Schlimmster Serienmörder der Nachkriegsgeschichte?

23 Okt

Die offizielle Anklage gegen Niels H. lautet, er habe in der Zeit von 2003 bis 2005 im Klinikum Delmenhorst 5 Menschen durch Injektionen vorsätzlich getötet. Der Prozessverlauf am Landgericht Oldenburg nahm aber eine ungeahnte angelic statueWendung an, denn es wurden dabei auch die ehemaligen Mithäftlinge von H. aus der Justizvollzugsanstalt Oldenburg als Zeugen angehört, und daraus ergab sich die folgende zusätzliche schwere Belastungssituation.

Übereinstimmend erzählten zwei Zeugen, dass H. damit geprahlt habe, dass er nach ungefähr 50 Tötungen aufgehört habe, noch weiter mit zu zählen. Dazu passte auch die Aussage eines weiteren Zeugen, den Niels H. davon überzeugen wollte, dass er (H.) der größte Massenmörder der Nachkriegsgeschichte sei (ein zweifelhafter Rekord, der ihm offenbar sehr wichtig ist). Diese Zeugen erklärten weiterhin, dass sie nach ihren Aussagen sowohl von H., als auch von anderen Häftlingen mit dem Tod bedroht worden sind, was sogar noch nach ihrer Verlegung von Oldenburg nach Lingen so weiter ging.

Auch interessant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass der ehemalige Krankenpfleger Niels H. vor seiner Zeit im Klinikum Delmenhorst auch schon im Klinikum Oldenburg angestellt war, und auch dort waren angeblich ähnliche, unerklärliche Todesfälle zu beklagen gewesen. Einem Zeugen habe H. davon erzählt, dass er an Patienten des Klinikums Oldenburg diverse Versuche mit Medikamenten durchgeführt habe.

Die Zeugenaussagen im Einzelnen
– Erster Zeuge, Dienstag, 5. Prozesstag:
„Ja, ich war es.“ – habe H. gesagt. „Er hat mir die Tötung von 5 gestanden.“
– Zweiter Zeuge
„H. hat erzählt, dass er 8 Menschen getötet hat.“
– Dritter Zeuge
„Ich habe bei 50 aufgehört zu zählen.“

Auf die Frage, ob H. auch Angaben über seine Motive gemacht habe, berichteten die Zeugen übereinstimmend, er habe gesagt, dass er einige Menschen von ihrem Leiden erlösen wollte. Es sei aber manchmal auch Langeweile mit im Spiel gewesen, wenn er Patienten auf der Intensivstation in der Nacht totgesspritzt hat. Außerdem hat H. den Zeugen anschaulich vorgespielt, wie die Sterbenden kurz vor ihrem Tod gezittert haben. Die Zeugen berichteten weiter, dass H. neben den Morden auch noch mit anderen Delikten prahlte. Vor allem auch sexuelle Handlungen an Mädchen und Frauen im Aufwachraum sollen immer wieder vorgekommen sein.
Pikant klingen auch die Wiedergaben der Berichte von H. darüber, was er in den Krankenhäusern erlebt haben will. Da ist z. B. die Rede gewesen von betrunkenen oder sogar auch bekifften Chirurgen oder von gefälschten Totenscheinen.

Bereits Mitte 2012 hatte nach Aussagen der Zeugen nicht nur jeder Insasse, sondern quasi auch alle Justizvollzugsangestellten volle Kenntnis über die „Heldentaten“ des größten Massenmörders. Dieser Umstand rief sogar eine Anstaltspsychologin auf den Plan, die H. sozusagen den Mund verboten haben soll, damit dieser sich nicht weiter selbst in Schwierigkeiten bringt.

Abschließend berichteten die Zeugen noch, dass sie H. trotz allem für ziemlich intelligent und zugleich völlig unberechenbar halten, nicht zuletzt auch deshalb, weil seine Stimmungslage ganz schnell von witzig oder fröhlich auf todernst umschlagen kann.

Gemäß der Anklage soll H. im Wesentlichen das Medikament Gilurytmal für seine Todesspritzen verwendet haben. Nach Aussage der Zeugen muss aber die Liste der Medikamente wahrscheinlich erweitert werden.

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