Teltow Knesebeckbrücke 1945, Schifffahrtskontrollstellen der DDR

6 Jun

Knesebeckbrücke
Die Knesebeckbrücke, die den Teltower Damm mit Zehlendorf-Schönow verbindet und so den Verkehr aus Teltow über den Teltowkanal führt, wurde 1906 als Fachwerkbrücke errichtet.
( Namensgebung:  Knesebeck, Zu Ehren der Familie wurde 2007 eine Bronzetafel an der Brücke montiert. )

Beim Anmarsch der Roten Armee 1945 wurde die Brücke von der Wehrmacht gesprengt.

24. April 1945: Die 3.Gardepanzerarmee der 1.Ukrainischen Front stürmt auf den Teltowkanal. ( siehe auch: Armee Wenck )
Dazu nehmen sie die Engstellen östlich des Machnower Sees ins Visier um an Engstellen überzusetzen. Es bieten sich hier die Badewitzbrücke und die Rammrathbrücke sowie die  Knesebeckbrücke etwas östlicher an.
An der Harkeburg lag ein deutsches Sturmgeschütz, an den Brücken lagen Verbände der Wehrmacht und des Volkssturms eingegraben in der UferbefestigungLaut Zeitzeugen: Deutsche Schützenlöcher an der Brücke

Zeitzeugen: Deutsche Schützenlöcher an der Brücke

Durch die enorme  Übermacht der Sowjets gelang es Brückenköpfe auf der Nordseite zu bilden und sich Richtung Stadtzentrum vorzukämpfen. Am Morgen des 24. April 1945 liegt die Front an den Kiebitzbergen und der Rammrathbrücke, wo man deutsche Stellungen erkannt hatte, später am Bahnhof Düppel.

Verluste :
etwa 570 Soldaten der Roten Armee, etwa 200 Deutsche Soldaten.
( Schätzung nach Anzahl der Gräber auf den Friedhöfen Kleinmachnow, Stahnsdorf und Teltow. )

Nach dem Ende des Krieges lag die fast zerstörte Brücke brach. Der Kanal, der eigentlich zu Berlin West und damit zum amerikanischen Sektor gehörte, bleibt gesperrt.

Im Jahr 1978 verhandeln die deutschen Unterhändler Günter Gaus (Westdeutschland) und Kurt Nier (DDR) über die für Westberlin wichtige Wasserstraße. Im November 1981 ist es schließlich soweit. Nach über 30 Jahren Sperrung wird der Kanal wieder für die Schifffahrt geöffnet.

Auch in der Nähe der Knesebeckbrücke entsteht eine der Schifffahrtskontrollstellen der DDR. Frachtschiffe, die den Teltowkanal benutzten, wurden hier kontrolliert und in ca. 5 km Entfernung, bei Dreilinden (heute Campingplatz), noch einmal.
Unter der Wasseroberfläche konnten Gitter abgesenkt werden, die ein unkontrolliertes Durchdringen der Anlage verhinderten. ( Siehe auch: Bertini Enge Potsdam ) Zu beiden Seiten standen Wachtürme um die Überwachung zu gewährleisten.

GÜST Teltowkanal

Blick vom Überwachungsturm Foto:© Zeisig, Teltow

Nach dem Fall der Mauer entsteht eine Brücke für den Kontrollweg der GÜST, den Radfahrer und Passanten zunächst als Überweg über den Kanal nutzen konnten. Diese Brücke befand sich in etwa dort, wo heute ein Rohr den Teltowkanal überquert.

1990 wird die heutige  Knesebeckbrücke errichtet. Der Teltowkanal bildet hier die Grenze zwischen Berlin und Brandenburg.

In der Nähe:
BadewitzbrückeSchleuse Kleinmachnow , Teltow Werft

Quellen :
Zeitzeugen,
Zeisig, Teltow.

