Nikolaikirche in Potsdam

6 Aug
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Nikolaikirche 2014 … Foto-M.Friedrich

Es gibt einen Platz in Potsdam, Am alten Markt, gleich neben dem Potsdamer Stadtschloß, an dem der Besucher vor einem imposanten Gebäude stehen bleibt. Karl Friedrich Schinkel erschuf die Pläne  von 1830 bis 1837 und von 1843 bis 1850 wurde danach die evangelische Kirche St.Nikolai erbaut. Dieses 77m hohe Gebäude ragte damals weit über die Dächer von Potsdam hinaus. Diese Kirche wurde auf bereits heiligem Boden errichtet. Bereits im 14.Jahrhundert stand auf dieser Stelle eine romanische katholische Basilika. 1539 wurde dann in der Mark Brandenburg die Reformation durchgesetzt. Nun evangelisch, bekam die damalige Kirche eine Kanzel. 1563 erhielt der romanische Turm eine neue Haube.

Bis 1721 wurde die Kirche betrieben, wurde aber zu klein, für das immer weiter wachsende Potsdam. Sie wurde abgerissen und es wurde, auf Wunsch Friedrich Wilhelm I., eine barocke Kirche erbaut. Diese wurde dem Heiligen Nikolaus geweiht und hatte einen imposanten 85m hohen Glockenturm.  Zwei weitere Kirchen wurden noch in der Umgebung errichtet. (Garnisonskirche und Heiligengeistkirche)

Am 3. September 1795 viel diese Kirche dann einem Brand zum Opfer. Die Reste, bis auf die Fassade wurden abgetragen. 1811 wurden dann die letzte Reste dieser Fassadenruine abgetragen und eine Grünfläche angelegt.

Friedrich Wilhelm III. beauftragte dann 1826 Karl Friedrich Schinkel eine neue Kirche zu planen. Am 17.September 1837 wurde die Kirche dann feierlich eingeweiht. Bereits 1843 wurde dann mit einem weiteren Umbau begonnen. Es wurde das Dach abgetragen und das Kuppelgewölbe erbaut.

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Nikolaikirche, Filmmuseum, Stadtschloß 2014 … Foto-M.Friedrich

Beim Luftangriff am 14.April 1945 und der Schlacht um Berlin wurde die Nikolaikirche sehr stark beschädigt. Nach dem Krieg und wärend der DDR wurde die Kirche in einzelnen Schritten wieder aufgebaut. Im März 2010 erhielt sie auch noch 4 neue Glocken.

Das wunderschöne Gebäude fügt sich hervorragend ins Potsdamer Stadtbild ein. Selbst vom Kaiser-Wilhelm-Blick auf dem Brauhausberg ist sie noch gut zu bewundern.

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Geocaching Brandenburg

6 Aug
Geocaching Brandenburg

Geocaching Brandenburg

Brandenburg, ein Flächenland. Ein Land mit viel Wald alten Kriegsrelikten und Geschichte. Ein Land zum Entdecken und Durchwandern, zum Radfahren, Bootfahrten oder GEOCACHEN.
Geo wie geographisch und Cache wie verborgene Lage. Geocaching ist eine moderne internetgesteuerte weltweite Art der Schnitzeljagd. Das läuft folgendermaßen ab. Man meldet sich bei einer guten Geocaching Plattform an und ist ab sofort in der Lage Aufgaben zu stellen oder zu erfüllen. ( Gut: opencaching.de )( kostenfrei )

Und nun geht es auch schon los. Es empfiehlt sich ein GPS Gerät oder ein smartphone einzusetzen ( Kostenlose Programme verfügbar ) und dann begibt man sich zur ersten Koordinate der genannten Aufgabe. Findet man diesen „Schatz“ so trägt man sich in das Logbuch ein und meldet den Schatz als gefunden.
Diese Art des „geführten“ Spazierengehens mögen weltweit immer mehr Menschen und gelangen durch diese Tipps oft zu unbekannten und interessanten Zielen.

