Absturz über Michendorf 1943, Lienewitzsee, Stirling, Lancaster,Ju88

6 Apr
Short-Stirling Bomber

Short-Stirling Bomber © gemeinfrei

Michendorf, Nacht vom 31.August zum 1. September 1943. Um 23:30 wird der Alarm ausgegeben und erst um 03:00 aufgehoben.  Es steht schlecht um die deutsche Luftwaffe. Die ursprüngliche Überlegenheit in den ersten Kriegsjahren hatte sich erledigt.

Ju88A 1943 © gemeinfrei

Die Ju88 wurde in anderer Version als Nachtjäger eingesetzt ,1943 © gemeinfrei

Nur noch wenige Nachtjäger sind im Einsatz gegen die einfliegenden Amerikaner und Engländer. Vom Boden her schießt die Flak einen Sperrring rund um die Hauptstadt. In dieser Nacht fliegen britische Bomber einen Großangriff auf Berlin. Nach Abwurf über dem Zielgebiet fliegt der Verband eine Rechtskurve Richtung Potsdam, um dem deutschen Flakfeuer zu entkommen. Der „Short-Stirling“ Bomber mit der Kennung EE959 (BU-E) kommt kurz vor Michendorf einem Nachtjäger ins Fadenkreuz. Nach Angaben eines deutschen Piloten hatten man eine Angriffstaktik entwickelt, bei der der Angreifer unter den Rumpf des Gegners flog und mit möglichst nur einem Schuss das Flugzeug zum Absturz brachte.
Als in der Zelle der „Short-Stirling“ Feuer ausbricht, gibt der Kommandant den Befehl zum Absprung. Der Hauptteil der Trümmer fällt in den Lienewitz-See.

Lienewitz See bei Michendorf

Lienewitz See bei Michendorf

Von den 7 Mann Besatzung können sich 3 mit dem Fallschirm retten. Ein Feldwebel wird in Caputh tot aufgefunden. ( Luftlinie etwa 6-7 Kilometer bis Lienewitz.)
Die veraltete „Short-Stirling“ wird ab Ende 1943 nicht mehr zum Angriff auf Berlin eingesetzt.

 

„Lancaster“ Bomber werden nun vermehrt am Himmel registriert. Am 3.Januar 1944 greift ein Pulk von 383 Maschinen Berlin an. Kurz vor Michendorf erwischt es den Lancaster Bomber III DV 269 (SR-M) der 101. Squadron. Die Maschine stürzt über Michendorf ab. Hierbei handelt es sich um ein besonderes Flugzeug mit einer neuen Spezialausrüstung. Das wird nach der Sichtung schnell von deutschen Stellen erkannt und dementsprechend wird das Wrack gesichert.
Die toten Besatzungsmitglieder werden später auf den zentralen Friedhof an der Heerstrasse, Berlin überführt.

Berlin ist zerstört © gemeinfrei

Berlin ist zerstört © gemeinfrei

Besatzungsmitglieder der jeweils gegnerischen Parteien hatten großen Respekt vor einander.
„Meine zunächst zögerliche, dann herzliche Freundschaft zu einem britischen Navigator in den 1970’ziger Jahren, der Bremen und Lübeck bombardierte, ermöglichte mir einen Eindruck in die Stimmung der Besatzungen der RAF ( Royal Air Force ). Er äußerte häufig seine Zweifel an diesen Einsätzen“. ( Zitat: Flugkapitän )
Der Spielilm „Memphis Belle“  ( 1990 ) zeigt die enorme Belastung und die Angst der Crews.
Die deutschen Jagdbesatzungen hatten eben solche Zweifel, wußten sie doch um die hohe Zahl der Besatzungsmitgliedern in den Bombern.
„Dennoch galt es die deutschen Städte wenigstens einigermaßen zu schützen. Da wurden auch 3-4 Einsätze hintereinander geflogen“. ( Bericht Nachtjäger, Dt.)
Trotz hoher Abschußzahlen deutscher Jagdflieger  ( 352 Erich Hartmann ! ) war dem enormen Ansturm feindlicher Bomber zu wenig entgegenzusetzen. Allein Bomber des Typs Lancaster der britischen Firma Avro wurden über 3000 gebaut. ( weiteres Beispiel : US- Boeing B-17 Flying Fortress über 12700 Exemplare )

In den letzten Monaten kommt auch über Berlin noch der erste, serienmäßig von Messerschmidt gebaute, Düsenjäger ME262 zum Einsatz, doch die gebaute Stückzahl reicht nicht mehr aus um die Lage zu wenden.

