Westen zu flüchten) abzufangen, die bei Teerofen Westgebiet hätten erreichen können.

ehemalige WasserGÜSt bei Teerofen/ Dreilinden

ehemalige WasserGÜSt bei Teerofen/ Dreilinden

Fakten zur GÜSt. Kleinmachnow:
Eröffnung 20.11.1981
Verkehrsaufkommen bis 1988:  3763 Schiffe.
Eingesetztes Grenzregiment:
42 „Fritz Perlitz“
1532 Kleinmachnow, Leninallee
Siegelcode 929
Grenzabschnitt der Zuständigkeit :
Richtung Osten vom GR-33  Altglienike zum GR-44 Oderstraße.

Wachturm der Grenztruppen der DDR

Wachturm der Grenztruppen der DDR © gemeinfrei

 

Quellen: Eigene, Anwohner, ehem. Grenzsoldaten der DDR, Wikipedia
© Fotos eigene oder angegeben.

Die Schlacht von Lauban / Lubań Niederschlesien 1945 / Walther Nehring

25 Jan
Luban Lauban Rathaus

Luban/ Lauban Rathaus ©gemeinfrei

Lauban, das heutige Lubań, ist eine Stadt in der Woiwodschaft Niederschlesien (polnisch województwo dolnośląskie), heutiges Polen. Lubań hat heute etwa 22.000 Einwohner und liegt 24km östlich von Görlitz. Die Gründungsdaten gehen wahrscheinlich ins Jahr 711 zurück, erstmals erwähnt wurde Lauban 1228.
Der frühe geschichtliche Verlauf ist bei Wikipedia zusammengefasst.

Im Februar/März 1945 steht die rote Armee zum Angriff auf die Region Lauban/Görlitz tief in Niederschlesien. Im Februar wird die Stadt zu fast 60% zerstört und von den sowjetischen Truppen eingenommen. Unter General der Panzertruppe, Walther Nehring kommt es  vom 1.März bis zum  8.März 1945 zum letzten großen Erfolg der Wehrmacht gegen die Übermacht der Roten Armee.
Im Norden steht die Rote Armee vor Berlin, in Halbe wird die 9. Armee eingeschlossen.

Walther Nehring

Lagebesprechung vor dem Angriff auf Tobruk. Rechts Generalleutnant Nehring, April 1942
Bundesarchiv, Bild 101I-784-0203-14A / Moosmüller / CC BY-SA 3.0 de

Bereits im Januar ’45 waren die sowjetischen Truppen aus dem Warka Brückenkopf ausgebrochen, aber auf einer Linie Guben – Görlitz – Lauban zum Stehen gebracht worden. Die 4. Panzerarmee stand im Norden, die 17. Armee im Süden der Kampflinie. Der Schwachpunkt der Front lag genau zwischen diesen beiden Einheiten.

17. Februar, nachts.
Die 3. sowjetische Garde Panzerarmee beginnt einen keilförmigen Angriff auf die deutschen Stellungen. Artillerie deckt den Vorstoß der 23. Garde Schützenbrigade und der 23. Garde Panzerbrigade auf Lauban.
Auf der deutschen Seite kämpft ein Rest der 6. Grenadier Division, stark dezimiert nahe Warka an der Weichsel.
Mit dem Eindringen der Roten Armee wird die für den Kohletransport äußerst wichtige Bahntrasse  Görlitz Waldenburg, sowie die Strecke nach Berlin unterbrochen.

Aufmarschplan nahe Lauban und Görlitz

Aufmarschplan nahe Lauban und Görlitz © gemeinfrei Februar 1945

Oberstes Gebot wird es, die Bahnlinie wieder unter deutsche Kontrolle zu bekommen. Lebenswichtige Versorgungsgüter müssen die Heeresgruppe Mitte unter Generaloberst Schöner erreichen. Gleichzeitig gilt es den Vorstoß der 3. sowjetische Garde Panzerarmee zu vereiteln, dessen Ziel Dresden ist.
Generaloberst Schöner erhält vom Oberkommando des Heeres in Berlin den Auftrag den Knotenpunkt Lauban zurückzuerobern. Die neu erstellte Panzergruppe Walther Nehring ist zu diesem Zeitpunkt ausgedünnt und die Fahrzeuge zum Teil nur noch zu 40% einsatzbereit. Sie besteht im Großen und Ganzen aus insgesamt drei Panzerdivisionen und mehreren Infanteriedivisionen. Kraftstoffmangel bleibt ein Problem. Am 1. März 1945 erfolgt die Gegenoffensive.
( 01.03.1945 bis 05.03.1945 )

Russland, Panzer VI (Tiger I) wird aufmunitioniert

Bundesarchiv Bild 101I-461-0213-34, Russland, Panzer VI (Tiger I) wird aufmunitioniert          ©CC BY-SA 3.0 de

Panzer-Korps-Füsilier-Regiment 79
Bei diesen Sondereinsatzkräften, die unter dem direkten  Befehl Nehrings zum Einsatz kommen, handelt es sich um eine Art Eingreiftruppe für besonders heikle Situationen.  Nach den Ausführungen des Soldaten Werner Mork, kommen nicht nur 15cm Haubitzen, Tiger Panzer und Granatwerfer-Einheiten zum Einsatz sonders sogar 8,8 cm Flack für den Boden Boden Beschuss feindlicher Panzer.
Der Einsatz dieser Kräfte zerschlägt das sowjetisches Garde-Schützen-Korps fast vollständig. Lauban bietet ein Bild der Verwüstung. Hunderte tote sowjetische Soldaten liegen auf den Strassen.
Eine schnell herbeigeeilte Propaganda Abteilung dreht am 09.03.1945 die vorletzte Wochenschau auf dem Marktplatz. ( Bild, Marktplatz siehe oben )
Propagandaminister Dr. Joseph Goebbels ist bei der Begrüßung der Soldaten zu sehen.
Das hier bereits Kinder eingesetzt werden zeigt dieses bekannte Foto.

