Wittbrietzen, Brandenburg, Ortsteil von Beelitz und Kriegsschauplatz

18 Jun
Widersetzen bei Beelitz

Widersetzen bei Beelitz

Wittbrietzen liegt direkt südlich von Potsdam und ist ein Ortsteil von Beelitz. .
( Gründung im 13. Jahrhundert ) Auch hier gibt es in den Sommermonaten Spargel im Überfluss. Das Ortleben der etwa 550 Einwohner wirkt ruhig und beschaulich.
Doch das war mal ganz anders. 1945 schlugen die Ausläufer der letzten großen Schlacht um Berlin bis nach Beelitz und Wittbrietzen.
Während die 9 Armee aus dem Kessel von Halbe zur Armee Wenck durchbrechen mußte waren die Kämpfe direkt vor der Haustür.
Übersicht der Lage 1945 im Raum Beelitz und Wittbrietzen
 Kriegsgräber in Salzbrunn
Die Verkehrsanbindung durch die Bundesstrasse 2 Richtung Potsdam und Berlin, sowie die Bahnlinie nach Beelitz und weiter über Potsdam in die Hauptstadt, macht auch Wittbrietzen zu einer ländlichen, aber Pendler freundlichen Ortschaft.

Örtlicher Internetauftritt mit Infos über Vereine, Kultur, Gastronomie und angesiedelten Formen finden Sie gerne hier:   Wittbrietzen.de

Rangierbahnhof Neuseddin Transportweg und Schlachtfeld

26 Mai
Rangierbahnhof Neuseddin

Rangierbahnhof Neuseddin

Im Jahr 1873 beschloss die damalige preußische Regierung die Trasse Jüterbog-Wustermark-Dallgowin Auftrag zu geben und damit auch den damaligen Haltepunkt Seddin. Da der Rangierbahnhof Grunewald / Berlin aus allen Nähten quoll, wurde in dem relativ flachen Landstrich um Seddin zwischen Michendorf und Beelitz ein zusätzlicher Rangierbahnhof geplant. Durch die Kriegswirren des 1. Weltkriegs verzögerte sich die Fertigstellung doch in den Jahren 1916-17 war die Anlage betriebsbereit.
Um die durchfahrenden Züge auch warten zu können wurde das damals modernste Bahnbetriebswerk Europas errichtet.

2.Weltkrieg
Strategisch hoch wichtiger Umschlagpunkt. Hier wurden und werden ganze Züge auseinander genommen und neu zusammengestellt um ihre Reise fortzusetzen.
20.04.1945:  Britisch-amerikanische Bomberverbände fliegen verheerende Angriffe auf die Bahnanlage. Dabei wurden neben vielen Munitionszügen auch viele hundert Zivilisten, Kriegsgefangene, Flüchtlinge. 500 jüdische Mädchen verbrannte in Güterwaggons.
6 Tage später rückte die rote Armee ein.
Zwischen Seddin und Ferch tobte der Endkampf um Berlin. Die 12. Deutsche Armee unter General Walther Wenck war aus Beelitz kommend, bis Ferch vorgedrungen.
Die zahlenmäßig weit überlegene sowjetische Gardepanzerarmee mobilisierte alles um den deutschen Angriff  Richtung Caputh und Michendorf zum Stehen zu bringen.
Im Raum Seddin standen die Deutschen in schweren Waldkämpfen mit den Sowjets. Ein riesiges 1994 aufgestelltes Aluminium Kreuz erinnert an 80.000 Tote auf beiden Seiten.

Nach 1945
Die an die Sowjetunion zu leistenden Reparationsleistungen trafen auch die Reichsbahn. Hierzu wurden Kolonnen zusammengestellt ( Lokkolonne 13 ), die die beschlagnahmten Güter, zum Teil mit russischen Besatzungen durch Polen und die UdSSR fuhren. Der Werk wurde nach 1945 schnellst wie aufgebaut. Nach Mauerbau 1961 wurden die Züge aus der SBZ ( sowjetisch besetzte Zone ) nur von besonders geeigneten Maschinenbesatzungen gefahren.
Der Neubau der Westhalle wurde 1993 begonnen.

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