 

 

 

Mörderische Hitze in Brandenburg bis 40°

6 Aug
Hitzewelle Brandenburg

Hitzewelle Brandenburg

Der Sommer 2015 hat es in sich, jedenfalls in Brandenburg. Für die kommenden Tage sind Temperaturen bis 40°C in der Lausitz vorhergesagt. Doch bereits heute steigt die Quecksilbersäule weit über 30°C. Damit ist es die 4. Hitzeperiode in diesem Jahr.
Kreislaufschwächen und Blaulichteinsätze der Feuerwehr Rettungswagen sind allerorts zu erleben. Aus den Wasserhähnen kommen nur noch Rinnsale auf Grund des fehlenden Wasserdrucks. In einigen Ortschaften wurde das sprengen der Gärten untersagt.
In den allermeisten Landesteilen herrscht Waldbrandwarnstufe 4, teils sogar bereits die höchste Stufe 5.  ( Räume kühlen ohne Klimagerät )

Der Schaden für die Natur scheint beträchtlich zu sein. So sprechen die Bauern des Landes bereits von Missernten, so mußte das Getreide etwa 4 Wochen früher geerntet werden.

Löwendorfer Berg und Aussichtsturm / Reste von Artillerie Stellungen 1945

5 Aug
Aussichtsturm Löwendorfer Berg Trebbin

Aussichtsturm Löwendorfer Berg Trebbin

Trebbin, Ortsteil Löwendorf. Auf einer Sanddüne steht hier ein spektakulärer Aussichtsturm, der bei gutem Wetter Blicke bis nach Berlin, oder gen Osten bis zur CargoLifterhalle in Brand  ermöglicht.
Bei Baubeginn am 13.02.2012 quälten sich die Baufahrzeuge den sandigen Waldweg empor, um 4 Monate später den 20 Meter hohen Turm fertigzustellen. Die  Aussichtsplattform bietet etwa 30 Personen Platz.
Der Berg war wurde zunächst für von Gummiseilen in die Luft katapultierten  Gleitflugzeuge genutzt. Diese glitten dann ins Tal und landeten dort.
Direkt benachbart ist heute der Flugplatz Schönhagen ( EDAZ als Kennung ). Vom Turm lassen sich die startenden und landenden Flugzeuge gut beobachten. Doch was ist auf diesem Hügel noch zu finden ?
In der heutigen Zeit hinterlassen Geocacher bei ihren kleinen Schnitzeljagdten, Ziele auch hier, ihre Spuren. Doch schon vor 70 Jahren wurden hier Spuren hinterlassen. Kriegsspuren. Die Wehrmacht nutzte den Hügel um die nach Trebbin einbrechenden russischen Truppen zu beschießen. Fundamente von leichter Artillerie sind auf dem Hügel heute noch zu finden.

Fundamente Löwendorf

Fundamente Löwendorf

Dem Besucher erschließt sich erst die Problematik dieser Zeit, wenn man einen Blick auf die ungefähren Kriegshandlungen Anfang 1945 wirft. Die Lage war aussichtslos.
( Quellen, 2 Zeitzeugen aus Löwendorf )
Dazu 3 Artikel die die Lage erklären helfen:
Die Schlacht bei Ferch und Beelitz
Ausbruch der 9. Armee aus dem Kessel von Halbe
Dobbrikow, südlich von Berlin

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Kaiser-Wilhelm-Blick in Potsdam

4 Aug
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Kaiser-Wilhelm-Blick … Foto-M.Friedrich 2014

Eine Aussichtplattform auf dem Brauhausberg, errichtet um 1900, trägt den Namen Kaiser-Wilhelm-Blick. Ob er dort je stand und sein Potsdam bewunderte, ist nicht überliefert. Die Aussicht ist trotzdem kaiserlich. Der Blick reichte von der Heilig-Geist-Residenz über den Alten Markt  bis zum Monopteros der Stiftung Großes Waisenhaus. Sehr markant auf diesem Rundblick das Potsdamer Stadtschloß, welches in der Bombennacht im April 1945 so stark beschädigt wurde, dass es später komplett abgerissen wurde und nach der Wiedervereinigung wieder aufgebaut wurde.

Und natürlich, noch markanter, die von Karl Friedrich Schinkel entworfene und 1837 eröffnete Nikolaikirche. Diese wurde in der Bombennacht im April 1945, erstaunlicher Weise, nur leicht beschädigt. Bei den Kämpfen Ende April 1945, unter starkem Artelleriebeschuß durch die Rote Armee, stürzte dann die Kuppel ein. Brand und Einsturz hinterließen starke Schäden, ausser an Kanzel und Altar. Die Nikolaikirche wurde nach dem Krieg langwierig wieder aufgebaut und 2010 dann endlich fertiggestellt.