LPC Alte Brücken nahe Beelitz, Brandenburg

10 Sep

Verborgene Brücken in BrandenburgVerborgene Brücken in Brandenburg

Diese Ziegelbrücke in der Nähe von Beelitz wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut und ist auch heute noch ein solider Übergang über die Bahngleise. Mit viel Detailverliebtheit wurden Bögen und Portale eingearbeitet. Die schweren Bombardements 1945 hat die Brücke verschont, wurde doch das Bahndreieck Neu Seddin sowie der Verschiebebahnhof viele Male angegriffen.
In diesen Wäldern starben noch wenige Tage vor Kriegsende unzählige Soldaten, zumeist Soldaten der Roten Armee, die versuchte die 12. Armee von General Wenck einzuschließen und zu vernichten. Deutsche Soldatengräber, die seit 70 Jahren gepflegt werden, sind mitten im Wald zu finden.

Soldatengrab

Soldatengrab

Weiterführende Links zu diesem Thema:
9. Arrme, Ausbruch aus Halbe nach Elsholz:
http://postconnections.com/9-armee-ausbruch-kessel-von-halbe-armee-wenck-beelitz/
12. Armee hält bei Elsholz um 9. Armee zu sichern
http://postconnections.com/armee-wenck-schlacht-um-berlin-ferch-beelitz/
Abzug 12. Armee + 9. Armee nach Tangermünde
http://postconnections.com/12-armee-wenck-rettet-sich-nach-tangermuende-1945/
Spremberg, der Kessel
http://postconnections.com/spremberg-1945-einkesselung-durch-die-rote-armee-und-katastrophe-bei-kausche-geisendorf/

Heiliggeistkirche Potsdam

10 Aug

 

Bundesarchiv, Bild 170-153 / Max Baur / CC-BY-SA [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Heiliggeistkirche in Potsdam  Foto:Bundesarchiv, Bild 170-153 / Max Baur / CC-BY-SA [CC BY-SA via Wikimedia Commons

Diese wundervolle Kirche findet der Besucher heute nicht mehr. Sie überlebte die Potsdamer Bombennacht 1945, fiel dann aber beim Einmarsch durch die Rote Armee in Potsdam, beim Kampf um Berlin, den Flammen zum Opfer.

Das, was diesen Brand überstand, lag bis 1960 als Ruine an der Havel. Es wurde der noch nicht zusammengefallene Rest des Kirchenschiffs abgerissen. Der noch verbliebene Turmstumpf wurde 1974 gesprengt und abtransportiert. Aus einem Teil der Mauersteine, wurden nach dem Reinigen vier Klassenräume an die zu erweiternde Schule in Wilhelmshorst errichtet.

Die Kirche wurde von 1726 bis 1728 auf Wunsch Königs Friedrich Wilhelm I. an den Platz der ehemaligen slawischen Burg „Poztupini“ erbaut. Zu diesem Zeitpunkt noch ohne Turm. Dieser Turm wurde 1734 errichtet. Er war 87m hoch und überragte somit die Nikolaikirche.  Der untere Teil war gemauert und der obere Teil war ein mit Kupfer beschlagenes Holzkonstukt. Das Kupfer wurde später von Soldaten teilweise gestohlen und wurde mit verzinktem Eisenblech ersetzt. Johann Sebastian Bach gab in der Heiliggeistkirche am 8.Mai 1747 ein beeindruckendes Orgelkonzert.

In der Besatzungszeit durch Napoleon I. wurde die Kirche dann als Pferdemagazin genutzt.

