Bahnhof Michendorf Brandenburg

1 Okt
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Bahnhof_Michendorf

Der alte Bahnhof von Michendorf hat schon so einiges hinter sich. Eröffnet wurde er im Mai 1879. 1915 wurde der Bahnhof erweitert und die Gleisanlage wurde deutlich erweitert. Im 3. Reich wurde der Betrieb weiter ausgebaut und die Gleisanlage deutlich vergrößert, schon um dem Ein- und Auslaufenden Zugverkehr des großen Rangierbahnhof Neu Seddin gerecht werden zu können. Über diese Trasse, der sogenannten Wetzlar Bahn, rollten auch bis 1945 kriegswichtige Züge im Minutentakt, Nachschub für die Front und Menschentransporte aller Art.
( Siehe hierzu Rangierbahnhof Neu Seddin )

1945 war dann Feierabend, und die Rote Armee besetzte Michendorf und damit auch die Reichsbahnanlagen bis Neu Seddin, jedoch formierte sich die Wenck Armee im April 1945 noch einmal zum Angriff. Zu DDR Zeiten wurde hauptsächlich sowjetischer Militärverkehr, sowie lokaler Personenverkehr über Wilhelsmhorst zum Berliner Ring,nach Potsdam und in die Region um Großbeeren abgewickelt.
Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde Michendorf zum ICE Haltebahnhof. Allerdings nicht aufgrund der enormen Passagierzahlen aus der brandenburgischen Kleinstadt, sondern da die Strecke Michendorf – Bahnhof Zoologischer Garten in Berlin noch nicht über die nötige Elektrifizierung verfügte. Anschlusszüge brachten die Reisenden weiter nach Berlin. Diese Regelung wurde nach wenigen Monaten aufgehoben, als die Strecke 1993 vollendet wurde.

Reichsbahnhof Michendorf

©Graphokopie H. Sander KG Berlin ( Scan eigene Postkarte)

Quelle: Wikipedia, Bahnangestellte

 

Berlin Anhalter Bahnhof und seine Zerstörung 1945

16 Aug
Berlin Anhalter Bahnhof

Gerd Köhler_pixelio.de

Berlin boomte schon mit Beginn der Zwanziger Jahre und sowohl der Automobil Verkehr als auch der Schienenverkehr nahm gewaltig zu. Nach der Rezession um das Jahr 1929 und dem Regierungswechsel 1933 erfuhr die Stadt geradezu eine Verkehrsschwemme. Der Flughafen Tempelhof wurde zum Luftdrehkreuz und der Potsdamer Platz war wohl die verkehrsreichste Kreuzung Europas.
Der Alte Anhalter Bahnhof von 1841 war längst überlastet und war bereits 1880 durch einen Neubau ersetzt worden, dessen Ruinen heute noch stehen. Er war am 15.August 1880 von Otto von Bismarck und Kaiser Wilhelm I. fertig eingeweiht worden.
Fortan war der Anhalter Bahnhof mit seinen Gleisanschlüssen durch ganz Europa, später bis nach Istanbul, das Tor zur Welt.
Die Luxusreisewelle in den Zwanziger Jahren und die KDF- Fahrten im 3. Reich lasteten den Bahnhof vollkommen aus. Während der Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin fuhr offenbar alle 120 Sekunden ein Zug hier ab, oder kam an. Ab 1939 wurde der S-Bahn Betrieb unterhalb des Bahnhofs aufgenommen.

Der 2. Weltkrieg beendete das zivile Treiben spätestens ab 1942. Soldatentransporte und später Judentransporte waren Tagesroutine.
( Siehe: riesiger Rangierbahnhof Neuseddin )
Auf Hitlers Befehl wurde auch am Anhalter Bahnhof ein Hochbunker für Zivilisten errichtet, der 3000 Personen aufnehmen konnte.
Kurz vor dem Endkampf um Berlin kam es am 3. Februar 1945 zur Zerstörung durch alliierte  Bomberangriffe. Die vielen Tunnel unterhalt ( auch S-Bahn Tunnel ) des Bahnhofs wurden jetzt massiv als Luftschutzräume genutzt und boten gegen die näher kommenden gegnerischen Truppen einigermaßen Schutz.

Ein Offizier einer deutschen Panzereinheit berichtet:

„Neuer Gefechtsstand Anhalter Bahnhof. Bahnsteige und Schalterräume gleichen einem Heerlager. In Nischen und auf Winkeln drängen sich Frauen und Kinder. Andere sitzen auf ihren Klappstühlen. Sie horchen auf den Lärm der Kämpfe. Die Einschläge erschüttern die Tunneldecke. Betonstücke brechen herab. Pulvergeruch und Rauchschwaden in den Schächten. Lazarettzüge der S-Bahn, die langsam weiterrollen.“

– Tagebuch Panzer-Division Müncheberg: 26. April 1945
In der Folge kam es zu dramatischen Fluchtaktionen, 13.000 Zivilisten versuchen durch die Tunnel ( S-Bahn ) vor den sowjetischen Truppen zu fliehen.Nach den Verhandlungen zur Teilung Deutschlands und auch Berlins lag der Anhalter Bahnhof auf Westgebiet. 1948 kam der Verkehr durch die sowjetische Blockade Berlins vollkommen zum erliegen und wird 1952 vollkommen eingestellt.
Heute steht nur noch eine Fassade des alten Bahnhofs, während der seit 1939 bestehende S-Bahnbetrieb bis heute erhalten werden konnte.
Fahrten der S-Bahn durch Geistesbahnhöfe

Quelle Wikipedia, eigene Quelle und Zeitzeugen