Militärgebiet Forst Zinna , erst Wehrmacht dann Rote Armee

24 Nov
Militärlager bei Forst Zinna

Militärlager bei Forst Zinna

Deutschland 1934. Die NSDAP hatte die Reichstagswahlen ein Jahr zuvor  klar gewonnen und innerhalb des ersten Regierungsjahres wurde die Wiederaufrüstung des Deutschen Reiches beschlossen. Das ohnehin schon stark militärisch dominierte Gebiet um die Stadt Jüterbog herum wurde um ein weiteres Areal erweitert. Nach dem bereits bestehenden  „Alten Lager“, sowie dem „Neuen Lager“, wurde der neue Truppenübungsplatz zunächst „Lager III“ genannt.Nach Fertigstellung erhielt das Übungsgebiet den Namen „Adolf Hitler Lager“. Die Nutzung begann 1935 zunächst durch die Waffen SS. ( Zeitzeugen ), gefolgt von u.a. der Artillerieschule.

1937 kam ein Bahnhof hinzu.
Das großflächige Gebiet wird im Osten durch die Nuthe begrenzt, im Westen durch die Bahnlinie Berlin Leipzig Halle, auf der es 1988 zu einem der schwersten Zugunglücke der DDR kam, verursacht durch einen T72 Panzer der roten Armee.
Im Süden liegt die kleine Stadt Kloster Zinna etwa 4 Kilometer entfernt.

Nach dem 2. Weltkrieg zog die Rote Armee in die Anlage. Zunächst wurde hier eine Art Sammellager für Heimatlose eingerichtet. Versprengte Personen unterschiedlicher Nationen wurden hier konzentriert und später in Ihre Heimatländer zurückgesandt.

Ab 1947 beherbergte die Anlage wechselnde Organe der DDR, sowie der sowjetischen Besatzungsmacht bis 1970 das Baubataillon der roten Armee stationiert wurde.

Ehemaliges Militärareal Forst Zinna

Ehemaliges Militärareal Forst Zinna © Max-78

Nach der Deutsch-Deutschen Wiedervereinigung lag das Gelände zunächst brach. 2007 wurde der Abriss beschlossen, aber bislang nur bedingt durchgeführt. Seit 2015 ist das Gelände nicht mehr direkt erreichbar, da die neue Trasse der Bundesstrasse B101 die alten Zufahrtsstrassen abgeschnitten hat. (siehe Luftbild )

Freibad Militärlager Forst Zinna

Freibad Militärlager Forst Zinna © Max-78  Lizenz CC0 ( gemeinfrei )

Wandbild Militärlager Forst Zinna

Wandbild Militärlager Forst Zinna © Max-78 Lizenz CCo ( gemeinfrei )

Weitere Links :

Versuchsstelle Gottow
Treuenbrietzen
Flämingskate

Fotos : Eigene oder © genannt

Quellen: Eigene, Wikipedia, Zeitzeugen 

 

 

Flämingskate längstes Radwegenetz Europas, Radfahren in Brandenburg, Fläming Skate

17 Jul
Fläming Skate

Fläming Skate bei Gottow

Sich schnell endende Landschaften, interessante Ortschaften und sonniges Wetter wünscht sich der Radsportler. Und genau das bietet der Flämingskate, ein Radwegsystem im Süden Brandenburgs. Nicht nur Skate kommen auf ihre Kosten, Radfahrer sind ebenso vertreten. Seit 2001 besteht das 220 Kilometer lange Netz und führt in unterschiedlich großen Rundkursen durch den Niederen Fläming. Die Bahn selbst ist etwa 3 m breit und mit einer besonders feinen Beschichtung ausgestattet.

Hier die grobe Aufstellung der Rundkurse:

Rundkurs1, 95 Kilometer lang, Jüterbog Kolbenburg Ließen Wiepersdorf Jüterbog.
Rundkurs2, 12 Kilometer lang, Luckenwalde Jänickendorf Luckenwalde.
Rundkurs3, 11 Kilometer lang, Jüterbog Kloster Zinna.
Rundkurs4, 43 Kilometer lang, Werder Oehna Kloster Zinna.
Rundkurs5, 50 Kilometer lang, Luckenwalde Neuhof Werder Wahlsdorf Jänickendorf.
Rundkurs6, 49 Kilometer lang, Langenlipsdorf Wiepersdorf Wahlsdorf Hohengörsdorf.
Rundkurs7, 39 Kilometer lang, Hohenseefeld Wahlsdorf.
Rundkurs8, 84 Kilometer lang, Wahlsdorf Golßen Baruth Petkus, z.T nicht asphaltiert.

Plan der Fläming Skates

Plan der Fläming Skates( Schild )

Altes Lager bei Jüterbog Militärflugplatz Sperrgebiet und Wohnort

8 Jul
Altes Lager bei Jüterbog

Altes Lager bei Jüterbog

Der Name ist schon recht ungewöhnlich. Altes Lager. Kommt man über die Bundesstrasse aus Treuenbrietzen, so wundert man sich über die kilometerlangen Betonplattenzäune auf der linken Seite. Ihr abblätterndes Grau deutet auf vergangene Sowjetnutzung hin. Und bis 1994 verbarg sich auch genau das hinter dieser Absperrung. Nach wenigen Minuten erreicht der Besucher die Ortschaft Altes Lager. Weiter geht es nach Jüterbog, was innerhalb von Minuten erreicht wird.

Geschichte in Kurzform. Durch Landerwerb des Militärs 1860 wurde 4 Jahre später der Truppenübungsplatz Jüterbog angelegt. Einrichtung eines Luftschiffhafen auf dem riesigen Militärgelände und Schießplatz Altes Lager. Nach 1933 wurde daraus ein Fliegerhorst mit der  Versuchsabteilung der Luftwaffe, sowie der Fliegertechnische Schule der Luftwaffe. Am 20. April 1945 kam es zur Besetzung durch die Sowjettruppen, Nutzung als Fliegerhorst mit Abzug 1994.

Siehe :
Spremberger Kesse und die Katastrophe
Ferch, letzter Angriff der Armee Wenck
Flucht der 9.Armee aus dem Kessel Halbe

Flugplatz Altes Lager

Flugplatz Altes Lager

Nach dem Amarsch der roten Armee konnte die zivile Nutzung als Wohnort beginnen. Der Flugplatz ist heute ein Drachenflieger Fluggelände. Die Landebahn ist teilweise demontiert worden.
Für den Besucher der Ortschaft öffnet sich ein fast idyllische Wohnlage in unmittelbarer Nähe Jüterbogs.
Deutschstämmige Spätaussiedler zogen 1993 in renovierte Militärgebäude. Heute wirkt Altes Lager wie ein ganz normales Dorf Brandenburgs, in dem alle sozialen Einrichtungen geschaffen wurden.