Königlich-Preußische Kriegsschule

6 Okt

Von der Reichskriegsschule zur SED-Bezirksleitung und zum Landtag

Scherl Bilderdienst Ehemalige Kriegsschule, jetziges Reichsarchiv auf dem Brauhausberg in Potsdam [1929] 33959-29

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Ehemalige Kriegsschule, jetziges Reichsarchiv auf dem Brauhausberg in Potsdam [1929]
33959-29

Als Königlich-Preußische Kriegsschule auf Weisung Kaiser-Wilhelms II. wurde von 1899 bis 1902 ein Gebäudekomplex auf dem Brauhausberg errichtet, der auch heute noch über Potsdam tront.

Franz Schwechten erstellte die Pläne und Martin Meyer übernahm die Bauleitung. Als Haupteingang wurde der, dort bereits stehende, 1804 für Königin Luise errichtete 64m hohe Aussichtsturm, umbaut.

In der Kriegsschule wurden bis 1914 die Offiziere aller Armeen des Deutschen Kaiserreichs ausgebildet. Durch den Versailler Vertrag waren in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg Kriegsschulen verboten. Man beschloß, das Gebäude zum Reichsarchiv umzugestalten.

Wärend der ständigen Umgestaltungen und Erweiterungen wurde der Turm auf 50m reduziert. Im Jahr 1936 wurde das nun zum Heeresarchiv Potsdam ernannte Archiv zur selbstständigen Behörde.

Scherl Bilderdienst Potsam; Heeresarchiv auf dem Brauhausberg. Foto: Dorneth; 23. Nov. 1937 14982-37

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Potsam; Heeresarchiv auf dem Brauhausberg.
Foto: Dorneth; 23. Nov. 1937
14982-37

Die Bombardierung Potsdams am 14. April 1945 zerstörte das Gebäude teilweise und mit ihm auch viele Unterlagen. Bis Juni 1948 befand sich die sowjetische Militäradministratur darin. Das Land Brandenburg nutzte es dann für die Abteilung Steuer- und Finanzwesen. Der Landesverband der SED setzte sich aber gegen die Landesregierung durch. Nach Auflösung der Länder und Neuordnung in Bezirken der DDR am 1. August 1952 zog die SED-Bezirksleitung dort ein. Der Volksmund nannte das weithin sichtbare Gebäude mit dem Symbol der SED nur noch „Kreml“ in Anlehnung an die Ausrichtung der SED nach Moskau.

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Foto: 2014 M.Friedrich

1990 beschloß der neue Brandenburgische Landtag seinen Sitz in die ehemalige Kriegsschule zu verlegen. Auch der Einsatz von mehreren von Millionen DM schaffte die erforderliche Kapazität nicht. Es wurde also als Provisorium bezogen und ungünstig genutzt. Also ein neuer Beschluß: Wiederaufbau des alten Stadtschloß!

Die letzte Landtagssitzung fand dort am 22.08.2013 statt. Seit Januar 2014 hat der Landtag seinen Sitz im Stadtschloß.

Was wird nun aus diesem Gebäude mit einer solchen Wechselgeschichte auf dem Brauhausberg oberhalb des Kaiserblicks? Laut Wikipedia …. unklar….