ME262 Messerschmidt Düsenjäger

ME262 Messerschmidt Düsenjäger ( restauriert )

Insgesamt werden 1433 Exemplare gebaut. ( Wikipedia )
Die enorm hohe Geschwindigkeit der ME262 mit ihren 7000 PS war technisch ein enormer Durchbruch. Der General der Jagdflieger, Adolf Galland, bemerkte nach seinem Erstflug: „Es ist, als wenn ein Engel schiebt“. (Wikipedia )

Lancaster Bomber 1942

Lancaster Bomber 1942 ©gemeinfrei

Weiterführende Links:
Erbitterte Waldkämpfe Beelitz Ferch 1945

Quellen: Wikipedia, Potsdam Neue Nachrichten, Anwohner und Zeitzeugen, Britischer Navigator, Deutscher Nachtjäger und ME262-Jagdflieger.
© Fotos: gemeinfrei oder eigene 

Der Tresor von Michendorf Geocaching

12 Okt
Der Tresor von Michendorf

Der Tresor von Michendorf

 

 

 

 

 

 

 

 Im Wald von Michendorf liegt ein Tresor.Keiner weiß wie lange er dort schon liegt, aber er ist nicht mehr ganz in Schuss. Seine Vorderseite ist vorschriftsmäßig verschlossen, jedoch sieht die Rückseite nicht mehr intakt aus. Dieser Tresor wurde irgendwo entwendet und im tiefen Wald mühsam geöffnet. Das wird sehr lange gedauert haben, war aber offenbar von Erfolg gekrönt. Zu zweit hebt man den Stahlbeton Kasten kaum, daher muss ja schon jemand Kraft gehabt haben oder viel Verstärkung.
Wie auch immer: Heute beherbergt der Tresor einen Geochache und ein paar winzige Bewohner.
Tresor in Michendorf

Tresor in Michendorf

Bahnhof Michendorf Brandenburg

1 Okt
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Bahnhof_Michendorf

Der alte Bahnhof von Michendorf hat schon so einiges hinter sich. Eröffnet wurde er im Mai 1879. 1915 wurde der Bahnhof erweitert und die Gleisanlage wurde deutlich erweitert. Im 3. Reich wurde der Betrieb weiter ausgebaut und die Gleisanlage deutlich vergrößert, schon um dem Ein- und Auslaufenden Zugverkehr des großen Rangierbahnhof Neu Seddin gerecht werden zu können. Über diese Trasse, der sogenannten Wetzlar Bahn, rollten auch bis 1945 kriegswichtige Züge im Minutentakt, Nachschub für die Front und Menschentransporte aller Art.
( Siehe hierzu Rangierbahnhof Neu Seddin )

1945 war dann Feierabend, und die Rote Armee besetzte Michendorf und damit auch die Reichsbahnanlagen bis Neu Seddin, jedoch formierte sich die Wenck Armee im April 1945 noch einmal zum Angriff. Zu DDR Zeiten wurde hauptsächlich sowjetischer Militärverkehr, sowie lokaler Personenverkehr über Wilhelsmhorst zum Berliner Ring,nach Potsdam und in die Region um Großbeeren abgewickelt.
Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde Michendorf zum ICE Haltebahnhof. Allerdings nicht aufgrund der enormen Passagierzahlen aus der brandenburgischen Kleinstadt, sondern da die Strecke Michendorf – Bahnhof Zoologischer Garten in Berlin noch nicht über die nötige Elektrifizierung verfügte. Anschlusszüge brachten die Reisenden weiter nach Berlin. Diese Regelung wurde nach wenigen Monaten aufgehoben, als die Strecke 1993 vollendet wurde.