Dieser schöne Anblick blieb den Besuchern der Aussichtsplattform aber lange verborgen. Sie wucherte zu DDR-Zeiten immer mehr zu, dass gerade einmal noch ein paar Findlinge zu sehen waren. Es bestand von Seiten der SED auch kein Interesse, am Fuße ihrer Bezirksleitung auf dem Brauhausberg und oberhalb des Schwimmbades, Wanderer anzulocken.

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Namenstafel … Foto-M.Friedrich 2014

2008 wurden dann von den Stadtwerken Potsdam Mittel bereitgestellt, diesen Platz wieder zugänglich und nutzbar zu machen. Die Plattform wird durch eine Natursteinmauer begrenzt und  auch der Bodenbelag wird mit Natursteinen geplant. Das Freischneiden der Aussicht übernimmt das städtische Grünflächenamt.

Heute ist der Kaiser-Wilhelm-Blick mit Gedenkstein und Tafel ein zu empfehlendes Ziel für Wanderer.

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Plattform Kaiser-Wilhelm-Blick … Foto-M.Friedrich 2014

 

 Listing: http://opencaching.de/OC123F3

 

 

 

Der Spreewald ein verzaubertes Wasserlabyrinth

4 Aug
Spreewald Brandenburg

Spreewald Brandenburg

Auf sorbisch „Blota“ genannt, was soviel heißt wie Sümpfe, ist der Spreewald ein einzigartiges Feuchtgebiet, auf einer Fläche von  475 km2, im Osten Brandenburgs. Die lagunenartigen Fließgewässer, Kanäle und Sumpfgebiete sind Rückzugsgebiet für etwa 18.000 Tier und Pflanzenarten.
Auch heute leben im Spreewald noch verbreitet Sorben, viele Straßenschilder sind daher sowohl deutsch, als auch sorbisch gehalten.
Die Geschichte der Sorben enstand  im 6.Jahrhundert. Ursprüngliche Herkunft ist das heutige Polen und Russland. Die Hauptanlaufpunkte des beliebten und einzigartigen Gebietes und UNESCO-Bioshärenreservats Spreewald sind die Städte Lübben, Lübbenau und Bug. In Burg gibt es seit über 100 Jahren Tourismus, da das kleine Städtchen zügig ans Eisenbahnnetz angeschlossen wurde. Von Berlin kommend ist die Region innerhalb von 40 Minuten ebenso per Autobahn zu erreichen.

Lübbenau Spreewald

Lübbenau Spreewald

Die heimliche Hauptstadt der Spreewald Region ist dagegen Lübbenau mit seinem Schloss der gräflichen „Familie zu Lynar“.  Wilhelm Friedrich Graf zu Lynar wurde im Juli 1944 beschuldigt in das Attentat auf Adolf Hitler verwickelt gewesen zu sein. Die Familie wurde enteignet und der Graf hingerichtet. Nach dem Exil im Ausland kam die Familie 1992 in den Spreewald zurück. Das Schloss konnte rückübereignet werden und ist heute ein sehr schönes Hotel, was von der Familie geführt wird.

 

Spreewald Brandenburg

Spreewald Brandenburg

Im April 1945 ereignete sich im Norden des Spreewald, bei Märkisch Buchholz, die Flucht der 9. Armee vor den sowjetischen Truppen in Richtung Westen. Ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit sollte über das Schicksal von hunderttausenden Menschen entscheiden.
Auf der Rückfahrt nach Berlin passiert der Besucher eine weitere Attraktion. Tropical Islands, eine gigantische Zeppelinhalle auf dem Flugplatz Brand, umgebaut zu einer Tropenwelt mit Übernachtungsmöglichkeit am Strand. 🙂

Flugplatz Berlin Tempelhof. Ein historischer Ort wird abgewickelt.

