Treuenbrietzen, Sebaldushof, Gefangenenlager Nichel 1943 1945

7 Sep

Wegweiser im Lagergebiet, Nichel

Während der Zeit des 3. Reiches entstanden im märkischen Sand um Treuenbrietzen, wie auch im ganzen Land eine hohe Anzahl von Rüstungsfabriken, in denen Häftlinge unterschiedlichster Herkunft zwangsweise in der Produktion eingesetzt wurden. Darunter waren das Werk Dr. Kroeber & Sohn , heute Gerätewerk Leipziger Straße, das Werk Sebaldushof (das sogenannte „Werk A“) und die Munitionsfabrik Werk Selterhof („Werk S“)
Am 21. April 1945 gelang es einem Stosstrupp der Roten Armee das an der Reichsstraße 2 ( heute Bundesstrasse 2 ) gelegene Lager zu erreichen und neben anderen Nationen und Gruppen, eigene Landsleute zu befreien. Ziel des Stosstrupps waren die Munitionsfabriken und die Bahnlinie Treuenbrietzen Beelitz.
Etwa 3000 Menschen waren im den Baracken im Wald nahe der Produktionsstätte Sebaldushof interniert, darunter 150 italienische Gefangene. Am 9. September 1943 landeten westalliierte Truppen bei Salerno.

Nach dem Zusammenbruch Italiens, hatte der einstige Verbündete Deutschland den Krieg erklärt. Daraufhin wurden auch italienische Soldaten in Deutschland zu Kriegsgefangenen.
Zwei Tage nach dem Vorstoß der sowjetischen Soldaten verschob sich durch den Angriff der Wehrmacht die Frontlinie ruckartig in Richtung Osten.
Sebaldushof und das dazugehörige Lager waren erneut in deutscher Hand.

Weiterführend:
Erschießung italienischer Kriegsgefangener in Nickel, Treuenbrietzen.
Schlacht um Berlin.

Kellergewölbe der Fabrik „WerkA“ Sebaldushof

Gedenkstein im Lagergebiet


© Fotos eigene / Quellen: Wikipedia und eigene

 

 

 

 

Schneiderstein Finkenberg bei Treuenbrietzen und die Sagen

22 Mai
Schneiderstein am Finkenberg Treuenbrietzen

Schneiderstein am Finkenberg Treuenbrietzen

Als in Treuenbrietzen die St. Marienkirche ( 1220 etwa )  in der Großstraße im Osten der Stadt gebaut wurde brachte das den Teufel, der zu diesem Zeitpunkt in der Umgebung von Wittenberg weilte, fürchterlich in Rage. ( So die Sage )
Er nahm einen riesigen Stein und warf ihn Richtung Treuenbrietzen. Irgendwie reichte der Schwung nicht aus und so viel der Stein bereits am Finkenberg, südlich der brandenburgischen Stadt zu Boden. Dabei zerbrach er in zwei Teile.
Weitere Sagen lauten wie folgt :

Ein Schneider wanderte einstmals von Treuenbrietzen nach Wittenberg. Am Finkenberg verstellte ihm der Teufel den Weg und wollte ihm die Seele rauben. Der Schneider bat um sein Leben. Der Teufel stellte als Bedingung, dass der Schneider mit seiner Elle den Stein spalte. Das gelang ihm auch. Der Teufel musste ihn weiterziehen lassen.

Einstmals prahlten zwei Schneider über ihre Stärke. Schließlich behauptete der eine Geselle, der in Wirklichkeit der Teufel war, er könne den Stein mit einem Schlag seiner Elle spalten. Der andere ging auf die Wette ein. Tatsächlich zersprang der Stein. Da gewann der Teufel die Wette und zauberte den Schneider in den Stein.

In alter Zeit lebte in der Gegend des Finkenberges ein Riesenehepaar. Der Mann fertigte für sich und andere Riesen Kleidung an und wurde deshalb der Schneider genannt. Im Streit mit seiner Frau ergriff er seine Elle und warf sie nach der Frau. Er traf aber den Stein, der durch die Wucht zersprang.

Der Stein liegt von Treuenbrietzen kommend etwa 5 Kilometer auf der rechten Seite der Bundesstrasse 2, kurz vor der Landesgrenze nach Sachsen Anhalt.

Schneiderstein Sagen

Schneiderstein Sagen

( Natürlich liegt auch hier ein Geocache )
Quelle : Schautafel

Die Erschießung italienischer Zwangsarbeiter in Nichel 1945

12 Sep

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Brandenburg 1945. Der 2. Weltkrieg ist verloren und die rote Armee steht vor den Toren Berlins. Ablauf der dramatischen Ereignisse in Kurzform.