Reichsbahnhof Michendorf

©Graphokopie H. Sander KG Berlin ( Scan eigene Postkarte)

Quelle: Wikipedia, Bahnangestellte

 

Bücherzelle Michendorf Bibliotheken in Brandenburger Telefonzellen

27 Aug
Bibliotheken in Telefonzellen

Bibliotheken in Telefonzellen

In früheren Zeiten gab es in den allermeisten größeren Orten Bibliotheken oder Bücherhalle für die Öffentlichkeit. Man leistete einen kleinen Obolus und konnte sich so preiswert Bücher ausleihen. War ein Buch nicht verfügbar, so ließ man sich auf eine Warteliste setzen und mußte wohl oder übel warten, bis der Vorgänger das Buch zurückgebracht hatte.
Im Zuge der Sparmaßnahmen der letzten 20 Jahre, dem rasanten Vormarsch der digitalen Medien und dem fast unendlichen Fernsehprogramm, wurden viele dieser Bücherhallen einfach wegrationalisiert.
Einer ähnliche Entwicklung unterlagen die öffentlichen Telefonzellen. Das Handy machte sie mehr und mehr entbehrlich.
In Brandenburg kommt es in den letzten Jahren zu einer Symbiose beider Auslaufmodelle. Wie hier in Michendorf werden in vielen Ortschaften und Dörfern alte Telefonzellen, gefüllt mit unterschiedlichsten Büchern aufgestellt. Einen Bibliothekar such man hier vergebens. Jedoch ist das Prinzip so einfach wie praktisch und dazu noch kostenlos. Der Leser bringt ein ausgelesenes Buch in die Bücherzelle und nimmt sich ein ungelesenes Exemplar mit nach hause.
Im günstigsten Fall kommen so immer frische und unbekannte Bücher in die Bücherzelle. Offenbar findet diese neue Idee viele Fans und Nutzer im ganzen Land.

 

 

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Hans Grade, Flugpionier aus Brandenburg

Wildenbruch 1945 Sperring um Berlin Waldkämpfe Richtung Ferch

23 Jul
Wildenbruch Seddiner See

Wildenbruch Seddiner See

1945 sah es hier nicht so idyllisch aus. Ländereien gingen bis ans Nordufer des Seddiner Sees und gleichzeitig lief der Sperring um Berlin von Zossen, Wildenbruch, Ferch, am Nordufer entlang. Hier sollte Berlin letztendlich noch verteidigt werden. Doch es kam anders. Die Lage um Berlin war verzweifelt. Die 9. Armee war in Halbe eingeschlossen und versuchte den Durchbruch zur rettenden Armee Wenck. Eigentlich sollte Wenck über Ferch, Caputh in den Berliner Ring eindringen und bis in die Innenstadt vorrücken. Doch entschied Wenck anderes.
Die Gegenoffensive der letzten deutschen Armee endete auf einer Linie Lienewitz-Beelitz, rettete aber etwa 100.000 Menschen das Leben. Mehr darüber.
Am 21 April besetzen Sowjetische Truppen Wildenbruch und drangen weiter nach Michendorf vor. Der Sperrring wurde fast ohne Kämpfe genommen und die rote Armee stand somit schnell am Seddiner Rangierbahnhof. Im Wald westlich der B2 und nahe des Ortsteils Six sind noch Spuren der zurückweichenden deutschen Truppen klar erkennbar. Die Kämpfe dauerten bis zum 1. Mai.

