Reichssportflughafen Rangdorf, Bücker Werke, Rühmann, Udet und Beate Uhse

31 Aug

Flugplatz Rangdorf
Der „Reichssportflughafen Rangsdorf“ wurde am 30. Juli 1936 nach kurzer Bauzeit, anlässlich der Olympischen Sommerspiele, für den allgemeinen Sportflugverkehr freigegeben. Zuvor waren bereits die Bücker Werke, eine auf Sportflugzeuge ausgerichtete Flugzeugfabrik in Rangsdorf angesiedelt worden. Hier wurden die neuen Flugzeuge eingeflogen und getestet. Das gesamte Gelände umfasste einen „Aeroclub“, die „Reichsschule für Motorflug“ und eine Abfertigungsmöglichkeit für Wasserflugzeuge, die auf dem Rangsdorfer See landeten. Siehe : Hans Grade.
Der außerordentliche Erfolg deutscher Piloten mit Bücker Fluggerät bei den meisten Sportflug Wettkämpfen ließ nicht lange auf sich warten und machte die Bücker Werke aus Rangdorf weltberühmt. Fliegergrößen wie Ernst Udet, Beate Uhse oder Heinz Rühmann gehörten hier zu den häufigen Besuchern.
Im Winter 1939/40 hatte das Reichsverkehrsministerium plötzlich die Befürchtung, dass der Flughafen Tempelhof durch Bomben unbrauchbar gemacht werden könnte. So wurden die zivilen Flüge aus der Hauptstadt bis zum Frühjahr nach Rangdorf verlegt.
In der Folge des 2. Weltkriegs wurde die Luftwaffe auch in Rangdorf stationiert und die Bücker Werke begannen teile für Kampfflugzeuge sowie leichte Militärflugzeuge zu liefern.

Ein Anwohner, dessen Vater bei Bücker angestellt war berichtete:
Reichsluftfahrtminister Hermann Göring sagte ja immer, der Deutsche ist Flieger. Deshalb wurde dann hier fast Tag und Nacht geflogen, getestet und ausgebildet. Die ganzen Stars der Luftfahrt fuhren wöchentlich mehrmals mit ihren großen Mercedes Limousinen aus Berlin ein. Unser Haus lag in der Wolgaster Strasse. Dann standen wir an der Ecke und staunten. Irgendwann ist ein Flugzeug in den Hangar gestürzt und alles war hin. Dann später kamen die Busse aus Berlin mit Fluggästen, da Tempelhof nicht mehr benutzt wurde. Ja und dann kam eben die richtige Luftwaffe. Die holten offenbar hier Flugzeuge und Teile ab. Meist waren die Flugzeuge kleine Transportflugzeuge die hier starteten. Ja und nach 1945 kamen dann die Russen. Daher kommt dann die graue Farbe an einigen Gebäuden.“

Flugplatz Rangsdorf

Flugplatz Rangsdorf

Diese Darstellung deckt sich in etwa mit den bei  Wikipedia zusammengetragenen Fakten.
Eine weitere Ausführung des gleichen Zeitzeugen machte uns dann allerdings stutzig. Er berichtete von vielen Flugzeugen die parallel starteten. 4 Flugzeuge seien oft nebeneinander abgeflogen, was auf das Ausprobieren eines militärischen Flugverfahrens hindeuten würde.
( Fortsetzung folgt )
Am 20.7.1944 flog Claus Schenk Graf von Stauffenberg von Rangdorf aus zur Wolfsschanze in Ostpreußen, in seinem Gepäck der Sprengsatz gegen den Reichskanzler Adolf Hitler.
Rund ein Dreiviertel Jahr später besetzte die Rote Armee den Flugplatz Rangsdorf. Der Einmarsch in der letzten Schlacht um Berlin erfolgte über Zossen entlang der Reichsstrasse 96.
Siehe auch Flugplatz Werder, Havel

Quellen : Wikipedia, Buch Rühmann: „Das wars!“, Anwohner.

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