Alter Schießstand nahe Neuseddin / Flakring um Berlin

1 Okt
alter Schießstand im Wald bei Neuseddin

alter Schießstand im Wald bei Neuseddin

Berlin 1938.
Seit Sommer laufen die Planungen für die Errichtung eines Flakrings um die Reichshauptstadt Berlin. Das gegründete Luftverteidigungskommando 1, ( später 1. Flak Division ) hat fortan die Aufgabe der Luftraumverteidigung Berlins und dem Schutz der Stadt.
Im Wald nahe der brandenburgischen Ortschaft Neuseddin liegt ein ehemaliger Schießstand.
Hier trainierte seit den 40ziger Jahren die Wehrmacht das Schießen auf große Distanzen. Kurz vor Kriegsende war der Bahnhof Neu Seddin stark umkämpft und viele kleine Relikte zeugen noch heute vom Frontverlauf.
Nach dem Krieg schoss hier die Volkspolizei der DDR sowie einige militärische Einheiten.

Folgt man der alten Schießbahn nach Westen, so steigt das Gelände plötzlich stark an. Unter diesem künstlichen Berg lag zu Kriegszeiten eine 105 mm Flak in Doppellafette, die in den 1960ziger Jahren mit Sand verfüllt wurde.
Zur Schwerpunktbildung waren hier offenbar mehrere Geschütze zu einer Batterie montiert und dienten dem Schutz des Bahnhofs im Osten.

Eigentlich war die 105mm 1928 Flak für Großkampfschiffe bei der Firma „Rheinmetall“ in Auftrag gegeben worden. 1933 war auch das Heer an dem Waffensystem interessiert. 1939 war die Kanone weitestgehend entwickelt, die elektrische Steuerung funktionierte störunanfällig und die Wiederladung war automatisiert worden.

Deutsche 105mm Flak 38 und 39

Deutsche 105mm Flak 38 und 39

Die Auslieferung an die Truppenteile erfolgte 1940. Da die Waffen für Fronteinsätze zu schwer war, wurde keinerlei Schutzschild verbaut. Die 105mm diente fortan als Flak zum Schutz der Städte und Anlagen. 1944 wurden bis zu 3 Kanonen täglich gebaut und waren fast 2000 Geschütze im Einsatz.

Siehe auch: Flakring um Berlin

© Fotos eigene/gemeinfrei