Waldkämpfe bei Michendorf

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Schlacht um Berlin : 12. Armee Wenck bei Ferch und die Rettung

26 Mai
Der idyllische Ort Ferch

Der idyllische Ort Ferch

Ferch
Das Kleine Dorf Ferch liegt am Südufer des Schwielowsee und ist ein Ortsteil der Gemeinde Schwielowsee. Der Ort wird 1317 erstmals erwähnt. Die Gegend gehörte damals dem Kloster Lehnin.  Um 1375 wechselte der Besitzer. Die  Adelsfamilie von Rochow war fortan der Eigentümer Ferchs und die Einwohner des Dorfs waren bis in das 19. Jahrhundert der Familie lehnpflichtig.
Im 20. Jahrhunderts nach Anschluss an das Straßennetz sowie dem Bahnnetz am Bahnhof Lienewitz, wuchs Ferch schnell. Schon bald war das Dorf ein beliebtes Ziel für Touristen und Wochenendausflügler aus Berlin und Potsdam.
Die ersten Wochenendhäuser entstanden am Schwielowsee und der Wohlstand wuchs durch Tourismus und Forstindustrie.

Ferch im 2. Weltkrieg, Letzte Schlacht, Ziel Berlin

Am 10. April 1945 wurde die 12. deutsche Armee unter Oberbefehlshaber Walther Wenck bei Beelitz neu formiert. Sie war eine der letzten Möglichkeiten die Umklammerung Berlins durch die sowjetischen Truppen zu durchbrechen.  Am 26. April 1945 nehmen die einzelnen Divisionen auf Befehl Wencks ihrer Angriffsformationen ein. Kriegsschauplatz sind die Wälder von Beelitz bis Ferch und südlich von Beelitz, Elsholz. Im Raum Ferch, Seddin, Michendorf erfolgte der Vorstoß bis kurz vor Neuseddin.  Ziel war es die Autobahn bei Michendorf und weiter nach Berlin freizukämpfen. Die Division „Ulrich von Hutten“ stellte die Angriffsspitze. Bereits am Abend erreichte man Linthe und machte 18 Km Geländegewinn.

Eine Zeitzeugin aus Reesdorf erinnert sich:
„Ich erinnere mich genau als die ersten Russen kamen. Sie suchten Schmuck und Frauen. In einer Scheune hatten sich ein SS Offizier aus Halbe mit zwei jungen Soldaten versteckt, die er mitgebracht hatte. Die Russen nahmen die Soldaten fest, der SS-Mann wurde zu Tode getreten und brauchte noch einen halben Tag, bis er tot war. Wir flüchteten per Pferdewagen aufs Land, kehrten aber nach Tagen zurück, schon wegen den Tieren.“

Am 27.4.45 Erreichte die I.D Scharnhorst Reesdorf und eroberte das Dorf durch furchtbarste Kämpfe.
Am 28.4.45 waren Mittags bereits 6 Ortschaften und die Beelitzer Heilstätten zurückerobert. Sowjettische Soldaten hatten sich in den Kellern und unterirdischen Gängen festgesetzt und leisteten erbitterten Widerstand. Unmittelbar nach der Einnahme der Heilstätten wurde begonnen die 3000 Verwundeten abzutransportieren. Glücklicherweise war Personal des Internationalen Roten Kreuzes anwesend, die später die Übernahme der Verletzten durch die US- Armee vermitteln konnten.

Am 29.4.45 wird es ernst um Berlin. Daher schreibt Hitler um 23:00 ein Funkspruch an Generaloberst Jodl.
1.) Wo Sitze Wenck?
2.) Wann tritt er an?
3.) Wo 9. Armee?
4.) Wo Gruppe Holste?
5.) Wann tritt er an?

Am 30.4 konnten schwerste Angriffe abgewiesen werden und am 1.Mai hielt man Wittbrietzen.

Furchtbarste Kämpfe in Reesdorf

Furchtbarste Kämpfe in Reesdorf

Fichtenwalde
Um Ferch zu erreichen wurden nach Zeitzeugen Aussagen folgende Wege benutzt:
I.D. Schill nahm die Bundesstrasse bei Klaistow und unterquerte die Autobahn. 30.4.45
I.D. v. Hutten durchquerte die Ortschaft Fichtenwalde über die heutige L88 und die Lessingstrasse ggf. zusätzlich über die Tulpenstrasse in Richtung Autobahn.