3 Aug
Berlin - Airport Tempelhof

Berlin – Flughafen Tempelhof

Innerhalb weniger Minuten war man da. Per Taxi, per Bus, Auto oder zu Fuß. Am Zentralflughafen Tempelhof, damals, 1923, als es hier los ging mit dem Flugbetrieb. Zuvor war das Gelände als Flugfeld und davor als Militärgelände genutzt worden. Um 1930 war Tempelhof die Nummer 1 des europäischen Luftverkehrs.
Im 3. Reich wurden die Infrastruktur, sowie Hallen neu gebaut und erweitert
( Ernst Sägebiel ) um für etwa 6 Millionen Passagiere pro Jahr Platz zu haben. Gleichzeitig war der Flugplatz Ort der Reichsflugschauen und Reichsflugtage.
( Film Ernst Udet “ Wunder des Fliegens „)
Bis zur Schließung, im Jahr 2008 ( politische Bewertung sparen wir uns ), hat sich die Konstruktion des überdachten Vorfelds enorm bezahlt gemacht. Hier konnten die Passagiere zu Fuß zu den Flugzeugen gelangen ohne nass zu werden, die Flugzeuge konnten aber ebenso trocken stehen, ohne dass sie später vor dem Start teuer enteist werden mussten, sobald die entsprechende Wetterlage herrschte.
Zu Kriegsende wurde der Flugplatz durch die rote Armee kampflos eingenommen. Es gibt vielerlei Gerüchte was unter dem Flugplatz sein könnte. Fest steht, dass er erheblich unterkellert ist und im 3. Reich und im kalten Krieg ein „wichtiger“ Standort war.
http://berliner-unterwelten.de/flughafen-tempelhof.319.0.html

Am 4. Juli 1945 übernahmen die Amerikaner den Flugplatz und nutzten ihn bald darauf als Militärflugplatz. 1948 kam es zur sogenannten Berlin-Blockade von Berlin. Grund hierfür war die Einführung der West Mark. Nahrungsmittel, Medikamente und Heizmaterial, sowie alle Arten von Versorgungsgütern konnten nicht mehr durch die SBZ (Sowjetische Besetzungszone), spätere DDR, gebracht werden. West-Berlin war abgeschnitten. Vom 24. Juni 1948 bis zum 27. August (Berlin-Blockade endete am 12. Mai 1949) wurden in einer unglaublichen Aktion alle Güter durch die westalliierten Besatzungsmächte durch die sogenannte Luftbrücke eingeflogen. ( Flugplätze : Tempelhof Tegel und Gatow )

1962 wurde der Passagierbetrieb wieder aufgenommen, 1975 wurde Tempelhof für den Passagierverkehr geschlossen, da der neue Flughafen Tegel fertig wurde.  Jedoch wurde er 1985 wieder für Passagierflüge genutzt und nach der Wiedervereinigung boomte der Flugbetrieb mit 400.000 Passagieren pro Jahr wieder.

Seit den Anfang 2000 Jahren gab es in Berlin einiges Geschacher um die Schließung des Flugplatzes. Auch gab es wohl einige Manöver, die ein Volksbegehren aushebeln sollte. Eine sehr unwürdige Geschichte für den legendären Flugplatz. Dazu mehr unter Wikipedia.

Tempelhof Hauptstadtflughafen

Tempelhof Hauptstadtflughafen

Flugplatz Sperenberg, der neue BER ?
Flugplatz Welzow
Letzte Schlacht um Berlin
EDAZ Fliegen in Berlin

 

Räume ohne Klimagerät kühlen, Hitzewelle in Brandenburg und Berlin

3 Aug
Hitzewelle in Berlin Brandenburg

Hitzewelle in Berlin Brandenburg


Wenn Ihnen das jetzt gleich spanisch vorkommt, dann liegen Sie schon ganz richtig. Im spanischen Granada/Andalusien steht die Alhambra, eine im maurischen Stil erbaute Stadtfestung, deren Anfänge ins 13. Jahrhundert zurückreichen.
Da es verständlicherweise in Südspanien in den Sommermonaten sehr heiß werden kann, wäre ein Leben auf dem Sabikah-Hügel ( Alhambra ) mehr als unangenehm.
Kühlung musste her, doch wie ?
Die Baumeister der Alhambra haben auf beeindruckende Weise ein weites Geflecht aus eng gelegten und sich stets immer wieder verzweigenden Rinnsalen in die Fußböden und Wege eingearbeitet, sodass stets und überall ein leichter Wasserdurchflugs herrscht. Die Verdunstungskälte kühlt Stein und Bewohner gleichermaßen.
Hängt man feuchte Wäsche auf einen Wäscheständer und läßt einen Luftstrom daran vorbeigehen ( Ventilator ) so kühlt die verdunstenden Feuchtigkeit die Luft erheblich ab.
Der gleiche Effekt ergibt sich, wenn ein heißer Rasen vor dem Haus, eine heiße Steineinfahrt, oder auch nur ein Vordach einige Zeit feucht gehalten wird.
( Auf Wasserschäden achten ) Bei in Brandenburg zu erwartenden Temperaturen bis 40 Grad in den kommenden Tagen, ist dies eine vielleicht rettende Maßnahme.  🙂

