14.August 1972 Die Katastrophe von Königswusterhausen

27 Jul

Sommer 1972, Ein Bilderbuchsommer in Brandenburg. Eine Maschine der DDR-Fluggesellschaft Interflug, eine IL-62, nähert sich Königswusterhausen mit Kurs auf Berlin Schönefeld. Was in Königswusterhausen niemand ahnt. Dieser Tag wird in der Geschichte der Interflug tiefschwarz.

Katastrophe von Königswusterhausen

Ingo Büsing_pixelio.de

Die Bewohner kennen das Geräusch überfliegender Maschinen der Interflug, aber heute klingt es anders. Das Pfeifen der Turbinen wird zum Brüllen einer versagenden Technik und endet mit einem riesigen Feuerball den niemand der 148 Passagiere, mit der Freude auf einen wundervollen Urlaub am Meer in Bulgarien, überlebt. Auch die 8 Besatzungsmitglieder überleben diesen Arbeitstag nicht.

Es handelt sich um die erste IL-62 der Interflug mit der Kennung DM-SEA. Am 14.8.72 kommt die Maschine von der Inspektion aus Moskau….alles in Ordnung. Die Passagieren freuen sich auf ihren Flug nach Burgas und steigen ein. Der Pilot stimmt seine Gäste auf den Flug ein und startet zum Flug in Richtung Dresden und Prag um in zwei Stunden in Burgas zu landen. Um16:43 hat der Pilot Schwierigkeiten mit dem Heckleitwerk (Seitenruder). Es läßt sich nicht mehr bewegen. Der Pilot entscheidet sich kurz vor Hoyerswerder nach Schönefeld zurückzukehren. Er wußte nicht, daß bereits im hintersten Teil der IL-62, durch Kurzschlüsse verursachte, Brände waren. In diesem Teil, des kleinen Frachtraums gab es keine Feuerlöscheinrichtungen oder Brandmelder. Schließlich fallen immer mehr Systeme zur Steuerung des Fluzeugs aus. Die Maschine ist nicht mehr auf Höhe zu halten.

Der Pilot versucht immer noch Schönefeld zu erreichen und das Leben seiner ihm anvertrauten Menschen zu retten. Er läßt Treibstoff ab um das Gewicht der IL-62 zu senken um sicher landen zu können. Leider gelingt ihm das nicht. Bevor er die sichere Landebahn erreicht und aufsetzen kann, bricht das komplette Heck durch den Brand ab. Das Flugzeug fällt wie ein Stein vom Himmel und zerschellt am Boden.

Erste Gerüchte behaupten, das Flugzeug wäre in seine eigene Kerosinwolke geflogen und explodiert. Die spätere Untersuchung ergab aber den Brand im Heck als Ursache des Absturz. Der Pilot konnte die Katastrophe zu keinen Zeitpunkt verhindern. Auch eine Landung auf einem anderen Flughafen, wie z.B. in Dresden oder auf dem NVA-Flughafen in Cottbus hätte diesen Unfall nicht verhindern können.

Es handelte sich um einen Fehler in der Konstruktion, den der Hersteller nie eingeräumt hat. Spätere Maschinen dieses Typs hatten diesen Mangel in der falschen Isolierung der Kabel und den fehlenden Feuerschutzvorrichtungen nicht mehr.

Gedenken wir den Opfern.

Eine Maschine des selben Bautyps steht auf dem Gelände der Bundesgartenschau 2015

siehe auch http://www.rbb-online.de/doku/der/der-todesflug-der-il-62.html

 

Flugplatz Rothenburg Görlitz vom Militär zum Ausflugslandeplatz

24 Jul
Rothenburg Görlitz, Bild mit freundlicher Geneh. des Flugplatzes

Rothenburg Görlitz, Bild mit freundlicher Geneh. des Flugplatzes

 

1954 wurde der Flugplatz Rothenburg Görlitz als Militärflugplatz durch die sowjetische Besatzungsmacht  der DDR in Betrieb genommen. Hier waren Bomber vom Typ IL-28 stationiert. Siehe auch Sperenberg, Flugplatz. Ab 1961 befand sich hier u.a. die Militärhochschule für Militärflieger.  ( Quelle Wikipedia )
Nach 1990 und nach Auflösung der beiden Besatzungszonen und der Wiedervereinigung der beiden Deutschen Staaten, wurde im Zuge der NVA Auflösung auch die Nutzung des Flugplatzes beendet.
Die Bundeswehr übernahm das Gelände. Aber schon 1991 konnte der Flugplatz teilprivatisiert werden. In den 1990ziger Jahren trainierte die Deutsche Lufthansa hier mit Airbus A320 Flugzeugen ihre Kapitänsanwärter und Copiloten.
Seit dem Jahr 2000 ist der Flugplatz eine GmbH und als Landeplatz an der Grenze zu Polen sehr geeignet für Ausflüge und Einkäufe ins Nachbarland. Siehe auch Slubice.