( Nach dieser Fotokopie die wir eingescannt haben trifft der Angriff der Division Hutten von Fichtenwalde ausgehend genau nördlich des Autobahn Kreuzes nach Hannover auf die rote Armee und kämpft Ferch frei.  )

Krieg bei Ferch 1945

Angriff bei Ferch 1945

 

Neuseddin/Lienewitz
Das 5. mechanisierte Korps der 1.Ukrainischen Front kontrollierte bereits den östlichen Bahndamm der Trasse bei Neuseddin. ( Endsiegtrasse genannt )

Bei Lienewitz ( Karte ) waren geringe  Kampfhandlungen zu verzeichnen. Hier sind heute noch Gräber im Wald zu finden. Bis 1990  bestand diese Grabstätte eines deutschen Gefreiten aus einem Holzkreuz mit seinem Stahlhelm, welches von der Bevölkerung seit 1945 gepflegt wird. Aufnahme 28.5.2015.

Kriegsgräber Michendorf. Hier ruht ein deutscher Gefreiter

Kriegsgräber Michendorf.
Hier ruht ein deutscher Gefreiter

Ferch Lienewitz, Verteidigungslinien 1945

Ferch Lienewitz, Verteidigungslinien 1945

In den Wäldern zwischen Lienewitz und Beelitz trafen die Divisionen erneut auf die Rote Armee. In schlimmsten Waldkämpfen starben Tausende.

Bunker östlich der Bahntrasse

Bunker östlich der Bahntrasse

Die Entscheidung
Nachdem das Einbrechen nach Berlin aussichtslos war, mußten die Infanterie Divisonen „Ulrich von Hutten“ und „Schill“ (nördlich von Beelitz ) und “ Scharnhorst“ ( südlich von Beelitz) den Abzug der 9.Armee  aus Halbe und der Garnison Potsdam nach Westen decken. Die 9. Armee versuchte zu diesem Zeitpunkt mit einem Wanderkessel aus Halbe zur 12. Armee zu stoßen.
Die gebildete Verteidigungslinie entlang der Eisenbahnstrecke Elsholz,( Wittbrietzen ) Ferch Lienewitz von 12km Länge musste nun halten. Beelitz Heilstätten war evakuiert, die Reste der total erschöpfte 9 Armee bei Luckenwalde. Ziel der 9.Armee war jetzt der Raum südlich von Beelitz, der ihnen von der 12. Armee als bester Durchbruchsweg genannt wurde. Am Morgen des 1.Mai brach die Spitze Busse mit 5 Siegerpanzern und 10 Schützenpanzern bei Wittbrietzen durch und öffnete den Weg für die 9. Armee.
Die Rote Armee stand dennoch vor Beelitz. Sowjetischer Beschuss aus Zauchwitz deckte den Angriff. In furchtbaren Nahkämpfen auf dem Beelitzer Friedhof wurde die Sowjets zurückgeworfen.

Einschüsse auf dem Friedhof von Beelitz

Einschüsse auf dem Friedhof von Beelitz ( Haus + alte Grabsteine )

Aus Wittbrietzen haben wir sehr genaue Aussagen von Zeitzeugen, die die Vorkommnisse wie folgt zusammenfassen.

„Zuerst kamen Deutsche Landser per Fahrrad um die Gegend zu erkunden. An den Rädern waren Panzerfäuste angebunden und Granaten ( wahrscheinlich die Munition der PF ) Wir sagten zu denen, haut bloss ab, ihr macht uns noch unglücklich.
Das taten die Deutschen dann sofort und verschwanden in Richtung Elsholz. Dann kamen völlig erschöpfte Soldaten und warfen ihre Granaten in den Dorfteich. Dann schleppten die sich über die Bahnlinie zur Armee Wenck. Es gab Luftangriffe und alle mussten in den einzigen Luftschutzkeller in der Ortschaft.'“
( Getroffen wurde nur eine Scheune ) „Dann war Gefechtsfeuer aus Beelitz zu hören und russische Truppen flüchten in den Ort und verschanzten sich. Dann blieb es ruhig. Später hörte man dann Gefechte von der Bahnlinie bei Elsholz.“ 

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Rote Armee offenbar vor nicht mehr durch Beelitz (Häuserkampf) über die Bahnlinie zu gelangen sondern ihr Gerät über die beiden Bahnübergänge um Elsholz zu bringen.

