Per Fahrrad durch Brandenburg, das Sonnenland

29 Jul
Junge Fau mit Strohhut auf dem Fahrrad vor einem Roggenfeld in Brandenburg

Junge Fau mit Strohhut auf dem Fahrrad vor einem Roggenfeld in Brandenburg

Eines hat die brandenburgische Regierung sehr gut gemacht. Radwege gebaut. Es klingt einfach, ist aber für das Flächenland rund um Berlin ein unglaublich guter Wirtschaftsfaktor.

Gute Luft, gute Radwege und beste Karten machen die Radfahrt durch die Mark Brandenburg zum besonderen Erlebnis für stetig steigende Touristenzahlen. Brandenburgs Radwanderwege sind nicht nur neu und gut ausgebaut, sie haben nur wenig Steigungen und das lieben die Radler. Besonders hervorzuheben ist das Ringsystem im Fläming, der Fläming Skate, der viele historische Orte und Orte verbindet.Hier die grobe Aufstellung der Rundkurse:

Rundkurs1, 95 Kilometer lang, Jüterbog Kolbenburg Ließen Wiepersdorf Jüterbog.
Rundkurs2, 12 Kilometer lang, Luckenwalde Jänickendorf Luckenwalde.
Rundkurs3, 11 Kilometer lang, Jüterbog Kloster Zinna.
Rundkurs4, 43 Kilometer lang, Werder Oehna Kloster Zinna.
Rundkurs5, 50 Kilometer lang, Luckenwalde Neuhof Werder Wahlsdorf Jänickendorf.
Rundkurs6, 49 Kilometer lang, Langenlipsdorf Wiepersdorf Wahlsdorf Hohengörsdorf.
Rundkurs7, 39 Kilometer lang, Hohenseefeld Wahlsdorf.
Rundkurs8, 84 Kilometer lang, Wahlsdorf Golßen Baruth Petkus, z.T nicht asphaltiert.

Doch das ist nur der Fläming. Auch in den meisten anderen Landesteilen sind die Radwege ausgebaut worden. Die Umgebung des Schwielowsee und seine historische Bedeutung 1945 ist bestens per Rad zu befahren.
Nördlich von Berlin führt sein 2007 der Berlin Usedom Radweg 160 Kilometer bis nach Peenemünde.
Radkarten gibt es im Internet auch zum kostenfreien Download.

9. Armee Halbe Ausbruch aus Kessel zur Armee Wenck Beelitz Elsholz

28 Jul

Militärisch ist eine Einkesselung einer Armee die gefährlichste, die aussichtsloseste und die unberechenbarste Situation eines Kampf Kommandanten. Deutschland, 40 km südlich von Berlin bahnte sich in den letzten Kriegstagen 1945 genau diese Situation der 9.Armee, unter General Busse, an. Die Oderfront war bei Frankfurt/Oder durchbrochen und die Sowjetarmee setzte über. Zweck, die Deutsche Wehrmacht einzukesseln, wo es nur ging.  Viele Amerikanische LKW, die Studebaker US6, von den USA durch den sog. „Persischen Korridor“ an die UdSSR geliefert, wurden übergesetzt. Es entstand ein wandernder Kessel, ähnlich einer Blase, die von allen Seiten weiter zusammengedrückt und verengt wurde. Aus über 1000 Quadratkilometern wurden schnell ca. 80 Quadratkilometern im Raume Märkisch Buchholz, Spreewald. Die Versorgung wurde kritisch. Treibstoff und Munition, Verbandsmaterial und Nahrung gingen zu Ende.

Die Deutsche Wehrmacht :
Gesamt etwa 140.000 Mann, davon 50.000 Kampftruppen und 10.000 Mann Volkssturm 120 Panzer und 1000 Geschütze und Werfer.

Die Sowjetische Übermacht:  
Reichlich Munition und Treibstoff 1500 Flugzeuge, Bomber, 7400 Geschütze, 280 Panzer, und…..280.000 reine Kampftruppen. Die Zahl der Logistiktruppen ist uns nicht bekannt, aber es werden sicher weitere 100.000 Mann gewesen sein.