10. April 1945  die 12. deutsche Armee bei Beelitz neu formiert. Ziel Berlin.
11. April 1945 Treuenbrietzen Einmarsch der 13. Armee der Roten Armee.
21. April 1945 das 51. Gardepanzerregiment der 1 Ukrainischen Front
besetzt Treuenbrietzen und löst die 13. Armee ab, die in Richtung Elbe abzieht.
( Es kommt zu Vergewaltigungen und Übergriffen )
23. April 1945 Die Armee Wenck versucht möglichst weit nach Osten vorzudringen und erobert Treuenbrietzen zurück. Wenck versucht einen winzigen Korridor südlich der Reichstrasse Trebbin-Beelitz und nördlich einer Linie Luckenwalde-Treuenbrietzen für den Durchbruch der eingeschlossenen 9.Armee bei Halbe zu sichern.
23. April 1945 Wehrmacht oder die Waffen SS  erschießt beim Dorf Nichel italienische Zwangsarbeiter. ( Italien hatte Deutschland, dem ehemaligen Verbündeten, 1943 den Krieg erklärt. )
23. April 1945 Die Rote Armee erobern Treuenbrietzen zurück.
23. April 1945 1000 Zivilisten werden von den Truppen der UdSSR erschossen.( Männer )
30. April 1945 Generalfeldmarschall Keitel informiert Hitler, daß  die 12. Armee feststeckt und nicht mehr nach Berlin vordringen kann. siehe auch Keitel
Im Anschluss werden Verteidigungslinien entlang der Bahn Beelitz Jüterbog ausgebaut um den Abzug der 12. Armee Wenck sowie der Reste der 9. Armee zu sichern. siehe Elsholz
Die Front bleibt hier westlich von Treuenbrietzen, sodass die Stadt unter Sowjetischer Besatzung bleibt.

Kiesgrube Nichel

Kiesgrube Nichel


Die Waffenfabrik von Treuenbrietzen

Die Firma Kopp&Co wurde 1924 gegründet und begann die Waffenproduktion in Treuenbrietzen unter dem Vorwand Jagdmunition herzustellen. Der  Vertrag von Versailles, der die Reparation des unterlegenen Deutschlands im 1.Weltkrieg regelte, wurde so umgangen. Schnell expandierte man und es entstand das Werk „Sebaldushof“, ab 1933 kam die Produktionsstätte „Selterhof“ hinzu.
Die Arbeitslosigkeit in Treuenbrietzen sank rapide und schnell mussten ortsfremde Arbeitskräfte angeworben werden.
Während des 2. Weltkrieges wurden unter anderem Kriegsgefangene und Häftlinge eingesetzt. Nach der Kriegserklärung Italiens 1943 gegen den ehemaligen Verbündeten Deutschland, wurden auch italienische Arbeiter eingesetzt. Nach der kurzzeitigen Wiedereroberung von Treuenbrietzen am 23. April 1945 wurden 131 Italiener in der Kiesgrube erschossen, 4 überlebten zufällig.
Die Gedenkstätte liegt unscheinbar am Rande der ehemaligen Kiesgrube.

Siehe :
Treuenbrietzen, Sabinchenstadt
Friedrichstrasse in Treuenbrietzen

( Quellen: Stadtarchiv Treuenbrietzen, Infotafel vor Ort, Zeitzeugen )

Friedrichstrasse und Gildehaus Treuenbrietzen, Brandenburg

9 Sep
Friedrichstrasse und Gildehaus Treuenbrietzen

Friedrichstrasse und Gildehaus Treuenbrietzen

Direkt im Herzen der mittelalterlichen Stadt Treuenbrietzen in Brandenburg liegt das älteste Wohnhaus der Stadt. Es liegt inmitten einer Strasseninsel in der Innenstadt, den so genannten Hakenbuden oder Höckerbuden, wie die Einheimischen sagen.
( Von Höker, Händler )
1540 wurde hier das Gildehaus gebaut. In den letzten Jahren hat sich um das  Gildehaus viel getan und aus einem baufälligen Gebäude wurde eines der imposantesten Altbauten der Gegend. Ein Besuch lohnt sich unbedingt, denn es gibt in dem heutigen Museum auch etwas sehr geheimnisvolles zu finden. Über eine winzige Treppe mit nur wenigen Stufen gelangt der Besucher auf der Hinterseite des Gebäudes erneut auf eine Strasse. Allerdings ist diese Strasse nur wenige Meter lang und in jeder Hinsicht eine Sackgasse. Es ist die Friedrichstrasse in Treuenbrietzen. ( siehe Foto )

