Das Brandenburger Tor Berlin

1 Aug

Zeuge von Kriegen, Teilung, Wiedervereinigung und Umbau der Hauptstadt Berlin: Das Brandenburger Tor in Berlins Mitte, unmittelbar quer ab des Reichstag gelegen und Motiv unzähliger Postkarten. Der frühklassizistische Sandsteinbau wurde von 1788 bis 1791 auf Befehl Friedrich Wilhelm II erbaut und ist etwas kleiner als der Triumphbogen in Paris.
Im kalten Krieg und der Teilung der zwei deutschen Staaten verlief die Grenze vom Potsdamer Platz kommend am Brandenburger Tor entlang, bis zum Reichstag, dann entlang der Spree.
Auf der Westseite verlief die DDR Grenzmauer oval über den Platz des „18.März“, auf der Ostseite war die „Straße unter den Linden“ kurz vorm „Pariser Platz“ abgesperrt und von Grenzsoldaten bewacht.

Brandenburger Tor zu DDR Zeiten

Brandenburger Tor zu DDR Zeiten ( Scan, alte Postkarte )

Am 30.1.1933 feierte die NSDAP mit einem gewaltigen Fackelzug der SA die Übernahme der Macht im deutschen Reich. Im Kampf um Berlin und durch alliierte Bombenangriffe wurde sowohl das Tor selbst, als auch die Quadriga auf dem Tor, stark beschädigt. Glücklicherweise wurde 1942 ein Abdruck der Quadriga genommen, sodass sie nach dem Krieg rekonstruiert werden konnte.

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Brandenburger Tor im Zustand des 8. Mai 1945 (Kriegsende)

Nachwendezeit
Am 9.November 1989, der Tag an dem „die Mauer fiel“ und in den folgenden Tagen turnten Menschenmassen auf dem Tor, um das Ende der Teilung zu feiern. In den Folgejahren war das Gebiet um das Brandenburger Tor eine riesige Baustelle, wie Berlin insgesamt. Der Pariser Platz wurde vollkommen umgestaltet und bis zum Potsdamer Platz entstand auf dem Todesstreifen eine völlig neue Architektur.
2006, nach Entstehung der „Fanmeile“ auf der Straße des 17.Juni, anlässlich der Fußballweltmeisterschaft wurde das Brandenburger Tor zur festen Institution aller möglichen Umzüge und Feste.

 

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Brandenburger Tor heute ….. Foto M.Friedrich

 

 

 

Geisterbahnhof Berlin Potsdamer Platz, direkt unter Todesstreifen 1945 1961 1989

29 Jul

Eigentlich war der Potsdamer Platz einst eine Megakreuzung mehrerer Straßen und unter ihm, einiger Bahnlinien. Er gehörte zu den verkehrsreichsten Plätzen weltweit. Da es ständig zu zum Teil schweren Unfällen kam, wurde auf dem Potsdamer Platz eine der ersten Ampeln eingeführt. Allerdings waren die Lichter, die heute noch die Gleiche Bedeutung haben, nicht vertikal sondern nebeneinander angeordnet. Bis 1945 war der Platz eines der Zentren Berlins, Kaufhäuser, Restaurants, oder Kneipen gab es allerorts.
In den verheerenden Bombennächten wurde auch der Potsdamer Platz stark beschädigt und damit alle seine Anlieger. Es blieb nach dem Krieg ein Ort zwischen den 3 Sektoren, die seit der Kapitulation die Stadt teilten.
Siehe auch : Armee Wenck, letzte Schlacht südlich von Berlin

Doch es kam schlimmer. 1961 wurde die „Mauer“, die Ostberlin fortan von Westberlin trennte, quer über den Potsdamer Platz errichtet. Somit war der einst beliebte Platz jetzt ein Geisterort oder militärisches Ost Gebiet. Es sollte bis zum 9.November 1989 dauern, bis sich diese Trennmauer wieder öffnen sollte. Bis dahin blieb der unterirdische Bahnhof, der angeblich einen direkten Zugang zur unmittelbar benachbarten Reichskanzlei in der Vossstrasse ( DDR Gebiet ) hatte, ein Geistesbahnhof. Züge durchquerten den Bahnhof doch hielten nicht. Solche Durchgangsbahnhöfe gab es viele, denn die Berliner S-Bahn, zunächst noch von der DDR Betrieben, unterfuhr im täglichen Betrieb ständig die Deutsch Deutsche Grenze.  Siehe S-Bahn Berlin, 57 Jahre bis zum Normalbetrieb

Die Situation des S-Bahn und U-Bahnnetzes in der Nachkriegszeit ist sicherlich einzigartig . Züge fuhren von Berlin West in Richtung Osten und bekamen Ansagen zu hören wie : „Letzter Bahnhof im amerikanischen Sektor.“ „Letzter Bahnhof im Westsektor.“ und später dann „Letzter Bahnhof in Westberlin.“
„Dit muß man sich so vorstellen.“
erzählt ein BVGler. ( BVG Berliner Verkehrs Gesellschaft)
„Die Bahn fuhr unterirdisch in die Ost-Zone ein und durfte hier aber nicht halten. Sie durchquerte einen oder mehrere Geistesbahnhöfe und fuhr dann wieder in den Westen. Auf diesen fast dunklen und gesperrten DDR Bahnhöfen standen Grenzsoldaten der DDR Truppen und wachten über die ganz langsam durchfahrenden Züge.“

1990 begann der Wiederaufbau des Potsdamer Platzes in den alten Grundrissen. Dabei titelte die Bildzeitung einige Jahre später, mitten während der Bauarbeiten im Untergrund:
„Führerbunker entdeckt.“

Wieder ein Zeitzeuge: “ Nach der Schlagzeile sind wir gleich zum Potsdamer Platz gefahren. Dort gingen wir über den ehemaligen Todesstreifen, der jetzt ein abgeräumter Erdstreifen war. Einige junge spielten an einem Haufenbund liefen weg, als sie uns kommen sahen. Wir passten sie auf der anderen Seite eines Hügels ab, boten ihnen eine Mark, schon wußte wir wo am Tag zuvor ein Loch in die Unterwelt entdeckt wurde.
Es lag direkt am Eingang  zum Bahnhof, Ecke Ebertstrasse,Leipziger Strasse. Die enge Treppe runter waren alte Schilder zu erkennen, etwas Wasser stand in den Gängen. Wir brachen ab, da wir Angst vor Gas hatten und keinerlei Taschenlampen. Am Folgetag waren wir zwar ausgerüstet, aber schon Stunden nach unserem ersten Besuch im Bunkereingang war eine schwere Betonplatte über den Eingang gelegt worden, der die nächsten Jahre auch dort liegen blieb.Ein weiterer Eingang lag noch bis zum Bau der Fall of Berlin auf einem Trümmergrundstück.“

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