Fazit :
Gerät:  1120 gegen über 10.000  Verhältnis 1 : 10 eine aussichtslose Materiallage, zumal die deutsche Luftwaffe nicht mehr vorhanden war um Bomberangriffe auf den Kessel zu stören.
Kampftruppen etwa 1 : 5
Die rote Armee verlor in Halbe etwa 300 Panzer.

Verteidigung ( Zeitzeugenaussagen )
Der Kessel wurde vielerorts von SS-Divisionen, darunter die 502te SS_Panzerabteilung
( aus Seelow kommend ), dann Infantriedivisionen , SS-Gebirgskorps ( aus Beskow kommend ) und Volkssturm verteidigt. Weiter der SS-Panzerdivision „Frundsberg“ im Süden, weitere Infantriedivisionen, Marine, Luftwaffe und viele weitere Einheiten. Trotzdem war der Kessel gegen die anrennenden UdSSR Truppen kaum zu halten.Die einzige Chance bestand in einem gewagten Ausbruch nach Westen. Eine ausbrechende Truppe muß sehr schnell und beweglich sein, hohe Feuerkraft besitzen und eine schnelle Logistik an den Tag legen.

Der Ausbruch
Am 28.April 1945, abends 18.00 Uhr befiehlt General Theodor Busse den Ausbruch. An der Spitze stehen die SS-Panzer Divisionen mit 14 verbleibenden Tiger II Panzern. Allerdings hatte die sowjetische Führung die Pläne der Deutschen schnell erkannt und in der Gemeinde Halbe ( Landkreis Dahme Spree ) eine Art Fangnetz aufgespannt. Russische Artillerie, Panzer und Truppen warteten auf die ausbrechende deutsche 9.Armee. Eine schwere Panzersperre am Ortseingang hielt die Wehrmacht auf und bot der roten Armee praktisch ein Tontaubenschießen. ( Auch Phosphor wurde verschossen. )
Mehr darüber : Flugplatz Brand/ Gemeinde Halbe, CargoLifter Halle, heute Tropical Islands

Ortseingang Halbe von Märkisch Buchholz kommend

Ortseingang Halbe von Märkisch Buchholz kommend

Hätte man die Falle umgehen können? Das fragen sich sicher schon Generationen, aber die Antwort ist relativ klar. Man hatte so gut wie keine Aufklärung mehr zu diesem Zeitpunkt und der Gegner besaß Luftbilder, sozusagen im Stundentakt. Ebenso gibt es in dieser Gegend Brandenburgs nur relativ wenige Ost-West Verbindungsstraßen.
Transport : Des weiteren muß erwähnt werden, dass den Kampfspitzen ein Heer an Personal, Flüchtlingen und Verwundete folgten. Diese vielen Menschen in einem derart engen Kessel nach Westen zu bringen scheint heute schier unmöglich.
Eine weitere Frage drängt sich einem auf. Warum so viele Opfer, warum hat man sich nicht ergeben? Zeitzeugen sagen fast geschlossen. Der roten Armee wollte sich keiner „anvertrauen“, man fürchtete Schlimmstes. Auch waren wichtigste Kampfeinheiten  der verbleibenden 9. Armee SS-Einheiten. Diese Spezialeinheiten wurden häufig sofort erschossen.