ADN-ZB/Archiv gemeinfrei 9.3.1945
Deutsch-Sowjetische Front: Reichspropagandaminister Goebbels begrüßt in Lauban (Niederschlesien) den mit dem EK II ausgezeichneten 16jährigen Willi Hübner….

 

Tagesmeldungen der Deutschen Wehrmachtsführung 
Tagesmeldung 03.03.1945: „Gruppe Nehring trat mit zwei Panzerkorps … im Raum beiderseits Lauban zum Angriff an … und kam gegen den zunächst überraschten Feind mit beiden Angriffsgruppen gut vorwärts. Während die rechte Angriffsgruppe planmäßig … auf Naumburg (!) eindreht, steht die linke Angriffsgruppe im Kampf mit dem … sich verstärkenden Feind.“
Tagesmeldung 04.03.1945: „In Niederschlesien brachte der eigene Angriff zweier Panzerkorps im Raum Lauban nicht den erwarteten Erfolg und lief sich zunächst fest. Von dem weiteren Verlauf … wird es abhängig sein, ob der Feind veranlasst wird, Teile der vermutlich zur Auffrischung herausgezogenen 3. Panzer-Armee einzusetzen, wodurch voraussichtlich eine wesentliche Störung der Feindabsichten hinsichtlich des zeitlichen Verlaufs seiner Planung eintreten würde.“
Tagesmeldung 05.03.1945: „In Niederschlesien gewann im Raum Lauban der eigene Angriff nach Umgruppierung einige Kilometer Boden.“
Tagesmeldung 06.03.1945: „In Schlesien erreichte im Raum Lauban der eigene Angriff … den Queis-Abschnitt 6 km n-o Lauban, während die östliche Angriffsgruppe durch Flankenangriffe des Feindes nur unwesentlich vorwärts kam.“
Tagesmeldung 07.03.1945: „In Schlesien erreichte im Raum Lauban der eigene Angriff im Wesentlichen (!) die gesteckten Ziele. Starke Gegenangriffe wurden abgewiesen und eine feindliche Kräftegruppe eingeschlossen.“
Tagesmeldung 08.03.1945:

[Quelle : Mehner, Geheime Tagesberichte der Deutschen Wehrmachtsführung – Die gegenseitige Lageunterrichtung der Wehrmachts-, Heeres- und Luftwaffenführung über alle Haupt- und Nebenkriegsschauplätze, Band 12]

Das ursprüngliche Ziel, einen Korridor in Richtung der eingeschossenen Stadt Breslau aufzubauen, wird nicht erreicht. ( Wehrmachtsbericht vom 4.März, siehe oben) Auch die Einkesselung großer Teile der Roten Armee kann nicht bewerkstelligt werden.
Allerdings wird Stalin auf die deutsche Offensive aufmerksam und untersagt weitere Angriffe Richtung Dresden/ Görlitz.
Das sichert vielen Schlesiern die Flucht in Richtung Westen.
Siehe auch hierzu:
http://www.swg-hamburg.de/Geschichte/Das_Schlupfloch_in_den_Westen_offenhalten.pdf

Ankunft von Flüchtlingen aus den Ostgebieten

Ankunft von Flüchtlingen aus den Ostgebieten © free use

 

Weiterführende  Texte :
Katastrophe von Spremberg

12.Armee Wenck bei Beelitz

Flucht nach Tangermünde

Quellen : Eigene, im Text angegebene, Wikipedia, Zeitzeugen.

 

 

 

ehemaliges Rathaus Berlin Nikolassee

24 Jan
Nikolassee ehemaliges Rathaus

Nikolassee ehemaliges Rathaus

Die Villenkolonie Nikolassee wurde 1901 durch die damalige Heimstätten-Aktien-Gesellschaft gegründet und liegt in unmittelbarer Nähe zur Bahntrasse nach Potsdam und der AVUS. 1902 geht der gleichnamige Bahnhof in Betrieb.
1910 wird Nikolassee sogar eine eigenständige preußische Gemeinde.
1912 wird das Rathaus eröffnet. Fortan lassen sich Künstler und Wissenschaftler gerne in Nikolassee nieder.
1920 wird die Gemeinde von Zehlendorf mitverwaltet und verliert ihre Eigenständigkeit.

Quelle: Schautafel

 

Internationale grüne Woche in Berlin

22 Jan
Grüne_Woche

Grüne Woche  ©  gemeinfrei

Die Internationale Grüne Woche Berlin ist die weltgrößte Messe für Landwirtschaft, Gartenbau und für Nahrungserzeugnisse. Über 1600 Erzeuger stellen ihre weltweiten Produkte auf 118.000 QM in der Messehalle 26 in Berlin vor.
1926 fand die weltbekannte Messe das erste mal statt. Vom 19. bis 28. Januar sind die Tore in Berlin für Besucher geöffnet

Die Firma Feinkost-aus-Ungarn.de mit Firmen Sitz in Teningen bei Freiburg im Breisgau,  hat sich auch den Import und Vertrieb von Ungarischen Spezialitäten und Feinkost Spezialisiert, und beleifert sowohl den Großhandel, Restaurants, wie auch Endkunden  Zum Sortiment gehören, Wurstwaren, Gewürze, wie Paprikapulver, Erös Pista, Edes Anna, Piros Arany, Teigwaren, Weine, Öle, und Gewürzmischungen.

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