Warum stoppte niemand den Massenmörder?

10 Nov

Wer ist Niels H.? Bestatter auf der Strasse
Ehemaliger Krankenpfleger, engagierter Beschäftigter auf Intensivstationen und Abteilungen der Herzchirurgie, verurteilter Strafgefangener oder womöglich einer der schlimmsten Massenmörder der deutschen Nachkriegsgeschichte ?

Niels H. wächst in Wiesbaden als Sohn eines Krankenpflegers auf. Auch er wird später zum Krankenpfleger und arbeitet bis 1999 auf chirurgischen Stationen des St. Willad Hospitals in Wilhelmshaven, 1999 wechselt er zum Klinikum Oldenburg in die Anästhesie und später in der Herzchirurgie-Abteilung. Von Ende 2002 bis Mitte 2005 arbeitete der Pfleger im Klinikum Delmenhorst.

Neben seinem engagierten, tatkräftigem Arbeiten und seinen medizinischen Fachkenntnissen fiel der Beschäftigte seinen Vorgesetzten und Kollegen jedoch schon früh durch sonderbare Vorfälle auf. Aufgefallen war eine erhöhte Notwendigkeit zu Reanimationen im Arbeitsbereich von N.H. der bei seinen Kollegen anfangs noch eher scherzhaft als Pechvogel oder Unglücksbringer bekannt war. Bei den Maßnahmen zur Reanimation war er gerne im Mittelpunkt des Geschehens ohne jedoch den Kampf um das Leben des Patienten zu gewinnen. In einem der bisher 3 Verfahren bescheinigten Zeugen dem Pfleger eine Neigung sich bei Notfallsituationen gerne in den Vordergrund zu drängen und mit seinen medizinischen Fachkenntnissen zu prahlen. Die Reanimationen sollen manchmal geradezu Vorführungen gewesen sein, zu denen auch gerne noch rasch herbei geschaffte Lernschwestern hinzu gezogen wurden. Der damalige Vorgesetzte des Pflegers erkannte einen “ unangebrachten Aktionismus “ seines Mitarbeiters und ließ diesen in eine andere Abteilung versetzen. Der Stationswechsel erfolgte in die Anästhesie und auch dort fiel der spätere Angeklagte durch allzu häufige “ Krisensituationen “ und erfolglose Versuche diese zu bewältigen, auf. N.H. wurde eine Kündigung nahegelegt, er wurde bei voller Lohnfortzahlung vom Dienst freigestellt und erhielt zum Abschluss seiner Tätigkeit am Klinikum Oldenburg ein erstklassiges Zeugnis dass ihm Fähigkeiten wie großes Verantwortungsbewusstsein und engagiertes, selbstständiges Arbeiten bescheinigte. Die letzte Anstellung führte Herrn H. dann ins Klinikum Delmenhorst und auch hier gab es Kollegen die schon nach kurzer Zusammenarbeit ein “ ungutes Gefühl “ hatten. Schlafmittel fehlten ohne ärztliche Verordnung, Ajmalin- ein Herzmedikament dass nur von einem Arzt gespritzt werden darf – fehlte, die Todesfälle vormals stabiler Patienten häuften sich wenn Herr H. Dienst hatte.

Diese, und viele weitere Aussagen wurden in den 2 schon abgeschlossenen Prozessen getätigt ohne dass weitere Ermittlungen erfolgten. Der Angeklagte wurde zu insgesamt 6,5 Jahren Haft verurteilt und mit lebenslangem Berufsverbot belegt.
Aktuell verbüßt der Verurteilte seine Strafe in der JVA Oldenburg und brüstet sich laut Zeugenaussagen einiger Mithäftlinge mit vielen weiteren Morden während seiner Arbeit in den Kliniken.

Die Geschichte des heute 37 jährigen Niels H. scheint sich zu einem der größten Ermittlungsskandale der deutschen Geschichte auszuweiten und man stellt sich die Frage, wie es trotz vieler Anzeichen, dazu kommen konnte, dass der aktuell in einem dritten Prozess angeklagte Täter, Patienten die seiner Obhut anvertraut waren, womöglich umgebracht hat.
Nach neuesten Ermittlungen erwägt die Staatsanwaltschaft den Auftrag zur Exhumierung und Obduktion von über 100 Patienten, die während der Dienstzeit des Angeklagten im Klinikum Delmenhorst, verstorben waren.

Sollte der Angeklagte als Massenmörder überführt werden, werden sich nicht nur die Angehörigen der Opfer fragen : Warum hat ihn niemand gestoppt ?

Mehr dazu in unserem großen Special: http://blaulicht-portal.com/category/special-massenmoerder-in-delmenhorst

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