Per Fahrrad durch Brandenburg, das Sonnenland

29 Jul
Junge Fau mit Strohhut auf dem Fahrrad vor einem Roggenfeld in Brandenburg

Junge Fau mit Strohhut auf dem Fahrrad vor einem Roggenfeld in Brandenburg

Eines hat die brandenburgische Regierung sehr gut gemacht. Radwege gebaut. Es klingt einfach, ist aber für das Flächenland rund um Berlin ein unglaublich guter Wirtschaftsfaktor.

Gute Luft, gute Radwege und beste Karten machen die Radfahrt durch die Mark Brandenburg zum besonderen Erlebnis für stetig steigende Touristenzahlen. Brandenburgs Radwanderwege sind nicht nur neu und gut ausgebaut, sie haben nur wenig Steigungen und das lieben die Radler. Besonders hervorzuheben ist das Ringsystem im Fläming, der Fläming Skate, der viele historische Orte und Orte verbindet.Hier die grobe Aufstellung der Rundkurse:

Rundkurs1, 95 Kilometer lang, Jüterbog Kolbenburg Ließen Wiepersdorf Jüterbog.
Rundkurs2, 12 Kilometer lang, Luckenwalde Jänickendorf Luckenwalde.
Rundkurs3, 11 Kilometer lang, Jüterbog Kloster Zinna.
Rundkurs4, 43 Kilometer lang, Werder Oehna Kloster Zinna.
Rundkurs5, 50 Kilometer lang, Luckenwalde Neuhof Werder Wahlsdorf Jänickendorf.
Rundkurs6, 49 Kilometer lang, Langenlipsdorf Wiepersdorf Wahlsdorf Hohengörsdorf.
Rundkurs7, 39 Kilometer lang, Hohenseefeld Wahlsdorf.
Rundkurs8, 84 Kilometer lang, Wahlsdorf Golßen Baruth Petkus, z.T nicht asphaltiert.

Doch das ist nur der Fläming. Auch in den meisten anderen Landesteilen sind die Radwege ausgebaut worden. Die Umgebung des Schwielowsee und seine historische Bedeutung 1945 ist bestens per Rad zu befahren.
Nördlich von Berlin führt sein 2007 der Berlin Usedom Radweg 160 Kilometer bis nach Peenemünde.
Radkarten gibt es im Internet auch zum kostenfreien Download.

9. Armee Halbe Ausbruch aus Kessel zur Armee Wenck Beelitz Elsholz

28 Jul

Militärisch ist eine Einkesselung einer Armee die gefährlichste, die aussichtsloseste und die unberechenbarste Situation eines Kampf Kommandanten. Deutschland, 40 km südlich von Berlin bahnte sich in den letzten Kriegstagen 1945 genau diese Situation der 9.Armee, unter General Busse, an. Die Oderfront war bei Frankfurt/Oder durchbrochen und die Sowjetarmee setzte über. Zweck, die Deutsche Wehrmacht einzukesseln, wo es nur ging.  Viele Amerikanische LKW, die Studebaker US6, von den USA durch den sog. „Persischen Korridor“ an die UdSSR geliefert, wurden übergesetzt. Es entstand ein wandernder Kessel, ähnlich einer Blase, die von allen Seiten weiter zusammengedrückt und verengt wurde. Aus über 1000 Quadratkilometern wurden schnell ca. 80 Quadratkilometern im Raume Märkisch Buchholz, Spreewald. Die Versorgung wurde kritisch. Treibstoff und Munition, Verbandsmaterial und Nahrung gingen zu Ende.

Die Deutsche Wehrmacht :
Gesamt etwa 140.000 Mann, davon 50.000 Kampftruppen und 10.000 Mann Volkssturm 120 Panzer und 1000 Geschütze und Werfer.

