Flugplatz Saarmund, Brandenburg Flucht 1979

22 Dez
Flugplatz Saarmund, Brandenburg

Flugplatz Saarmund, Brandenburg

Nahe vor den Toren Berlins liegt der Feldflugplatz Saarmund. Die leicht unebene Landebahn für Kleinflugzeuge bis 2 Tonnen liegt direkt an der Saarmunder Düne, nördlich der A10 Südlicher Berliner Ring. Die Saarmunder Düne gehört zum Saarmunder Endmoränenbogen. )
Er besitzt die Zulassung als Sonderlandeplatz und verfügt über 1000m Start / Langstrecke. Weiter ist Drachenfliegen erlaubt, sowie ein Modellflugplatz vor Ort.
Bereits in de 1920 ziger Jahren beginnt hier der Flugbetrieb. Zunächst sind es einfache Gleitflüge von der Düne, jedoch findet ab 1933 eine systematische Flugausbildung der Hitler Jugend statt.
Nach Ende des zweiten Weltkriegs und der Kapitulation Deutschlands wird der Flugbetrieb noch bis ins Jahr 1979 weitergeführt. Dann ist Schluß.
Ein Segelflugzeug aus Saarmund nutzt die Gelegenheit und fliegt über die Deutsch-Deutsche Grenze nach West Berlin. Republikflucht.
Für die 20km Strecke bis zur Stadtgrenze war bei einer mittleren Gleitzahl von 25 immerhin noch eine Anfangshöhe von realistisch 2 Kilometern nötig. Aus dem Windenschlepp kommt ein Segelflugzeug zumeist mit etwa 300m Startüberhöhung in den Gleitflug.
Das wäre dem ehemalige NVA-Offiziersanwärter Wolfgang Seiler zum Verhängnis geworden, denn die Überwachungsfunktionen des sowjetischen Radars hätte die Kursänderung sofort angezeigt.
Nach Seilers Ausführungen nutzt er zunächst die Aufwinde der warmen Düne um auf 800m zu steigen. 600m waren offiziell erlaubt, die Anflugroute zur, nach Osten geneigten Landebahn 07L in Schönefeld (SXF) überquert Saarmund in 900m.
Die Orientierung konnte einfacher nicht sein. Seiler nimmt Kurs auf den Fernsehturm auf dem Schäferberg, nördlich von Potsdam. Da hinter liegt der britische Militär Flugplatz Gatow.

Flugdaten : 24.06.1979 SZD-30A Pirat, DM-1801 der GST
Gelandet in Berlin-Gatow gegen 15:00 Uhr

Erst nach 1990  bekommen zwei Luftsportvereine die Genehmigung den Flugbetrieb wieder aufzunehmen.

Flugplatz Saarmund, Brandenburg

Flugplatz Saarmund, Brandenburg

Saarmunder_Berg_2013

Saarmunder_Berg_2013 © Lutki CC BY-SA 3.0

Quellen : Wikipedia, Einheimische

14.August 1972 Die Katastrophe von Königswusterhausen

27 Jul

Sommer 1972, Ein Bilderbuchsommer in Brandenburg. Eine Maschine der DDR-Fluggesellschaft Interflug, eine IL-62, nähert sich Königswusterhausen mit Kurs auf Berlin Schönefeld. Was in Königswusterhausen niemand ahnt. Dieser Tag wird in der Geschichte der Interflug tiefschwarz.

Katastrophe von Königswusterhausen

Ingo Büsing_pixelio.de

Die Bewohner kennen das Geräusch überfliegender Maschinen der Interflug, aber heute klingt es anders. Das Pfeifen der Turbinen wird zum Brüllen einer versagenden Technik und endet mit einem riesigen Feuerball den niemand der 148 Passagiere, mit der Freude auf einen wundervollen Urlaub am Meer in Bulgarien, überlebt. Auch die 8 Besatzungsmitglieder überleben diesen Arbeitstag nicht.

Es handelt sich um die erste IL-62 der Interflug mit der Kennung DM-SEA. Am 14.8.72 kommt die Maschine von der Inspektion aus Moskau….alles in Ordnung. Die Passagieren freuen sich auf ihren Flug nach Burgas und steigen ein. Der Pilot stimmt seine Gäste auf den Flug ein und startet zum Flug in Richtung Dresden und Prag um in zwei Stunden in Burgas zu landen. Um16:43 hat der Pilot Schwierigkeiten mit dem Heckleitwerk (Seitenruder). Es läßt sich nicht mehr bewegen. Der Pilot entscheidet sich kurz vor Hoyerswerder nach Schönefeld zurückzukehren. Er wußte nicht, daß bereits im hintersten Teil der IL-62, durch Kurzschlüsse verursachte, Brände waren. In diesem Teil, des kleinen Frachtraums gab es keine Feuerlöscheinrichtungen oder Brandmelder. Schließlich fallen immer mehr Systeme zur Steuerung des Fluzeugs aus. Die Maschine ist nicht mehr auf Höhe zu halten.

Der Pilot versucht immer noch Schönefeld zu erreichen und das Leben seiner ihm anvertrauten Menschen zu retten. Er läßt Treibstoff ab um das Gewicht der IL-62 zu senken um sicher landen zu können. Leider gelingt ihm das nicht. Bevor er die sichere Landebahn erreicht und aufsetzen kann, bricht das komplette Heck durch den Brand ab. Das Flugzeug fällt wie ein Stein vom Himmel und zerschellt am Boden.

Erste Gerüchte behaupten, das Flugzeug wäre in seine eigene Kerosinwolke geflogen und explodiert. Die spätere Untersuchung ergab aber den Brand im Heck als Ursache des Absturz. Der Pilot konnte die Katastrophe zu keinen Zeitpunkt verhindern. Auch eine Landung auf einem anderen Flughafen, wie z.B. in Dresden oder auf dem NVA-Flughafen in Cottbus hätte diesen Unfall nicht verhindern können.

Es handelte sich um einen Fehler in der Konstruktion, den der Hersteller nie eingeräumt hat. Spätere Maschinen dieses Typs hatten diesen Mangel in der falschen Isolierung der Kabel und den fehlenden Feuerschutzvorrichtungen nicht mehr.

Gedenken wir den Opfern.

Eine Maschine des selben Bautyps steht auf dem Gelände der Bundesgartenschau 2015

siehe auch http://www.rbb-online.de/doku/der/der-todesflug-der-il-62.html