( Mietwagen sind bestellbar. Bitte den Flughafenbetreiber zuvor anrufen )
Homepage des Betriebes : http://www.flugplatz-rothenburg-goerlitz.de

Wildenbruch 1945 Sperring um Berlin Waldkämpfe Richtung Ferch

23 Jul
Wildenbruch Seddiner See

Wildenbruch Seddiner See

1945 sah es hier nicht so idyllisch aus. Ländereien gingen bis ans Nordufer des Seddiner Sees und gleichzeitig lief der Sperring um Berlin von Zossen, Wildenbruch, Ferch, am Nordufer entlang. Hier sollte Berlin letztendlich noch verteidigt werden. Doch es kam anders. Die Lage um Berlin war verzweifelt. Die 9. Armee war in Halbe eingeschlossen und versuchte den Durchbruch zur rettenden Armee Wenck. Eigentlich sollte Wenck über Ferch, Caputh in den Berliner Ring eindringen und bis in die Innenstadt vorrücken. Doch entschied Wenck anderes.
Die Gegenoffensive der letzten deutschen Armee endete auf einer Linie Lienewitz-Beelitz, rettete aber etwa 100.000 Menschen das Leben. Mehr darüber.
Am 21 April besetzen Sowjetische Truppen Wildenbruch und drangen weiter nach Michendorf vor. Der Sperrring wurde fast ohne Kämpfe genommen und die rote Armee stand somit schnell am Seddiner Rangierbahnhof. Im Wald westlich der B2 und nahe des Ortsteils Six sind noch Spuren der zurückweichenden deutschen Truppen klar erkennbar. Die Kämpfe dauerten bis zum 1. Mai.

Waldkämpfe bei Michendorf

Waldkämpfe bei Michendorf

Flämingskate längstes Radwegenetz Europas, Radfahren in Brandenburg, Fläming Skate

17 Jul
Fläming Skate

Fläming Skate bei Gottow

Sich schnell endende Landschaften, interessante Ortschaften und sonniges Wetter wünscht sich der Radsportler. Und genau das bietet der Flämingskate, ein Radwegsystem im Süden Brandenburgs. Nicht nur Skate kommen auf ihre Kosten, Radfahrer sind ebenso vertreten. Seit 2001 besteht das 220 Kilometer lange Netz und führt in unterschiedlich großen Rundkursen durch den Niederen Fläming. Die Bahn selbst ist etwa 3 m breit und mit einer besonders feinen Beschichtung ausgestattet.

Hier die grobe Aufstellung der Rundkurse:

Rundkurs1, 95 Kilometer lang, Jüterbog Kolbenburg Ließen Wiepersdorf Jüterbog.
Rundkurs2, 12 Kilometer lang, Luckenwalde Jänickendorf Luckenwalde.
Rundkurs3, 11 Kilometer lang, Jüterbog Kloster Zinna.
Rundkurs4, 43 Kilometer lang, Werder Oehna Kloster Zinna.
Rundkurs5, 50 Kilometer lang, Luckenwalde Neuhof Werder Wahlsdorf Jänickendorf.
Rundkurs6, 49 Kilometer lang, Langenlipsdorf Wiepersdorf Wahlsdorf Hohengörsdorf.
Rundkurs7, 39 Kilometer lang, Hohenseefeld Wahlsdorf.
Rundkurs8, 84 Kilometer lang, Wahlsdorf Golßen Baruth Petkus, z.T nicht asphaltiert.

Plan der Fläming Skates

Plan der Fläming Skates( Schild )

Friedensstadt Glau Johannische Kirche WaffenSS und Gestapo

16 Jul
Friedensstadt Glau

Friedensstadt Glau

Die so genannte „Friedensstadt“ im Trebbiner Ortsteil Glau hat 100 Jahre stetigen Wechsel hinter sich. Kurz nach dem 1 Weltkrieg errichtete die Johannische Kirche des Gründers Joseph Weißenberg ( Gründung 1926 ) die Siedlung, bestehend aus etwa 40 Gebäuden, darunter eine Schule, eine Heilanstalt, ein Seniorenheim und natürlich eine Kirche.
Nach 1933 wurde die Kirche von der nationalsozialistischen Regierung verboten und die Gestapo kümmerte sich um die Auflösung der Siedlung. Ab 1938 wurde das Gelände von der SS genutzt. Es entstand die SS-Artillerieschule 2, Leiter Dr. Schwab.
Weitere SS Abteilungen kamen ebenfalls nach Glau. Wahrscheinlich handelte es sich um das  „Amt 8 FEP des SS-Führungshauptamts“ ( Forschung, Entwicklung, Patente) und gegen Ende des Krieges könnte das „Kampfstoffinstitut der Waffen-SS“ nach Glau verlegt worden sein.