Heute steht an Stelle der Heiliggeistkirche die 1997 erbaute Seniorenresidenz „Heilig-Geist-Park“

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Heilig-Geist-Kirche_%28Potsdam%29

Wildenbruch 1945 Sperring um Berlin Waldkämpfe Richtung Ferch

23 Jul
Wildenbruch Seddiner See

Wildenbruch Seddiner See

1945 sah es hier nicht so idyllisch aus. Ländereien gingen bis ans Nordufer des Seddiner Sees und gleichzeitig lief der Sperring um Berlin von Zossen, Wildenbruch, Ferch, am Nordufer entlang. Hier sollte Berlin letztendlich noch verteidigt werden. Doch es kam anders. Die Lage um Berlin war verzweifelt. Die 9. Armee war in Halbe eingeschlossen und versuchte den Durchbruch zur rettenden Armee Wenck. Eigentlich sollte Wenck über Ferch, Caputh in den Berliner Ring eindringen und bis in die Innenstadt vorrücken. Doch entschied Wenck anderes.
Die Gegenoffensive der letzten deutschen Armee endete auf einer Linie Lienewitz-Beelitz, rettete aber etwa 100.000 Menschen das Leben. Mehr darüber.
Am 21 April besetzen Sowjetische Truppen Wildenbruch und drangen weiter nach Michendorf vor. Der Sperrring wurde fast ohne Kämpfe genommen und die rote Armee stand somit schnell am Seddiner Rangierbahnhof. Im Wald westlich der B2 und nahe des Ortsteils Six sind noch Spuren der zurückweichenden deutschen Truppen klar erkennbar. Die Kämpfe dauerten bis zum 1. Mai.

Waldkämpfe bei Michendorf

Waldkämpfe bei Michendorf

Bunkerstadt Wünsdorf, Bunker Zeppelin Sperrgebiet ab 1945

16 Jun
Bunkerstadt Wünsdorf

Bunkerstadt Wünsdorf

Der Bunker Wünsdorf Zeppelin, im Auftrag de Oberkommando des Heeres in Auftrag gegeben, für die deutsche Reichspost bestimmt, wurdevon 1937-39 nördlich der Ortschaft Wünsdorf errichtet. Hier entstand die Nachrichtenzentrale  „Zeppelin“ ( Codename Amt 500 ) Der Bunker war mit leichten LKWs befahrbar und als Gebäude der Reichspost ausgestattet. Auf seiner Oberseite wurden zur Tarnung eine Landhaussiedlung errichtet. Diese wird heute, renoviert, wieder bewohnt. Damals war diese Siedlung Teil des Stabsquartier des Oberkommandos des Heeres.
„Zeppelin“ war bis 1945 der modernste und größte Nachrichten Knotenpunkt der Wehrmacht. Als die rote Armee bei Frankfurt/O die Oder überschritt und schnell nach Westen vorrückte wurde Wünsdorf besetzt. ( Siehe Armee Wenck )Der Gesamte Nachrichtenknoten gelangte unter sowjetische Kontrolle.

Die Bunker „Maybach I“ und „Maybach II“ ( Oberkommando des Heeres ) wurden 1946 gesprengt. „Zeppelin“ wurde geplündert.

1953 wurde Zossen/Wünsdorf Sperrgebiet. Das Oberkommandos der GSSD ( Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland ) zog ein. „Zeppelin“ wurde ausgebaut. „Rannte“ entstand. Die Nachrichtenzentrale „Ranet“ war eins in die NVA integriertes Nachrichtennetzwerk, welches letztendlich im Ministerium in Berlin endete.
Nach 1990 wurde erneut demontiert und in die Sowjetunion zurückverlegt.
Heute sind die Wohnsiedlungen renoviert und wiederbewohnt.

(Siehe auch: Zwangsarbeiter in Michendorf )

( Siehe auch Teufelsberg Berlin. Abhörstation der USA )

( Siehe auch: High Tech Schmiede Hakeburg, Fernsehtorpedos und mehr )

Verbindung zum OKLuftwaffe u Göring Bahn

 

Tarnung als Landhaus

Tarnung als Landhaus

gesprengter Maybachbunker

gesprengter Maybachbunker

 

Post rote Armee

Postausgabe der roten Armee

Eingang zum Bunker in Wünsdorf Zossen

Eingang zum Bunker in Wünsdorf/Zossen