Otto Lilienthal, erster Mensch der flog. Brandenburg Derwitz Stölln

1 Sep

 

Otto Lilienthal

Otto Lilienthal Denkmal, Derwitz

Am 23.Mai 1848 erblickte Karl Wilhelm Otto Lilienthal in Anklam das Licht der Welt. 12 Jahre später, nach Krankheit und Tod des Vaters, einer gescheiterten Ausreise der Familie nach Amerika, besuchte Lilienthal das Gymnasium in Anklam und die Potsdamer Provinzialgewerbeschule.
Mit seinem Bruder experimentierte er erfolgreich an einem mit den Flügeln schlagenden Apparat, der allerdings nur wenig Gewicht tatsächlich in die Luft anhob. ( 1867 ) Die beiden erkannten, dass die ganze Sache etwas mit der Wölbung der Flügel zu tun haben mußte. Im November des gleichen Jahres begann Lilienthal ein Studium an der späteren   Technische Hochschule Charlottenburg, damals  Gewerbeakademie Berlin.
Es folgten Zeiten unterschiedlicher Erfindungen, Versuche diese zu vermarkten oder sie weiterzuentwickeln, doch im Sommer 1891 war es dann soweit. Das in seinem Buch zuvor zusammengefasste Wissen wurde Wirklichkeit. In Derwitz, Brandenburg, flog er 25 Meter den Hügel in Richtung Eisenbahn hinab.

Erster Start eines Flugzeuges

Erster Start eines Flugzeuges, im Hintergrund die Eisenbahnlinie

Ein Jahr später wechselte Lilienthal nach Berlin Steglitz und verbesserte seinen Flugapparat kontinuierlich. 1893 flog er in Stölln bereits 250 Meter weit.  Nach weiteren Versuchen in Berlin und Stölln ereignete sich, nahe des heutigen Flugfeldes Stölln, im August 1896 die tödliche Katastrophe. Wahrscheinlich war ein Strömungsabriss in 15 Metern Höhe Ursache für den Kontrollverlust des Piloten. Lilienthal starb am 10.August in Berlin und wurde in Lankwitz beerdigt.
Auf Flugplatz Stölln landete 1989 eine ausgediente Iluschin IL – 62 der Interflug und steht seither, ihm zu Ehren, auf dem Flugfeld.

Dorfkirche Derwitz

Dorfkirche Derwitz

Neben der Dorfkirche in Derwitz befindet sich ein kleines Lilienthal Museum, der „erste Flugplatz“ liegt einige Kilometer entlang der Straße nach Krielow und ist zu Fuß von der Straße aus in wenigen Minuten erreichbar.

Lilienthal Museum Derwitz

Schild des Lilienthal Museum Derwitz

Siehe auch:
Hans Grade , Flugpionier
Fliegen in Schönhagen
Flugplatz Werder
Flugplatz Spremberg
Flugplatz Rangdorf
Quellen : Informationen vor Ort und Wikipedia

 

 

 

 

 

14.August 1972 Die Katastrophe von Königswusterhausen

27 Jul

Sommer 1972, Ein Bilderbuchsommer in Brandenburg. Eine Maschine der DDR-Fluggesellschaft Interflug, eine IL-62, nähert sich Königswusterhausen mit Kurs auf Berlin Schönefeld. Was in Königswusterhausen niemand ahnt. Dieser Tag wird in der Geschichte der Interflug tiefschwarz.

Katastrophe von Königswusterhausen

Ingo Büsing_pixelio.de

Die Bewohner kennen das Geräusch überfliegender Maschinen der Interflug, aber heute klingt es anders. Das Pfeifen der Turbinen wird zum Brüllen einer versagenden Technik und endet mit einem riesigen Feuerball den niemand der 148 Passagiere, mit der Freude auf einen wundervollen Urlaub am Meer in Bulgarien, überlebt. Auch die 8 Besatzungsmitglieder überleben diesen Arbeitstag nicht.