Zerschossene Fassade eines Bahnhofsgebäudes

Zerschossene Fassade eines Bahnhofsgebäudes

Zur rettenden 12.Arme unter General Walter Wenck, der zu diesem Zeitpunkt in Beelitz lag waren es noch gute 60 Kilometer.
Siehe:
12. Armee bei Ferch und Beelitz
Kurhaus Ferch: SS-Lazarett ab 15. April.1945

Erinnerungstafel am Friedhof Halbe

Erinnerungstafel am Friedhof Halbe

 

Kriegsgräber in Halbe

Kriegsgräber in Halbe


In den frühen Morgenstunden des 29.April 1945 gelang es der beinahe zusammengeschossenen deutschen 9.Armee die sowjetischen Stellungen am Ortseingang zu überrennen. Quellen sprechen von bis zu 8000 Opfern. Man sammelte sich am Forsthaus Massow, bereits westlich der Autobahn Dresden Berlin. Das Forsthaus ist heute verschwunden, in Massow war zu DDR Zeiten die Staatssicherheit stationiert. Da sich auf dem Gelände ein Schießplatz befindet ist es wahrscheinlich, dass die 9.Armee sich hier neu geordnet hat. ( Zeitzeugen )

Staatssicherheit Massow

Staatssicherheit Massow

Nach Neuformierung konnte der zweite Sperrring der roten Armee, an der B96 nördlich Baruth, gestürmt werden. Hier liegen ganz exakte Aussagen von Bewohnern Küchendorfs vor.
“ Die Deutschen trafen auf sehr viel Widerstand und sowjetische Panzer. Viele T34 Panzer wurden abgeschossen. 3 standen entlang der Hauptstrasse, zwei im Ortskern
( Kreuzung ). Waffen SS räumte das Dorf und die Armee kämpfte sich weiter Richtung Kummersdorf- Gut. Als alles vorbei waren spielten die Kinder in den zerschossenen Panzern“

Schlachtfeld westlich Müchendorf

Schlachtfeld westlich Müchendorf

Von Mückendorf  führt ein sandiger Waldweg Richtung Norden zu einem ehemaligen Walddorf. Seit dem Jahr 1945 hat sich hier so gut wie gar nicht verändert. Getarnt im Wald gelegen, diente das  Walddorf Wunder offenbar als Treffpunkt aller Verbände. Laut Zeitzeugen suchte eine Panzergruppe der roten Armee dort nach den Deutschen und verwüstete das Dorf vollkommen. Es wurde nicht wieder aufgebaut. Heute erinnert nur noch ein Schild und eine Lichtung an „Wunder“.

Walddorf Wunder

Walddorf Wunder

Sowjetischer Ehrenfriedhof

Sowjetischer Ehrenfriedhof nördlich Baruth/Mark

In der Nacht zum 30.4.1945 stößt die 9.Armee erneut vor und erreicht Kummersdorf-Gut. Als Treffpunkt mit der 12.Armee wird Beelitz vereinbart. Am Morgen des 1.5.1945 erreichten lediglich noch 2 „Königstiger“ ( Tiger II Panzer ) Hennickendorf, 10 Kilometer vor Beelitz und südlich des Flugplatzes Schönhagen.
Über die Landstraße Dobbrikow-Rieben geht es durch den Wald unter Beschuss ( Trichter ) nach Schönefeld, kurz vor Beelitz. Jedoch muß am Pfefferfließ in Dobbrikow eine Panzersperre genommen werden. Siehe Kämpfe in Dobbrikow

Strasse nach Schönefeld

Strasse nach Schönefeld

Es galt hier die Brücke nach Zauchwitz zu sichern, wo bereits russische Artillerie stand und Beelitz beschoss. ( Zeitzeugen )
Hier wurde der vorletzte „Königstiger“ gegen 5 Uhr früh, 300m südöstlich der Schafbrücke, abgeschossen. Der Fahrer, ein SS Mann wird später in Stücken vernommen und gerät in Gefangenschaft. ( Foto: Panzer stand rechts 300m von der Brücke entfernt )

Schafbrücke bei Zauchwitz

Schafbrücke bei Zauchwitz

Am 1.5.1945 stehen die Spitzen an der Funkanlage Schönefeld ( heute eine Tierpension ). Der letzte Tiger II Panzer muß aus Benzinmangel hier mit Diesel betankt werden. Er schafft es noch entlang der Fischerstrasse nach Elsholz und überquert die B2 und Bahnlinie zur 12. Armee, die zu diesem Zeitpunkt die Ortschaft Elsholz hält.