Die Sowjetische Übermacht:  
Reichlich Munition und Treibstoff 1500 Flugzeuge, Bomber, 7400 Geschütze, 280 Panzer, und…..280.000 reine Kampftruppen. Die Zahl der Logistiktruppen ist uns nicht bekannt, aber es werden sicher weitere 100.000 Mann gewesen sein.

Fazit :
Gerät:  1120 gegen über 10.000  Verhältnis 1 : 10 eine aussichtslose Materiallage, zumal die deutsche Luftwaffe nicht mehr vorhanden war um Bomberangriffe auf den Kessel zu stören.
Kampftruppen etwa 1 : 5

Verteidigung ( Zeitzeugenaussagen )
Der Kessel wurde vielerorts von SS-Divisionen, darunter die 502te SS_Panzerabteilung
( aus Seelow kommend ), dann Infantriedivisionen , SS-Gebirgskorps ( aus Beskow kommend ) und Volkssturm verteidigt. Weiter der SS-Panzerdivision „Frundsberg“ im Süden, weitere Infantriedivisionen, Marine, Luftwaffe und viele weitere Einheiten. Trotzdem war der Kessel gegen die anrennenden UdSSR Truppen kaum zu halten.Die einzige Chance bestand in einem gewagten Ausbruch nach Westen. Eine ausbrechende Truppe muß sehr schnell und beweglich sein, hohe Feuerkraft besitzen und eine schnelle Logistik an den Tag legen.

Der Ausbruch
Am 28.April 1945, abends 18.00 Uhr befiehlt General Theodor Busse den Ausbruch. An der Spitze stehen die SS-Panzer Divisionen mit 14 verbleibenden Tiger II Panzern. Allerdings hatte die sowjetische Führung die Pläne der Deutschen schnell erkannt und in der Gemeinde Halbe ( Landkreis Dahme Spree ) eine Art Fangnetz aufgespannt. Russische Artillerie, Panzer und Truppen warteten auf die ausbrechende deutsche 9.Armee. Eine schwere Panzersperre am Ortseingang hielt die Wehrmacht auf und bot der roten Armee praktisch ein Tontaubenschießen. ( Auch Phosphor wurde verschossen. )
Mehr darüber : Flugplatz Brand/ Gemeinde Halbe, CargoLifter Halle, heute Tropical Islands

Ortseingang Halbe von Märkisch Buchholz kommend

Ortseingang Halbe von Märkisch Buchholz kommend

Hätte man die Falle umgehen können? Das fragen sich sicher schon Generationen, aber die Antwort ist relativ klar. Man hatte so gut wie keine Aufklärung mehr zu diesem Zeitpunkt und der Gegner besaß Luftbilder, sozusagen im Stundentakt. Ebenso gibt es in dieser Gegend Brandenburgs nur relativ wenige Ost-West Verbindungsstraßen.
Transport : Des weiteren muß erwähnt werden, dass den Kampfspitzen ein Heer an Personal, Flüchtlingen und Verwundete folgten. Diese vielen Menschen in einem derart engen Kessel nach Westen zu bringen scheint heute schier unmöglich.
Eine weitere Frage drängt sich einem auf. Warum so viele Opfer, warum hat man sich nicht ergeben? Zeitzeugen sagen fast geschlossen. Der roten Armee wollte sich keiner „anvertrauen“, man fürchtete Schlimmstes. Auch waren wichtigste Kampfeinheiten  der verbleibenden 9. Armee SS-Einheiten. Diese Spezialeinheiten wurden häufig sofort erschossen.

Zerschossene Fassade eines Bahnhofsgebäudes

Zerschossene Fassade eines Bahnhofsgebäudes

Zur rettenden 12.Arme unter General Walter Wenck, der zu diesem Zeitpunkt in Beelitz lag waren es noch gute 60 Kilometer.
Siehe:
12. Armee bei Ferch und Beelitz
Kurhaus Ferch: SS-Lazarett ab 15. April.1945

Erinnerungstafel am Friedhof Halbe

Erinnerungstafel am Friedhof Halbe

 