Das Bild oben zeigt das letzte, im Bauhaus Stil errichtete Gebäude vor dem Verbot der Kirche. Es war als Schule geplant, die SS richtete 1940 eine Küche ein. Nach 1945 ziehen russische Soldaten in die Klassenräume.

KZ  Sachsenhausen Außenstelle Glau

Ab 1942 kam eine Außenstelle des KZ Sachsenhausen hinzu. Die bis zu 180 Insassen waren politisch oder religiös Verfolgte sowie Kriegsgefangene.

1931 entsteht das Lokal/Pension „Goldene Sonne“ mit einem 600 Plätze fassenden Saal. Nach 1945  Offiziersheim der Pioniereinheiten der GSSD, 1970 kommt ein Kino der roten Armee hinzu:

Goldene Sonne Glau

Goldene Sonne Glau

 

Siehe auch:
9.Armee und Flucht aus dem Kessel von Halbe
Armee Wenck bei Ferch
Flugplatz Schönhagen 
Vogelschutzgebiet Stangenhagen

Quellen: Gespräche u Info Tafeln vor Ort,
https://de.wikipedia.org/wiki/Friedensstadt_Weißenberg

 

 

Brandenburger Bäume Eichenprozessionsspinner und Baumalter bestimmen

5 Jul
Wie alt ist dieser Baum

Wie alt ist dieser Baum?

Die Brandenburger Baumbestände sind generell seit 1981 gesetzlich geschützt. Nicht nur wegen seiner ökologischen Bedeutung hat sich der damalige Gesetzgeber dazu entschlossen, sondern ihm war auch der kulturelle Aspekt wichtig. Viele von diesen Urgiganten sind dementsprechend unter Denkmalschutz gestellt und in sogenannten Baumbüchern genauestens erfasst worden. In den letzten Jahren machten den Wäldern allerdings eine Vielzahl von hungrigen Schädlingen zu schaffen. Großflächige Schäden drohen besonders dem Kiefernbestand durch Kieferninsekten ( Kiefernspinner, Nonne ), sowie den Eichen durch den Eichenprozessionsspinner, der auch für den Menschen bei Kontakt nicht ungefährlich ist.

Alter eines Baumes schätzen
Zu diesem Zweck gibt es eine sehr einfache Formel. Der Umfang des Baumes wird in etwa 1m Höhe gemessen und ja nach Baumart mit einem Faktor multipliziert.
Die Eiche auf dem Bild hat einen Umfang von 6m. 600×0,8=480 Jahre.

 

 

Brandenburgs Spargelsaison neigt sich dem Ende

25 Jun
Spargelsaison fast zu Ende

Spargelsaison fast zu Ende

Am 24.Juni ist dann Schluss. Mindestens 100 Tage braucht die Spargelpflanze Ruhe vor dem ersten Frost, damit sie sich für das kommende Jahr erholen kann. Jetzt wird der Spargel nicht mehr gestochen, kann wachsen und grün werden. Das so genannte  Spargelkraut benötigt die Pflanze um die energiebringende Photosynthese betreiben zu können.
Eigentlich würde er das ja gerne schon im März tun, doch der Mensch verschüttet seine Triebe und deckt sie sogar mit Folie ab, damit sie weiß und weich bleiben. Für den Verzehr.

 

Hakeburg Kleinmachnow, Hightech Zentrum, Fernseh-Torpedos und Staatsgäste

23 Jun
Hightech Zentrum Hakeburg

Hightech Zentrum Hakeburg

1906 im Neo-Renaissance-Stil von der Familie v.Hake erbaut, am Teltow Kanal unweit der ehemaligen Badewitzbrücke gelegen, Kriegsschauplatz, Hightech-Forschungszentrum und später Parteischule der DDR.
( Familiengruft der Familien v. Hake -> Friedhof Kleinmachnow )
Diese Epochen geben bis heute Rätsel auf, war doch das Gelände ( 50h ) ab 1937 bis 1990 hermetisch abgeriegelt.