Durchbruch an der B2

Durchbruch an der B2

Siehe :
12. Armee bei Elsholz, Treffpunkt 9. Armee
zuvor: 9. Armee an den Seelower Höhen
Rettung in Tangermünde

Die Front hielt bis zum 5.5.1945 und ermöglichte den Abzug von etwa 100.000 Soldaten und Flüchtlingen nach Westen.

Mehr darüber : Am 27.4.45. Eine riesige FW200 Condor will in Gatow landen stürzt aber in Wilhelmshorst in ein Wohngebiet

 

 

 

14.August 1972 Die Katastrophe von Königswusterhausen

27 Jul

Sommer 1972, Ein Bilderbuchsommer in Brandenburg. Eine Maschine der DDR-Fluggesellschaft Interflug, eine IL-62, nähert sich Königswusterhausen mit Kurs auf Berlin Schönefeld. Was in Königswusterhausen niemand ahnt. Dieser Tag wird in der Geschichte der Interflug tiefschwarz.

Katastrophe von Königswusterhausen

Ingo Büsing_pixelio.de

Die Bewohner kennen das Geräusch überfliegender Maschinen der Interflug, aber heute klingt es anders. Das Pfeifen der Turbinen wird zum Brüllen einer versagenden Technik und endet mit einem riesigen Feuerball den niemand der 148 Passagiere, mit der Freude auf einen wundervollen Urlaub am Meer in Bulgarien, überlebt. Auch die 8 Besatzungsmitglieder überleben diesen Arbeitstag nicht.

Es handelt sich um die erste IL-62 der Interflug mit der Kennung DM-SEA. Am 14.8.72 kommt die Maschine von der Inspektion aus Moskau….alles in Ordnung. Die Passagieren freuen sich auf ihren Flug nach Burgas und steigen ein. Der Pilot stimmt seine Gäste auf den Flug ein und startet zum Flug in Richtung Dresden und Prag um in zwei Stunden in Burgas zu landen. Um16:43 hat der Pilot Schwierigkeiten mit dem Heckleitwerk (Seitenruder). Es läßt sich nicht mehr bewegen. Der Pilot entscheidet sich kurz vor Hoyerswerder nach Schönefeld zurückzukehren. Er wußte nicht, daß bereits im hintersten Teil der IL-62, durch Kurzschlüsse verursachte, Brände waren. In diesem Teil, des kleinen Frachtraums gab es keine Feuerlöscheinrichtungen oder Brandmelder. Schließlich fallen immer mehr Systeme zur Steuerung des Fluzeugs aus. Die Maschine ist nicht mehr auf Höhe zu halten.

Der Pilot versucht immer noch Schönefeld zu erreichen und das Leben seiner ihm anvertrauten Menschen zu retten. Er läßt Treibstoff ab um das Gewicht der IL-62 zu senken um sicher landen zu können. Leider gelingt ihm das nicht. Bevor er die sichere Landebahn erreicht und aufsetzen kann, bricht das komplette Heck durch den Brand ab. Das Flugzeug fällt wie ein Stein vom Himmel und zerschellt am Boden.

Erste Gerüchte behaupten, das Flugzeug wäre in seine eigene Kerosinwolke geflogen und explodiert. Die spätere Untersuchung ergab aber den Brand im Heck als Ursache des Absturz. Der Pilot konnte die Katastrophe zu keinen Zeitpunkt verhindern. Auch eine Landung auf einem anderen Flughafen, wie z.B. in Dresden oder auf dem NVA-Flughafen in Cottbus hätte diesen Unfall nicht verhindern können.

Es handelte sich um einen Fehler in der Konstruktion, den der Hersteller nie eingeräumt hat. Spätere Maschinen dieses Typs hatten diesen Mangel in der falschen Isolierung der Kabel und den fehlenden Feuerschutzvorrichtungen nicht mehr.

Gedenken wir den Opfern.

