Wilhelmshorster Geschichten……..Gastronomie

30 Jul
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HO Gaststätte Ravensberge heute ………..Foto Jochen340

Anfang des 20. Jahrhundert kauften Großstädter nordlich der Wetzlarer Bahn Waldstücke. Wilhelm Müller hatte eine Vision. Er plante zwischen Langerwisch und Potsdam eine Siedlung. Von diesen Plänen war auch der 1862 geborene Gärtner Adolf Hammer begeistert. Er kaufte 500m nördlich der Wetzlarer Bahn ein großes Grundstück an der heutigen Peter-Huchel-Chaussee. Er baute darauf eine eine einfache Holzhütte Diese wurde dann am 6. Mai 1908 als Kantine für die ersten Siedler, Handwerker und Wochenendausflüglern eröffnet. 1909 erhielt A.Hammer dann die Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft.

Er baute die kleine Holzbude Stück für Stück zum „Restaurant Hammer“ mit Saal und schön angelegtem Biergarten aus. Dieses Restaurant wurde zum kulturellen Mittelpunkt von Wilhelmshorst. Vereine hielten dorf ihre Versammlungen ab, es wurden rauschende Feste gefeiert und es war beliebtes Ausflugziel für großstadtmüde Berliner. 1924 übernahm Hammers Sohn, ebenfalls Adolf mit Vornamen, das Restaurant. 1930 starb der Begründer und der Sohn führte die Gastronomie bis 1945.

Nach dem Ende des Krieges beschlagnahmte die Rote Armee das Gebäude und richtete für 7 Monate, die Kommandantur dort ein. Danach wurde das völlig leergeräumte Gebäude zurückgegeben. Unter größten Anstrengungen ließ Familie Hammer den Familienbetrieb wieder aufleben. 1956 wurde das „Restaurant Hammer“ von der HO (Handelsorganisation der DDR) gemietet und es hieß nun „HO-Gaststätte Ravensberge“.

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Name auf Hausfassade ….. Foto Jochen340

1975 konnte Familie Hammer den Betrieb dann wegen widriger Umstände nicht mehr halten und das Gebäude ging in den Besitz der Gemeinde über. (Ein vom Rat der Gemeinde angeordnete Kredit zur „Erhaltung des Gebäudes“. s.g. Zwangskredit konnte nicht wie gefordert zurückgezahlt werden.) In den darauffolgenden Jahren (bis 1984) wurden von der Gemeinde verschiedene Geschäftsführer eingesetzt, die den Betrieb entsprechend der Möglichkeiten in der DDR aufrecht erhielten .

Nach der Wiedervereinigung versuchten die Erben ihren Besitz zurückerhalten. Er gelang nach langem Rechtsstreit nur ein Vergleich. Ein großer Teil des Grundstücks (Südteil) blieb im Besitz der Kommune und wird heute als Festplatz genutzt.

Das ehemalige glorreiche und allseits beliebte „Restaurant Hammer“ steht noch als Gebäude, von den glorreichen Zeiten und dem alten Charme ist leider nicht viel geblieben.

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