Friedrichstrasse in Treuenbrietzen

Friedrichstrasse in Treuenbrietzen


Quellen: eigene, Stadtchronik.
Siehe auch:  Treuenbrietzen 1945

Sabinchenstadt Treuenbrietzen, Massaker und Gegenwart

22 Jun
Treuenbritzen Brandenburg

Treuenbritzen Brandenburg

Erstmals erwähnt 1208, Lage im Norden dies niederen Fläming, Brandenburg. 1290 Erhalt des Stadtrechts. Das kleine Treuenbrietzen war eine moderne Stadt, dic sich schnell mit einer Stadtmauer zu schützen wußte. Die  bis heute erhaltenen Parkanlagen wurden im 18.Jahrhundert errichtet und machten Treuenbrietzen über die lokalen Grenzen hinaus bekannter. Hinzu kam der industrielle Standort, man produzierte Tuch und Stoffe, die günstige Lage an der heutigen Bundesstrasse 2 zwischen Potsdam, Jüterbog und Wittenberg, sowie die baldige Anbindung an das Eisenbahnnetz.
Allerdings blieb Treuenbrietzen bis zum Anfang des 20.Jahrhunderts verträumt und dehnte sich im Laufe der Zeit in der Fläche wenig aus.

Im 3. Reich wurde Wehrindustrie angesiedelt. ( Munitionsfabriken ) und mit ihnen brauchen die Arbeiter Wohnraum. 1937 wurde das Allgemeine Krankenhaus der Stadt zum Lungenzentrum spezialisiert, wie auch die Beelitz Heilstätten.

1945 gab es in Treuenbrietzen unfassbare Massaker an der Zivilbevölkerung. Die folgende Stichwortchronik versucht einen Überblick über die Wirren der Endschlacht um Berlin zu geben.

10. April 1945  die 12. deutsche Armee bei Beelitz neu formiert. Ziel Berlin.
11. April 1945 Treuenbrietzen Einmarsch der 13. Armee der Roten Armee.
21. April 1945 das 51. Gardepanzerregiment der 1 Ukrainischen Front
besetzt Treuenbritzen und löst die 13. Armee ab, die in Richtung Elbe zieht.
( Wie fast überall kommt es zu Vergewaltigungen und Übergriffen )
23. April 1945 Armee Wenck erobert Treuenbrietzen zurück.
23. April 1945 Wehrmacht oder Waffen SS  erschießen beim Dorf Nichel italienische Zwangsarbeiter.
23. April 1945 Die Rote Armee erobern Treuenbrietzen zurück.
23. April 1945 1000 Zivilisten werden von den Truppen der UdSSR erschossen.( Männer )
30. April 1945 Generalfeldmarschall Keitel informiert Hitler aus Ferch, das die 12. Armee feststeckt. siehe Keitel
Im Anschluss werden Verteidigungslinien entlang der Bahn Beelitz Jüterbog ausgebaut um den Abzug der 12. Armee Wenck zu sichern. siehe Elsholz
Die Front bleibt hier westlich von Treuenbrietzen, sodass die Stadt unter Sowjetische Besatzung fällt.

Zu DDR Zeiten wird die Munitionsindustrie in Mechanische Industrie umfunktioniert.
Nach 1990 ist die Stadt abgewirtschaftet. Die Grundsanierung dauert bis heute an und hat aus Treuenbrietzen ein schöne, handwerklich orientierte Stadt gemacht. Ein absolutes Muss für den Brandenburg Reisenden.

Moritat vom „Sabinchen“
Eine Geschichte von Untreue, Spitzname der Stadt Treuenbrietzen.
Hier eine Hörprobe
Hier die offizielle Seite zur Industriellen Ausbildung 

Die Wahlergebnisse 2014 :
SPD 10 %
CDU  17,9%
DIE LINKE 9,7%
FDP 4,7%
PIRATEN   2,6 %
BIV  26,1%
TBV 29,0%
ohne Gewähr

Restauriert: Treuenbrietzen

Restauriert: Treuenbrietzen

Siehe: Die Friedrichstrasse von Treuenbrietzen

( Quellen : Jeweils verlinkt Treuenbrietzen.de, Zeitzeugen. )