Eine Maschine des selben Bautyps steht auf dem Gelände der Bundesgartenschau 2015

siehe auch http://www.rbb-online.de/doku/der/der-todesflug-der-il-62.html

 

Flugplatz Rothenburg Görlitz vom Militär zum Ausflugslandeplatz

24 Jul
Rothenburg Görlitz, Bild mit freundlicher Geneh. des Flugplatzes

Rothenburg Görlitz, Bild mit freundlicher Geneh. des Flugplatzes

 

1954 wurde der Flugplatz Rothenburg Görlitz als Militärflugplatz durch die sowjetische Besatzungsmacht  der DDR in Betrieb genommen. Hier waren Bomber vom Typ IL-28 stationiert. Siehe auch Sperenberg, Flugplatz. Ab 1961 befand sich hier u.a. die Militärhochschule für Militärflieger.  ( Quelle Wikipedia )
Nach 1990 und nach Auflösung der beiden Besatzungszonen und der Wiedervereinigung der beiden Deutschen Staaten, wurde im Zuge der NVA Auflösung auch die Nutzung des Flugplatzes beendet.
Die Bundeswehr übernahm das Gelände. Aber schon 1991 konnte der Flugplatz teilprivatisiert werden. In den 1990ziger Jahren trainierte die Deutsche Lufthansa hier mit Airbus A320 Flugzeugen ihre Kapitänsanwärter und Copiloten.
Seit dem Jahr 2000 ist der Flugplatz eine GmbH und als Landeplatz an der Grenze zu Polen sehr geeignet für Ausflüge und Einkäufe ins Nachbarland. Siehe auch Slubice.

( Mietwagen sind bestellbar. Bitte den Flughafenbetreiber zuvor anrufen )
Homepage des Betriebes : http://www.flugplatz-rothenburg-goerlitz.de

Wildenbruch 1945 Sperring um Berlin Waldkämpfe Richtung Ferch

23 Jul
Wildenbruch Seddiner See

Wildenbruch Seddiner See

1945 sah es hier nicht so idyllisch aus. Ländereien gingen bis ans Nordufer des Seddiner Sees und gleichzeitig lief der Sperring um Berlin von Zossen, Wildenbruch, Ferch, am Nordufer entlang. Hier sollte Berlin letztendlich noch verteidigt werden. Doch es kam anders. Die Lage um Berlin war verzweifelt. Die 9. Armee war in Halbe eingeschlossen und versuchte den Durchbruch zur rettenden Armee Wenck. Eigentlich sollte Wenck über Ferch, Caputh in den Berliner Ring eindringen und bis in die Innenstadt vorrücken. Doch entschied Wenck anderes.
Die Gegenoffensive der letzten deutschen Armee endete auf einer Linie Lienewitz-Beelitz, rettete aber etwa 100.000 Menschen das Leben. Mehr darüber.
Am 21 April besetzen Sowjetische Truppen Wildenbruch und drangen weiter nach Michendorf vor. Der Sperrring wurde fast ohne Kämpfe genommen und die rote Armee stand somit schnell am Seddiner Rangierbahnhof. Im Wald westlich der B2 und nahe des Ortsteils Six sind noch Spuren der zurückweichenden deutschen Truppen klar erkennbar. Die Kämpfe dauerten bis zum 1. Mai.

Waldkämpfe bei Michendorf

Waldkämpfe bei Michendorf

Flämingskate längstes Radwegenetz Europas, Radfahren in Brandenburg, Fläming Skate

17 Jul
Fläming Skate

Fläming Skate bei Gottow

Sich schnell endende Landschaften, interessante Ortschaften und sonniges Wetter wünscht sich der Radsportler. Und genau das bietet der Flämingskate, ein Radwegsystem im Süden Brandenburgs. Nicht nur Skate kommen auf ihre Kosten, Radfahrer sind ebenso vertreten. Seit 2001 besteht das 220 Kilometer lange Netz und führt in unterschiedlich großen Rundkursen durch den Niederen Fläming. Die Bahn selbst ist etwa 3 m breit und mit einer besonders feinen Beschichtung ausgestattet.

