A 115 Dreilinden AVUS Grenzübergang. Die verlassene Autobahn RAB 51 Steinstücken

18 Nov
Dreinlinden AVUS Zubringer

Dreinlinden AVUS Zubringer RAB 51, Brücke über den Teltowkanal  © eigene

Eigentlich war die winzige Ortschaft Dreilinden zur Jahrhundertwende des 20. Jahrhunderts eine Wochenend-Siedlung am Stadtrand der Reichshauptstadt Berlin. Die Autoversuchsstrecke „AVUS“ verlief, in Nord-Süd Ausrichtung vom Messegelände kommend, direkt in eine lang gestreckte, ebene Umkehrkurve, um dann wieder zurück zum Messedamm zu führen.
Im Norden lag der Grunewald, im Süden der Teltowkanal. Ab 1933 wurde dieses Gebiet mit Wohnhäusern bebaut.
1940 wurde die Autobahn Lücke von der AVUS zum südlichen Berliner Ring durch den Zubringer Reichsautobahn 51 geschlossen. So konnte man aus Berlin kommend, an Dreilinden vorbei, über den Teltowkanal den südlichen Berliner Ring schnell erreichen und die Fahrzeit gen Süden verkürzte sich erheblich.
Direkt hinter der Brücke über den Kanal lag die kleine Autobahnraststätte.

Raststätte Dreilinden

Raststätte Dreilinden © eigene

Alte Trasse der Reichsautobahn 51

Alte abgetragene Trasse der Reichsautobahn 51

Nach der Teilung Deutschlands und Berlins in Sektoren blieb die Trasse bis 1969 in Betrieb. Die schwer zu bewachende Führung der ehemaligen Reichsautobahn 51 im Bereich westlich von Dreilinden war den Grenztruppen der DDR ein Dorn im Auge. Die kleine Exklave „Steinstücken“ südlich des Teltowkanals, umschlossen vom Gebiet der DDR, warf erhebliche Probleme auf. Rein und Raus ging es nur über einen winzigen Weg unter Bewachung der Grenztruppen. 3 Amerikanische Soldaten waren ebenfalls hier stationiert.
Von DDR Seite waren die doppelten Maueranlagen mit einem speziellen Signalzaun (GSZ 83) versehen, der in einem Kabelschacht verbaut war.
Dieser dienten gleichzeitig als Untergrabvorrichtung der Maueranlagen.

Steinstücken

Steinstücken © gemeinfrei

Um den Transitverkehr von diesem Abschnitt abzuziehen wurde 1969 ein direkter Autobahnabschnitt gelegt und der alte Abschnitt  ( RAB 51 ) stillgelegt.
Zunächst blieb die alte Autobahn ungenutzt. Doch dann erlebte sie noch einmal eine Wiederbelebung. Der Autobahnabschnitt wurde für die Filmkulisse zur Fernsehserie „Alarm für Cobra 11“ genutzt und ab dem Jahr 1999 renaturiert. Heute ist die Trasse Teil des Berliner Mauerwegs.

alte Reichsautobahn 51

alte Reichsautobahn 51 @eigene

Siehe auch:
Friedhofsbahn, Wannsee-Stahnsdorf.
13. August 1961 begann der Bau der Mauer
Grenzübergang Drewitz

Quellen:  Eingene, Zeitzeugen aus Steinstücken, Wikipedia

S-Bahnhof Dreilinden der Friedhofsbahn Berlin

22 Sep
S-Bahnhof Dreilinden Friedhofsbahn

S-Bahnhof Dreilinden Friedhofsbahn

Im boomenden Berlin der Zwanziger Jahre wurde, wie auch heute, langsam der Platz knapp. Man versuchte zu Dezentralisieren. Was „raus konnte“ mußte verlegt werden. Unter anderem kam es so zur Neuordnung des Friedhofwesens und der Auslagerung einiger Friedhöfe aus dem Stadtgebiet. Einer davon fand im südlichen Stahnsdorf einen geeigneten Platz. In Kooperation mit den ansässigen Eisenbahngesellschaften mußte nun der Zugverkehr nach Stahnsdorf für diese Zwecke neu geregelt werden und so zweigte südlich des Bahnhofs Wannsee die so genannte Friedhofsbahn ab. Bei Dreilinden wurde ein Zwischenbahnhof einrichtet, der einzige Stopp für die spezialisierten Züge, die sowohl Passagiere, als auch Särge transportieren konnten.
In den Kämpfen um Berlin wurde unter anderem die Eisenbahnbrücke über den Teltowkanal zerstört und so wurde Dreilinden  Endbahnhof. Ab 1948 konnte wieder bis Stahnsdorf durchgefahren werden aber am 13.August 1961, dem Tag des Mauerbaus, wurde der Verkehr eingestellt. In den 1970′ ziger Jahren wurden Gleise und Bahnanlagen abgebaut oder abgerissen. 1969 wurde die ehemalige Autobahn ( Anschluss AVUS ) in Richtung Osten verlegt, dem heutigen Verlauf gleich. Heute sind die Reste der S-Bahn und der ehemaligen Autobahn durch dichtes Gestrüpp verdeckt.

ehemaliger Bahnsteig S-Bahnhof Dreilinden

ehemaliger Bahnsteig S-Bahnhof Dreilinden

Eisenbahnbrücke Friedhofsbahn am S-Bahnhof Dreilinden

Eisenbahnbrücke Friedhofsbahn am S-Bahnhof Dreilinden

Quellen: Wikipedia und eigene