Werder/Havel 1945 Kampflose Übergabe der Stadt an die Rote Armee

6 Jul
Werder Havel

Werder Havel

Idyllisch liegt es an der Havel. Die Stadt Werder. 1945 gehörte Werder allerdings zum eingeschlossenen Gebiet rundum der Hauptstadt Berlin.
In der Nacht vom 23.zum 24.April hatte die Rote Armee die Hauptstadt versucht in die Zange zu nehmen. Der nördliche Ring stand kurz vor Nauen ( westlich Berlins ). Von Süden kam bereits die 2.Zangenberwegung und stieß von Lehnin bis Brandenburg/Havel vor. Berlin war fast isoliert. Die heutige A9 und A2 sowie die heutigen Bundesstrassen 1 ( nach Westen, Spandau Nauen ) und die B2 Michendorf, Beelitz waren in der Hand der sowjetischen Truppen. Ebenso lag der Verschiebebahnhof Seddin in russischer Hand.
Es wurde also sehr eng.

Zudem militärisches Desaster. Die 9.Armee war in Halbe, 40 Kilometer südlich von Berlin, eingeschlossen. Die Armee Wenck wandte sich gegen die US-Truppen, also auf die Elbe zu.
25.April, die rote Armee steht bei Ketzin an der Havel, und in Torgau an der Elbe. Man trifft sich auf der Brücke von Torgau mit den US Truppen. Die Umsegelung Berlins ist also faktisch abgeschlossen.
Aber es gab überall noch eingeschlossene, kampfbereite deutsche Truppen. In Werder lag die 1. Marschkompanie des Volkssturms, zugegeben keine voll ausgebildete Armee, aber durchaus respektiert von den sowjetischen Truppen.
Für die 1.Marschkompanie in Werder war jegliche Gegenwehr vollkommen zwecklos, als erhielt sie den Befehl sich einzeln nach Brandenburg/Havel abzusetzen und durch die Linien zu brechen. Aussichtslos und viel zu gefährlich, entschied Ludwig Zimmermann, der Kompaniechef. Stattdessen stellte er seine Kompanie frei und befahl zivil, die einzig mögliche Rettung.
Werder wurde kampflos übergeben.

Doch die wirklichen Kämpfe standen noch bevor. Die 9.Armee war in Halbe mußte aus ihrem Kessel ausbrechen und mit ihr zig Tausende. Es gab nur noch eine Armee, die dies unterstützen konnte. Die Armee Wenck. Dabei war diese Armee zusammengestellt und trainiert worden unter eiligsten Bedingungen.

Das Gespräch vom Chef des Wehrmachtsführungsstabes Generaloberst Jodl mit dem zum Luftwaffengeneral Koller scheint der Anstoß des Angriffs Wenck zu sein.
( Anmerkung: Die deutsche Luftwaffe war bereits kaum noch vorhanden. Im Kessel von Halbe kämpften ebenso Luftwaffen Verbände am Boden )

„Wir werden die 12. Armee gegen Osten zum Angriff gegen die linke Flanke der 3. russischen Panzerarmee 2 herumdrehen, ganz gleichgültig, was der Amerikaner daraufhin an der Elbe unternimmt. Viel- leicht ist es möglich, den anderen durch eine solche Tat zu beweisen, dass wir nur gegen die Sowjets kämpfen wollen.“

Siehe:
Armee Wenck un der Angriff bei Ferch, Seddin, Beelitz
Letzte Hoffnung für die eingeschlossenen 9. Armee
Auch auf dem Bild, Einfahrt zum Glindower See, ein Bootssport Mekka

 

 

 

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