Hier die grobe Aufstellung der Rundkurse:

Rundkurs1, 95 Kilometer lang, Jüterbog Kolbenburg Ließen Wiepersdorf Jüterbog.
Rundkurs2, 12 Kilometer lang, Luckenwalde Jänickendorf Luckenwalde.
Rundkurs3, 11 Kilometer lang, Jüterbog Kloster Zinna.
Rundkurs4, 43 Kilometer lang, Werder Oehna Kloster Zinna.
Rundkurs5, 50 Kilometer lang, Luckenwalde Neuhof Werder Wahlsdorf Jänickendorf.
Rundkurs6, 49 Kilometer lang, Langenlipsdorf Wiepersdorf Wahlsdorf Hohengörsdorf.
Rundkurs7, 39 Kilometer lang, Hohenseefeld Wahlsdorf.
Rundkurs8, 84 Kilometer lang, Wahlsdorf Golßen Baruth Petkus, z.T nicht asphaltiert.

Plan der Fläming Skates

Plan der Fläming Skates( Schild )

Brandenburger Bäume Eichenprozessionsspinner und Baumalter bestimmen

5 Jul
Wie alt ist dieser Baum

Wie alt ist dieser Baum?

Die Brandenburger Baumbestände sind generell seit 1981 gesetzlich geschützt. Nicht nur wegen seiner ökologischen Bedeutung hat sich der damalige Gesetzgeber dazu entschlossen, sondern ihm war auch der kulturelle Aspekt wichtig. Viele von diesen Urgiganten sind dementsprechend unter Denkmalschutz gestellt und in sogenannten Baumbüchern genauestens erfasst worden. In den letzten Jahren machten den Wäldern allerdings eine Vielzahl von hungrigen Schädlingen zu schaffen. Großflächige Schäden drohen besonders dem Kiefernbestand durch Kieferninsekten ( Kiefernspinner, Nonne ), sowie den Eichen durch den Eichenprozessionsspinner, der auch für den Menschen bei Kontakt nicht ungefährlich ist.

Alter eines Baumes schätzen
Zu diesem Zweck gibt es eine sehr einfache Formel. Der Umfang des Baumes wird in etwa 1m Höhe gemessen und ja nach Baumart mit einem Faktor multipliziert.
Die Eiche auf dem Bild hat einen Umfang von 6m. 600×0,8=480 Jahre.

 

 

Brandenburgs Spargelsaison neigt sich dem Ende

25 Jun
Spargelsaison fast zu Ende

Spargelsaison fast zu Ende

Am 24.Juni ist dann Schluss. Mindestens 100 Tage braucht die Spargelpflanze Ruhe vor dem ersten Frost, damit sie sich für das kommende Jahr erholen kann. Jetzt wird der Spargel nicht mehr gestochen, kann wachsen und grün werden. Das so genannte  Spargelkraut benötigt die Pflanze um die energiebringende Photosynthese betreiben zu können.
Eigentlich würde er das ja gerne schon im März tun, doch der Mensch verschüttet seine Triebe und deckt sie sogar mit Folie ab, damit sie weiß und weich bleiben. Für den Verzehr.

 

Hakeburg Kleinmachnow, Hightech Zentrum, Fernseh-Torpedos und Staatsgäste

23 Jun
Hightech Zentrum Hakeburg

Hightech Zentrum Hakeburg

1906 im Neo-Renaissance-Stil von der Familie v.Hake erbaut, am Teltow Kanal unweit der ehemaligen Badewitzbrücke gelegen, Kriegsschauplatz, Hightech-Forschungszentrum und später Parteischule der DDR.
( Familiengruft der Familien v. Hake -> Friedhof Kleinmachnow )
Diese Epochen geben bis heute Rätsel auf, war doch das Gelände ( 50h ) ab 1937 bis 1990 hermetisch abgeriegelt.

