Ludwigsfelde Struveshof, frühere Erziehungsanstalten für Waisen und vernachlässigte Kinder

13 Dez
Ludwigsfelde Struveshof

Ludwigsfelde Struveshof

Ludwigsfelde um 1890. Die Stadt Berlin bricht aus allen Nähten und braucht dringend Platz für die Abwässer der Kanalisation. Nördlich von Ludwigsfelde entstehen Rieselfelder in großer Ausdehnung. Im Vorwerk ( anderes Wort für Gutshof ) „Struveshof“ entsteht zunächst eine Schule mit einer Klasse für alle Stufen.

Auch Berlin braucht vermehrt Erziehungsanstalten für Waisen und Kinder die durch ihre Eltern stark vernachlässigt werden. In Ludwigsfelde „Struveshof“ scheint ein geeigneter Platz für den Bau des „Landerziehungsheims der Stadt Berlin“ gefunden.  Ziel ist es Jungen zwischen 12 und 18 Jahren hier unterzubringen, auszubilden und zu erziehen. Der landwirtschaftliche Betrieb der Anlage ist einige Jahre später in der Lage sich wirtschaftlich selbst zu tragen.

1943, am Ende des 2. Weltkrieges, bombardieren Alliierte Bomber die Flugzeugmotorenwerke Genshagen, nahe Ludwigsfelde und treffen das Wohnheim. Die Anlage selbst bleibt einigermaßen unbeschadet und diente den sowjetischen Besatzern ab 1945 als Lazarett und Kommandantur. Später wird ein „Jugendwerkhof“ durch die regierende SED eingerichtet, der bis 1960 besteht.
Ab 1962 wird das Werk sitz des „Zentralinstitut für Weiterbildung der Lehrer, Erzieher und Schulfunktionäre“, Schirmherrin ist Margot Honnecker.

Nach 1990 und dem Zusammenbruch der DDR wird die Einrichtung zunächst geschlossen und ist heute, frisch renoviert, das „Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg“.

Struveshof

Struveshof

Quellen: eigene, LISUM,Wikipedia
Foto:eigene