Hakeburg Kleinmachnow, Hightech Zentrum, Fernseh-Torpedos und Staatsgäste

23 Jun
Hightech Zentrum Hakeburg

Hightech Zentrum Hakeburg

1906 im Neo-Renaissance-Stil von der Familie v.Hake erbaut, am Teltow Kanal unweit der ehemaligen Badewitzbrücke gelegen, Kriegsschauplatz, Hightech-Forschungszentrum und später Parteischule der DDR.
( Familiengruft der Familien v. Hake -> Friedhof Kleinmachnow )
Diese Epochen geben bis heute Rätsel auf, war doch das Gelände ( 50h ) ab 1937 bis 1990 hermetisch abgeriegelt.

1937 ging die Hakeburg an die Reichspost.
Der Reichsminister Ohnesorge kaufte dem in Geldnot geratenen Dietloff v. Hake das Schlösschen 1937 kurzerhand ab. Er ließ die Hakenburg abriegeln und akriebisch bewachen. Ihm unterstand auch das Reichspostforschungsanstalt (RFP), welche die Nachrichten und die Fernsehtechnik für die militärische Nutzung aufbereiten und weiterentwickeln sollte. Hierbei wurde u.a. die UKW Technik zur Führung von Panzerverbänden ausgearbeitet. ( siehe Wünsdorf-Bunkerstadt )

Damit die Wissenschaftler geschützt und geheim arbeiten konnten gab Ohnesorge weitere Forschungsgebäude in Auftrag, die auf dem Gelände bald entstanden, getarnt und gebunkert. Die Burg selbst wurde zum Behördengebäude. Hakenkreuze im Parkett stellten die Sache für den Besucher klar. Am Machpower See entstand sogar ein Badehaus für die Familie, denn Ohnesorge wohnte in seinem Amtsgebäude.

Badehaus der Post?

Badehaus der Post?

Während des Krieges kamen weitere Forschungsaufträge hinzu. So wurde 1940 ein Fernseh-geleiteter-Torpedo entwickelt. Man versprach sich durch die Live Bilder chirurgische Präzision, was wir aus den heutigen Kriegen ja zur Genüge kennen. Weitere Projekte : Infrarot-Nachtsicht, Raketenführung, Abhörtechniken.

Allerdings kamen diese Techniken nicht mehr zu Einsatz. 1942 meldete Ohnesorg den  Geheimcode des Nachrichtenverkehrs zwischen den USA und England geknackt zu haben. Hitler bekam seither die Abschriften der Funkgespräche der beiden verfeindeten Staatenlenker.
1945 transportierten die Sowjetfunktionäre alles noch brauchbare ab.
( siehe auch: Armee Wenck in Ferch )

1947 übernahm die SED das Gebäude und die Parteihochschule Karl-Marx zog ein, Harkenkreuze u.v.m wurden entfernt.
Später wurde die Hakenburg zum Gästehaus der DDR. Michail Gorbatschow, Nikita Chruschtschow und Fidel Castro waren hier.

Nach 1990 zog ein Hotel und Gastronomie ein. Hochzeiten konnten gebucht werden. Doch das Hotel ging pleite und seither steht die Burg erneut zum Verkauf.

Doch wann werden die letzten Geheimnisse dieses Gebäudes gelüftet?
Während 1990 in den Wirren der Perestroika bereits aus russischen Archiven vieles  bekannt wurde ( Goebbels Tagebücher u.v.m ) liegt über die Hakenburg noch so manches im Dunkeln. Eigentlich sollen die amerikanischen Archive 2015, 70 Jahre nach Kriegsende, geöffnet und mehr ans Licht bringen, aber wer weiß.

 

Badewitzbrücke Kleinmachnow, Sprengung, Kampf, Wiederaufbau

23 Jun
Baewitzbrücke, heute Friedensbrücke

Badewitzbrücke, heute Friedensbrücke

Ursprünglich war die Badewitzbrücke eine Überquerung mit Fahrbahn, Gehweg und Gleis für Treidellokomotiven. Diese waren zum Bewegen der Kähne vor der Kleinmachnower Scheuse eingesetzt. ( …zu treideln )
( 1904 )
Beim Anmarsch der Roten Armee 1945 wurde sie von der Wehrmacht gesprengt.

24. April 1945: Die 3.Gardepanzerarmee der 1.Ukrainischen Front will über den Teltowkanal stürmen. ( siehe auch: Armee Wenck ) Dazu nehmen sie die Engstellen östlich des Machpower Sees ins Visier. Es bieten sich hier die Badewitzbrücke und die Rammrathbrücke etwas östlicher an. An der Harkeburg lag ein deutsches Sturmgeschütz, an der Brücke langen Verbände der Wehrmacht und des Volkssturms.

Laut Zeitzeugen: Deutsche Schützenlöcher an der Brücke

Laut Zeitzeugen: Deutsche Schützenlöcher an der Brücke

Aber der Widerstand hielt nicht lange, denn die Sowjetischen Truppen bildeten mehrere Brückenköpfe, die sich schnell verbinden ließen. Am 25. April war Kleinmachnow von der Roten Armee eingenommen.
Verluste :
etwa 570 Soldaten der Roten Armee, etwa 200 Deutsche Soldaten.
( Schätzung nach Anzahl der Gräber auf den Friedhöfen Kleinmachnow, Stahnsdorf und Teltow. )

Nach dem Krieg zunächst als Fußgängerbrücke repariert, 1977 durch eine Stahlkonstruktion ersetzt und 1994 endlich durch die heutige Brücke neu errichtet, die auch moderne Verkehrsbelastungen aushalten kann.  Der heutige Name ist Friedensbrücke. Im Hintergrund ist die Schleuse Kleinmachnow zu sehen.

Betontrümmer am Ufer

Betontrümmer am Ufer

In unmittelbarer Nähe liegt die Hakenburg. Im Dritten Reich von der Reichspost genutzt und zu DDR-Zeiten Parteischule.