Fort Douaumont, die „Festung“ von Sperenberg, Brandenburg

14 Nov
Sperenberg, die Festung

Sperenberg, die Festung

Fort Douaumont, die "Festung" von Sperenberg, Brandenburg

Fort Douaumont, die „Festung“ von Sperenberg, Brandenburg

Tief in den Wäldern um die südbrandenburgische Ortschaft Sperenberg liegt, tief im Wald verborgen, die so genannte Festung. Die Ortschaft selbst kennt Militärpräsenz zu genüge, wurde doch seit über hundert Jahren in der Umgebung geforscht und getestet. Fern der deutschen Reichshauptstadt entwickelten Visionäre wie Wernher von Braun hier die Testvarianten der ersten Raketentriebwerke der Welt, oder gar den N-Stoff ( spätere Serienherstellung in unterirdischer Fabrik Falkenaugen ), eine Flourverbindung,die vermag fast alles in Brand zu setzen.
( siehe Versuchsanstalt Gottow )
Der nahegelegene Großflugplatz Sperenberg war die Hauptbasis sowjetischer Truppen nach dem 2. Weltkrieg und größter Arbeitgeber der Region.

Seit 1884 wurde auf der „Schießbahn Kummersdorf“ eine einzigartige Ortschaft errichtet, das „vereinigte Gewölbe- und Panzerziel“ „Fort Douaumont“. Dieser  geheimnisumwitterte Fleck auf der Sperrgebietskarte Brandenburgs hatte den Zweck Beschusssichere Bunker zu konstruieren und gleichzeitig herauszufinden, wie man bestehende französische Bunker effektiv angreifen konnte.
Weder Stahlbeton noch Spannbeton waren zu diesem Zeitpunkt bekannt und so trennte man die einzelnen Betonschichten mit Mauerwerk, was in den Trümmern heute noch gut zu erkennen ist.

1887 wurde diese einzigartige Konstruktion innerhalb von zwei Tagen durch 158 Mörsergranaten vollkommen zerstört. Die Überreste sind heute weitestgehend unverändert erhalten. Der Zahn der Zeit hat Seen entstehen lassen, Moos und Tropfsteingebilde wachsen lassen.

Bunkerreste bei Kummersdorf
Ein Besuch der Anlage ist absolut nicht ratsam. Zuviel Gefahr bringende Löcher und Spalten können den Neugierigen verschlucken. Munitionsreste und  giftige Stoffe können überall vorhanden sein. Militärisches Sperrgebiet !

( Achtung : Keine Handy Netzte )

Bunkerreste bei Kummersdorf

Bunkerreste bei Kummersdorf

Quelle : Eigene, Zeitzeugen  ©Fotos : eigene

Weiterführende Links :
9. Armee Halbe Ausbruch aus Kessel zur Armee Wenck Beelitz Elsholz
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Spremberg 1945 Einkesselung durch die rote Armee und Katastrophe bei Kausche Geisendorf

Flugplatz Sperenberg Sperrgebiet und Drehkreuz der Sowjettruppen. Bald doch BER ?

24 Jul
Flugplatz Sperenberg

Flugplatz Sperenberg

Flugplatz Sperenberg, Sperrgebiet und Ort mit vielen Fragezeichen. Lediglich aus der Luft kann man einen Blick auf einen der geheimnisvollsten Orte Brandenburgs werfen. Aber Vorsicht ist auch hier angesagt, denn bei Kummersdorf-Gut ist eine Flugverbotszohne eingerichtet, das sogenannte ED-R-56. Überflug verboten. Direkt südlich des Flugfeldes liegt ein weiteres Sperrgebiet: Vers Gottow, Versuchsanstalt des Militärs bis 1945. Auch hier ist das Betreten nicht nur gefährlich, sondern ebenfalls streng verboten.

Aber zurück nach Sperenberg. Zwar sieht der Flugplatz aus der Luft alt und vermodert aus, doch dar Anblick täuscht. 1870 wurden in der Umgebung von Kummersdorf-Gut militärische Versuchsreihen angelegt. Später kam eine Trainingsstätte für Eisenbahn Pioniere hinzu.  1903 fuhr ein Militärzug hier 210 hm/h, der schnellste Zug der Welt. Aus dieser Zeit stammt sicher auch das Gerücht, dass im Schumkasee immer noch eine alte Dampflok liegt. Weiter gab es hier auch das tiefste Bohrloch der Welt
Einen Flugplatz gab es hier nicht. Erst die Sowjetarmee erbaute Sperenberg-Flugplatz, zu geteilten Kosten mit der DDR, im Jahre 1958. Sinn und Zweck war es den Hauptstadtflugplatz der DDR, Berlin Schönefeld ( SXF in Zukunft dann BER ) zivil zu halten und den Militärverkehr in Sperenberg abzuwickeln. Erst 1974 wurden die 2 Landebahnen in der heutigen Konfiguration fertig.Neben der militärischen Infrastruktur entstand auch eine russische Siedlung mit Zuganbindung nach Moskau oder Potsdam. Sperenberg war etwa das, was im Westen Rammstein war. Antonov Transportmaschinen, Hubschrauber oder Aufklärer hoben hier ab. Damit war der Flugplatz ein absolutes Transport Drehkreuz für die in der DDR stationierten Sowjettruppen.

1994 verließen die sowjetischen Soldaten die Basis, bauten praktisch alles ab was transportiert werden konnte und hinterließen eine gigantische Ruine. Einer der letzten prominenten Passagiere war der zuvor in Beelitz Heilstätten behandelte Erich Honnecker. ( Ab Dezember 1990 ) Dieser wurde 1991 im wiedervereinten Deutschland per Haftbefehl gesucht und wurde über Sperenberg von der roten Armee, wahrscheinlich nach Moskau, ausgeflogen.

Von 1990 bis 1995 war Sperenberg dann als Hauptstadtflugplatz im Gespräch. Sogar eine Transrapid Anbindung an die Hauptstadt war im Gespräch. Aber der sich immer noch im Bau befindliche Flughafen Berlin Schönefeld  machte damals das Rennen. Allerdings ist heute schon klar, dass schon nach der baldigen Eröffnungen in den kommenden Jahren der BER bereits an seine Kapazitätsgrenzen stoßen wird. Seit 2012 ist Sperenberg deshalb wieder im Gespräch, der wirklich endliche Hauptstadtflughafen zu werden.

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