Seelower Höhen, die Schlacht 1945

28 Okt
Seelower Höhen Gedenkstätte

Seelower Höhen Gedenkstätte

Der Ansturm beginnt.

Kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges braute sich auf der über 30 Kilometer langen Front entlang der Oder, mit 2,5 Millionen sowjetischen Soldaten im Anmarsch, eine vernichtende Zangenbewegung auf Berlin zusammen. Die 2. Weißrussische Front stand bei Stettin und sollte von hier aus über die Oder bis nördlich von Berlin vordringen. Die 1. Ukrainischen Front dagegen stand bei Forst/Cottbus und sollte den riesigen Kessel im Süden schließen. Marshall Georgi Schukow marschierte auf die Ostseite der Oder zu, bereit den Oderbruch und die Seelower Höhen mit 1. Millionen Soldaten im Eiltempo zu nehmen, Ziel Berlin. Seit Februar hatte die 9. Armee unter General Theodor Busse damit begonnen, die Seelower Höhen zur Stellung auszubauen.

Eine Höhe anzugreifen, die strategisch umrundbar gewesen wäre, um sie dann einzukesseln und abzusichern, macht zunächst keinerlei Sinn. Somit konnten die deutschen Truppen in Seelow den Ansturm der sowjetischen Truppen zwar stören, aber keinesfalls aufhalten.
Dennoch entschieden Stalin und Schukow diese Höhe anzugreifen um einen triumphalen Sieg über die Wehrmacht zum 1. Mai, einem hohen Feiertag in der UdSSR, melden zu können. Mensch und Material spielten hierbei offenbar keinerlei Rolle.

Tiger Panzer deutsche Wehrmacht 1945

Tiger Panzer und „Königstiger“ deutsche Wehrmacht 1945 © gemeinfrei

Schlacht Seelower Höhen

Leichter deutscher Panzer

16.April 1945

In den frühen Morgenstunden, begann die Operation. Schukow ließ das Vorfeld der Seelower Höhen, auf dem sich die ersten Deutschen Linien eingegraben hatten, massiv mit Artillerie unter Beschuss nehmen. Aber die Deutschen zogen sich schnell zurück. Sie hatten den Angriff erwartet und so feuerten die Granaten ins verlassene Gebiet vor den eigentlichen Höhen. Etwa 1 Millionen Soldaten der Roten Armee standen lediglich gut 100.000 Wehrmachtssoldaten gegenüber.  Jedoch war die sowjetische Taktik geradezu chaotisch und die angreifenden Truppenteile verloren den Kontakt zueinander. Während russische Panzerverbände noch an der Oder fest saßen, ließ Generaloberst Tschuikow bereits die Höhen stürmen. Um das Schlachtfeld übersichtlicher zu machen und die Deutschen zu blenden, hatte Schukow 143 Scheinwerfer aufstellen lassen. Die Nacht war kühl und feucht gewesen und Dunst und Rauchschwaden hingen über den Hängen. Der plötzliche Einsatz der Scheinwerfer wurde den anstürmenden Sowjets zur Falle. Der Nebel warf ihnen das Licht entgegen und machte eine Sicht auf die deutschen Stellungen unmöglich. Die Wehrmacht dagegen konnte die feindlichen Infanterie nun umso besser sehen. Scharf zeichneten sich die Gestalten, die durch den aufgeweichten und von russischen Granaten zerschossenen Hügel hinauf stapften, gegen den hellen Hintergrund ab. Das deutsche Sperrfeuer glich einem Tontaubenschießen. Eigentlich erwarteten Schukow und Stalin bereits für den Tag 1 der Operation einen Sieg der Roten Armee. Davon konnte allerdings keinerlei Rede sein, denn die Verteidigung des deutschen SS- und Panzer Korps war nicht überwunden worden.

Um 16:00 machte Marschall Schukow den zweiten bedeutsamen Fehler. Da er unbedingt mit seinen Spitzen als Erster Berlin erreichen wollte, befahl er den Einsatz seiner Panzerreserven. Dadurch entstand ein Chaos vor den Seelower Höhen und die deutsche Artillerie konnte hocheffektiv und mit verheerenden sowjetischen Verlusten eingesetzt werden.

17.April 1945

Am Morgen des zweiten Tages versuchte die Rote Armee sich neu zu gliedern und weitere Reserven an das Kampfgeschehen heranzuführen. Nun griff die Deutsche Luftwaffe mit über 2000 Flugzeugen den sowjetischen Brückenkopf an der Oder an. Allerdings standen ihnen fast die doppelte Anzahl von sowjetischen Maschinen gegenüber. Am Abend des 17. Aprils war allerdings die Front auf den Seelower Höhen noch intakt. Im Norden und Süden war die Wehrmacht dagegen bereits auf dem Rückzug und die Rote Armee konnte einiges an Geländegewinn verbuchen.

18.April 1945

Unter schwersten Verlusten der Roten Armee mußte sich die deutsche Wehrmacht auf eine Linie Wriezen-Freienwalde im Norden und Möglin- Bötzow im Süden zurückziehen.

19.April 1945

Nördlich von Seelow wurde die Front langsam brüchig und drohte die 9. Armee zu spalten. Um dies unter allen Umständen zu vermeiden mußte sich die 25. Panzergrenadierdivision bis nach Eberswalde zurückziehen. Die Stellungen auf den Seelöwen Höhen mußten geräumt werden. Die 9. Armee versuchte schnellstens nach Fürstenberg zu evakuieren. Zwischen der Roten Armee und Berlin war der Weg frei. 33000 Rotarmisten und 12000 Wehrmachtsoldaten hatte in diesen Tagen ihr Leben verloren.

Doch damit war die Schlacht um Berlin keinesfalls vorbei. Es sollte noch schlimmer kommen:
9. Armee eingeschlossen in Halbe
12. Armee ignoriert Befehl und kämpft sich der 9. Armee entgegen
Rettung in Tangermünde?
Desaster in Spremberg

Schlacht Seelower Höhen

Schlacht Seelower Höhen

Direkt nach der Schlacht gab Schukow den Befehl „an den ruhmvollen Weg“  seiner Truppen nach Berlin Denkmäler aufzustellen. Das Denkmal in Seelow wurde am 27. November 1945 eingeweiht. Siehe Bild ganz oben.

Quellen: Zeitzeugen, Wikipedia und das Buch Seelow 1945, Die Entscheidungsschlacht an der Oder v. Richard Lakowski, Bilder ©fotalia.de