Es handelt sich um die erste IL-62 der Interflug mit der Kennung DM-SEA. Am 14.8.72 kommt die Maschine von der Inspektion aus Moskau….alles in Ordnung. Die Passagieren freuen sich auf ihren Flug nach Burgas und steigen ein. Der Pilot stimmt seine Gäste auf den Flug ein und startet zum Flug in Richtung Dresden und Prag um in zwei Stunden in Burgas zu landen. Um16:43 hat der Pilot Schwierigkeiten mit dem Heckleitwerk (Seitenruder). Es läßt sich nicht mehr bewegen. Der Pilot entscheidet sich kurz vor Hoyerswerder nach Schönefeld zurückzukehren. Er wußte nicht, daß bereits im hintersten Teil der IL-62, durch Kurzschlüsse verursachte, Brände waren. In diesem Teil, des kleinen Frachtraums gab es keine Feuerlöscheinrichtungen oder Brandmelder. Schließlich fallen immer mehr Systeme zur Steuerung des Fluzeugs aus. Die Maschine ist nicht mehr auf Höhe zu halten.

Der Pilot versucht immer noch Schönefeld zu erreichen und das Leben seiner ihm anvertrauten Menschen zu retten. Er läßt Treibstoff ab um das Gewicht der IL-62 zu senken um sicher landen zu können. Leider gelingt ihm das nicht. Bevor er die sichere Landebahn erreicht und aufsetzen kann, bricht das komplette Heck durch den Brand ab. Das Flugzeug fällt wie ein Stein vom Himmel und zerschellt am Boden.

Erste Gerüchte behaupten, das Flugzeug wäre in seine eigene Kerosinwolke geflogen und explodiert. Die spätere Untersuchung ergab aber den Brand im Heck als Ursache des Absturz. Der Pilot konnte die Katastrophe zu keinen Zeitpunkt verhindern. Auch eine Landung auf einem anderen Flughafen, wie z.B. in Dresden oder auf dem NVA-Flughafen in Cottbus hätte diesen Unfall nicht verhindern können.

Es handelte sich um einen Fehler in der Konstruktion, den der Hersteller nie eingeräumt hat. Spätere Maschinen dieses Typs hatten diesen Mangel in der falschen Isolierung der Kabel und den fehlenden Feuerschutzvorrichtungen nicht mehr.

Gedenken wir den Opfern.

Eine Maschine des selben Bautyps steht auf dem Gelände der Bundesgartenschau 2015

siehe auch http://www.rbb-online.de/doku/der/der-todesflug-der-il-62.html

 

Iljuschin IL 62 letzte Landung auf Graspiste in Stölln

27 Jul
IL 62 in Stölln Rhinow Flugplatz Landung Acker

Ingo Büsing_pixelio.de

Am 23. Oktober 1989 fliegt ein außergewöhnlich großes Flugzeug den Flugplatz Stölln- Rhinow an. Es ist ein Langstreckenflugzeug vom Typ IL-62 der DDR Fluglinie Interflug. Die Landebahn ist lediglich 850m lang, was für ein derart schweres Flugzeug schon recht wenig ist. Einen heutigen fast doppelt so großen Airbus A340 kann man auf etwa 1200m im Notfall landen. Doch damals waren die Konstruktionen noch nicht so ausgereift. Allerdings ist die Piste stumpf und hat einen hohen Widerstand, denn sie ist aus Gras. Graspisten können in Brandenburg durchaus hohe Gewichte tragen, da Brandenburgs Boden zumeist aus Mergelboden, hart und trocken, besteht.
Otto Lilienthal, der ERSTE MENSCH der flog war hier in Stölln bei einem späten Flugversuch tödlich verunglückt.  Die Landung der Iluschin IL – 62 war eine Aufmerksamkeit an diesen Ort und wird dort seither gehegt und gepflegt.
Quelle technische Details: Ein Flugkapitän

Weitere Links zum Thema:
Absturz einer FW200 Condor
Vogelschutzgebiet am Flugplatz EDAZ
Flugplatz Schönhagen
Sperenberg Flugplatz
Rothenburg Görlitz TOP Flugplatz