1937 ging die Hakeburg an die Reichspost.
Der Reichsminister Ohnesorge kaufte dem in Geldnot geratenen Dietloff v. Hake das Schlösschen 1937 kurzerhand ab. Er ließ die Hakenburg abriegeln und akriebisch bewachen. Ihm unterstand auch das Reichspostforschungsanstalt (RFP), welche die Nachrichten und die Fernsehtechnik für die militärische Nutzung aufbereiten und weiterentwickeln sollte. Hierbei wurde u.a. die UKW Technik zur Führung von Panzerverbänden ausgearbeitet. ( siehe Wünsdorf-Bunkerstadt )

Damit die Wissenschaftler geschützt und geheim arbeiten konnten gab Ohnesorge weitere Forschungsgebäude in Auftrag, die auf dem Gelände bald entstanden, getarnt und gebunkert. Die Burg selbst wurde zum Behördengebäude. Hakenkreuze im Parkett stellten die Sache für den Besucher klar. Am Machpower See entstand sogar ein Badehaus für die Familie, denn Ohnesorge wohnte in seinem Amtsgebäude.

Badehaus der Post?

Badehaus der Post?

Während des Krieges kamen weitere Forschungsaufträge hinzu. So wurde 1940 ein Fernseh-geleiteter-Torpedo entwickelt. Man versprach sich durch die Live Bilder chirurgische Präzision, was wir aus den heutigen Kriegen ja zur Genüge kennen. Weitere Projekte : Infrarot-Nachtsicht, Raketenführung, Abhörtechniken.

Allerdings kamen diese Techniken nicht mehr zu Einsatz. 1942 meldete Ohnesorg den  Geheimcode des Nachrichtenverkehrs zwischen den USA und England geknackt zu haben. Hitler bekam seither die Abschriften der Funkgespräche der beiden verfeindeten Staatenlenker.
1945 transportierten die Sowjetfunktionäre alles noch brauchbare ab.
( siehe auch: Armee Wenck in Ferch )

1947 übernahm die SED das Gebäude und die Parteihochschule Karl-Marx zog ein, Harkenkreuze u.v.m wurden entfernt.
Später wurde die Hakenburg zum Gästehaus der DDR. Michail Gorbatschow, Nikita Chruschtschow und Fidel Castro waren hier.

Nach 1990 zog ein Hotel und Gastronomie ein. Hochzeiten konnten gebucht werden. Doch das Hotel ging pleite und seither steht die Burg erneut zum Verkauf.

Doch wann werden die letzten Geheimnisse dieses Gebäudes gelüftet?
Während 1990 in den Wirren der Perestroika bereits aus russischen Archiven vieles  bekannt wurde ( Goebbels Tagebücher u.v.m ) liegt über die Hakenburg noch so manches im Dunkeln. Eigentlich sollen die amerikanischen Archive 2015, 70 Jahre nach Kriegsende, geöffnet und mehr ans Licht bringen, aber wer weiß.

 

Salzbrunn, Brandenburger Perle und Kriegsgräber

18 Jun
Salzburg ist einfach niedlich

Salzburg ist einfach niedlich

In den im 16.Jahrhundert entdeckten Salzquellen ist auch die Namensgebung des kleinen Orts südlich von Beelitz begründet. 1748 ordnet Friedrich II, König von Preußen in Potsdam an, den Landstrich zu besiedeln. Etwa 12 Familien wurden angesiedelt.
Wahrscheinlich hat sich der Ort in den letzten Jahrhunderten nur sehr wenig verändert.
Nach der letzten Schlacht um Berlin und der Schutzfront zur Evakuierung von Beelitz Heilstätten und der Armee Wenck, direkt an der Bahnlinie wurden offensichtlich die deutschen Soldatenopfer in Salzbrunn beerdigt. In Wittbrietzen lag zu diesem Zeitpunkt bereits die Rote Armee, während die 9. Armee versuchte zu Wenck durchzubrechen.

Salzbrunn Kirche Kriegsgräber

Salzbrunn Kirche Kriegsgräber

Die Löcknitz am Schwielowsee. (Hafen Löcknitz)

17 Jun

 Klein aber fein ist die Devise.  Nur wenige Boote liegen hier im Hafen Löcknitz, südlicher Schwielowsee. Man kennt sich. Von Ferch in Richtung Petzow fahrend, geht es rechts ab zum Gasthaus und Bootsverleih. Auch für Besucher per Boot gibt es einen Gastliegeplatz. Der große Vorteil der kleinen Bucht ist, dass sie praktisch das ganze Jahr über gegen Wind und Wellen geschützt liegt.