1937 ging die Hakeburg an die Reichspost.
Der Reichsminister Ohnesorge kaufte dem in Geldnot geratenen Dietloff v. Hake das Schlösschen 1937 kurzerhand ab. Er ließ die Hakenburg abriegeln und akriebisch bewachen. Ihm unterstand auch das Reichspostforschungsanstalt (RFP), welche die Nachrichten und die Fernsehtechnik für die militärische Nutzung aufbereiten und weiterentwickeln sollte. Hierbei wurde u.a. die UKW Technik zur Führung von Panzerverbänden ausgearbeitet. ( siehe Wünsdorf-Bunkerstadt )

Damit die Wissenschaftler geschützt und geheim arbeiten konnten gab Ohnesorge weitere Forschungsgebäude in Auftrag, die auf dem Gelände bald entstanden, getarnt und gebunkert. Die Burg selbst wurde zum Behördengebäude. Hakenkreuze im Parkett stellten die Sache für den Besucher klar. Am Machpower See entstand sogar ein Badehaus für die Familie, denn Ohnesorge wohnte in seinem Amtsgebäude.

Badehaus der Post?

Badehaus der Post?

Während des Krieges kamen weitere Forschungsaufträge hinzu. So wurde 1940 ein Fernseh-geleiteter-Torpedo entwickelt. Man versprach sich durch die Live Bilder chirurgische Präzision, was wir aus den heutigen Kriegen ja zur Genüge kennen. Weitere Projekte : Infrarot-Nachtsicht, Raketenführung, Abhörtechniken.

Allerdings kamen diese Techniken nicht mehr zu Einsatz. 1942 meldete Ohnesorg den  Geheimcode des Nachrichtenverkehrs zwischen den USA und England geknackt zu haben. Hitler bekam seither die Abschriften der Funkgespräche der beiden verfeindeten Staatenlenker.
1945 transportierten die Sowjetfunktionäre alles noch brauchbare ab.
( siehe auch: Armee Wenck in Ferch )

1947 übernahm die SED das Gebäude und die Parteihochschule Karl-Marx zog ein, Harkenkreuze u.v.m wurden entfernt.
Später wurde die Hakenburg zum Gästehaus der DDR. Michail Gorbatschow, Nikita Chruschtschow und Fidel Castro waren hier.

Nach 1990 zog ein Hotel und Gastronomie ein. Hochzeiten konnten gebucht werden. Doch das Hotel ging pleite und seither steht die Burg erneut zum Verkauf.

Doch wann werden die letzten Geheimnisse dieses Gebäudes gelüftet?
Während 1990 in den Wirren der Perestroika bereits aus russischen Archiven vieles  bekannt wurde ( Goebbels Tagebücher u.v.m ) liegt über die Hakenburg noch so manches im Dunkeln. Eigentlich sollen die amerikanischen Archive 2015, 70 Jahre nach Kriegsende, geöffnet und mehr ans Licht bringen, aber wer weiß.

 

Salzbrunn, Brandenburger Perle und Kriegsgräber

18 Jun
Salzburg ist einfach niedlich

Salzburg ist einfach niedlich

In den im 16.Jahrhundert entdeckten Salzquellen ist auch die Namensgebung des kleinen Orts südlich von Beelitz begründet. 1748 ordnet Friedrich II, König von Preußen in Potsdam an, den Landstrich zu besiedeln. Etwa 12 Familien wurden angesiedelt.
Wahrscheinlich hat sich der Ort in den letzten Jahrhunderten nur sehr wenig verändert.
Nach der letzten Schlacht um Berlin und der Schutzfront zur Evakuierung von Beelitz Heilstätten und der Armee Wenck, direkt an der Bahnlinie wurden offensichtlich die deutschen Soldatenopfer in Salzbrunn beerdigt. In Wittbrietzen lag zu diesem Zeitpunkt bereits die Rote Armee, während die 9. Armee versuchte zu Wenck durchzubrechen.

Salzbrunn Kirche Kriegsgräber

Salzbrunn Kirche Kriegsgräber