Kriegsgräber in Halbe

Kriegsgräber in Halbe


In den frühen Morgenstunden des 29.April 1945 gelang es der beinahe zusammengeschossenen deutschen 9.Armee die sowjetischen Stellungen am Ortseingang zu überrennen. Quellen sprechen von bis zu 8000 Opfern. Man sammelte sich am Forsthaus Massow, bereits westlich der Autobahn Dresden Berlin. Das Forsthaus ist heute verschwunden, in Massow war zu DDR Zeiten die Staatssicherheit stationiert. Da sich auf dem Gelände ein Schießplatz befindet ist es wahrscheinlich, dass die 9.Armee sich hier neu geordnet hat. ( Zeitzeugen )

Staatssicherheit Massow

Staatssicherheit Massow

Nach Neuformierung konnte der zweite Sperrring der roten Armee, an der B96 nördlich Baruth, gestürmt werden. Hier liegen ganz exakte Aussagen von Bewohnern Küchendorfs vor.
“ Die Deutschen trafen auf sehr viel Widerstand und sowjetische Panzer. Viele T34 Panzer wurden abgeschossen. 3 standen entlang der Hauptstrasse, zwei im Ortskern
( Kreuzung ). Waffen SS räumte das Dorf und die Armee kämpfte sich weiter Richtung Kummersdorf- Gut. Als alles vorbei waren spielten die Kinder in den zerschossenen Panzern“

Schlachtfeld westlich Müchendorf

Schlachtfeld westlich Müchendorf

Von Mückendorf  führt ein sandiger Waldweg Richtung Norden zu einem ehemaligen Walddorf. Seit dem Jahr 1945 hat sich hier so gut wie gar nicht verändert. Getarnt im Wald gelegen, diente das  Walddorf Wunder offenbar als Treffpunkt aller Verbände. Laut Zeitzeugen suchte eine Panzergruppe der roten Armee dort nach den Deutschen und verwüstete das Dorf vollkommen. Es wurde nicht wieder aufgebaut. Heute erinnert nur noch ein Schild und eine Lichtung an „Wunder“.

Walddorf Wunder

Walddorf Wunder

Sowjetischer Ehrenfriedhof

Sowjetischer Ehrenfriedhof nördlich Baruth/Mark

In der Nacht zum 30.4.1945 stößt die 9.Armee erneut vor und erreicht Kummersdorf-Gut. Als Treffpunkt mit der 12.Armee wird Beelitz vereinbart. Am Morgen des 1.5.1945 erreichten lediglich noch 2 „Königstiger“ ( Tiger II Panzer ) Hennickendorf, 10 Kilometer vor Beelitz und südlich des Flugplatzes Schönhagen.
Über die Landstraße Dobbrikow-Rieben geht es durch den Wald unter Beschuss ( Trichter ) nach Schönefeld, kurz vor Beelitz. Jedoch muß am Pfefferfließ in Dobbrikow eine Panzersperre genommen werden. Siehe Kämpfe in Dobbrikow

Strasse nach Schönefeld

Strasse nach Schönefeld

Es galt hier die Brücke nach Zauchwitz zu sichern, wo bereits russische Artillerie stand und Beelitz beschoss. ( Zeitzeugen )
Hier wurde der vorletzte „Königstiger“ gegen 5 Uhr früh, 300m südöstlich der Schafbrücke, abgeschossen. Der Fahrer, ein SS Mann wird später in Stücken vernommen und gerät in Gefangenschaft. ( Foto: Panzer stand rechts 300m von der Brücke entfernt )

Schafbrücke bei Zauchwitz

Schafbrücke bei Zauchwitz

Am 1.5.1945 stehen die Spitzen an der Funkanlage Schönefeld ( heute eine Tierpension ). Der letzte Tiger II Panzer muß aus Benzinmangel hier mit Diesel betankt werden. Er schafft es noch entlang der Fischerstrasse nach Elsholz und überquert die B2 und Bahnlinie zur 12. Armee, die zu diesem Zeitpunkt die Ortschaft Elsholz hält.

Durchbruch an der B2

Durchbruch an der B2

Siehe :
12. Armee bei Elsholz, Treffpunkt 9. Armee
zuvor: 9. Armee an den Seelower Höhen
Rettung in Tangermünde

Die Front hielt bis zum 5.5.1945 und ermöglichte den Abzug von etwa 100.000 Soldaten und Flüchtlingen nach Westen.

Mehr darüber : Am 27.4.45. Eine riesige FW200 Condor will in Gatow landen stürzt aber in Wilhelmshorst in ein Wohngebiet