Spremberg 1945 Einkesselung durch die rote Armee und Katastrophe bei Kausche Geisendorf

8 Jul
Kausche Geisendorf

Kausche Geisendorf

Das mittelalterliche Spremberg war ( und ist ) ein wichtiger Verkehrsknoten der Reichstrasse 97, Dresden Richtung Cottbus. Im April 1945 galt es die schwache Front Cottbus-Spremberg zu verstärken und zu halten. Dafür wurden folgende Truppenteile eingesetzt.


1.) 10.SS-Panzerdivision ,,Frundsberg’’, Brigadeführers Heinz Harmel
2.) 344. Infanterie-Division, Generalmajors Jolasse
3.) Führer- Begleit-Division, General Remer
4.) Volksturm aus Spremberg

(der Schriftsteller Günter Grass war laut seinen Aussagen als 17jähriger in der 10.SS Panzerdivision auch in Spremberg )

Das Vorhaben scheiterte und die Divisionen wurden von der sowjetischen Armee am 19.April 1945 mit 3 Großdivisionen in der Stadt Spremberg eingeschlossen. 20.000 Mann saßen in der Falle. Gleichzeitig wurde die Stadt in der kommenden Nacht heftigst von Artillerie aus dem Süden beschossen und aus der Luft bombardiert.
Am 20.April waren die deutschen Truppen bei Kochsdorf ( westlicher Stadtteil ) zusammengedrängt, konnten aber den Kessel halten. In der Nacht auf den 21.April, eingegangene Führerbefehle missachtend, brechen die Reste der 10. SS Panzerdivision im Westen durch die russischen Linien aus. Die anderen Truppenteile sperren nach hinten und folgen den Panzerspitzen, zumeist mit Verwundeten und Zivilisten beladen. Sofort ziehen die sowjetischen Truppen in die Stadt, plündern, vergewaltigen und morden massenhaft. ( Zeitzeuge aus Kochsdorf )

Der Ausbruchstross steuert auf den Raum Kausche zu.
Kausche selbst war bereits besetzt, aber offenbar nicht verteidigt. Die sowjetischen Soldaten ahnten nichts von den herannahenden deutschen Divisionen. In verzweifelten Kämpfen wird Kausche zurückerobert. Auch hier wurde massiv vergewaltigt und gemordet.
Am 22.April in den frühen Morgenstunden rückt die Wehrmacht in Richtung Westen ab. Auf den Militärfahrzeugen fahren massenhaft Zivilisten. Bei den sich weit erstrechenden Wiesen Geisendorf und kurz vor der Bahnlinie warten bereits die Russen in den Wäldern. Die Deutschen müssen sich einnebeln um nicht einfach abgeschossen zu werden. Doch die rote Armee beschießt das Wiesengelände aus allen Rohren. Die Hälfte der fliehenden Deutschen überlebt diese „Todeswiesen“ nicht.

( Weder das Dorf Kausche und Teile von Geisendorf sind heute noch vorhanden. Der Braunkohle Abbau in der Niederlausitz hat das gesamte Gebiet des Ausbruchs vor 70 Jahren verschluckt )

Über den Verbleib der vollkommen aufgeriebenen deutschen Truppen ist nicht all zu viel bekannt. ( Neue Quellen u Aussagen werden gerade geprüft und ggf. ergänzt ) Viele versuchten über die Elbe zu kommen, wo bereits die Amerikaner lagen. Zeitzeugen aus diesen Tagen erzählen weiter, dass sich die Reste der SS Divisionen versucht haben über die Elbe zu retten in dem sie in sicherem Abstand den russischen Truppen folgten.
Mann kann sich heute fragen, ob einsofortiges Ergeben vielleicht mehr Leben gerettet hätte oder eventuell genau das Gegenteil bewirkt hätte. Die Nachhut, die im Dorf Kausche verblieb und einen erneuten Agriff der roten Armee abwehren konnte, dann aber keinerlei Munition mehr hatte, wurde praktisch vollkommen vernichtet.
Der Volkssturm hatte kaum Überlebende.

Siehe :
Ferch, letzter Angriff der Armee Wenck
Flucht der 9.Armee aus dem Kessel Halbe

 

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