Hauptangriffspunkte waren also der Bahnübergang Elsholz, südlich von Beelitz, und der Übergang am Bahnhaus 59.

BAHNGEBÄUDER VON ELSHOLS

Bahngebäude Elsholz

Bahnhaus59

Bahnhaus59

( Siehe auch Kanonenbahn )

Der Bahnhof Elsholz wurde zeitweilig von Deutschen und Sowjets besetzt. Die Toten dieses Abschnitts sind heute in Salzbrunn beigesetzt.

Am 30.4.45, als klar wurde dass die Mehrzahl der Verwundeten und die Soldaten der fliehenden Einheiten in Sicherheit waren, kam das AUS per Funkspruch. Wahrscheinlich aus der Post von Ferch. Keitel meldete die Aussichtslosigkeit der Operation. 4 Stunden später war Hitler tot.

Funkspruch Keitels an die Reichskanzlei 30.4.45

Inhalt :  Vormarsch bei Ferch/Schwielowsee zum Stehen gekommen.
Der Film „Der Untergang“ beschreibt diese Szene genau und möglicherweise hat gerade diese Nachricht zu Hitlers Selbstmord geführt.
Man zog in Richtung Amerikanischer Truppen und Elbe bei Tangermünde, um sich dort in Kriegsgefangenschaft zu begeben.
80 000 Opfer dieser letzten große Schlacht des 2. Weltkrieges lagen nach diesen Tagen in den Wäldern, bis heute konnte die meisten nicht identifiziert werden. Allerdings werden  noch Ausrüstung und Gebeine sichergestellt.
Ein Kreuz im Wald zwischen Ferch und Neuseddin erinnert an dies letzte Schlacht.  Es trägt die Aufschrift „In diesen Wäldern verbluteten im April 1945 80000 Gefallene der letzten Schlacht des Krieges 1939 – 1945“. Zunächst stand an dieser Stelle ein kleineres Kreuz, wurde aber durch die Initiative des Privatmannes Ernst Rose, dessen Bruder noch am 30. April 1945 bei Ferch fiel, mit einem 5m hohen Metallkreuz ersetzt.
IMG_4043 Laut eines Bahnarbeiters werden immer noch Munitionsteile in den Bahndämmen gefunden. Gerade in diesen Tagen wird die Strecke erneuert.

Bombenangriffe

Glaubt man den heute per DGM Filter von der Öffentlichkeit einsehbaren topographischen Karten des Brandenburg Viewer, so sind um den Bahnhof Elsholz und Umgebung sind keine nennenswerten Bombeneinschläge zu erkennen. Allerdings wurde das Eisenbahnkreuz südlich Seddin erheblich bombardiert. Daraus könnte man schließen, dass sich die Armee Wenck recht unauffällig bewegen konnte und keine massiven Luftangriffe auf sich gezogen hat.

Zuvor: 45000 Tote an den Seelöwen Höhen 1945

Fortsetzung: Die Flucht nach Tangermünde

Quellen. Befragung von Zeitzeugen, Gefechtsaufzeichnungen.

( Division = 10.000 bis 30.000 Mann )

SIEHE AUCH :
Lager in Michendorf
Siehe auch Nachrichten Bunker in Wünsdorf
Frankfurt/Oder 1945
High Tech Schmiede im 3.Reich
Hans Grade Bordheide Flugzeugwerke und Schulbetrieb
 Radwanderweg R1 bei Ferch