Löwendorfer Berg und Aussichtsturm / Reste von Artillerie Stellungen 1945

5 Aug
Aussichtsturm Löwendorfer Berg Trebbin

Aussichtsturm Löwendorfer Berg Trebbin

Trebbin, Ortsteil Löwendorf. Auf einer Sanddüne steht hier ein spektakulärer Aussichtsturm, der bei gutem Wetter Blicke bis nach Berlin, oder gen Osten bis zur CargoLifterhalle in Brand  ermöglicht.
Bei Baubeginn am 13.02.2012 quälten sich die Baufahrzeuge den sandigen Waldweg empor, um 4 Monate später den 20 Meter hohen Turm fertigzustellen. Die  Aussichtsplattform bietet etwa 30 Personen Platz.
Der Berg war wurde zunächst für von Gummiseilen in die Luft katapultierten  Gleitflugzeuge genutzt. Diese glitten dann ins Tal und landeten dort.
Direkt benachbart ist heute der Flugplatz Schönhagen ( EDAZ als Kennung ). Vom Turm lassen sich die startenden und landenden Flugzeuge gut beobachten. Doch was ist auf diesem Hügel noch zu finden ?
In der heutigen Zeit hinterlassen Geocacher bei ihren kleinen Schnitzeljagdten, Ziele auch hier, ihre Spuren. Doch schon vor 70 Jahren wurden hier Spuren hinterlassen. Kriegsspuren. Die Wehrmacht nutzte den Hügel um die nach Trebbin einbrechenden russischen Truppen zu beschießen. Fundamente von leichter Artillerie sind auf dem Hügel heute noch zu finden.

Fundamente Löwendorf

Fundamente Löwendorf

Dem Besucher erschließt sich erst die Problematik dieser Zeit, wenn man einen Blick auf die ungefähren Kriegshandlungen Anfang 1945 wirft. Die Lage war aussichtslos.
( Quellen, 2 Zeitzeugen aus Löwendorf )
Dazu 3 Artikel die die Lage erklären helfen:
Die Schlacht bei Ferch und Beelitz
Ausbruch der 9. Armee aus dem Kessel von Halbe
Dobbrikow, südlich von Berlin

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Friedensstadt Glau Johannische Kirche WaffenSS und Gestapo

16 Jul
Friedensstadt Glau

Friedensstadt Glau

Die so genannte „Friedensstadt“ im Trebbiner Ortsteil Glau hat 100 Jahre stetigen Wechsel hinter sich. Kurz nach dem 1 Weltkrieg errichtete die Johannische Kirche des Gründers Joseph Weißenberg ( Gründung 1926 ) die Siedlung, bestehend aus etwa 40 Gebäuden, darunter eine Schule, eine Heilanstalt, ein Seniorenheim und natürlich eine Kirche.
Nach 1933 wurde die Kirche von der nationalsozialistischen Regierung verboten und die Gestapo kümmerte sich um die Auflösung der Siedlung. Ab 1938 wurde das Gelände von der SS genutzt. Es entstand die SS-Artillerieschule 2, Leiter Dr. Schwab.
Weitere SS Abteilungen kamen ebenfalls nach Glau. Wahrscheinlich handelte es sich um das  „Amt 8 FEP des SS-Führungshauptamts“ ( Forschung, Entwicklung, Patente) und gegen Ende des Krieges könnte das „Kampfstoffinstitut der Waffen-SS“ nach Glau verlegt worden sein.

Das Bild oben zeigt das letzte, im Bauhaus Stil errichtete Gebäude vor dem Verbot der Kirche. Es war als Schule geplant, die SS richtete 1940 eine Küche ein. Nach 1945 ziehen russische Soldaten in die Klassenräume.

KZ  Sachsenhausen Außenstelle Glau

Ab 1942 kam eine Außenstelle des KZ Sachsenhausen hinzu. Die bis zu 180 Insassen waren politisch oder religiös Verfolgte sowie Kriegsgefangene.

1931 entsteht das Lokal/Pension „Goldene Sonne“ mit einem 600 Plätze fassenden Saal. Nach 1945  Offiziersheim der Pioniereinheiten der GSSD, 1970 kommt ein Kino der roten Armee hinzu:

Goldene Sonne Glau

Goldene Sonne Glau

 

Siehe auch:
9.Armee und Flucht aus dem Kessel von Halbe
Armee Wenck bei Ferch
Flugplatz Schönhagen 
Vogelschutzgebiet Stangenhagen

Quellen: Gespräche u Info Tafeln vor Ort,
https://de.wikipedia.org/wiki/Friedensstadt_Weißenberg

 

 

Stangenhagen Flugzeuge Vögel Pflanzen im Naturpark Nuthe Nieplitz

26 Jun
Stangenhagener Vogelparadies

Stangenhagener Vogelparadies

Das  Vogelschutzgebiet südlich der kleinen Brandenburger Ortschaft Stangenhagen, im Naturpark Nuthe Nieplitz gelegen, ist sicherlich eine der erhaltenswertesten Gebiete in Brandenburg. Liegt es doch im Zentrum der größten Vogelfluglinie Europas. Aber zunächst zum Ort selbst. Einwohnerzahl 180, direkt an der Bundesstrasse 246 Trebbin, Schönhagen, Beelitz gelegen, war Stangenhagen ehemals eine sächsische Enklave in Brandenburg/Preußen und heute Stadtteil Trebbins.
Dich an dem Naturschutzgebiet liegt Schönhagen und der gleichnamige Flugplatz. Hier starten im Minutentakt Kleinflugzeuge, drehen aber schnell ab um das Gebiet nicht zu berühren und steigen in weitern Schleifen auf Reiseflughöhen, um das Feuchtgebiet zu überfliegen. Normalerweise sind dies 2500 Fuß, also etwa 800m Höhe. Ein weiterer Steigflug ist aufgrund der Luftraumstruktur und der darüber liegenden Kontrollzone von Berlin nur mit einem sogenannten Flugplan möglich, einer Art Sonderfreigabe.

Besonders seltene Tierarten sind hier in großer Zahl zuhause.

Das Überschwemmungsgebiet kann per Rundweg besucht werden. Ein Aussichtsturm an der kleinen Brücke gibt dem Besucher einen Rundblick.
Kormorane, Weißstörche, Graureiher,Graugänse Kraniche,Kiebitze,Rotmilane,Seeadler,Schwarzspechte und natürlich Zaunkönige, jede Menge Ammern und Spatzen und die allerorts üblichen Schwäne sind anzutreffen.

Bitte senden Sie uns gerne gemachte Fotos zu.

Überhaupt befinden Sie sich auf geschichtlichem Terrain. Der Flugplatz Schönhagen ist stets ein Besuch wert, aber auch historisches ist nahe.

Siehe:
Letzter Angriff auf Berlin
Wünsdorf, Bunkerstadt